Mit Reisemobil im Februar im Nordosten unterwegs

  • hallo in die runde,


    im september verganenen jahres hatte ich leider wegen eines gesundheitlichen problems unser reisemobil (knapp 7,5t) in Akureyri zurücklassen müssen. nun bin ich wieder hier, habe das mobil wohlbehalten in empfang nehmen können und habe es auf dringendes anraten der werkstatt, die das alles für mich organisiert hat, das gefährt mit spikes ausstatten lassen.


    im folgenden möchte ich erfahrungen schildern, die vielleicht für andere, die auch mit einem reisemobil unterwegs sind, hilfreich sein könnten.


    momentan ist es in Akureyri mit temperaturen deutlich über 0° vergleichsweise warm. daher gibt es auf den straßen nur noch vereinzelt eisplatten. die bürgersteige im zentrum sind weitestgehend eisfrei, etwas weiter draußen jedoch nicht. ich hatte einen überzieher mit metallnoppen für die schuhe mit. sehr ratsam!


    am etwas höher gelegenen CP ist vorgestern und gestern die eisschicht noch großflächig vorhanden. da hätten die überzieher mit den kleinen noppen nicht mehr viel genützt. da kamen die grödel erstmalig zum einsatz. die teile sind wirklich goldwert!


    meine reisepartnerin ist inzwischen auch eingetroffen und heute wollen wir uns gen osten auf den weg machen. knapp 4 wochen stehen uns zur vefügung. nächstes ziel ist der Myvatn.


    wir haben die bisherigen beiden nächte auf dem parkplatz vor dem CP Hamrar verbracht. der platz ist als offen gekennzeichnet, aber der platz selbst ist abgesperrt. nur ein gebäude mit schlafräumen, WC und küche wird anscheinend auf anfrage hin geöffnet.

    die für reisemobilisten wichtige ver- und entsorgung ist leider wegen frost geschlossen.


    glücklicherweise gibt es in der stadt an der Olis-tankstelle eine offene entsorgungsmöglichkeit. wasser aus dem hahn ist aber auch dort nicht zu bekommen. man verwies uns auf die autowaschanlage. das wasser aus der spritzpistole können wir nehmen gegen geringes entgelt.


    an der taxistation zwischen dem kulturzentrum Hof und fußgängerzone gibt es außen an dem kleinen gebäude mit rezeption und kiosk einen funktionierenden wasserhahn, aber man war sich nicht recht schlüssig, ob ich da wasser nehmen könne. soll heute nochmal nachfragen. werde berichten.


    GoIceland

  • ja, scheint wirklich so. islandwinke


    wir haben dann doch nochmal beim CP wegen wasser nachgefragt und hätten auch welches bekommen können, wenn nicht gerade eine großflächiger störung in der wasserversorgung gewesen wäre. sagte zumindest der warden. ansonsten war er sehr nett.


    der wasserhahn befand sich außen an dem beheizten gebäude, in dem auf anfrage übernachtet werden kann. ähnlich wie an dem kiosk der taxizentrale.


    zurück in die stadt zu Olis. entsorgung war völlig problemlos, jedoch gab es kein wasser zum nachspülen. in unserem fall war das kein problem, weil zuerst das schwarz- und danach das grauwasser durch den ablassschlauch fließt und dieser so ganz gut gereinigt wird.


    wasser hätten wir bei Olis nur aus einer der sprühlanzen bekommen können. war uns zu siffig, also nochmal zur taxizentrale.


    diesmal war alles kein problem. an besagtem anschluss war ein waschbürste angeschlossen. die freundliche cheffin über kiosk und taxianforderungen erlaubte uns den zugriff auf den hahn. wir haben gardena-adapter verschiedener größen dabei und selbstverständlich auch einen wasserschlauch, ca. 10m lang. so war das wassertanken kein problem. wir haben dann eine kleinigkeit im kiosk gekauft und auch trinkgeld angeboten. dieses wurde kategorisch abgelehnt.


    frisch ver- und entsorgt machten wir uns nun auf den weg zum Myvatn. der wind war allerdings heftig und für den pass, den die 1 kurz hinter Akureyri überquert, behauptete die webseite von Vegagerdin eine windgeschwindigkeit von 22 m/s. für wohnmobile unter 3,5t ist das zu viel, für unseres wäre es meiner erfahrung nach noch gegangen, aber das noch ungeübte popometer meiner reisebegleiterin signalisierte ob des etwas wackelnden mobils und den geräuschen des tosenden windes höchste gefahr. also umgekehrt und auf einem kleinen windgeschützten rastplatz eine pause eingelegt, die wir gefüllt haben mit mittagessen, quatschen und reiseplanung.


    nach ca. 3 stunden wurden für den pass nur noch 17m/s vermeldet und so verließen wir dann Akureyri.


    da auf Island gastanks leider nicht befüllt werden können, habe ich mich mit isländischen 11kg- propanflaschen versorgt. sicherheitshalber haben wir uns an der N1-tankstelle noch eine besorgt und sind nun mit zwei vollen und einer halbvollen flasche unterwegs. mir geht es damit besser, weil man ja nicht weiß, wann man wo wie lange evtl. festhängt wegen schnee und eis.

