Islands Literatur: Krimis und Romane

  • Liebe Isländer von Huldar Breidfjörd
    Spannend und auch lustig geschrieben. Ein Isländer unterwegs mit einem alten Auto...


    Geisterfjord von Yrsa Sigurdardottir

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von Embla () aus folgendem Grund: Aktualisiert, Reiseberichte bekommen einen eigenen Thread

  • hallo,


    ich habe durch zufall ein buch in die hände bekommen, von dem ich schon einiges gehört hatte (es kam erst vor ein paar monaten heraus, und wurde als "thema des monats" irgentwann frueher in diesem jahr im netzwerk besprochen), und von dem ich eigentlich dachte dass mich das üüüüberhaupt nicht interessiert!!


    wie die meisten meiner generation vollkommen uebersättigt mit dritte reich geschichten und ...naja, island hab ich jeden tag, da muss ich nicht auch noch bücher drüber lesen ;-)


    Das buch also, das ich auf dem geliehenen kindle einer freundin gefunden habe, und das mich so unerwarter in seinen bann gezogen hat, heisst Fische Frauen Fjorde und erzaehlt die lebensgeschichten 6 junger frauen, die 1949/50 mit ca. 300 anderen jungen lauten (hauptsaechlich frauen) ins abenteuer "arbeiten in island" aufbrachen.
    So viele neue aspekte, und infos, so bewegende lebensgeschichten. Man erfaehrt etwas ueber den zeitgeist, die aufbrauchsstimmung die damals in island, v.a. Reykjavík herrschte, das leben und arbeiten auf den abgeschiedenen höfen auf dem land, gleichzeitig die grauenvoll hoffnungslose stimmung in deutschland, die schrecklichen dinge die diese jungen maedchen waerend ihrer kindheit im krieg erfahren haben, und was das fuer selbstbewusste und rebellische maedchen waren, die sich fuer dieses abenteuer entschieden, und in island einen ort mit mehr gleichberechtigung und geistiger freiheit fanden.
    die o-ton-erzaehlungen der inzwischen ende 70 bis anfang 90-jährigen protagonistinnen wechslen sich mit zusammenfassungen und erklaerungen der autorin ab....


    das buch ist wirklich empfehlenswert, und ich bin froh dass ich es doch gelesen habe :-)


    hier ist die homepage zum buch: FRAUEN FISCHE FJORDE


    viel spass


    konfusia

  • ... das trifft sich ja hervorragend. Ich habe gerade beim Aufräumen meines Schreibtisches noch einen Büchergutschein vom letzten Geburtstag gefunden :P islandwinke - dann weiß ich ja was dafür....


    Und habe auch noch einen Buchtipp zu etwa derselben Thematik: Der Roman SELKONAN von Sólveig Eggerz
    Er erzählt die Geschichte einer Berlinerin aus einfachen Verhältnissen mit Hang zur Kunst, die in Berlin einen jüdischen Kunststudenten kennenlernt und schließlich auch heiratet in der Zeit des aufstrebenden Nationalsozialismus. Deutlich wird da auch, wie lächerlich und absurd Interlektuelle und säkularisierte Juden die Ideen des Nationalsozialismus fanden und als was für patriotische Deutsche sie sich fühlten. Sie haben das Ganze für eine spinnerte, vorübergehende Episode gehalten und nicht ernst genommen - mit tödlichen Folgen.
    Der Mann der Protagonistin kommt im KZ um. Die kleine gemeinsame Tochter hat sie versucht in einem katholischen Heim zu verstecken, doch das fliegt auf. Das Schicksal des Kindes ist ungeklärt.
    Nach Kriegsende - Mann tot, Tochter verschollen - hält sie nichts mehr in Deutschland und sie folgt einem Aufruf aus der Zeitung als Arbeitskraft nach Island.
    Sie heiratet den Bauern, auf dessen Hof sie arbeitet und bekommt noch 2 Söhne. Selbst schwankt sie sehr zwischen den Welten - die künstlerisch interessierte Großstädterin als Arbeiterin auf einem einsamen Hof in der isländischen Pampa ..., die neue Familie und das ungeklärte Schicksal ihrer Tochter zieht sich durch den Roman und erfährt eine überraschende Wendung...


