Dieselautos in Island?

  • Liebe Forenmitglieder!


    Allen Autofahrern ist die Diskussion über die Diesel Fahrzeuge wohl bekannt.

    Die Meinungen gehen stark auseinander, werden emotional und radikal geführt, manchen ist es schon zu viel, andere wiederum äußern sich unablässig zu diesem Thema.

    Mich würde interessieren, wie gerade die Nutzer dieses Forums zu dem Thema stehen.

    Island ist robust und sensibel zugleich, unberührt und berührt, ein Kleinod oder ein Touristenmagnet sondergleichen? Die Gegensätze sind gewaltig. Aus diesen Gesichtspunkten interessieren mich gerade die Meinungen der Mitglieder hier.

    Wie beeinflusst die (weltweite) "Dieseldiskussion" das Reisen nach und in Island?

    Sehr interessant wären auch die Ansichten von Isländern selbst.

    Ich selbst möchte mich gleich outen:

    Ich fahre einen Diesel Euro 6, den ich auch in Island fahre. (Keine Verschiffung, sondern Norröna).

    dankeschoen1

  • Ich fahr gerne meinen V8 :P
    Hey, ausserdem heisst das, dass wir bald alle super günstige Dieselfahrzeuge aus Deutschland importieren können ;)

  • Hey, ausserdem heisst das, dass wir bald alle super günstige Dieselfahrzeuge aus Deutschland importieren können

    Wenn das so wäre!

    Stattdessen kassiert man 5000.- Euro , wie sagt man dazu - Abwrackprämie glaube ich- und ein völlig intaktes, gut gepflegtes Auto, mit einem Wert von 9000.- Euro muss (!!!) in die Presse.:patsch:

    Dieses Konjunkturprogramm kann keiner mehr erklären.

    :cursing:

  • Auch in Island gibt es Diskussionen um Dieselabgase. Allerdings deutlich entspannter als in Deutschland, wo das Thema durch vorsätzliche Falschmeldungen der unseriösen Deutschen Umwelthilfe künstlich hochgekocht wird.



  • Vergleicht man alleine mal die Fahrzeugdichte (Anzahl der Fzg. pro Quadratkilometer), wird klar, dass das Problem (so es denn eines ist) überschaubar ist.

    Im Großraum Reykjavík ist die Fahrzeugdichte wahrscheinlich höher als in einer vergleichbaren deutschen Stadt.
    Derzeit ist aber die Diskussion um die Feinstaubbelastung durch Spikes aber größer als die wegen der Abgase.
    Wobei zum einen der, laut deutschen Experten, in Island falsch verarbeitete Asphalt dabei eine große Rolle spielt und Studien aus Skandinavien zeigen, dass durch regelmäßige Straßenreinigung die Feinstaubbelastung durch Spikes erheblich gesenkt werden kann.

  • Wobei zum einen der, laut deutschen Experten, in Island falsch verarbeitete Asphalt dabei eine große Rolle spielt und Studien aus Skandinavien zeigen, dass durch regelmäßige Straßenreinigung die Feinstaubbelastung durch Spikes erheblich gesenkt werden kann.

    Hey Sven,

    der erste April ist noch hin.

    Ist das ein Scherz? Kann ich kaum glauben.



  • Das Absurde an der ganzen Diskussion ist doch, dass die Grenzwerte der Feinstaubbelastung in Werkstätten um ein Vielfaches höher ist :patsch:

    Ich fahre in diesem Jahr ohne schlechtes Gewissen mit meinem eigenen T5 und Euro 4 Plakette in Island umher und werde es ganz außerordentlich genießen.

  • Vor allem lenkt der ganze Aktionismus um die Dieselabgase davon ab , dass die Verkehrspolitik insgesamt in vielfältigen Aspekten völlig neu konzipiert werden muss, wenn man wirklich etwas gegen die Luftverschmutzung unternehmen will. Und das hieße, dass das (Privat)Auto insgesamt im Gesamtverkehrsaufkommen eine deutlich untergeordnete Rolle spielen müsste. Aber das auch nur zu denken, ist in unseren autoverliebten Gesellschaften, ob Deutschland, Island oder wo auch immer, unmöglich.

    Im Moment sind die Hausfrauenpanzer (ob Diesel oder Benziner, keine Ahnung) groß in Mode und sprießen hochglanzpoliert und dick und fett auch in deutschen Städtn wie Pilze aus dem Boden...

  • Bei der Diskussion um den Diesel geht es in der EU um Stickstoffoxide oder kurz Stickoxide. Dies ist nicht gleich zu setzen mit Feinstaub sondern die Stickoxide (NOX) sind nur ein Teil der Feinstaubbelastung. Deshalb sollte man nun auch nicht alles in einen Topf werfen.

    NOX ist nun leider ein besonders gesundheitsschädlich Stoff und hier sollte in jedem Fall eine deutliche Reduzierung in Ballungsgebieten angestrebt werden. Technisches ist dies ja schon lange möglich, es muss nur umgesetzt werden!


    Gruß Olaf


    Website



  • OK, aber da es ja laut Threadtitel um den Diesel geht, beziehe ich natürlich auch meine Antworten darauf. Tatsache ist eben, dass die NOX-Werte in den letzten 7 Jahren gerade einmal um 3 mg (von 65 auf 62) reduziert wurden und wir vom Grenzwert (40 mg) da doch eine ganze Ecke entfernt sind.


    Ja, auch ich finde das Auftreten der Deutschen Umwelthilfe meist etwas befremdlich aber auch hier ist Tatasache, dass die Grenzwerte nicht von der Deutschen Umwelthilfe beschlossen worden sind und sie auch nicht für die Überschreitung verantwortlich sind.