  • danke!


    auf der fahrt zum Myvatn kamen wir am Goðafoss vorbei. jetzt, im februar, waren dort in etwa so viele menschen unterwegs, wie vor 20 jahren im sommer.


    die erhabenheit dieser landschaft mit diesem wasserfall war so wieder weit deutlicher spürbar, als wenn man von lärmenden menschenmassen umgeben ist. im winter ist der “spirit” dieser wahnsinnslandschaft präsenter als im sommer (der wiederum an dere vorteile hat). zumindest an den hot spots.


    auch hier wäre ein spaziergang ohne grödel reichlich riskant.


    das besucherzentrum mit shops, cafeteria und WC war immerhin geöffnet, täglich von 10-15 Uhr.



  • inzwischen sind wir schon geraume zeit am Myvaten. wir haben die Pseudokrater besichtigt, Dimmuborgir und sind auch zur Grjótagjá gefahren.


    den weg über die pseudokrater hätte man mit gutem sohlenprofil zur not auch ohne grödel bewältigen können.


    im (?) Dimmuborgir waren die wege jedoch fast komplett vereist, so dass ich wiederum vor dem gott der grödel in die kniee sinken würde, wenn es ihn denn gäbe. das besucherzentrum ist geschlossen, auch die WC. es öffnet erst wieder im april, wie ein schild mitteilte.


    den weg zur Grotte kann man sich nach schneefällen sparen, da die zugänge fast vollständig zugeschneit sind. zudem wird darum gebeten, die grotte nicht zu betreten und es wird angedeutet, dass der eigentümer die grotte auch schließen könne. im winter reicht es ohnehin nicht einmal für einen blick in die grotte, im sommer werden sich die massen nur durch mahnende worte kaum davon abhalten lassen, hineinzuklettern.


    wir haben uns einen besuch im Vogafjós, dem restaurant direkt am kuhstall, nur durch eine scheibe von diesem getrennt, geleistet: slow cooked lamb und beef burger. einfach wundervoll!! zum preis sag ich hier mal nix. das muss ja ohnehin jede/r selbst für sich entscheiden.


    dass die kühe nebenanstehen, ist in meinen augen allerdings schon etwas makaber. aus sicht der kühe auch, wie ich finde. aber es hat trotzdem was. 🙂

  • Naja, die Glasscheibe zum Kuhstall ist ja nur im Eingangsbereich, im eigentlichen Speisesaal sieht man die Kühe nicht. Hingegen kann man im Kaffi Kú südlich von Akureyri tatsächlich von dem einen Raum direkt in den Kuhstall runterschauen. ;)


    Das hausgemachte Angelika- und Roggenbroteis ist übrigens auch zu empfehlen - wenn man die Augen vor dem Preis verschließt.dafuer1essen1

  • Hallo Christian, war seit gefühlter "Ewigkeit" nicht mehr hier im Forum. Aber klar, dass ich Dich hier gesucht und gefunden habe. Es ist schön zu lesen, dass Ihr (jetzt) die gemeinsame Zeit im kühlen Norden genießen könnt und auch das Versorgungsthema meistert. Auch, dass Euer Gefährt wohlbehalten die einsame Wartezeit überstanden hat. Zu den Spikes: Wisst ihr schon, wo ihr und wer die runter macht? An der Grenze DK/D?

    Weiterhin alles Gute für Eure Gesundheit, Eure Tour und immer faires Wetter für Euch.

    Liebe Grüße.

    Klaus mit Anhang, auch an Deinen Anhang!



