Abenteuer im Hochland und in den Westfjorden

  • 20.08.2017



    6. Tag



    Heute lassen wir uns beim Frühstück extrem viel Zeit, denn im Grunde haben wir heute nicht viel vor. Etwas fahren und das war es eigentlich schon. Unser Ziel heißt heute Laugar. Entspannt und bummelig machen wir uns auf den Weg. Lassen Akureyri links liegen und fahren weiter. Unser erstes Zwischenziel ist der wunderschöne Goðafoss, für mich der schönste Wasserfall und wie ich feststelle für viele andere ebenfalls. Auch hier stellen wir fest dass wir mehr Touristen als vor zwei Jahren antreffen, aber ok. Wir ergattern uns einen Parkplatz, erstaunlich wie Truppi immer wieder Platz findet für sich und kämpfen uns zum rauschenden Wasser vor. Nach einigen Minuten des Staunens ergreift mein Bruder die Flucht zurück in den Wagen, die Mücken sind über ihn gekommen! Ich bleibe noch etwas und mache es mir auf einen Stein gemütlich, zum Leidwesen einiger Fotografen denn plötzlich stehen sechs Leute mit ihren Stativen um mich, anscheinend sitze ich auf einen guten Punkt. Irgendwann wird es mir aber zu bunt und ich folge meinen Bruder. Bevor wir abreisen kaufen wir uns im Souvenirshop noch sündhaft teure Postkarten und Briefmarken, damit die Leute daheim auch neidisch auf uns werden.




    Danach fahren wir ein Stück zurück und nehmen die F26, das nächste und letzte Ziel für heute heißt Aldeyjarfoss. Dort gibt es weniger Leute, aber allein sind wir nicht. Trotzdem genießen wir die schöne Aussicht und wundern uns über die, die ganz unten und nah am Wasser sind, zu viel Abenteuer für uns.

    Deshalb zurück zu Truppi und erst einmal eine Tütensuppe heiß machen. Währenddessen guckt mein Bruder Truppi unter die Haube, nur mal so wie er meint, aber es scheint Eindruck gemacht zu haben. Denn wenig später sprechen ihn zwei Amerikaner an, ob er Ahnung von Autos hätte ihres würde nämlich etwas zickig. Mein Bruder hat selbstverständlich keine Ahnung, hört sich aber geduldig alles an und gibt Naseweis ein paar Ratschläge, mit dem Hinweis das ein Stück zurück eine Werkstatt ist. Den Anschein wahren das kann er. Wir verabschieden uns und fahren zu unserer Unterkunft. Die Zimmer sind neu und das Beste ist es gibt einen Hot Pot im Garten, mein Abend ist also gerettet. Doch zunächst schreibe ich fleißig Postkarten. Kaum habe ich die ersten Karten fertig erscheint der Guesthouse Besitzer. Er fragt wo wir morgen hin wollen und ich gebe ehrlich an das wir zur Askja wollen. Er nickt und berichtet dann dass zwei Italiener auch dort morgen hin wollen, sich aber mit ihren Dacia Duster sich die Strecke nicht zutrauen. Er würde ihnen noch ne Tour organisieren, aber die ist teuer und da dachte er sich das wir sie vielleicht mitnehmen könnten. In mir entbrannt sogleich ein Dialog: Oh die Armen, denen muss man helfen. Spinnst du? Du hast total Schiss morgen diese Strecke zu fahren, wegen der F88 und dann willst du noch Zuschauer dabei haben? Außerdem hasst dein Bruder aufdringliche Begleitung!



    Ich sage den Besitzer, dass ich das gerne machen werde, sie sollen mich einfach ansprechen. Kaum lässt mich mein Bruder allein, sammle ich Leute ein, der wird sich freuen. Später am Abend spricht mich die Italienerin an, sie ist etwas jünger als ich und mit ihrem Vater unterwegs. Wir handeln noch eine Startzeit aus, wann wir morgen los wollen und schon verabschiedet sie sich glücklich. Am Abend grübele ich darüber nach was ich wieder angerichtet habe und ob ich morgen es tatsächlich schaffe zur Askja hin und wieder heil zurückkomme. Mein Bruder indessen ist die Ruhe selbst……



