Meine Entdeckung Islands - 21 Tage in eigener Initiative

  • Hallo Mario,
    ich freue mich immer, wenn es wieder eine weitere Folge von Deinen Erlebnissen gibt. Liest sich gut. Vielleicht solltest Du auch mal über ein kleines eBook mit Deinen Erlebnissen nachdenken. Material hast Du ja einiges.


    thx1

  • Hallo Mario,
    sehr schöner Reisebericht man fühlt sich wie live dabei auch die Sturmnacht im Zelt kann ich gut nachvollziehen. Ich war dieses Jahr auch alleine in Island unterwegs allerdings nur mit Zelt und Mietwagen für 10 Tage mehr freie Tage hat mir die Fam. nicht gestattet ;) .

  • Für schönere Darstellung, hier klicken für Originalbeitrag.


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    Tag 17: Rückkehr nach Reykjavik



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    Am nächsten Tag ging es zurück nach Reykjavik. Es war ein regnerischer Tag und auf dem Camp von Landmannalaugar war die Luft äusserst kalt. Ich zog mich doppelt so warm an wie normalerweise und begab mich zum Kiosk, wo ich einen Kaffe kaufte. Danach setzte ich mich in den ausrangierten Bus und wärmte mich auf. DIe Zeit bis zur Abfahrt des Cars verging somit recht schnell.


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    Die Fahrt war teilweise äusserst aufregend, denn es gab mehrere Wasserläufe zu furten, die gar nicht mal so harmlos aussahen und oft eine starke Strömung besassen. Es wurde nochmals deutlich, wie karg und trostlos das südliche Hochland eigentlich ist. Minutenlang fuhren wir einfach durch eine Wüste schwarzer Lava. Durch den Regen und die schlechte Sicht wurde der Eindruck verstärkt, dass man sich gerade irgendwo in diesem Universum befand, auf keinen Fall jedoch auf unserer Erde.
    Zurück auf der Ringstrasse, dauerte die Fahrt nur noch etwas mehr als eine Stunde.
    In der Hauptstadt grüsste die Sonne und mit ihr angenehme Temperaturen. Der Busfahrer war so freundlich und liess mich, sowie einige andere Passagiere direkt beim Campingplatz von Reykjavik raus. Es war Donnerstag Abend, am Dienstag der nächsten Woche würde ich zurückfliegen. Ich hatte nun eigentlich keine wirklichen Pläne mehr. Vergnügt stellte ich mein Zelt auf und tankte einige Sonnenstrahlen.


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    Am Abend startete ich im Hostel mit einem öffentlichen Computer bereits einige Anfragen auf couchsurfing.com, um Leute für gemeinsame Aktivitäten zu finden. Dies wollte erst jedoch nicht so ganz gelingen. Das schlechte Wetter erreichte indes auch Reykjavik, allerdings verweilte es bloss für kurze Zeit.




    Tag 18: Integration in die Zivilisation


    Ich schlief lange, machte mich nach dem Aufstehen erneut alleine auf die Socken und erkundete Reykjavik ein wenig genauer. Ich kaufte mir dabei auch eine Garnitur „normaler“ Klamotten. Nachdem man fast drei Wochen in den selben Kleidern und Schuhe verbrachte und sich so automatisch immer gleich als Tourist outete, war es ein Segen, mal wieder Jeans zu tragen und etwas leichtere Schuhe.
    Ich hatte dann wirklich noch Glück mit dem Wetter, es war meistens sonnig und warm. Dies machten meine Spaziergänge in der Stadt natürlich einiges angenehmer.
    Reykjavik selbst ist wirklich unglaublich klein. Das florierende Leben des Ortes konzentriert sich eigentlich auf eine grosse Strasse, wo sich gleichzeitig alle Bars und Clubs, jedoch auch die meisten Einkaufsmöglichkeiten finden. Witzig jedoch ist, dass sich auf dieser Strasse mehrheitlich Touristen befinden und nicht etwa Einheimische



    Tag 19: Erneuter Stadtbummel & Nachtleben Reykjavik's



    Am Abend des vorherigen Tages ergab sich dann doch noch etwas auf Couchsurfing und ich verabredete mich am heutigen Samstag mit einer Finnin, welche eben erst auf Island ankam. Jedoch kam bloss sie auf Island an, ihr Gepäck wurde wahrscheinlich falsch verladen und somit war Heidi ziemlich aufgeschmissen, jedoch keineswegs schlecht gelaunt. Wir verbrachten einen angenehmen Tag, ich erzählte ihr von meinen Erlebnissen, gab ihr Tipps, wir tranken Kaffee, besuchten die berüchtigte Kathedrale, schlichen uns ohne zu Bezahlen in den Lift und genossen den schönen Ausblick auf die ganze Stadt. Abgerundet wurde alles mit einem Besuch im Nationalmuseum von Island. Da gab es eine Menge interessantes zu entdecken. Besonders die alten Fotografien von Island gefielen mir ausserordentlich.


