Furten furten?

  • Hier im Forum findet man immer mal wieder den Hinweis, dass es jede Menge Hinweise gäbe, wie Furten gefurtet werden. Man solle mal einfach die Suche bemühen.


    Ich hab gesucht und wenig gefunden.


    * Vormittags führen die Flüsse in der Regel weniger (Schmelz-) Wasser als nachmittags Gletscherflüsse erkennt man an der Milchigkeit.
    * Masterplan
    ** Wo komm ich rein, wo wieder raus? Bringt nix, wenn man auf der anderen Seite vor einer Bodenstufe steht.
    ** Ruhiges Wasser ist in der Regel nicht die flachste Stelle
    ** Flüsse ändern ihren Lauf - schnell; Reifenspuren können in die Irre führen
    ** Im Zweifel rrst jemand anderem (erfahrenen oder dummen?) beim Durchfahren zuschauen
    ** Ein zweites Fahrzeug und lange Bergegurte geben Sicherheit
    *** Bergegurte nicht mit Schäkeln verbinden, sondern Durchschlaufen
    ** Eine Seilwinde bringt selten für ein einzelnes Auto was, weil es an einem Befestigungspunkt am Ufer mangelt
    * Vorher Prüfen, gerne auch zu Fuß und mit Wanderstöcken:
    ** Wassertiefe
    ** Strömung
    ** Untergrundfestigkeit
    ** Löcher, Steine im Weg
    * Vorbereitung
    ** Fahrzeug abkühlen lassen - wenn es einen Temperaturschock gibt, wird zB unnötig Wasser in die Schmierenippel und Entlüftungen gezogen; und auch der Ventilator des Kühlers ist nicht als Wasserrad gedacht
    ** Bergegurt schonmal befestigen, erspart einem im Zweifel einen Tauchgang
    ** Fenster auf (Fluchtweg)
    * Durchfahren
    * mit der Strömung - d.h. leicht stromabwärts - fahren
    ** 2. Gang Untersetzung (L4 - Freilaufnarben nicht vergessen :-)


    ** nicht schalten, nicht halten
    ** zügig langsam fahren, aber die eigene Bugwelle nicht überholen und nicht rumspritzen
    ** Motor nicht abschalten wenn man stecken bleibt, damit kein Wasser durch den Auspuff eintritt.



    Naja, da hab ich mir ja doch das eine oder andere Zusammensuchen können ;-)


    Aber so einiges ist mir immer noch nicht klar: wie erkenne ich die beste Stelle? Man liesst immer wieder vom "Aufschwimmen" - was passiert da genau und wie verhält man sich da am besten? Wenn man stecken bleibt, ist dann ein Anruf bei 112 gerechtfertigt? Differentialsperren rein? (mit allen Sperren drin ist zumindest mein Auto unlenkbar!)


    Was gibt es noch zu beachten?


    --md


    Edit: Zusammenfassung der gelernten Sachen: Nicht immer ist Durchwarten realistisch. Wasser beobachten, meistens kann man am Übergang von ruhig zu Turbulent eine "Abbruchkante" erkennen. Beim Aufschwimmen Türen auf, bis das Auto auf den Grund sinkt.Fahrzeugelektrik vorher mit Wet.Protect bearbeiten. Vorher Schnorchel auf Dichtikeit prüfen, indem man Wasser von oben einfüllt (und den unten vom Motor abgeklemmt hat). Nicht genau parallel zur Strömung fahren, so bietet das Auto zu viel Angriffsfläche. Daran denken, das ein RAV4 oder Jimmy kein Expeditionsfahrzug ist, die Tips hier haben ehr LAndrover Defender oder gleichwertiges im Auge.


    Das Video Camel Trophy Basic Off-Road Driving Techniques and Skills Training Kapitel 7 bei 13:00 gibt ein paar Tips zum Furten.