  • 21.08.2017


    7. Tag


    Heute war es also soweit. Mein Angsttag ist gekommen. Aber zunächst Frühstück, dann die zwei italienische Begleiter einsammeln, Truppi tanken und ab auf die Straße. Wir nähern uns unseren Ziel erst einmal von der einfacheren Strecke aus, der F905. Hier sollen die Furten einfacher sein, ein Fakt der mich beruhigt. Kurz vor der ersten Furt holen wir einen anderen Fahrer ein, noch mehr Sicherheit, bei ihm kann ich also erst einmal zugucken. Und siehe da, er kommt natürlich ganz locker flockig rüber und ich weiß, dass schaff ich genauso. Und siehe da Furten furten kann sogar Spaß machen, also für ein paar Sekunden. Unsere Begleiter sind begeistert. Die Fahrt verläuft eigentlich ohne Probleme nur das letzte Stück, wo die F905 zur F910 wird, ist noch einmal sehr anstrengend. Eine Straße gibt es nicht wirklich, dafür ein Lavafeld. Hier zeigt sich Island noch einmal ganz anders, weiße Steine auf einen grauen Sandboden. Ein Bild was wir vorher noch gar nicht gesehen haben. Zusätzlich bewundern wir den Vulkan Herðubreið, die sich heute in ihrer vollen Schönheit zeigt. Womit haben wir so viel Glück verdient?




    Jedoch kann die schöne Landschaft meine Laune nicht lange aufrechterhalten. Wir kriechen förmlich über die spitzen Steine. Somit zieht sich das letzte Drittel der Fahrt noch einmal. Bevor wir ankommen, passt uns eine Rangerin ab und belehrt uns noch einmal über die Regeln im Nationalpark, wir hören geduldig zu. Mein Bruder lässt sich aber nicht nehmen sie nach dem Zustand der F88 zu fragen und wie die Furten da aussehen. Sie erklärt, dass sie vor einiger Zeit die eine Furt verlegt haben und es nun einfacher ist dort rüber zu kommen. Mit einem kurzen Blick auf unser Auto meint sie, dass wir es eigentlich ohne Probleme schaffen sollten. Mein Bruder freut sich, ich werde still. Noch gab es in mir die Hoffnung das wir einfach die F905 wieder zurück fahren, aber nun rückt die F88 doch sehr nah ran. Doch bevor ich mich dem stelle, kommen wir endlich bei der Dreki Hütte an. Kurzer Aufenthalt und dann geht es weiter zur Askja, zum Viti See und zum Öskjuvatn. Wir kriegen gerade noch so einen Parkplatz und machen uns auf den Weg. Die Ausmaße der Caldera sind kaum zu begreifen. Zum Glück haben wir das beste Wetter, Sonne und fast keine Wolke. Der Blick somit ungetrübt. Wir wandern zu den Seen und ich habe das Gefühl, dass sich die Schritte seltsam hohl auf den Boden anhören. Ein seltsames Gefühl.

    Beim den Seen angekommen muss erst einmal die Aussicht bewundert werden, dann jede Menge Fotos und nebenbei die Leute beobachten die im milchigen Wasser des Vitis baden. Mein Bruder lässt es sich nicht nehmen runter zu gehen und wenigstens seine Hände ins Wasser zu halten. Ich scheue mich mal wieder vor den Abstieg und beobachte ihn aus sicherer Entfernung.





    Dann heißt beratschlagen, wie geht es weiter? Mein Bruder will wandern, ich eigentlich auch, aber Truppi will ich in keine fremden Hände geben, er ist mir doch sehr ans Herz gewachsen. Letztendlich überlasse ich meinen Bruder den Vortritt und er geht wandern zusammen mit den Vater der jungen Italienerin, selbige hat keine Lust auf Fußsport und fährt mit mir zurück zur Dreki Hütte um auf die Männer zu warten. Die Mädels also zurück und die Männer auf Wanderschaft, Gendertrennung wie im Bilderbuch.