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    Zuletzt trennten wir uns für eine Weile, um abends ein wenig das Nachtleben von Reykjavik zu erfahren.
    Ich schlief bestimmt zwei Stunden in meinem Zelt. Es war 19 Uhr als ich aufstand.
    Alkohol hatte ich bereits am Vortag gekauft in einem der staatlichen Shops. Natürlich war ich ein wenig perplex wegen den horrenden Preise, wenigstens erntete ich beim Bezahlen an der Kasse einen mitfühlenden und hilflosen Blick des Verkäufers.


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    Ich traf mich mit Heidi, der Finnin beim Opernhaus und setzte mich da mit ihr auf einen Steg. Zum ersten Mal in meinem Leben sah ich unten im Wasser eine Qualle in Echt. Ganz schön erstaunt war ich, dass diese so leicht sichtbar waren. Wir zogen weiter in die erste Bar und ich lernte dort eine Schweizerin kennen, welche hier ein wenig verzweifelt nach Arbeit suchte.
    Anscheinend gestaltete sich diese Suche als gar nicht mal so einfach, da die isländischen Arbeitgeber ihrer Aussage nach Personal vorzogen, welches einheimisch ist, nicht zuletzt auch aus finanziellen Gründen, da beispielsweise ihre Ausbildung als Kindererzieherin in Island gar nicht existierte oder zumindest nicht in einer Form wie in der Schweiz und sie somit viel mehr erhalten müsste als eine Einheimische.
    Ob dies nun wirklich so ist, kann ich an dieser Stelle nicht bestätigen.


    Ein nettes Gespräch mit dem Türsteher des Clubs verriet einige Details über die Isländer und ihr Verhalten im Nachtleben. Laut und johlend seien sie und leider oft auch aggressiv, besonders wenn der Alkohol in grossen Mengen fliesse. Er sei schonmal mit einem Messer angegriffen und auch mit einem Stuhl niedergeschlagen worden. Warum dies so sei, konnte er mir nicht wirklich beantworten. Ein wenig verlegen bemerkte er, dass sie halt Wikinger seien. Er betonte, dass es ihm jeweils nicht anders ginge.



    Wir zogen weiter, die Sonne verschmolz mit dem Horizont und das Licht hatte eine zauberhafte Farbe. Bei einem kleinen Bänkchen, auf welches wir uns setzten, folgte eine weitere Kuriosität, ein älterer Herr mit aufgesetztem Headset tanzte anscheinend zu Musik, bot uns Zigaretten an. Wir schenkten ihm dafür ein paar Schlücke Bier. Freundlich zwinkerte er uns zu.
    Den restlichen Abend fasse ich einfach mal kurz zusammen. Irgendwann ging die Finnin zurück in ihr Hostel, ich machte mich alleine auf die Pirsch und versuchte, den Isländern ein wenig näher zu geraten. Dies gestaltete sich jedoch als ziemlich schwierig und anstrengend. Die Clubs und Bars, es gab nicht unbedingt viele davon, waren meist bis zum Bersten voll. Bereits um zwei Uhr waren die Strassen übersät mit Müll, überall standen junge Menschen, redeten, rauchten und tranken. Grosser Vorteil war, dass kein Eintritt verlangt wurde. Dies wäre bei den horrenden Alkoholpreisen jedoch fast schon grotesk gewesen.
    Mit den Isländern selbst ein wirklich anhaltendes Gespräch zu führen war ziemlich schwierig. Alle befanden sich in Gruppen, jeder schien sich zu kennen und jeder gab sich auch damit zufrieden, bloss mit Leuten zu reden, die ihm bekannt waren! Ich kam mir manchmal fast ein wenig belächelt vor: Der kleine, junge Tourist, welcher den Mut besitzt, sich unter das isländische Volk zu mischen und denkt, er könne einfach so Kontakte knöpfen. Irgendwie hatte ich auch das Gefühl, dass mir die Zeit davonlief. Die Nacht wollte einfach nicht kommen und kaum versah ich mich, war es bereits 5 Uhr Morgens, alles machte zu und die Masse drängte auf die Strasse.
    Ziemlich betrunken holte ich mir eine riesige Pizza, unterhielt mich noch mit einigen Isländern, genoss den Sonnenaufgang und machte mich dann zu Fuss auf den langen Weg zurück zu meinem Zelt.