  • Hej,


    also das A und O ist für uns immer das durchwaten, bzw. für meinen armen Mann ;-) Ich bin für die ordentliche Dokumentation verantwortlich und halte immer alles Foto--Smiley fest (eigentlich warte ich nur auf den Tag, dass er mal stolpert...).
    Nur wenn man den gesamten Fluss durchwatet, erwarten einen keine bösen Überraschungen (Steine, Spurrillen, Bodenwellen). Wir durchwaten sogar die Flüsse, wo wir schon einmal durchgefahren sind. Ich bin immer wieder erstaunt, wieviele ohne zu schauen durch Flüsse fahren. Da braucht ja nur einmal ein großer Stein durch einen Vorgänger "aufgewirbelt" werden. Wir sind da lieber ein wenig vorsichtiger, aber besser so als das Auto zu versenken. Zu dem Durchfahren von Fuhrten kann ich selbst nicht viel sagen, da ich bisher selbst nur duch harmlose Furten gefahren bin, wo ich keine Knöpfe drücken brauchte. Ich weiß aber, dass mein Mann bei den tieferen immer fleißig rumgedrückt hat (tippe mal auf Differentialsperre...), aber da kann dir sicherlich ein Anderer mehr dazu schreiben. Ich bleibe lieber weiterhin bei meinen kleinen "Pfützen" :)


    Liebe Grüße,
    Sanne

  • Och, das klingt doch alles sehr brauchbar! Fehlt noch "gut durchatmen", "Herzschlag kontrollieren" sowie "lächeln".


    Sehr hilfreich ist wirklich vorher zu Fuß durchzuwaten, dann merkst Du ob und wo es durchgeht. Bevor Du mit dem Wagen aufschwimmst, würdest Du zu Fuß m.E. nicht mehr locker durchkommen. Was hast Du für ein Auto? Die Differenzialsperren lassen ja schon mal vermuten, dass Du ordentlich ausgerüstet bist. Ich habe die hintere Differenzialsperre nicht gebraucht, waren aber auch nicht an den extremen Mörder-Furten (außer Krossa).


    Wo willst Du denn hin- bzw. langfahren? Die Experten hier im Forum können Dir dann sicherlich noch ein paar generelle Tipps zur Strecke geben. Bleiben allerdings Wahrscheinlichkeitsaussagen.


    Gruß,
    Ash


    P.S. Wie ich jetzt in einem anderen Thread gesehen habe, hast Du ein mehr als brauchbares Auto sowie Abwechslung wer durchwaten muß. ;) Als wir mit nem Hilux an der Krossa standen und uns nicht weit rein getraut haben zu Fuß, meinte der Isländer daneben: "Aaahh, I send my boy!". Schätze der war so um die 12, musste aber trotz genetischem Vorteil auch (richtigerweise!) aufgeben. Das sind dann die Fälle, wo man mal auf den Ranger wartet, damit der den Weg zeigt. Das also auch noch der Vollständigkeit halber.

  • * Vormittags führen die Flüsse in der Regel weniger (Schmelz-) Wasser als nachmittags


    * Vorher Prüfen, gerne auch zu Fuß und mit Wanderstöcken:


    * mit der Strömung - d.h. leicht stromabwärts - fahren

    Wasserführung: Kommt auf die Flüsse an. Für Gletscherflüsse trifft das zu, aber Quellflüsse nicht unbedingt.
    Durchwaten: Ich habe das bisher nur einmal gemacht und auch nur wegen eines Fotos, das sich meine Tochter von der Flussfurtung gewünscht hat. Ansonsten studieren wir den Fluss vom Ufer aus. Gerade reißendere Flüsse sind mir zum Durchwaten schlicht zu gefährlich. Wenn wir unsicher sind, warten wir auf ein zweites Fahrzeug, ansonsten beraten wir über die Route durch den Fluss vom Ufer aus und sind bisher immer gut (durch) gefahren.
    Wie und wo fährt man durch? Wenn man den Fluss vorher studiert, wird man meist ruhiges Wasser und dann die Stelle finden, an der er wieder wirbeliger wird. Das ist quasi die "Fallkante", die sich meist in einem Bogen durch den Fluss zieht. Genau an der fährt man am besten entlang. Sprich, man furtet oft am besten in einem weiten Bogen.
    Wenn man Pech hat und die Furt zerfahren und flussabwärts kaputt ist wie vorigen Sommer die erste durch die Lindaá (von Norden kommend zur Askja, war flussabwärts sogar abgesperrt), dann hilft nur Augen zu und mitten durch. Das war aber schon grenzwertig und nicht unbedingt als Einstiegsfurt zu empfehlen, im Zweifel also lieber umkehren.
    Manchmal gibt es natürlich auch gar keine Bogenfahrmöglichkeiten, aber da kommt man in der Regel dann auch relativ einfach gradeaus durch. Zum Glück sind die Flüsse, die man furten kann, oft so glasklar, dass man den Grund gut erkennt. Mehr Sorge als Geröll sollte einem tiefer Sand im Fluss bereiten. Dann heisst es auch, Ruhe bewahren bis die Räder wieder greifen.
    Generell gilt: Im Zweifel lieber umkehren, dann braucht man auch keine Gedanken an Aufschwimmen oder wann rufe ich 112 an verschwenden ;)

  • Danke für all die Tips! thx1



    Ich bin mit einem Toyota HZJ78 "Buschtaxi" ganz gut ausgestattet. Nicht-Isländer halten das für ein Riesen Ding (gut 3 Tonnen Lebendgewicht), es ist aber eben auch kein Superjeep. Ab Werk hat das Ding 70cm Wattiefe, ist aber mit Schnorchel und hochgelegten Entlüftungen bis 80 cm noch im grünen Bereich und der Motor stirbt vermutlich irgendwo bei 180 cm Wassertiefe.


    Das verführt natürlich dazu, auch Flüsse zu furten, die man zu Fuß nicht schafft. Meine persönliche Wattiefe ist vermutlich irgendwo bei 30-40 cm in reissendem Wasser, danach ist es mir zu Fuß zu gefährlich.



    Fürs "Aufschwimmen" hab ich inzwischen den Tip bekommen "einfach" alle Türen zu öffnen - dann ist mit der Schwimmfähigkeit des autos nicht mehr viel los und der Wasserdruck auf die Seite würde auch erheblich verringert.


    Das Umkehren ist natürlich in der Theorie eine vernünftige Sache, aber die Praxis sieht dann ja doch oft anders aus. Man ist den Ganzen tag gefahren hat einige grenzwertige Furten am Vormittag gemacht, die jetzt vermutlich wegen Schmelzwasser ganz grenzwertig sind und fragt sich jetzt "vor oder zurück?". ?(



    Eine Strecke, die wir im Auge haben, ist von der Snæfells-Halbinsel nördlich um den Jangjökull zu Geysir zu fahren. Das scheint von den Furten her gar nicht so bitter aber ist ja schon eine Strecke, wo man (im August) nicht nur 5 Minuten auf das nächste Fahrzeug warten muss sonder vielleicht doch auch mal 1-2 Tage.



    Spannend wird's allemal!



    (Karte von Openstreetmap)


    --md





  • Sind da überhaupt Furten? Du meinst doch dann durch's Kaldidalur, oder?
    Wenn man von der Kaldidalur südlich des Hofsjökull zur F35 fährt, dann hat man zwar vor der F35 zwei Furten, aber dafür braucht man höchsten 15 cm Wattiefe ;)
    (Die Strecke allerdings fährt sich echt bescheiden.... tiefer Sand teilweise.)
    Die Kaldidalur ist nicht so ausgestorben. Dafür aber auch sehr schön, zwischen den beiden Gletschern hindurch.

  • Hey Leute,
    ich möchte gerne eine Islandreise vom 6.4. - 14.4.2013 machen.
    Geplant ist eig. die Ringstraße mit einem 4x4 zu umfahren.
    Was habt ihr so für Vorschäge, was man sich in Island unbedingt angucken muss, wenn man die Landschaft kennen will??