    In den nächsten zwei oder drei Stunden unterhalten wir uns gut und tauschen uns aus. Deutschland vs. Italien, ein Klassiker. Irgendwann sind die männlichen Wesen auch wieder da, wir machen noch schnell eine Suppe warm und eigentlich sollte es dann weiter gehen. Vorher sind unsere zwei Begleiter aber etwas wüten auf den Guesthouse Besitzer, dieser hätte wohl gesagt das man mit einen Duster nicht zur Askja kommt, und ratet nun was wir an der Hütte nun sehen? Genau mehrere Duster, aber ok das ist nicht unser Problem. Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf ein ganz anders Fahrzeug, wir trauen unseren Augen nicht aber dort steht tatsächlich ein Fiat Panda! Ich frage mich gerade noch wie die das hinbekommen haben, da fragt mein Bruder einfach bei den Fahrern nach. Sie haben die F905 genommen, die Furten waren etwas riskant, aber wenn man sein Auto kennt geht das schon.

    Etwas ungläubig machen wir uns auf den Rückweg. Die F88 liegt vor uns, mein Herz rast und ich rufe mir immer wieder die Worte von der Rangerin ins Gedächtnis, Truppi schafft es. Schließlich die erste Furt, kein Problem. Dann kommt sie, die Linda oder wie mein Bruder es nennt der Endgegner. Die Furt wurde ein Stück verlegt, laut der Rangerin soll es nun einfacher sein, wenn man nah am Seil entlang fährt. Noch zweifle ich das ich das schaffe werde. Mein Bruder ergreift sofort die Initiative, schnappt sich mein Handy und watet einfach durch den Fluss, eiskalt er und der Fluss. Wir beobachten ihn kritisch und gucken wie tief er versinkt. Dann messen wir es bei Truppi ab und ich stelle fest wir haben noch Platz nach oben. Mein Bruder postiert sich auf der anderen Seite und filmt, wir machen bei Truppi noch einmal alle Türen zu, ich spreche noch ein Stoßgebet und mache mir Mut. Dann rolle ich langsam an und fahre schön nah am Seil entlang. Um uns herum ist Wasser, ums Auto und auf meiner Haut auch. Kurz ein kleiner Schockmoment als wir ein kleines Loch mitnehmen, aber dann wird mir klar Truppi schafft das. Erleichtert kommen wir auf der anderen Seite an. Sieg auf allen Ebenen! Sogleich kommt uns ein Fahrer entgegen, er fragt uns wie es aussieht und dann fährt er etwas zögern los, wir warten ab ob alles gut geht und dann geht es weiter. Die dritte Furt nehmen wir kaum noch wahr. Der Tag hätte nicht besser laufen können, aber es gibt immer noch eine Steigerung. Bei der Rückfahrt stelle ich fest, dass es einen Halo Ring um die Sonne gibt. Wir halten an und bestaunen dieses bizarre Wunder. Schluss endlich geht es aber wirklich zurück. Erschöpft aber sehr zufrieden kommen wir wieder an, der Guesthouse Besitzer freut sich auch, dass wir heil wieder gekommen sind. Und somit gehen an diesen Abend einige Leute sehr glücklich ins Bett.


  • . Wir wandern zu den Seen und ich habe das Gefühl, dass sich die Schritte seltsam hohl auf den Boden anhören. Ein seltsames Gefühl.

    Ja, es ist tatsaechlich so dass es sich hohl anhört. Wahrscheinlich eine kombi von der harten Oberflaeche von Pfad, dem Bimstein mit teilweise sehr viel luft und permafrost.


    Was die Fiat Panda Cross angeht, wir die Ranger waren auch erstaunt, empfehlen wuerden wir es auf keinen Fall.