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    Natürlich war diese Situation ein wenig absurd, ich kehrte gerade um 6 Uhr Morgens nach einer durchzechten Nacht alleine auf einen Zeltplatz zurück. Mir sollte es gleich sein, ich schlief einige Stunden, wurde dann aber bald wach durch die Sonne, welche mein Zelt stark erwärmte.

  • Tag 20: Kaffee, Hot Dog und Faulenzen



    Die ersten paar Stunden nach dem Aufstehen räkelte ich mich bloss, lag im Gras herum und genoss das grandiose Wetter. Ich hatte natürlich noch Nachwehen von gestern. Als ich geduscht hatte, machte ich mich auf und besorgte mir etwas zu Essen im Nahegelegenen Supermarkt, welcher glücklicherweise 24 Stunden an 7 Tagen in der Woche geöffnet hatte.
    Die Angestellten da waren sehr sympathisch und bereits bei meinem ersten Besuch vor zwei Wochen führte ich nette Gespräche.
    Zurück auf dem Campingplatz, telefonierte ich mit meinen Eltern und loggte mich danach wieder bei couchsurfing.com ein. Spontan meldete ich mich auf ein Inserat hin von einer Tschechin, welche erst kürzlich auf Island landete und nun als Au-Pair Mädchen bei einer Mutter mit zwei Kinder wohnte. Nur ungefähr eine Stunde später befand ich mich bereits wieder beim Harpa und traf die junge Frau. Es gefiele ihr leider überhaupt nicht gut bei der Mutter und sie beklagte sich über die starken Stimmungsschwankungen derer.
    Ich sprach ihr ein wenig Mut zu. Wir tranken einen Kaffee und sie erzählte mir schwärmerisch von dem Weltbesten Hot Dog, welcher am Hafen von Reykjavik erhältlich sein soll. Bereits J. F Kennedy posierte vor dem Bæjarins Beztu Pylsur, was übersetzt soviel bedeutet wie „Der Beste Hot Dog in der Stadt“.
    Wir gingen vorbei, bestellten einen Hot Dog und assen ihn.
    Ich empfand ihn als ziemlich lecker, wohl aber ist es heutzutage mehr die Tatsache, dass der Stand seit 1938 existiert und bereits prominenten Besuch bekam, welche Kunden und Touristen anlockt.


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    Kurz darauf verabschiedete ich mich. Auf dem Rückweg verabredete ich mich zu meiner eigenen Überraschung mit Heidi zum Pferdereiten am Montag.
    Sie schwärmte bereits Samstags davon und wollte mich da schon dazu überreden.
    Da ich eh nicht wusste, was ich am vorletzten Tag tun soll, erschien mir diese Idee, welche ich anfänglich skeptisch ablehnte, eigentlich als ziemlich spannend und unterhaltsam. Ich war zuvor bloss als Kind einmal geritten und war somit völlig unerfahren.



    Tag 21: Auf dem Pferd


    Eines sollte man sich unbedingt bewusst sein: In Island steht man als Tourist ohne eigenes Verkehrsmittel immer früh auf. Vielleicht ist das aber auch an anderen Orten so. Dies galt jedenfalls auch für die vorher genannte Pferdetour. Bereits um 8 Uhr sollte der Bus vor einem Hotel nahe des Campingplatzes bereitstehen und uns abholen. Ich war somit bereits um halb sieben wach und trottete erstmal ziemlich übermüdet unter die Dusche und machte mich so gut es ging frisch. Beim nahegelegenen Bäcker kaufte ich mir ein Croissant, welches mit Schinken und Käse belegt war.
    Unter einem mit Wolken bedeckten Himmel traf ich Heidi und wir mussten erst eine Weile warten, bis der Bus kam.
    Mit Heidi verstand ich mich sehr gut und ich war einmal mehr absolut überzeugt von dem Konzept, welches couchsurfing.com seinen Nutzer bietet. Heidi hatte bloss die ersten beide Nächte bei einem Hostel gebucht, nun übernachtete sie bei einem Isländer zu Hause, den sie über couchsurfing.com fand, erhielt sogar einen Schlüssel für die Wohnung. Sie machte einen glücklichen Eindruck und teilte auch mit, dass sie sich sehr wohl fühle.
    Es ist eine einzigartige Art des Reisens, welche mich hoffentlich mein ganzes Leben begleiten wird.



