Kontakte knüpfen

  • Guten Tag zusammen,


    mein Name ist Frank. Ich wohne momentan in Deutschland Baden Württemberg mit einer Frau und 2 Kindern.
    Ich spiele mit dem Gedanken nach Island zu ziehen und will deshalb auch nächstes Jahr vorab dort Urlaub zu machen.
    Wieso ich nun allerdings hier bin ist, dass ich gerne Kontakt hätte zu deutschen, die bereits dort fest leben.


    Über alles mögliche austauschen. Und einfach mal mit jemandem schreiben, der tatsächlich Tag für Tag dort lebt.


    Über Antworten würde ich mich sehr freuen!


    Lieben Gruß


    Frank dankeschoen1

  • Hallo,


    danke für die Rückmeldung. Leider war ich noch nicht dort. Wie gesagt spiele ich momentan nur mit dem Gedanken und versuche mich
    schon vorab etwas zu informieren. Ich werde nächstes Jahr 3 Wochen in Island sein um einen kleinen Eindruck zu schaffen.
    Hier geht es mir erst nur einmal um ein Gespräch mit jemandem, der den Schritt schon gegangen ist und mir etwas darüber erzählen kann.
    Wohnst du selber in Island? Was arbeitest du dort wenn ich fragen darf?


    Lieben Gruß


    Frank

  • Ich spiele mit dem Gedanken nach Island zu ziehen und will deshalb auch nächstes Jahr vorab dort Urlaub zu machen.

    Wie kann man denn mit dem Gedanken spielen wo hinzuziehen, wo man noch nie war?! ?(

    mein Name ist Frank. Ich wohne momentan in Deutschland Baden Württemberg mit einer Frau und 2 Kindern.

    Vorallem MIT FAMILIE, die man zu versorgen hat... :gutenmorgen:

  • Woher kommt denn dein Wunsch auszuwandern? Warum möchtest du nach Island? Hast du einfach nur hübsche Bilder gesehen und dir gedacht, "da möcht ich auch hin"?


    Ich wohne nicht in Island, aber ich liege bestimmt nicht falsch, wenn ich dir sage, dass Alltag auch in Island Alltag ist. Man geht arbeiten, einkaufen, ins Schwimmbad oder hat sonst ein paar Hobbies. Island ist teuer, auch wenn man sein Geld direkt da verdient, da ja ziemlich viel importiert werden muss. Und dann kommt dann natürlich noch die isländische Natur dazu, die zwar schön, aber auch ziemlich unberechenbar und bisweilen auch mühsam sein kann (viel Dunkel, viel Kalt, viel Schnee/Regen, viele Stürme und so).


    Was arbeitest du denn? Hast du dich schon mal nach Arbeitsmöglichkeiten umgesehen? Island hat "nur" etwas mehr als 300'000 Einwohner, da gibts nicht für jede Branche massenhaft Jobangebote. Und wie siehts mit deinen Sprachkenntnissen aus? Wenigstens Englisch sollte recht gut sein und wenn du wirklich dauerhaft dort leben will solltest du auch im Isländisch-Lernen nicht völlig unbegabt sein.


    Wie schon die andern gesagt haben, erst mal hinfahrn und dann schauen, obs einem immer noch gefällt :thumbup:



  • Ich versteh gar nicht was alle immer mit dem Winter meinen. Das fand ich als ich nach Island gezogen bin das kleinste Problem. Na klar ist es nicht ganz so lang hell aber im Alltag ist das doch ziemlich egal. In Deutschland geht man doch auch im Winder im dunkeln in die Arbeit und kommt im dunkeln wieder heim. Ich freu mich jetzt schon wieder auf die Kuschlige Jahreszeit :)

  • Ich versteh gar nicht was alle immer mit dem Winter meinen.


    Tja, RKV und der Norden sind halt 2 paar Stiefel. Kommt auch drauf an wo du wohnst und wie lange man die heiter bis wolkig-Smiley nicht sieht.
    Klar im Grau in Grau einer D. Großstadt ist es schlimmer.
    Trotzdem so an die 55 Stürme letzten Winter waren echt nicht von Pappe hier.



  • wat mut dat mut


    Nein muss nicht. Das war ein Ausnahme Winter. Das weiss jeder der hier wohnt. Und die Stürme waren auch nicht besonders stark. Sondern normale Winterstürme wie sie jedes Jahr vorkommen. Das einzige was anders war, war die hohe Anzahl und meist etwa alle 3 Tage.
    Ich persönlich fand es nicht sonderlich schlimm. Höchstens nervig aufrgund der Beeinträchtigung bei der Arbeit.

  • Nein muss nicht. Das war ein Ausnahme Winter. Das weiss jeder der hier wohnt. Und die Stürme waren auch nicht besonders stark. Sondern normale Winterstürme wie sie jedes Jahr vorkommen. Das einzige was anders war, war die hohe Anzahl und meist etwa alle 3 Tage.
    Ich persönlich fand es nicht sonderlich schlimm. Höchstens nervig aufrgund der Beeinträchtigung bei der Arbeit.

