14 Tage Island per Quad/ATV

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  • Hallo,


    Ich bin Patrick aus Porta Westfalica (NRW) und neu im Forum.
    Ich werde vom 13.07.2018 bis 27.07.2017 zum ersten mal in Island sein (Fähre).
    Als Fahrzeug habe ich ein ATV (grosses Quad mit Allrad) das sollte man in meinem Profil Foto sehen?
    Verbrauch 12 Liter 17 Liter im Tank und 30 Liter dabei.
    Ich Reise alleine und werde im Zelt Übernachten.
    Geplant habe ich ca. 300km pro Tag mit ca. 50km/h also 6 Stunden reine Fahrzeit.
    Ich bin lieber 8-10 Stunden am Tag unterwegs als mich übertrieben gesagt auf dem Campingplatz zu langweilen.
    Ich habe nicht jede Sehenswürdigkeit aufgelistet nur die grobe Planung.
    Das folgende ist meine jetzige Reise/Streckenplanung:


    Tag 1
    Seydisfjördur-Egilsstadir(Einkaufen)-Staudamm-F910-Askia 254km


    Tag 2
    Askia-Dettifoss-Selfoss-Mývatn ca.150km(300km Ich muss eventuell erst nach Mývatn zum Tanken bevor
    ich zum Dettifoss kann)


    Tag 3
    Mývatn-Goðafoss-Akureyri(Waltour)-Blönduós 250km


    Tag 4
    Blönduós-Hotel Reykjanes 280km (Westfjorde)


    Tag 5
    Hotel Reykjanes-Ísafjörður-Strasse 622-Dynjandi-Talknafjördur 330km


    Tag 6
    Talknafjördur-Westlichster Punkt/Steilküste-Reykhólar 302km


    Tag 7
    Reykhólar-F586-F578-F338-F337-Laugarvatn 363km


    Tag 8
    Laugarvatn-Geysir-Kjölur-F734-Steinsstaðir 331km


    Tag 9
    Steinsstaðir-F752-F26-Landmannalaugar 280km


    Tag 10
    Landmannalaugar-F208-F233-F210-F261-F249-Thórsmörk 220km


    Tag 11
    Thórsmörk-F249-F261-F232-F206-F207-Kirkjubæjarklaustur 289km


    Tag 12
    Kirkjubæjarklaustur-Höfn 240km


    Tag 13
    Höfn-Jökulsárlón-Reyðarfjörður 225km


    Tag 14
    Reyðarfjörður-Seydisfjördur 60km


    Ist es überhaupt in 14 Tagen machbar?
    Hat jemand schon mal Leute mit ATVs also Urlauber nicht Einheimische gesehen?
    Ich denke ich bin auf den F-Roads schneller unterwegs als die Autos und habe beim Furten
    nicht das Problem des Umkippens wie die Motorradfahrer ?
    Falls mir die Strecken zu lang werden habe ich mir vorgenommen die Westfjorde wegzulassen.
    Ich habe bewusst viel F-Straßen in meiner Streckenplanung da ich ansonsten ja auch das Auto nehmen könnte.
    Für den Urlaub habe ich mich entschieden nachdem ich 2014/2016 je einen Reisebericht in Quad Magazinen gelesen habe.


    Vielleicht möchte jemand etwas dazu schreiben..

  • Hm, also auf den ganzen F-Straßen würde ich nicht unbedingt einen Durchschnitt von 50 km/h veranschlagen. Das kann schon mal deutlich langsamer vorangehen. Warum meinst du, so viel schneller als Autos zu sein? Das Tempolimit von 90/80 gilt auch für Quads. Und Furten können auch stabileren und schwereren Fahrzeugen als deinem Quad zu schaffen machen - isländische Flüsse haben ziemlich wechselnde Wasserstände, je nach Tageszeit und Wetter.
    Und du bist es gewöhnt, auch bei tagelangem Kackwetter, kaltem Regen und heftigem Wind praktisch ungeschützt auf dem Quad dahinzubrettern?


    Na dann viel Erfolg, es ist auch unter guten Voraussetzungen eine heftige Tour, aber wenn es dir vorrangig um das Fahrerlebnis geht, machbar. Ist ja lange genug hell im Juli.



    Urlauber auf Quads gibt es hier schon zu sehen, allerdings als Teilnehmer geführter Quad-Touren.

  • Hi,
    die Reiseberichte würde ich verdammt gerne mal lesen.
    Ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen. Das isländische Wetter ist launenhaft wie nichts anderes, auch im Juli. Da kann alles dabei sein, bis hin zu Sandstürmen, heftiger waagerechter Regen etc.