  • 22.08.2017


    8. Tag


    Nach einer ruhigen Nacht treffen wir unseren Weggefährten von gestern am Frühstückstisch wieder. Sie wollen heute zum Nationalpark Skaftafell, also ein bisschen Weg liegt somit noch vor ihnen. Wir verabschieden uns und mein Bruder und ich genießen weiter das Frühstück. Da wir gestern schon so wahnsinnig viel gefahren sind, dachten wir uns heute machen wir das ganze nochmal, nur fahren wir diesmal woanders hin. Das Ziel heißt Djúpavík, das bedeutet mehr als sieben Stunden Fahrt oder so. Manchmal sind wir schon etwas wahnsinnig. Aber zu vor bringen wir noch unsere Postkarten weg (innerhalb der nächsten zwei Wochen kommen die an). Dann starten wir Truppi und machen uns mi besten Wetter auf Richtung Westen. Eigentlich ist ja ein verschwendeter Tag, so gutes Wetter und wir fahren nun, aber wir sind eben heute etwas wahnsinnig. Wir verbringen die Fahrt mit wenig reden und eher mir gucken. Ein kurzer Zwischenhalt legen wir beim Hop ein und schwelgen kurz in Erinnerung. Vor zwei Jahren hatten wir da schon einmal Rast gemacht und uns leider mit Pfannkuchen den Magen verdorben (fertig Pfannkuchenteig, widerliches Zeug….). Dann geht es weiter. Irgendwann auf der Fahrt fällt uns auf, dass unser CD Player im Auto nicht die gesamte CD abspielt, sondern nur die Hälfte der Lieder. Also wechseln wir die CD aber auch das hilft irgendwann nicht mehr. Irgendwann sind selbst die Lieblingslieder durch. Radio trauen wir uns nicht zu, also kramt mein Bruder sein Handy raus und versucht es an den Playern an zu schließen, was auch nicht wirklich funktioniert. Aber egal Handy hat auch Lautsprecher also drehen wir die auf. Und stellen fest, mein Bruder hat keine wirklichen Lieder auf dem Handy, sondern sämtliche Intros aus Zeichentrickserie und Animes aus den 90er und 2000er Jahre. Ok….. besser als nichts. Immerhin machen die gute Laune, außer das Intro von Sinbad! Da wir an diesen Tag noch nicht wahnsinnig genug sind, nehmen wir auch noch eine andere Strecke, wir fahren über die 608 Richtung Norden. Im Reiseführer steht das sie sehr schön sein soll. Ist sie im Grund auch, wenn man aus der anderen Richtung kommt. Denn dann fährt man den Berg runter und hat den schönen Ausblick immer voraus und nicht wie wir im Spiegel hinter uns.



    Aber ok, weiter geht’s. Kurz bevor wir auf die 643 einbiegen, diskutieren wir noch kurz ob wir tanken sollen. Ich als Sicherheitsfanatiker würde es tun, mein Bruder sagt, dass wir es nicht brauchen. Wir hätten noch genug, laut Reiseführer gäbe es nur noch in Holmavik die Möglichkeit zu tanken. Ich lasse mich überzeugen und wir starten unser Abenteuer Richtung das Ende von sonst wo. Als erstes kommt uns ein Müllwagen entgehen, hätte wir das auch geklärt. Selbst hier draußen gibt es eine Müllabfuhr. Und dann irgendwann kommen wir endlich an. Die alte Fischfabrik begrüßt uns als erste.



    Erleichtert steigen wir aus und begeben wir uns ins Hotel und hören schon den Wasserfall den es hier vor Ort gibt. Im Hotel wird uns erklärt, dass wir im anderen Haus untergebracht sind, also Sachen schnappen und ein paar Schritte gehen. Wir seien heute die einzigen Gäste in den kleinen Haus. Das freut uns, nach Tagen wo wir uns mit anderen Leute Räumlichkeiten teilen mussten, genießen wir den Luxus von einen Abend auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen. Kurz wird uns noch angeboten doch ins Hotel überzusiedeln, da sie aktuell nur zwei Gäste haben, aber wir lehnen dankend ab.


    (Rundblick mit Bruder)



    (Häuschen mit Truppi rechts)


    Ich lass mein Bruder im Häuschen zurück und ziehe erst einmal eine Runde um die Bucht. Ein paar Autos stören die Ruhe, aber ansonsten ist es hier wirklich sehr schön und ruhig und vielleicht auch etwas einsam. Ich verweile etwas am Wasser und genieße den Sonnenuntergang, bevor ich zurückkehre.







    Am Abend breiten wir uns dann richtig im Häuschen aus, unten gibt es einen Wohnbereich, die Küche besteht aus einer Nische wo mehr oder minder alles vorhanden ist. Von den zwei Campingkochplatten funktioniert auch nur eine. Aber egal wir kriegen unsere Eier gebraten. Ansonsten ist das häuschen auch etwas urig eingerichtet.