    Fand ich auch äußerst spannend zu lesen.
    Das Buch hat nur einen klitzekleinen Nachteil - es gibt es nur auf Isländisch :D

  • Die o.a. Frauen gehören zur Kriegsgeneration und sind oft zutiefst traumatisiert. Es ist ein bekanntes Phänomen, daß sie erst in diesem Alter fähig sind, die bisher erfolgreich verdrängten und verletzten Gefühle zuzulassen und zu formulieren. Das kann im schlimmsten Fall zu posttraumatischen Belastungsstörungen und Depressionen führen. Es ist kein Wunder, wenn dann die eigenen Kinder und Enkel - aber auch die Öffentlichkeit - erstaunt, erschrocken aber auch interessiert auf diese "Lebensbeichte" reagieren. Erst jetzt wird klar, was diese Frauen ausgehalten und geleistet haben. Das wird durch die zunehmende Anzahl von Veröffentlichungen belegt.


    Das betrifft übrigens die gesamte Kriegsgeneration, gleichgültig, ob Frau oder Mann und gleichgültig, wohin sie es verschlagen hat.



  • ulli (und alle anderen die mir helfen wollen zu verstehen): ich verstehe deine aussage leider nicht - auch wenn du mit dem was du sagst recht haben magst, verstehe ich nicht was du hier damit sagen möchtest...
    kritisierst du das buch? die autorin? unterstellst du dem leser Voyeurismus? was meinst du mit "Lebensbeichten"?? wer beichtet denn? die frauen haben doch nichts zu verbergen.... im grunde geht es darum dass -ja, gewissermassen zum teil traumatisierte- junge menschen in diesem land ein emanzipierteres, freieres, gluecklichers leben finden konnten, mit liebe und waerme empfangen wurden, und endlich zur ruhe kamen. eben ganau das gegenteil von dem was ihnen das verrohte engstirnige nachkriegsdeutschland zu bieten konnte...


    ich hatte schon oft von den deutschen einwanderinnen gehört, wusste aber weder wie das zustande kam, dass die hier her sind, noch, wie die tatsaechlich hier aufgenommen wurden... und ja, natuerlich gehört die vorgeschichte der frauen zu ihren geschichten, und die eine erzaehlt dazu mehr, die andere weniger... ich seh da eigentlich nichts anrüchiges daran....
    hast du das buch gelesen?


    schöne gruesse aus reykjavík
    konfusia

  • konfusia
    Mein Beitrag war keineswegs eine Kritik, weder an der Autorin, noch an ihrem Buch. Vielmehr wollte ich meinen tiefen Respekt gegenüber diesen nach Island gegangenen Frauen zum Ausdruck bringen. Grund hierfür sind nicht nur die zunehmenden Veröffentlichungen über dieses Thema, sondern vor allem die persönlich geführten Gespräche mit einigen dieser Frauen. Ich habe aber auch größtes Verständnis dafür, wenn einige der betroffennen sich entschieden haben, der Öffentlichkeit - manchmal sogar der eigenen Familie gegenüber - nicht alles preiszugeben. Zu einer Präzisierung an dieser Stelle bin ich weder autorisiert, noch steht es mir zu.


    Von einer Voyeurismusunterstellung bin ich Welten entfernt. Natürlich haben diese Frauen nichts zu verbergen, und natürlich haben sie sich für eine erhofft heilere Welt entschieden und auch vorgefunden. Dafür gebührt dem aufnehmenden Land Dank. In Island nehme ich übrigens ein zunehmendes Interesse nicht nur am Schicksal dieser Frauen wahr, sondern auch an deren positiven Einfluß auf das Land.


    Ich habe hoffentlich nicht erneut einen anrüchigen Eindruck hinterlassen.


    Bless, bless ulli

  • Ich habe hoffentlich nicht erneut einen anrüchigen Eindruck hinterlassen.

    nein, ganz und gar nicht :-) wie gesagt, ich habe deinen ersten beitrag einfach nicht einordnen können. danke fuer die erklärung :-)



    liebe grüsse
    konfusia

  • Oh, beide Bücher hören sich interessant an., auch wenn das eine nur auf englisch (und isländisch) erhältlich ist. Ich hab sie mir mal auf meine Wunschliste gespeichert. Bald ist ja Weihnachten Steine--Smiley

  • "Frauen, Fische, Fjorde" ist ein tolles Buch und wurde in unserer Familie generationen- und geschlechterübergreifend gelesen. Sehr interessant und so geschrieben, dass man prägende Bilder im Kopf behält..........