    Klaufi, bei Hilmar musst du dich einfach an den kölschen Humor gewöhnen! :D



  • Zitat

    Und die Stürme waren auch nicht besonders stark.


    Einige schon, gerade im Süden gab es letzten Winter extreme Stürme.


    Ich finde den Hinweis auf den Winter trotzdem schon sehr wichtig. Zum einen ist die lange Dunkelheit im Dezember und Januar für einige doch eine Belastung und Island ist im Winter halt ganz anders als im Sommer.


    Ich kann aber wirklich nicht verstehen, wie man auf die Idee kommt in ein Land zu reisen das man nicht kennt. Und auch ein dreiwöchiger Sommerurlaub verschafft einem noch keinen richtigen Einblick in die Lebensumstände in einem Land.

  • Ich lebe und arbeite nun über 3 Jahre in Island. Wie der Forenersteller geschrieben hat, kommt er ja nächstes Jahr erstmal zu besuch. Warum soll er hier nicht schon einmal ein paar erste Eindrücke sammeln?


    Grundsätzlich ist es schon ein Abenteuer, nach Island auszuwandern. Das Wetter ist die eine Sache. Je nach Veranlagung kann einen der Winter auf das Gemüt schlagen. Es gibt aber Mittel und Wege, das zu verhindern. Wichtiger finde ich, dass die Kultur hier teilweise schon sehr anders ist, und darauf muss man sich einlassen können:


    • Isländer sind freundlich und hilfsbereit aber auch sehr verschlossen und bleiben im Privaten gerne unter sich
    • Es dauert manchmal bis zu 15 Minuten, bis man mit einer neuen Person überhaupt Smalltalk haben kann (ich nenne es die Aufwärmphase)
    • Anders als in Deutschland wird hier nicht viel im voraus geplant. Dinge passieren sehr spontan und Improvisation ist an der Tagesordnung
    • Als Auswanderer in Reykjavik verbringt man meißt seine Freizeit mit anderen Auswanderern (Ausnahmen gibt es natürlich immer)
    • Isländer, die Ausländern gegenüber offener sind, waren meist schon Mal im Ausland oder haben einen ausländischen Partner
    • Wenn man es aber schafft, einen Isländer zum Freund zu gewinnen, dann ist es eigentlich für immer, und wenn man mal ein echtes Problem hat, dann kann man auf Hilfe und Unterstützung hoffen.
    • Als Deutscher hat man hier einen gewissen A-Klasse-Status, da Deutsche als zuverlässig, fleißig und gut ausgebildet wahrgenommen werden (hoffen wir, dass VW nicht gerade die Wahrnehmung der Leute ändert)
    • Wenn aber grad der Neffe des Onkels der Tante des Chefs sich auf die gleiche Stelle bewirbt, dann hat man schlechte Karten (Vetternwirtschaft ist ein Thema hier)
    • Wenn man kein isländisch kann, dann kommen (wie überall anders auch) nur Jobs in Frage, die nicht auf den Binnenmarkt gerichtet sind (Import, Export, Tourismus, Hauptmarkt nicht Island, Programmierer und IT-Spezialisten haben gute Karten)
    • Das Einkommensniveau gleicht in etwa dem deutschen, nur dass hier alles ca. 30-40% teurer ist. Real hat man also weniger als daheim
    • Wenn man etwas möchte von einem Isländer, dann muss man auf Ihn zugehen und direkt fragen. Niemand kommt hier auf Dich zu, weil er glaubt es geht Dir nicht gut oder Du hast sonst ein Problem und spricht Dich deswegen darauf an.
    • Trotzdem sind Isländer eher indirekt und sagen in der Regel nie nein. Ich habe mir angewöhnt trotzdem deutsch-direkt zu sein, und das klappt eigentlich meist ganz gut.
    • Es gibt keine Tischmanieren. Wenn essen kommt, wird gegessen ohne guten Appetit zu wünschen. Wenn man meint, vom Tisch aufstehen zu müssen und sein Essen am TV einzunehmen, dann tut man das.
    • Auch sonst ist alles sehr un-formell
    • Isländer haben einen sehr naiven und schwarzen Humor . Ich musste mir schon x Naziwitze anhören, bzw. Leute fragten mich im Spaß, ob ich Nazi oder Arier bin, oder Comedien Jón Gnarr macht sich über die "degenerierte Sprache der Dänen " lustig (als Deutscher sollte man es mal wagen, sich über die Sprache anderer Nationen lustig machen....)


    So, das fällt mir so in der kürze mal ein. Viel Spaß bei der weiteren Recherche

  • aber auch sehr verschlossen und bleiben im Privaten gerne unter sich

    Hmm.. die Isländer, die ich kennen lernen durfte (acuh ältere Generationen) sind an sich alle sehr offen (ist auf dem Land dann aber auch wieder anders).


    Als Auswanderer in Reykjavik verbringt man meißt seine Freizeit mit anderen Auswanderern (Ausnahmen gibt es natürlich immer)

    Das hängt auch stark davon ab wie gut man die Sprache spricht und was mans o für Hobbies hat.