    Heidi hatte die Tour bereits am Vortag gebucht. Zwei Stunden würden wir auf dem Pferd verbringen, danach gab es ein kurzes Stück zu wandern. Schliesslich befänden wir uns bei einer heissen Quelle, würden da Lunch essen und ein wenig im heissen Wasser baden.
    Nach ungefähr 40 Minuten Fahrt befanden wir uns auf einer Pferderanch. Was wir da noch nicht wussten war, dass die Zuteilung der Anwesenden nicht korrekt erfolgte.
    Erst später stellte sich heraus, dass wir auf unserer Tour nun nicht wandern werden, sondern die ganze Zeit auf dem Pferd verbringen! Eigentlich war uns das aber ganz recht so. Die Leiterinnen entschuldigten sich und versprachen, dass wir bloss den Preis für die Wandertour bezahlen.
    Die Pferde waren sehr pflegeleicht. Erst hatte ich ein wenig Angst, aber als ich auf meinem Gaul dann sass und nichts erschreckendes passierte, war ich gut gestimmt und freute mich auf die Tour. Das Pferd gehorchte mir dabei nur mässig. Die Leiterinnen der Tour wiesen uns sehr professionell an und führten uns dann auch. Wenn ein Pferd mal nicht gehorchte, dann bestimmt auf eine Leiterin.
    Der Weg führte dann in ein Gebirge, welches jedoch nicht unweit von der Ranch lag. Wir waren ungefähr 20 Leute in unserer Gruppe, was sich vielleicht nach viel anhört, trotzdem aber angenehm war.
    Die schnellste Gangart war der spezielle Tölt, welcher schon relativ schnell war, sich jedoch ziemlich unbequem anfühlte als Reitanfänger.
    Bei den heissen Quellen gab es ein Sandwich und eine Wasserflasche für jeden. Die Pause war mit bloss einer Stunde sehr begrenzt. Hier war es jedoch ziemlich kalt und es regnete immer wieder ein wenig. Viele Wanderer badeten bereits in dem heissen Bach, ich hielt zumindest meine Füsse hinein.


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    Bald befanden wir uns auf dem Rückweg, welcher über eine andere Route zurück zur Ranch führte. Nachdem ich ungefähr 20 Minuten am Stück Tölt geritten war, fühlte ich mein Hintern fast schon nicht mehr. Der Schmerz war wirklich nicht zu unterschätzen.
    Mit dem Bus ging es dann zurück nach Reykjavik.


    In etwas mehr als 12 Stunden würde ich bereits fliegen, nämlich am nächsten Morgen um 7.30.
    Das Wetter in der Hauptstadt war wieder ein wenig besser. Ich hatte Kontakt mit dem Deutschen, welchen ich beim Myvatn kennenlernte. Wir trafen uns auf ein Sandwich und tauschten erneut Erfahrungen aus. Es ergab sich eine interessante Gesprächsrunde. Ich hatte mein Zelt bereits zusammengepackt und war bereit dazu, schon am Vorabend an den Flughafen zu fahren.
    Ich hatte nämlich grosse Angst davor, den Flug zu verpassen oder aus irgend einem Grund den Transfer zum Flughafen nicht zu erwischen oder ganz einfach den Abflug zu verschlafen. Dem wollte ich entgegenwirken, indem ich am Flughafen übernachtete.



    Ich nahm also den Flybus zum Flughafen, es war bereits 10 Uhr abends. Eigentlich hatte ich vor, irgendwo vor dem Flughafen zu zelten. Dieses Vorhaben brach jedoch erst ein wenig auseinander. Ich betrat ein Hotel vor dem Terminal, um mich nach den Preisen zu erkundigen. Nachdem ich mich jedoch hinten anstellen musste und bereits mehrere Minuten wartete, änderte ich meine Meinung doch und flüchtete aus der Hotel Lobby.


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    Nun hatte ich 20 Nächte in meinem Schlafsack verbracht, da werde ich es die letzte doch auch noch irgendwie schaffen. Ich überquerte die Hauptstrasse und lief ein wenig auf dem Moosüberwachsenen Feld. Irgendwann stiess ich auf eine praktische Grube. Dort baute ich mein Zelt auf, stellte den Wecker und schlief dann auch recht zügig ein.



    Tag 22: Ab nach Hause!