    Gut, Wanderer sind auch dem Wetter ausgesetzt. Aber sie sind ja körperlich in Bewegung und dürfen wenn es brenzlich wird ein Notlager errichten.


    Wildcampen ist in Island verboten. Vor allem auch im Hochland. Mit Deinem 4 Rädern darfst Du nicht von der Piste. Du musst quasi von Camp zu Camp.

  • Ich glaube es ist meistens eine frage des ausdauers, körperlich und seelisch.


    Die Strecken sind schon ganz heftig und ich ich bin mir gar nicht sicher dass ein quad schneller unterwegs ist als die autos. Eine andere frage ist der spritverbrauch, in dem geröll, sand, kurven auf und runter brauchen fast alle mehr als die denken. Man kann in Hallormsstaður tanken und dann kommt ganz viel Hochland bis und von Askja.


    Dann ist es auch eine frage der furttiefe, da denke ich besonders an Lindaá (F88) und Nýjadalsá. Wir wissen noch nicht wie die furten sein werden aber Lindá hat oft mehr als 50cm.


    In Askja haben wir (zu) oft völlig entkraftete motorradfahrer da ist es kurz zu einem Fahrfehler. Aber ich glaube du wirdst schon an den ersten 2 tagen merken ob der plan haltbar ist.


    Fahr vorsichtig, hol dir z.B von Vatnajökull nationalpark 1-2 wochen vorher und dann nochmal am tag vorher die neuesten infos. Und als ranger muss ich darauf hinweisen das jedes fahren abseits der wegen streng verboten ist ;), da gilt schon neben der Strecke das quad abstellen. Immer mindestens mit zwei raedern auf der strasse.

  • Das ist schon mutig, aber was mich jetzt wundert ist die folgende Rechnung:
    Verbrauch 12 l pro 100 km. Der Tank fasst 17 Liter, als Reserve sind 30 Liter dabei. Macht also maximal 47 Liter durch 12, was ja nur bei Idealbedingungen der Fall sein wird, also Maximum 400 km bis zum Stillstand. Vielleicht bin ich ja ein Schisser, aber das wäre mir zu riskant. Tag 7 sind 363 km, gibt es da eine Tankstelle? Im Hochland?





  • Hi,
    die Reiseberichte würde ich verdammt gerne mal lesen.
    Ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen. Das isländische Wetter ist launenhaft wie nichts anderes, auch im Juli. Da kann alles dabei sein, bis hin zu Sandstürmen, heftiger waagerechter Regen etc.


    Angeblich soll es Menschen geben, die auf Island auch mit dem Fahrrad und Motorrad unterwegs gewesen sind und es überlebt haben. ;)


    Zu der Tour. Wenn es ums reines ATV fahren geht, ist das ein recht sportliches Programm, aber machbar. Wenn du aber geplant hast, bei den "Attraktionen" Halt zu machen oder mal an schönen Plätzen, ok, auf Island unwahrscheinlich, einen Stopp einzulegen, wäre das mir zu stressig. Auch wenn man mit dem Tageslicht kein Problem hat.

  • Bei Motorradtouren und Quadtouren würde ich nie den Zeit- & Streckenplan zu voll packen.
    Wenn es wirklich schlechtes Wetter hat, dann ist man froh wenn man auch mal einen Tag Pause oder deutlich verkürzen und sich z.B. einfach in einem Hot-Pot mal wieder richtig durchwärmen kann.
    Mein Tipp ist eh, keinen festen Plan zu machen sondern flexibel zu sein.
    Im Abendlicht in einer schönen Landschaft auf einer wenig befahrenen Strecke unterwegs zu sein ist ein Traum, bei strömenden Regen mit Zeitdruck durchs Hochland zu brettern dagegen ein Alptraum.

  • Mein Tipp ist eh, keinen festen Plan zu machen sondern flexibel zu sein.


    Ich bin ja meistens mit dem Radl in Island unterwegs und ich plane vorher sehr wohl meine gedachte Route. Allerdings wird diese Planung in der Regel ungefähr am zweiten Tag komplett über den Haufen geworfen - weil eben nicht alles planbar ist. :D Und dann macht man's halt irgendwie anders. Daher plane ich auch keine Reservetage ein, sondern reagiere unterwegs spontan.

  • Danke für die vielen Antworten.


    Ich Antworte auch mal auf ein paar Fragen die Antworten sind vielleicht ein bisschen durcheinander.