  • Ich habe schon einige Bücher gelesen, die in Island spielen aber das Buch in Küstennähe von Joachim B. Schmidt gefällt mir so gut, daß ich es weiter empfehlen möchte.
    Es hat leider den Haken, dass es nur in der Schweiz erhältlich ist. Ich habe es in der Schweiz bestellt und trotz der hohen Versandkosten hat es sich für mich gelohnt.
    Die Handlung spielt in den Westjorden (Bolungarvik, Isafjörður). Es handelt von einem kleinen Drogendealer und einem alten Mann, der bald stirbt. Das Buch erzählt, wie die beiden sich anfreunden. Mehr verrate ich nicht von der tollen Handlung.
    Wer schon mal in den Westfjorden war, wird sich dorthin versetzt fühlen. Ich persönlich finde es schade, dass ich das Buch schon durchgelesen habe.


    Wer also in der Schweiz wohnt oder wem die Versandkosten egal sind, sollte sich dieses Buch kaufen.
    Ich hoffe dies ist keine unerwünschte Werbung. Ich hätte nichts davon, ich kenne den Autor nicht.


    Liebe Grüsse aus Oberhausen
    Thomas Kinski islandwinke

  • Also von


    ANNE SIEGEL " Frauen Fische Fjorde "


    erklärt warum manche Ältere so gut Deutsch können wenn sie wollen.


    Viktor Arnar Ingolfsson " Haus ohne Spuren "



    Warum es in Island keine Eisenbahn gibt. Roman mit gesch. Hintergrund.



    " Operation Napoleon "


    Arnaldur Indridadon



  • Die Isländersagas in der Auflage 2011 des S. Fischer Verlages in der Übersetzung von Klaus Böldl samt Kontextband. Bekam ich zu Weihnachten und lese es gerade voller Begeisterung. Der Kontextband ist sehr hilfreich und interessant!


    Außerdem: Die fernen Inseln (Klaus Böldl).

  • Ich kann auch die Fortsetzung der Eismalerin von Krístin Marja Baldursdóttir empfehlen: Die Farben der Insel, außerdem ihren Roman
    Möwengelächter.
    Für Krimi-Fans die "Fire & Ice" Serie von Michael Ridpath. Habe ich auf Englisch gelesen, auf Deutsch gibt es offensichtlich erst die ersten zwei Bände "Fluch" und "Wut". Spielen alle auf Snaefellsness.

  • Da gibt es viele .......


    Arnaldur Indriðason : die Komissar Erlendur Reihe ,


    Viktor Arnar Ingólfsson : Das Rätsel von Flatey ( ist vor allem spannend wenn man die kleine Insel kennt )


    Einar Kárason : Sturmerprobt oder die Teufelsinsel , die Goldinsel


    Und dann möchte ich auch auf Halldór Laxness hinweisen , vor allem wenn man sich auch dafür interessiert wie es in Island früher war : Die Islandglocke , Salka Valka und Sein eigener Herr .



    By the way - Michaela - könnte man auch einen Thread zu Filmen eröffnen ?

  • Das Buch "Frauen Fische Fjorde" von Anna Siegel hat mich schwer beeindruckt. Es sind Biografien von Frauen, die 1949 Im kriegszerstörten Deutschland von Island vor allem für die Landarbeit angeworben wurden und dann in Island geblieben sind. Ihre Geschichte zeigt nicht nur ein Bild aus der Zeit des sozialen Umbruchs in Island, sondern auch, wie starke Frauen unter schwierigsten Umständen ihr Leben gemeistert haben.



    Von Carman Rohrbach das Buch "Auf der Insel der Gletscher und Geysire" Carmen Rohrbach schildert eindrucksvoll ihre (im Hochland oft grenzwertigen) Erlebnisse in Island. Sie beschreibt die Natur und die Menschen so wunderbar, dass ich auf ihren Spuren Orte und Menschen gesucht habe und nicht enttäuscht wurde.