  • hallo Klaus,


    schön, Dich hier wieder zu treffen 😊


    die werkstatt in Akureyri, die das reinschrauben der spikes vermittelt hat, wird mir auch eine werkstatt in Seyðisfjörður vermitteln. ich bin schwerst begeistert! 👍


    Du erinnerst Dich vielleicht noch - dieser kontakt ist 2016 entstanden, als die AdBlue-anlage unseres autos ein problem hatte und ich den fehler auslesen lassen wollte. danach gab es nochmal einen kontakt, weil ich mir ein rücklicht zersemmelt hatte und sie mir dort wiederum helfen konnten. und im herbst nun das problem mit der unterstellung für ein paar monate. bis jetzt alles super gelaufen. 😊


    kann man mal sehen, wie ein problem zur guten lösung anderer probleme führen kann. 😊

  • dann will ich die erzählung jetzt mal fortsetzen.


    Myvatn


    es gibt dort 3 CP, aber nur einer, Vogar, hat auch im winter geöffnet, was angesichts der deutlich geringeren besucherzahlen ja auch sinnvoll ist. immerhin kann man dort entsorgen und sich auch mit wasser versorgen (wasserpumpenzange an wasserhahn). wir haben diese gelegenheit genutzt, auch wenn es noch nicht nötig gewesen wäre. wer weiß, wann die nächste gelegenheit kommt. 🤨


    um wasser mache ich mir keine sorgen. das kann man notfalls auch kaufen. aber die entsorgung ist für mich ein permanentes hintergrundthema.


    im winter zahlt man auf dem CP 1.500 ISK/person und für einen größeren camper weitere 1.500 ISK, strom immerhin inbegriffen.


    selbstverständlich haben wir auch das Myvatn Nature Baths besucht. traumhaft!! milchiges, warmes wasser mit einer stehhöhe von ca. 1,20m. der untergrund ist sandig und ohne bewuchs.

    ein spezieller pluspunkt ist, dass es in der gemeinschaftsdusche auch diskretionszonen gibt. sonst eher nicht vorhanden und wenn, dann nur auf nachfrage.


    die temperatur im bad bewegte sich zwischen 37° und 43°, je nach aufenthaltsort im becken. für jeden also etwas dabei 😊

    es gibt auch 2 saunen, die man ausschließlich mit badebekleidung besuchen kann.


    das vergnügen hat allerdings seinen preis. normal 4.200 ISK, disabled, students und seniors zahlen 2.700 ISK im winter. im sommer liegen die preise ca. 500ISK resp. 300 ISK höher. beim derzeitigen kurs zahlt man jetzt als rentner/studierender/behinderter bei einem besuch also etwas mehr als 20€ knapp. die übrigen müssen knapp 35€ berappen.


    das bad ist im winter von 12 bis 22 Uhr geöffnet. aber es ist einfach wunderbar!

  • Hallo Christian, wenn man die Angaben hier (link) sieht, stehen momentan ja nicht allzu viele Straßen zur Verfügung. Wird hoffentlich besser/wärmer die nächsten Tage, so wie hier in Deutschland auch. Wir drücken Euch die Daumen, dass Ihr Glück und Spaß während der kommenden Wochen haben werdet. LG Klaus

    http://www.road.is/travel-info…land-road-conditions-map/

  • wir sind jetzt in Asbyrgi. die straße von Husavik hierher war als slippery gekennzeichnet, ließ sich aber dennoch gut fahren. geschwindigkeit zwischen 40 und 60km/h (mit unserem 7,5tonner, PKW sind deutlich schneller unterwegs).


    die fahrt war sehr abwechslungsreich - mal wunderschöner weiter blick, mal schneegestöber, mal zentimeterhoch schnee auf der straße, mal festgefahrener schnee, mal gar keiner, mal wind, mal keiner, kurzum alles dabei. 😊


    ich weiß jetzt, dass mit hellerem blau gekennzeichnete straßen bei angepasster geschwindigkeit problemlos zu fahren sind.


    hier schneit es ab und zu vergelichsweise heftig, aber es gibt auch blaue lücken in der wolkendecke.


    das besucherzentrum Asbyrgi hat winters von 11-15 Uhr geöffnet. der CP ist jedoch komplett zu, leider auch die entsorgungseinrichtung.



  • Zitat

    ein spezieller pluspunkt ist, dass es in der gemeinschaftsdusche auch diskretionszonen gibt.

    Die wurden eingeführt, da es täglich Probleme mit Gästen gab, die sich weigerten in der Gemeinschaftsdusche nackt zu duschen.

    Wir erleben das regelmäßig wenn wir schwimmen gehen, dass Touristen sich nicht nackt oder überhaupt nicht duschen wollen.
    Im Laugardalurschwimmbad habe ich mal erlebt, wie der Duschwächter eine Gruppe englischer Jugendlicher dazu verpflichete, allerdings ging er nicht so weit wie hier in dem Video https://www.youtube.com/watch?v=RMwOXjrKrqc