    Frühzeitig und ziemlich übermüdet begab ich mich zum Flughafengebäude. Es war ziemlich kühl und windig, doch die Luft war klar und der Regen blieb aus.
    In wenigen Minuten hatte ich meinen Rucksack eingecheckt und befand mich auch schon in der Abflughalle.
    Ein Sandwich und ein Getränk weiter sass ich bereits im Flieger und rollte auf dem Flugfeld herum. Es war erstaunlich, wie kurz die Abfolge der startenden Flieger war. Bestimmt 15 Flugzeuge hoben innerhalb einer Stunde ab, alle der Flotte von Icelandair angehörig.
    Der Flug kam mir sehr lange vor.


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    Als ich in Zürich landete, erwarteten mich bereits einige meiner Angehörigen. Die warme Luft machte mir schon nach wenigen Minuten zu schaffen. Es war bestimmt mehr als 25 Grad.
    Während ich auf der ganzen Reise eigentlich nie Sehnsucht nach meiner Heimat hatte oder mich speziell nach jemandem von da sehnte, so bekam ich beim Warten auf mein Gepäck einen kleinen Gefühlsausbruch, ich weinte heftig und brauchte einige Minuten, um mich zu beruhigen.
    Ich konnte jedoch nicht beurteilen, wieso ich eigentlich weinte. Ich fühlte mich grandios und war überglücklich. War es, weil die Reise vorbei war und weil ich mich nun wieder in der „langweiligen“ Schweiz befand? Oder waren es über die 3 Wochen angestaute Gefühle?
    Meine erste grosse Reise war beendet. Was für ein Erlebnis. Ich konnte schon jetzt kaum erwarten, wann es wieder soweit ist und ich mich alleine in die weite Welt wage. Hoffentlich das nächste Mal noch einiges länger als bloss drei Wochen.

  • Die schnellste Gangart war der spezielle Tölt, welcher schon relativ schnell war, sich jedoch ziemlich unbequem anfühlte als Reitanfänger.

    Tölt unbequem? Dann hast du etwas falsch gemacht. Der Tölt ist etwa die komfortabelste Gangart die es gibt. Das Pferd spürt man fast nicht.



  • Super Reisebericht mit tollen Fotos, Stargazer :) daumenhoch !

    Tölt unbequem? Dann hast du etwas falsch gemacht. Der Tölt ist etwa die komfortabelste Gangart die es gibt. Das Pferd spürt man fast nicht.

    Klaufi : Stargazer schrieb ja, dass er Reitanfänger ist. Ich denke, da ist es durchaus legitim, auch den Tölt als ungewohnt zu empfinden...

  • Klaufi : Stargazer schrieb ja, dass er Reitanfänger ist. Ich denke, da ist es durchaus legitim, auch den Tölt als ungewohnt zu empfinden...


    Unbequem. Nicht ungewohnt.


    Klar ist dass für Reitanfänger speziell. Ich rechne auch nicht damit das Neulinge 12 Stunden auf dem Pferd sitzen. Aber der Tölt ist nunmal der bequemste Gang. Auch wenn ich den Galopp bevorzuge.

  • Hello,


    ich möchte auch demnächst wieder mal nach Island fliegen und wollte mich mal so ganz grob erkundigen, wie das denn generell mit Gelsen und Mücken aussieht. Es ist ja davon die Rede, dass sich sehr schnell irgendwelche Insekten breit machen. Kann man das vielleicht ein bisschen genauer spezifizieren und wie schützt ihr euch davor?


    Ist es ausreichend, wenn ich von dort meinen Stichheiler mitnehme oder sollte ich mich auch noch irgendwie anders schützen.


    Bin wirklich für jeden Tipp dankbar.

  • ist nicht gleich Tölt.
    Manche Pferde haben tatsächlich einen furchtbaren Tölt, der eher einem unbequemem Trab ähnelt.



  • Hallo Mario,
    2 Jahre seither und immer noch voll lebendig. Ich habe deinen Reisebericht jetzt in einem Zug durchgelesen. Du schreibst so lebendig, so spannend, dass man fast neben dir herläuft. Ein ganz grosser Dank! Den Hellismannaleið kannte ich noch nicht. Er fällt auch ziemlich unglücklich zwischen Karten 2 und 4 der Island Wanderkarten. So habe ich mich sofort auf die Suche nach dem von dir zitierten Buch von Uwe Grunewald gemacht - leider auf Deutsch vergriffen, aber glücklicherweise auf Englisch erhältlich. So kann ich die WPs abspeichern. Auch für diesen Hinweis ganz herzlichen Dank.


    Weiterhin guet Liecht und guet Fuess!


    Doryn