    Und obwohl wir total erschöpft sind von der Fahrt wird dieser Abend lang. Wir reden ausführlich und zeigen den jeweils anderen sein neuste Hobby, meins ist Wrestling und das meines Bruders die bunte Youtube Welt mit seinen Idolen wie PewDiePie. Und irgendwann gegen 2 Uhr in der Nacht besteht unser letztes Abenteuer für heute darin die sehr steile Treppe Unfallfrei nach oben zu erklimmen, definitiv kein Haus für Leute die eingeschränkt mobil sind.



    (trittfest sollte man schon sein)



  • So gut in Schuß ist das in Hesteyri aber nicht ;)

    Das Häuschen ist echt schnuckelig. Bewohnt man das dann alleine oder teilt man es ggf. mit anderen? Wenn man das Gepäck die Stiege hochwuchten müsste, das wäre ja schon eine Herausforderung.


    mein teilt sich das Häuschen leider. Unten ist ein Schlafraum direkt neben dem Wohnzimmer und oben gibt es drei Schlafräume, für 2 oder 3 Personen ausgelegt.


    Ja die Treppe ist wirklich eine Herausforderung, selbst wir junge Leute haben uns konzentriert sie runter zugehen. Aber wie wir ebenfalls in der Nacht festgetsellt haben, kann man die Treppe auch schnell und laut rauf und runter trampeln....

  • 23.08.2017


    9. Tag


    Nach einer kurzen Nacht werden wir mit strahlendem Sonnenschein begrüßt. Wir machen uns auf zum Frühstück doch zuvor rollen mehrere Jeeps durch die Straßen, alle haben ein deutsches Kennzeichen. Ich winke höfflich und frage mich, ob Deutschland Island still und heimlich übernommen hat, ohne das es die Einheimischen gemerkt haben? Auf dem Weg zum Hotel entbrennt noch eine kurze Diskussion zwischen mir und meinen Bruder, ob Island überhaupt eine Armee hat und ob es strategisch überhaupt sinnvoll ist Island ein zunehmen? Leider entpuppt sich das Frühstück als enttäuschen heraus, was dazu noch viel zu teuer ist. Somit ist es beschlossen, dass wir morgen unsere kargen Reste aufbrauchen werden. Da wir keine Ahnung haben, was wir heute machen wollen, außer ins Schwimmbad zu gehen, fragen wir die Köchin was es hier zu entdecken gibt. Erstaunlicherweise ist die Köchin Deutsche, mein Verdacht der heimlichen Invasion wird hiermit noch einmal untermauert. Sie gibt uns ein paar Tipps, zu aller erst sollten wir einen Berg erklimmen, der so geformt ist wie eine Welle, von dort hat man eine wunderbare Aussicht. Danach beschreibt sie uns noch den Weg zur zweiten Fischfabrik und dahinter soll es ein wunderschöner Wasserfall sein, sie beschreibt ihn als klein Dynjandi. Dann empfiehlt sie uns natürlich auch das Schwimmbad Krossneslaug was ich längst auf dem Plan hatte. Das „Dorf“ Fell was am Ende der Straße liegen soll, könnten wir ignorieren. Und dann gibt sie uns noch diverse Tipps wo wir wandern könnten, wenn wir Zeit und Kraft hätten, aber der Tag hat ja nur 24 Stunden. Und schließlich erfahren wir noch, dass wir in Krossnes im Hafen doch tanken können. Also steht unser Plan, Berg erklimmen, Truppi tanken, Wasserfall finden und dann in das heiße Wasser.