    Liebe Grüße,
    Alexandra

  • Uh. Da musste ich mich erstmal orientieren. Bin mir nicht sicher, ob ich Dich recht verstanden hab. Das letzte Stück ist wohl die Kaldidalur.
    Aber vorher von Surtshellier die F578 nach Álftakrókur und dann "Airfield Arnarvatnsheidi" und dann haben die Pisten auf meinen Karten keine Nummern mehr (ja, ich brauch bessere Karten). Die Route die ich bisher im Auge hatte zieht dann nördlich um dann auf die F35 (die heisst doch da Kaldidalur, oder?) in südliche Richtung abzubiegen. Wenn man sich diese Karte anschaut , kann man aber recht nach nördlich am Langjökull lang über Stórisandur fahren.


    Aber wie wie gesagt - so ganz den Überlick hab ich noch nicht. Grad versuch ich erstmal zu schauen, was wir in den Westfjorden sehen wollen. Wir haben auf jeden Fall schon beschlossen, da im Uhrzeigersinn langzufahren, damit der Fahrer schön die Absturzkanten ins Meer im Auge behalten kann.



    --md

  • Grad versuch ich erstmal zu schauen, was wir in den Westfjorden sehen wollen. Wir haben auf jeden Fall schon beschlossen, da im Uhrzeigersinn langzufahren, damit der Fahrer schön die Absturzkanten ins Meer im Auge behalten kann.


    Bitte macht nicht den Fehler, den so viele Touristen machen - Strandir, Hornstrandir (auch den mit Auto befahrbaren Teil) auszulassen und das Ísafjarðardjúp nur als Durchfahrtsstrecke nach Ísafjörður zu betrachten, die man an einem Tag durchrasen muss! Erst Recht nicht, da ihr ein vernünftiges Auto habt, mit dem ihr zu vielen schönen Stellen "abseits" der aspahltierten Straßen kommt.


  • Ich war falsch orientiert auf der Karte oben. Die F35 ist die Kjölur. Die Kaldidalur geht zwischen Eiriksjökull und Langjökull entlang (ist auf der neu verlinkten Karte sogar benannt). Die Piste, die Du im Auge hast, bin ich noch nie gefahren. Sie hat auch gar keine Nr. ist auf meiner (aktuellen) Karte auch nur als gestrichelter Track eingezeichnet. Lass doch dann mal hören, wie das so war... :)


    Wir fahren in den Westfjorden auch immer im Uhrzeigersinn. Das hat auch den Vorteil, dass man an vielen kritischen Stellen an der Bergseite fährt und der Gegenverkehr an der Absturzkante :D . Irgendwann muss ich trotzdem mal entgegen fahren. Wir sind voriges Jahr erstmals entgegen dem Uhrzeigersinn um die Ostfjorde gefahren und das beschert einem auch ganz neue/andere Ausblicke.
    Ansonsten schließe ich mich neppi an :) Es gibt unglaublich viel zu sehen in den Westfjorden und Strandír/Hornstrandír muss man einfach mit einplanen!





  • Ok, vielen lieben Dank erstmal..und das mit dem Strandír/Hornstrandír in dem Westfjorden und die Ostfjorde werde ich mir merken! ;) und falls euch noch weitere coole Ziele einfallen, dann immer schön her damit! ;D
    und weiß jemand von euch wie nah man an den eyjafjallajökull rankommt??


    Liebe Grüße,
    Alexandra

  • Alexandra,
    das war eigentlich kein Tipp für Dich. Eine nur 8 Tage lange Reise und dann noch im April - vermutlich Deine erste? - da konzentriere Dich doch besser auf Ziele entlang der Ringstraße.
    Der Eyjafjallajökull ist ja ein etwas größerer Gletscher. Mit dem Auto kommt man da nicht wirklich nahe dran. Man kann ziemlich nahe mit einem geländetauglichen Fahrzeug (Jeeptrack, Furten) an die damalige Ausbruchsstelle am Fimmvördurhals fahren - aber mir hoher Wahrscheinlichkeit nicht im April.