    Wenn man kein isländisch kann, dann kommen (wie überall anders auch) nur Jobs in Frage, die nicht auf den Binnenmarkt gerichtet sind (Import, Export, Tourismus, Hauptmarkt nicht Island, Programmierer und IT-Spezialisten haben gute Karten)

    Das hängt auch wieder vom Arbeitgeber ab. Ich hab als KFZ gearbeitet und das ohne Sprachkenntnisse :P

    Das Einkommensniveau gleicht in etwa dem deutschen, nur dass hier alles ca. 30-40% teurer ist. Real hat man also weniger als daheim

    Wieder abhängig von Job und Qualifikation.

    Es gibt keine Tischmanieren.

    Ich würde es andere nennen :P

    Auch sonst ist alles sehr un-formell

    Persönlicher :D

    Isländer haben einen sehr naiven und schwarzen Humor . Ich musste mir schon x Naziwitze anhören, bzw. Leute fragten mich im Spaß, ob ich Nazi oder Arier bin, oder Comedien Jón Gnarr macht sich über die "degenerierte Sprache der Dänen " lustig (als Deutscher sollte man es mal wagen, sich über die Sprache anderer Nationen lustig machen....)

    Och, das liegt ja auch schon n' Weilchen zurück, langsam darf man darüber ja mal Spässe machen :P
    Pssscht, wir Deutschen machen uns doch auch über Ausländr lustig. ?(

  • Zitat

    Es gibt keine Tischmanieren. Wenn essen kommt, wird gegessen ohne guten Appetit zu wünschen. Wenn man meint, vom Tisch aufstehen zu müssen und sein Essen am TV einzunehmen, dann tut man das.


    Die Tischsitten haben ihren Ursprung in der Tatsache, dass es früher selten Platz am Tisch für alle gab. Man kam zum Essen, wenn grad Platz am Tisch war und ging wieder, wenn man fertig war, um Platz für den nächsten zu machen. Das ist manchmal immer noch so (grad eben eine Freundin besucht, die täglich 15+ Bauarbeiter zu Mittag hatte- an ihrem Tisch, der ungefähr acht Personen Platz bietet).


    Zitat

    aber auch sehr verschlossen und bleiben im Privaten gerne unter sich


    Das hängt auch immer ein bisschen an einem selber und am Umfeld. Eine (andere) Freundin hat jahrelang an den gewöhnlichen Familienfesten beklagt, dass sie "draußen" wäre, die Isländer lieber unter sich bleiben. Sie lebte allein, hatte Kontakte zu anderen Deutschen und wenige zu ihrem Umfeld. Wenn man mit der eigenen Familie auswandert und dann vielleicht seine Freizeit am liebsten mit anderen Auswanderern verbringt, ist das etwas anderes, als wenn man zB als Einzelperson auf eine Farm irgendwo auf dem Land geht. Da kann man sich ggf. sehr viel leichter integrieren. Meine Tochter hat seinerzeit zuerst 4 Monate auf einer ostisländischen Farm verbracht. Die Farmerin extrem wortkarg, die beiden Kinder Baby+Kleinkind, der Farmer ständig irgendwo unterwegs "Männersachen" machen. Sie hat in dieser Zeit oftmals tagelang nur ein paar Worte mit der Postfrau gewechselt. Dort war eine Integration nicht wirklich möglich. Nach einem Monat Kuhfarm kam sie dann auf eine Farm mit einer meine-deine-unsere Kinder - Großfamilie. Dort hat sie praktisch als 8. Kind einfach mit zur Familie gehört, entsprechend war sie "drin", wurde auf alle Feste mitgeschleppt, hat in nullkommanix isländisch gelernt und wir haben noch heute, nach 15 Jahren, engen Kontakt zu der Familie.


    Meine Tochter fand übrigens den Winter auch nicht so schlimm. Aber das kommt eben auch immer drauf an, ob man mit einer relativ langen Zeitspanne Kälte+Schnee klarkommt und wie man das recht wenige Tageslicht in den Wintermonaten wegsteckt. Nicht umsonst ist Alkohol in den nordischen Ländern ein brisantes Thema.

  • Stimmt glaube ich so ziemlich ALLES was da oben geschrieben wurde.
    Obwohl ich auch das Glück hatte überall mitgeschleppt zu werden und das hier ein OFFENES Haus ist, hat es doch 2 Jahre gedauert bis ich in Dalvik selbst " angekommen " oder integriert war, ging dann seltsamerweise von einem Tag zum Anderen ?( . Vorher war es ein Beobachten. Hat schon etwas Nerven und Geduld gebraucht.
    Im nachhinein wurde mir gesagt, ob es stimmt weiß ich nicht, das grade der Norden um AKY der Übelste sei um sich niederzu lassen ( hatte ja keine Ahnung vorher ). Selbst Isländer die aus RKV kommen haben hier die ersten Jahre so Ihre Probleme.
    [IMG:http://i57.tinypic.com/abrxah.jpg]



    Ich denke das passt so ganz gut, mit einem Schmunzeln.


    Martin