    Also rein in Truppi und dann fahren wir an der Küste entlang. Unsere Anweisung: beim Funkturm parken und dann einfach los laufen. Tatsächlich finden wir den Turm, der direkt an der Straße steht und parken dort, allein sind wir nicht. Irgendwelche Leute sind bereits dort. Zunächst ist der Weg recht einfach, wir laufen über eine Wiese zum Berg hin, dann beginnt der Aufstieg, noch gibt es einen Weg aber je mehr Weg wir schaffen, desto weniger Weg erkennen wir und irgendwann gehen wir einfach nach gut dünken. Es wird auch zusehends schwieriger, immer steiler wird es. Und ich denke mir was habe ich mir da nur wieder angetan? Da ich so langsam bin wie eine Schildkröte und mehrere Pausen einlegen muss, ist mein Bruder natürlich 15 min vor mir an Ziel, aber egal. Oben auf den Berg angekommen treffen wir zu allererst auf das Pärchen was vor uns losgegangen ist und sich nun langsam an den Abstieg macht. Was soll ich sagen, 40 min der Quälerei hat sich gelohnt, der Blick hier oben ist der Wahnsinn. Das schöne Wetter ermöglicht uns einen weiten Blick. Um uns herum hören wir die Möwen, die unten an den Felswänden niesten. Wir verweilen einen Augenblick und beobachten die Wolken die direkt auf uns zukommt, aber uns dann nur ganz leicht streift. Hier ist wieder ein magischer Moment von Island zu finden, auf einen Berg, wunderbares Wetter, Möwengeräusche im Hintergrund und diese faszinierende Landschaft um uns herum. Nach einen Tee und mehreren Keksen machen wir uns an den Abstieg, der noch mal knifflig ist, aber wir schaffen es ohne uns groß auf die Fresse zu legen.


    (Möwen Zuflucht)



    (Aussicht)






    (Unser Ziel in weiter Ferne, das Schwimmbad)


    Nächster Stopp die Tankstelle im Hafen. Nach kurzen Zögern, ob wir da richtig sind, finden wir die Zapfsäulen. Alles läuft wie immer, aber dann als ich den Schlüssel wieder ins Schloss stecke fängt Truppi an zu piepen! Ich bin überrascht, mein Bruder auch, er piept, keine Lampe leuchtet auf die uns sagt was es zu bedeuten hat. Wir ziehen den Schlüssel raus, aber trotzdem piept er weiter, sehr merkwürdig. Ich merke wie ich nervös werde, wir sind hier sonst wo, was machen wir wenn das Auto kaputt geht, ausgerechnet hier!? Er lässt sich starten und das piepen hört auf. Achselzucken fahren wir weiter, aber ich bleibe angespannt und überlege was wir nun eigentlich tun sollten. Doch zunächst suchen wir die kleine Straße die über den Berg führen soll, zur anderen Fischfabrik und zum Wasserfall. Wir finden die Straße und quälen Truppi den Berg hoch. Auf der anderen Seite sehen wir einen Bauernhof und die Fischfabrik, die nicht so gut erhalten ist wie die in Djúpavík, aber wir sind nicht wegen der Fabrik da sondern wegen dem Wasserfall, also fahren wir weiter und weiter und weite, bis wir irgendwann vor einem Haus stehen und schon sehen das die Straße wahrscheinlich nicht mehr weiter geht, jedenfalls fahren wir nicht mehr weiter, denn eigentlich sollte schon längst dieser Wasserfall da sein, aber wir sehen nichts. Verwundert blicken wir uns, stellen das Auto aus und Truppi beginnt wieder zu piepen. Wir überlegen zu fragen, aber es scheint am Haus niemand da zu sein, also drehen wir um. Auf den Rückweg finden wir einen kleinen Wasserfall, aber soll er das wirklich sein? Wir hatten uns irgendwas anderes vorgestellt.


    (der besagte Wasserfall?)




    Wir wollen wieder über den Berg bis wir wieder ein Handysignal haben, denn wir wollen bei der Mietwagenfirma anrufen und abklären was wir tun sollen. Mein Bruder telefoniert, die wissen auch nicht was das piepen zu bedeuten hat, also vermitteln sie uns an eine Werkstatt in Ísafjörður. Doch bevor wir uns bei der melden probieren wir noch mal alles aus. Türen zu, Truppi abschließen, an und ausmachen, Licht an und aus, aber nichts hilft, er piept sogar selbst wenn wir ihn von außen abschließen, also nicht immer aber doch ab und zu. In mir macht sich etwas Verzweiflung breit, was will mir Truppi sagen? Wo tut es ihm weh, was stimmt nicht? Beim erneuten anmachen leuchtet eine Lampe auf, ein Hinweis von Truppi! 0/D heißt die Lampe, wir sind nicht schlauer aber ok. Mein Bruder ruft bei der Werkstatt an, die haben auch keine Ahnung was Truppi von uns will, aber wir sollen vorbei kommen. Wir machen ein Treffen für morgen aus, wir sollten einfach anrufen wenn wir in Ísafjörður sind. Nicht wirklich zufrieden fahren wir weiter, wieder zurück nach Krossnes, doch diesmal zum Schwimmbad. Ich denke mir, solange Truppi nicht in die Luft fliegt, können wir weiter fahren. Bevor wir ins Bad gehen, machen wir uns noch eine Suppe und genießen diese mit einem wunderbaren Meeresausblick.