    Ich finde es eben beschämend, wenn man die Dieselmotoren sauber hinbekäme aber es am Ende nur um die Bezahlung geht. Ist die gleiche Diskussion wie damals beim G-Kat. Wenn es darum geht ein Navi oder Alufelgen für ein neues Auto als Ausstattung anzukreuzen, spielt oft auch keine Rolle, wenn dafür 1000-2000 Euro Aufpreis gezahlt werden muss.


    Im übrigen fahre ich auch ein Diesel und würde mich sicherlich nicht über Fahrverbote freuen aber im Augenblick hat man das Gefühl, dass die derzeitige Regierung einfach nur auf Zeit spielt.


    Gruß Olaf

    Website

  • Bei der Diskussion um den Diesel geht es in der EU um Stickstoffoxide oder kurz Stickoxide. Dies ist nicht gleich zu setzen mit Feinstaub sondern die Stickoxide (NOX) sind nur ein Teil der Feinstaubbelastung. Deshalb sollte man nun auch nicht alles in einen Topf werfen.


    NOX ist nun leider ein besonders gesundheitsschädlich Stoff und hier sollte in jedem Fall eine deutliche Reduzierung in Ballungsgebieten angestrebt werden. Technisches ist dies ja schon lange möglich, es muss nur umgesetzt werden!

    Der große Witz ist ja, das in Deutschland die Dummweltzonen auf Druck der Deutschen Umwelt Hilfe eingeführt wurden, obwohl erwiesen war, dass die Dieselabgase der älteren Dieselfahrzeuge nur im Promillebereich an der gemessenen Feinstaubbelastung schuld waren. Dennoch mussten dann insbesondere Handwerksbetriebe und Familien mit Kindern ihre Fahrzeuge gegen neuere ersetzen, mit großen finanziellen Belastungen.
    Die Autoindustrie reagierte darauf mit geänderter Motoreinstellung und DP-Filtern um die Feinstaubemissionen für die grüne Plakette zu optimieren, allerdings bei den meisten Fahrzeugen verbunden mit einem höherem Stickoxidausstoß!

    Nun da die Feinstaubbelastung durch die Dummweltzonen nicht geringer geworden ist (wie sollte sie auch, da der größte Anteil des Feinstaubs durch Haus- & Industrieabgase sowie Reifen- & Bremsabtrieb verursacht werden und die alten "dreckigen" Diesel die man nun verbannt hatte nur geringe Feinstaubemissionen verursachten) treibt die DUH die Stickoxidbelastung als Sau durch die Städte.
    Und auch hier wieder mit Fakten die wissenschaftlich nicht fundiert sind.
    Und wenn nun Hamburg Fahrverbote für Diesel-PKW bis Euro 5 einführen muss, obwohl der Anteil der Stickoxidbelastung durch Dieselfahrzeuge minimal gegenüber den Stickoxidbelastungen ist, welche von den Schiffen im Hamburger Hafen verursacht werden, dann kann man sich nur an den Kopf fassen.

    Als nächstes werden von der DUH dann die vor von ihr bislang als sauber bejubelten Benziner an den Pranger gestellt, deren Feinstaubemissionen sind nämlich drastisch höher als die der Dieselfahrzeuge.

    Ein kleiner Hinweis zur DUH: Diese ist kein Umweltschutzverein sondern eine sehr dubiose Lobbyinstitution mit fragwürdiger Finanzierung.


  • Natürlich spielen die auf Zeit - je länger die das ganze hinziehen desto weniger Euro 4 und 5 Diesel gibt es und desto kleiner wird das Problem das man entsorgen muss (wie auch immer das dann passiert).

  • Ja, Sven Du hast völlig recht.

    Meine Position ist die: Autos mit Verbrennungsmotoren müssen so sauber wie möglich gebaut werden. Wenn sich der Stand der Technik ändert und es diese zulässt Autos sauberer zu machen sollte dieses auch geschehen. Desshalb verstehe ich eine "Softwarelösung" nicht.

    Im Momant erleben wir ja, dass flammneue Euro 6 Diesel die im Februar 2018 (!!!) gebaut wurden, auch von Fahrverboten in deutschen Innenstädten betroffen wären, wenn es soweit käme, weil sie die Euro 6 TEMP d Norm, ich hoffe ich habe diese Norm jetzt richtig wiedergegeben, nicht erfüllen.

    So ein Wahnsinn. Das ist ein reines Konjunkturprogramm.

    Es kommt einer Enteignung gleich und kann Privatpersonen und Kleinunternehmer in den Ruin treiben.

    Es müsste dann sowas wie einen Bestandsschutz geben, welche das Fahren der Autos noch erlaubt.

    Aber das haben wir ja auch schon bei den grünen Plaketten erlebt. Selbst Anwohner dürfen nach der Übergangszeit ihr Auto abschaffen, weil sie nur eine gelbe Plakette haben.

    Das kann keiner mehr nachvollziehen.

    Dann kommt noch eine Plakette drauf. Vielleicht in blau, himmelblau. Zusammen mit Mautplaketten, Parkscheiben und dem Aufkleber beim Empfang des Autos in Island, kann man bald nicht mehr durch die Scheibe gucken.


    Nochmal. Ich bin sehr umweltbewusst. Ich trenne Müll in 4 verschiedene Tonnen, habe Pflanzen im Garten, spare Strom mit LED Lampen, werde niemels ein Kreuzfahrtschiff betreten:blerg:

    und versuche möglichst wenig zu atmen um wenig Sauerstoff in was auch immer zu verwandeln.

    Aber ich fahre einen Diesel, aus Überzeugung!


    So, ich möchte es nicht versäumen mich bei allen, die sich hier so kompetent geäußert haben und hoffentlich auch noch weiter äußern werden werden, zu bedanken.


    Freue mich auf weitere Beiträge!

    islandwinke