    Bezüglich Tag 7 und 360km die erste Tankstelle kommt nach 100km auf dieser Etappe sollte Benzin also kein Problem sein.
    Abseits der Pisten möchte ich nicht fahren und Wild Campen auch nicht.
    Tanken werde ich auf dem Weg zur Askia in Hallormsstaður (Tag 1)
    Von der Askia werde ich mit dem Restlichen Benzin auch bis zum Mývatn kommen, ob ich allerding ohne Tanken
    die Strecke Askia-Dettifoss-Selfoss-Mývatn schaffe sehe ich dann erst vor Ort, das würde eine menge Kilometer sparen.(Tag 2)
    Der Benzinverbrauch hier in Deutschland liegt so bei 11 Liter ich habe mit 12 Liter also schon ein bisschen aufgeschlagen.
    Bezüglich Furten bis 70cm (Erfahrung aus dem Offroadpark und Weserhochwasser) sollten machbar sein vorausgesetzt die Strömung ist entsprechend langsam.
    Wenn die Furten an der F88 zu tief sind werde ich probieren über die F910 F910 zum Mývatn zu kommen.
    Eine Wathose werde ich auch mithaben falls ich mal alleine an einem Fluss stehe ich nicht einschätzen kann.
    Kann noch jemand was zur F752 sagen das sind jede Menge Furten auf meiner Karte eingezeichtnet aber viele Berichte habe ich dazu nicht gefunden.
    Am Ende der F249 sollte ein Campingplatz sein noch vor der Krossa Furt?


    Ich probiere noch ein paar Bilder vom Quad hochzuladen falls es klappt


  • Eine Wathose werde ich auch mithaben falls ich mal alleine an einem Fluss stehe ich nicht einschätzen kann.


    Absolut überhaupt gar keine gute Idee! Wenn du dich nicht traust durchzufahren kann auch durchgehen gefährlich werden. Und wenn du im Wasser fällst hast du bei ein bisschen Strömung keine Chance dich aus der Wathose zu befreien.





  • Das Teil sieht ja toll aus. Ganz egal was Du machen wirst, wie Du es machen wirst, mein Appell an alle jungen Leute: Nehmt mit, was ihr mitnehmen könnt. Verhaltet euch immer so, dass ihr euch sicher fühlt und keine anderen oder die Natur gefährdet.
    Good Luck und ganz viele tolle und sehr tiefgehende Eindrücke wünsch ich Dir.

  • Zitat von »Speedy23« Eine Wathose werde ich auch mithaben falls ich mal alleine an einem Fluss stehe ich nicht einschätzen kann.


    Absolut überhaupt gar keine gute Idee! Wenn du dich nicht traust durchzufahren kann auch durchgehen gefährlich werden. Und wenn du im Wasser fällst hast du bei ein bisschen Strömung keine Chance dich aus der Wathose zu befreien.


    Stimmt! Einerseits! Wathose geht gar nicht!!! Wenn Du damit reinfliegst, läuft sie sofort mit Wasser voll und den Rest kannst Du Dir ausmalen. Wenn Du Dir wirklich unsicher bist - was gerade bei Gletscherflüssen normal ist- wirst Du nicht drumrum kommen, die "Hüllen fallen zu lassen" ... Sprich: In Unterbüchs ins kalte Nass zu waten... Am besten Surfsandalen o.ä. zum Waten mitnehmen!



    Am Ende der F249 sollte ein Campingplatz sein noch vor der Krossa Furt?


    Am Ende der F249 gibt's den Campingplatz in Básar. Bis dahin sind's auch schon einige abenteuerliche Furten, aber kein Vergleich zur Krossa. Der Platz ist übrigens nicht VOR der Krossa-Furt, sondern Du fährst an dem Abzweig noch ein ganzes Stück weiter! Die Krossa kannst Du dann aber auch von Básar aus über eine Fußgängerbrücke queren.

  • Respekt, nach diesem Programm wäre ich richtig urlaubsreif.


    Jetzt mal im Ernst:
    Nach meiner Erfahrung kann der Pegel der Krossa im Laufe des Tages so weit ansteigen, dass man den Fluss mit großen Geländewagen nicht mehr passieren kann: Sie schwimmen auf und werden von der Strömung mitgenommen oder gehen gleich unter. Dieser Fluss ist mit großem Respekt zu behandeln.


    Auch sind nicht alle Hochland Pisten den ganzen Sommer hindurch geöffnet.


    Ich weiss nicht, wie das mit einem Quad ist, aber mein Landy verbraucht urlaubsfertig auf isländischen Pisten deutlich mehr als unbeladen auf einer heimischen Autobahn.