    (Mittagessen mit Aussicht)



    (links der Berg den wir heute morgen erklimmt haben)


    Schließlich kommt mir Idee einen Kumpel per Whatsapp zu kontaktieren, er solle im Internet mal Truppis Gebrauchsanleitung durchforsten und uns mitteilen was das Piepen und die Lampe zu bedeuten haben. Etwas später vermeldet er die Lampe bedeutet, dass wir den Overdrive ausgeschalten haben und erklärt wie wir ihn wieder anschalten. Da haben wir wohl eine Taste zu viel gedrückt in unserer Hilfslosigkeit. Das Piepen könnte entweder bedeuten, dass die Türen nicht zu sind, was sie eigentlich nie wirklich sind besonders die Heckklappe ist eigentlich nie zu, oder das der Reifendruck nicht stimmt. Also im Grund nichts Schlimmes und ich bin etwas beruhigt. Danach geht es ins heiße Nass, den kleinen Eintritt zahlen wir dafür gerne. Und dann genießen wir das heiße Wasser und die Aussicht. Wir sind nicht alleine, ungefähr 5 andere Leute sind mit uns im Bad. Wir bleiben ziemlich lange und ich frage mich wie das mein Bruder aushält, eigentlich kann er heißen Wasser nicht lange aushalten, aber er zieht eisern durch. Die Leute wechseln immer wieder, aber irgendwann sind nur noch Deutsche im heißen Wasser. Und was lieben Deutsche gerne, genau meckern, also beklagen sie, was alles schief läuft in Island. Besonders ein älterer Mann macht dies und erklärt den jüngeren Touristen wie sich alles hier zum schlechteren verändert hat. Schließlich bin ich genervt und wir verlassen das Schwimmbad und treten den Heimweg ins Hotel an. Dort angekommen merken wir das in den andere Zimmer Leute sind, oder liegen. Sie schlafen bereits dabei haben wir gerade mal 17 Uhr. Ich nutze noch die Zeit und gehe eine Runde wandern, scheue mich aber den Berg beim Wasserfall zu erklimmen, zwar gibt es einen offiziellen Weg auf das Plateau aber der Anstieg erscheint mir für diese Stunde doch als zu steil. Ich genieße den Sonnenuntergang und mache mich dann auf den Rückweg. Ein wunderbarer Tag geht zu Ende und ich hoffe, dass wir morgen Truppi helfen können.


    (Abendsonne)

  • mh vll aber die Anweisung war damals hinter der anderen Fischfabrik, oder wir haben damals nicht richtig aufgepasst. Laut google Maps ist der Wasserfall ja ganz woanders, als wo wir waren, somit hätten wir den niemals gefunden.

  • Die Frage ist, wart ihr bei der richtigen "anderen" Fischfabrik? Hier auf der Karte wäre die von der 643 aus über die 649 erreichbar. Sie liegt bei Eyri und wenn man dann durch die Fischfabrik hindurch die F649 weiterfährt, um das kleine Fjord Ingólfsfjörður herum, oben am kleinen alten Seljanesviti vorbei, kommt man auch zu den Häusern mit dem Wasserfall dahinter. Und noch ein Stück weiter ist dann Schluss und es geht nur noch zu Fuß oder per Pferd weiter nach Hornstrandir.

    Der Wasserfall im Bild ist m.E. der Húsárfoss. Weiter nördlich kommt dann noch der Hvalárfoss und auch der Rjúkandafoss liegt weiter westlich noch in der Nähe. Vor zwei Jahren gab es da noch gar keine Namen in den Online-Maps. Ich hoffe, die sind richtig, Fotos im Netz sind teilweise widersprüchlich bezeichnet.