  • Man kann ziemlich nahe mit einem geländetauglichen Fahrzeug (Jeeptrack, Furten) an die damalige Ausbruchsstelle am Fimmvördurhals fahren - aber mir hoher Wahrscheinlichkeit nicht im April.

    Es gibt auch geführte Touren/ Wanderungen da entlang- Skógafoss- Þórsmörk bzw. umgekehrt ... Aber sicher nur im sommer.


    Und Alexandra, wie das Wetter dort im April wird, kann Dir wirklich keiner sagen. Von tiefem Winter über sprichwörtliches Aprilwetter bis zaghaft beginnenden Frühling kannst Du einfach alles haben.
    Fimmvörðuháls liegt außerdem auch ziemlich hoch ( um 1000 m, wenn ich mich nicht sehr irre), also kannst du da eher mit winterlichen Verhältnissen rechnen....





  • Bitte macht nicht den Fehler, den so viele Touristen machen - Strandir, Hornstrandir (auch den mit Auto befahrbaren Teil) auszulassen und das Ísafjarðardjúp nur als Durchfahrtsstrecke nach Ísafjörður zu betrachten,

    Ha! Da hast Du mich erwischt!


    Auf der Suche nach der Post-Anthroposphere (d.h. "verlassen" siehe hier) hatte ich Hornstrandir schon ins Auge gefasst. Aber ernsthaft Wandern kommt mit den Kindern nicht in Frage und die ganzen verlassenen Orte an der Nord-West Spitze kann man ja wohl nur mir dem Boot erreichen.
    Am Drangajökull gibt es im Westen eine Piste, die hatte ich schon recht fest ins Auge gefasst.


    Im Osten kann man bis Norðurfjörður fahren - das scheint mir aber schon eine enorme Kurverrei zu sein. Aber da gibt es dann auch eine Hütte.
    Strandir kann man wohl kaum vermeiden, wenn es nach Hornstrandir gehen soll. Ist da irgendwas besonders sehenswert, oder einfach durchrollen und anhalten, wo es schön ist?



    Der Ísafjarðardjúp ist ja ein riesen Ding. Bisher hatte ich die Strecke tatsächlich bisher ehr als notwendiges Übel angesehen. O:-)
    Kannst Du da irgendwas besonders nettes empfehlen?


    --md

  • Wandern mit Kindern würde ich auch nicht in Hornstrandír, man kann sich aber auf die mit dem Auto erreichbaren südlichen Teile konzentrieren :)
    Bis Norðurfjörður zu fahren ist auf jeden Fall empfehlenswert. Eine ziemlich Fjord rein, Fjord raus- Kurverei, ja, aber teilweise mit gigantischen Ausblicken von der manchmal sehr abenteuerlichen Piste. Anhalten muss man auf jeden Fall in Djupavík und überall, wo es schön ist ;) Wunderbar auch für Birdwatching und in einem der Fjorde haben wir sogar schon mal einen richtig großen Wal gesehen! Vom Ufer aus. Es ist sehr verlassen, weil sich kaum ein Tourist hinverirrt und kaum jemand da wohnt und wir fanden das einfach wunderbar.
    Wir wohnen immer bei einem ganz süßen älteren Ehepaar in Norðurfjörður- und dort muss man auf jeden Fall ins Krossneslaug. Im warmen Wasser herumschwimmen, vielleicht 6-7 Meter vom kalten Nordatlantik entfernt-das hat was :)

  • Am Drangajökull gibt es im Westen eine Piste, die hatte ich schon recht fest ins Auge gefasst.


    Ja, genau die ;) Fahrt bis zur Kaldárlón (das ist die Bucht vor dem Gletscher), dort könnt ihr das Auto stehen lassen und seid (je nach Wetter in dem Jahr) in 20-30 Minuten direkt am Gletscher! Die Strecke ist auch mit Kindern gut machbar, ein ziemlich ebener Sand-/ Kiesweg, wunderschöne Sicht (bei gutem Wetter) und man kommt selbst in Island nur an wenige Gletscher so leicht heran gps1 
    An der Bucht steht auch ein Denkmal von einem sehr bekannten isländischen Dichter und Komponisten (ein in Stein gehauenes Klavier), aber wie immer fällt mir der Name jetzt nicht ein :patsch: - vielleicht kann da jemand aushelfen?