    Nicht jede Tankstelle hat geöffnet.
    Eine Reserve um die übernächste Tankstelle zu erreichen, sollte mindestens an Bord sein.


    Im Hochland bist du auf fast allen Hütten Selbstversorger.
    Im Fall einer Panne musst du dich auch versorgen können.


    Das Wetter kann besonders im Hochland ziemlich garstig sein:
    Stürmisch, regnerisch und kühl.
    So wie es sich auf den Bildern der Prospekte ist, wird es nicht an jedem Tag sein.


    Es grüsst der Pistenfuchs.





  • Hallo Speedy und alle Anderen hier im Forum :) 
    ich bin zwar neu hier und Speedy hat die Ehre, meinen ersten Beitrag zu lesen, aber nach 11 Reisen nach Island (die 12. ist bereits für Ende September gebucht...) kann ich vielleicht ein wenig mitreden ;) 
    Also, die Idee die Krossa mit dem Quad zu fahren, halte ich für völlig illusorisch. Besser Finger weg und lieber die bereits vorgeschlagene Brücke bei Basar nehmen, sofern du überhaupt bis da hin kommst... Ich bin bereits vier mal umgekehrt. 2 Mal mit dem Motorrad, zwei mal mit dem Landy... Im Zweifel lieber den Bus ab Seljalandsfoss nehmen und das Quad dort stehen lassen... Ist auch schon abenteuerlich...
    Auch bei der Lindaa musst du aufpassen. Die kann manchmal verdammt tief werden. Aber das wurde hier ja schon geschrieben. Ich kann dir nur empfehlen lieber 40 Liter Sprit mitzunehmen (wenn Du wirklich nur F Straßen fahren möchtest), denn das Quad (meine damalige Partnerin ist 2009 mit einer MXU 300 gefahren) kann auch gerne mehr als 15 Liter nehmen. Und vergiss nicht, sämtliche Getriebeentlüftungen so weit wie möglich hoch zu legen. Beim Furten saugt sowohl der Endantrieb, als auch die Differenziale das kalte Wasser auf, wie ein Schwamm. Damit ist der teure Getriebeschaden geradezu vorprogrammiert...
    Ansonsten kann ich den Vorschreibern gut zustimmen und mach nicht zu viele Pläne. Manchmal ist weniger mehr. Ich bin bereits 7 Mal mit dem Motorrad und 3 Mal mit dem Auto (2 Mal davon mit einem Landrover Defender) auf der Insel gewesen und habe NIE eine feste Route geplant. Damit bin ich immer sehr gut gefahren, denn bei aller Planung, das Wetter macht was es will und kann dir jeden Plan oder die Stimmung (wenn du stur am Plan festhälst...) versauen. Mach dir lieber ein paar Fixpunkte aus, damit du die Runde mit einem guten Zeitpolster schaffen kannst, nicht dass du am Ende 500 Km über die N1 hetzen musst, um noch rechtzeitig die Norröna zu erreichen.
    Solltest du zum Thema Quad-Fahren auf Island direkt Fragen haben, schick mir gerne eine PN">


    Gruß


    Eusch

  • Hallo Eusch


    Danke für die ausführliche Antwort.
    Eine Frage habe ich vielleicht falsch gestellt.
    Ich will auf keinen Fall die Krossa mit dem Quad überqueren.
    Ich wollte nur wissen ob ich am Ende der F249 auf einen Campingplatz komme ohne die Krossa zu überqueren, sollte mir eine der Furten zu tief sein Campe ich auch gerne auf einem Campingplatz an der Ringstraße die F249 ist ja nicht so lang.
    Und den Campingplatz Básar erreiche ich ohne die Furt der Krossa soweit ich das verstanden haben.
    Ich überlege auch noch 10 Liter mehr mitzunehmen allerdings weiß ich noch nicht genau wo ich die unterbringen soll.


    Gruß Speedy23

  • Zur F752: 240 km ohne Tankstelle (an dem Schild bin ich schon so oft vorbeigekommen :D ), erfahrungsgemäß ist der Spritverbrauch im isländischen Hochland deutlich höher. Also da würde mich die knappe Kalkulation schon ein bisschen nervös machen ;)
    Zur F734: Auf die fährst Du aber nördlich vom Blöndulon über die kleine Querverbindung, oder? Denn weiter im Süden, kurz nördlich von Hveravellir, müsstest Du die Blanda und Svartakvísl furten, das würde ich eher nicht empfehlen. An der Blanda haben wir auch schon zweimal kapituliert (zuletzt mit Jeep Wrangler, 70 cm Wattiefe). Ein breiter, trüber, unberechenbarer Fluß.