    Der Ísafjarðardjúp ist ja ein riesen Ding. Bisher hatte ich die Strecke tatsächlich bisher ehr als notwendiges Übel angesehen. O:-)
    Kannst Du da irgendwas besonders nettes empfehlen?


    Jede Menge tolle Bademöglichkeiten, viele Stellen zum Robben und mit Glück auch Wale beobachten, ihr könnt die Inseln Vigur und Æðey mit dem Boot besuchen, dort werden Eiderdaunen gesammelt, die Leute dort erzählen, wie es geht, zeigen die Vögel und ihre Nester, das ist auch für Kinder gut gemacht und bestimmt spannend, wenn sie mal sehen, was so in ihrer Bettdecke drin ist ;) 
    In Ögur gibt es einen Autofriedhof, den man sich von der Straße ansehen kann (wahrscheinlich eher für dich interessant).
    Im Skötufjörður gibt es ein altes Gehöft, ein Torfhaus, das von dem letzten Bewohner mit jahrelanger Geduld, viel Liebe zum Detail und handwerklichem Geschick restauriert wurde. Wirklich sehenswert, im Sommer gibt es dort auch Waffeln und Kaffee. Falls mal zu sein sollte, einfach einen Hof weiterfahren ("Hvítanes"), dort wohnt der nette Mann (Kristján), er macht dann immer gerne auf und führt euch herum. Außerdem kann man von der Fjordspitze dort sehr gut Robben beobachten, die bei Ebbe dort herumliegen und sich Sonnen. Da braucht man nicht einmal ein Fernglas.
    Es lohnt sich übrigens, nicht die neue Brücke über den Mjóifjörður zu nehmen, sondern den alten Fjordweg außen herum. Sehr schöne Wasserfälle und einige Hot Pots liegen dann auf dem Weg :thumbup: Heydalur nicht vergessen! Dort könnt ihr reiten (auch problemlos mit den Kindern), sehr schöne Hot Pots (zwei künstliche, ein natürlicher und ein Swimmingpool zur Auswahl), viel Platz für die Kinder zum Toben, Spielplatz und sehr leckeres Essen im Restaurant.


    Wenn ihr euch die Mühe macht nicht direkt in Ísafjörður abzubiegen in Richtung restliche Westfjorde, sondern weiter zu fahren nach Bolungarvík, kommt ihr an Ósvör vorbei. Eine alte Fischereistation ist dort nachgebaut bzw. wieder aufgebaut. In den Hütten könnt ihr sehen, wie die Fischer früher gelebt und gearbeitet haben, es gibt ein Salzhaus, ein altes Boot und riesige Walknochen liegen herum. Ist leider nicht mehr ganz billig, lohnt sich meiner Meinung nach aber.


    In Ísafjöður selber könnt ihr hoch zur alten Skistation (an der Lawinenmauer hoch). Entweder zu Fuß oder auch mit dem Auto. Eine unglaublich Aussicht über die Region, bis rüber nach Hornstrandír! Ansonsten gibt es noch das Geburtshaus des Präsidenten, und eine sehr merkwürdig aussehende Kirche.
    Macht einen Spaziergang durch den alten Teil der Stadt (unten am Hafen), mit winzigen, völlig schief stehenden Häusern. Dort ist auch das Heimatmuseum der Westfjorde, Neðstikaupstaður. Und bei schlechtem Wetter gibt es sogar eine richtige Schwimmhalle (mit Dach und so - nicht sehr verbreitet in Island).


    Das war erstmal spontan ein Anfang :D Falls ihr noch ein paar Bademöglichkeiten wissen wollt, oder wo man gut Robben sehen kann, oder sonst etwas spezielles sucht - immer her mit den Fragen, in dem Teil der Westfjorde kenne ich mich aus bisbald