Auswandern - ein neuer Lebensabschnitt

  • Guten Morgen :)

    Mein Name ist Leonie und bin ich 17 Jahre.

    Ich habe mich schon seit einiger Zeit dafür interessiert auszuwandern. Momentan gehe ich in die 12. Klasse und wollte dann eine Ausbildung in Deutschland beginnen. Auf einigen Seiten habe ich mich informiert, dass Hotelfachkräfte, Bürokauffrauen und Krankenpflegerinnen gesucht sind und man mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% übernommen wird. Meine Englischkenntnisse sind schon gut und werden weiter ausgebaut. Isländisch zu lernen möchte ich auch bald anfangen zu lernen, um ein wenig Vorkenntnisse zu haben. :) Einigen Fragen bleiben mir aber noch trotzdem offen:

    1. In einem Beitragen von hier 2011 hieß es ich, sehr schwer angestellt zu werden und das Gehalt wäre nicht sehr viel. stimmt das? (der jetztige Wechselkurs liegt bei 122,24 ISK)

    2. Würden am Anfang auch sehr gute Englischkenntnisse ausreichnen?

    3. Könnte man mit einem Startkapital von 5000Euro gut leben (die ersten 3 Monate)?


    Ich würde mich sehr über Antworten und Ratschläge freuen:saint:Sunflower--Smiley

  • Kennst du Ísland schon zu allen Jahreszeiten mit seiner Dunkelheit im Winter und seinen Wetterkapriolen das ganze Jahr über?

    Hast du denn mal die Probleme auf dem Wohnungsmarkt verfolgt? Ein kleines Zimmer in einer WG kann ca 100.000 Isk/Monat in Reykjavík kosten zur Zeit und es bewerben sich immer sehr viele. Ein Zimmer zu finden ist oft das größte Problem.

    Fließend isländisch wird sicher bei Bürotätigkeiten gefordert, im Hotel-/Tourismusbereich kommst du meist mit gutem Englisch weiter.

  • Das mit dem Wetter ist mir bekannt ja. Ich werde auch nochmal 3-4x Urlaub dort machen und mich mit dem vertraut machen. Mit dem Zimmer und den Kosten dazu wird zwar eine Umstellung sein, aber dafür war zum Teil auch mein Startkapital zum überbrücken gedacht. Danke für deine Antwort:)

  • Hallo Leonie,

    Erzählst du uns, warum du auswandern willst?

    Dann kann man dir besser aufzeigen, ob du an deinem Wunschland bessere Bedingungen vorfinden wirst.

    Mir geht es zum großen Teil um die Kriminalitätsrate und ich möchte einfach in die Kultur der Isländer eintauchen möchte. Sie sind dort freundlicher als hier in Deutschland zum Teil. Und allein die Natur dort ist beeindruckend.

  • Liebe Leoniie,


    Du bist 17 Jahre alt und stehst am Anfang Deines Lebens.

    Sich ein Land auszusuchen, wo die Menschen anders sind als in Deutschland kann ich gut nachvollziehen.

    Jedoch ist Island anders. Bedenke wirklich die vielen Hinweise hier im Forum auf die lange dunkle Jahreszeit, die Widrigkeiten beim Wetter.

    Du kannst mit einem Urlaub nicht Dein Leben in Island planen.

    Vielleicht solltest Du so etwas wie einen Schüleraustausch machen, oder ein Jahr als au pair dort verbringen.

    Ich war Anfang 30 als ich über das Auswandern nach Island nachgedacht hatte.

    War dort schon oft gewesen und habe bis heute nicht den Mut dazu, es zu tun.

    Wenn Du nach einem solchen Jahr in Island, wie ich es oben erwähnt habe, immernoch diesen unbändigen Wunsch hast, dann kannst Du Dich daran machen und Deinen Plan verfolgen.islandwinke

    Soweit ich weiß gibt es besonders im Süden einige Deutsche, die in Island leben.


    Ansonsten fehlt mir die Erfahrung um Dir weiterzuhelfen.



  • Das größte Problem wenn man in den Großraum Reykjavík ziehen möchte ist das Thema Wohnung.
    Nicht nur die Preise sind ein Problem, die Nachfrage übersteigt einfach das Angebot.
    Ohne Vorort zu sein, wird es schwierig eine Wohnung zu einem marktgerechtem Preis zu finden.
    Meine Tochter ist letztes Jahr nach Reykjavík gezogen und wir haben einige Zeit gebraucht bis wir ein Zimmer in einer WG für Sie hatten. Teilweise gab es 200 Bewerber auf Wohnungen und Zimmer und ohne direkt Vorort zu sein, hat man eigentlich keine Chance. Wir hatten das Glück, dass es von uns nur 50 Minuten Fahrt bis ins Zentrum von Reykjavik sind und wir dadurch schnell und spontan zu Besichtungs- /Vorstellungsterminen fahren konnten, und nur dadurch haben wir letztendlich das Zimmer bekommen.

    Anders ist es, wenn man auf dem Land zum Beispiel bei einem Hotel anfängt, entweder wird da ein Zimmer / eine Wohnung gestellt oder man bekommt im Vergleich zu Reykjavík vergleichsweise einfach eine Wohnung.

  • Die Kriminalitätsrate ist in den letzten Jahren in Island übrigens steil nach oben geschossen.
    Die guten Zeiten sind leider vorbei, Osteuropäische Banden, Drogenbeschaffungskriminalität und sonstige Kriminalität sind inzwischen auch in Island angekommen.
    Es gibt inzwischen viele Wohnungseinbrüche, Auto-, Motorroller- und Fahrraddiebstähle. Auch Anhänger werden gerne gestohlen, vorgestern erst in der Straße meiner Tochter.
    Mir persönlich wurde in den letzten 7 Jahren zweimal das Auto aufgebrochen, einmal in Akureyri und einmal in Keflavík.
    Und auch Überfälle sind in Reykjavík insbesondere an den Wochenenden keine Seltenheit mehr.

  • In Island steigt zur Zeit stetig die Kriminalität mit Diebstählen, zunehmend auch aus Autos, Bandeneinbrüchen in Häusern und Wohnungen, Drogenmissbrauch, Obdachlosigkeit, Alkoholmissbrauch, Wirtschaftskriminalität ..........Es leben auch dort viele Nationalitäten mit anderem Verständnis zu Eigentum und Wert eines Menschenlebens. Vergewaltigungen gibt es nicht wenige, Missbrauch gibt es wie überall auf der Welt. Morde sind dagegen eher seltener.

    Die Politiker sind korrupt und mauscheln innerfamiliär. Auch nichts Neues auf der Welt.

    Das Gesundheitssystem ist auf beschwerdemässigem Level, funktioniert teilweise nicht.

    Das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite 😁. Und die rosarote Brille braucht Zeit um die Farbe zu wechseln.

    Beleuchte alle Aspekte. Gerade weil du noch so jung bist.

    Die Idee mit den au pair Jahr finde ich am geeignetsten, die Sprache zu lernen, Kontakte zu knüpfen und dich zu orientieren. Viel Glück. 🍀



  • Wenn man auswandern will (egal wohin) sollte man seine Infos nicht nur aus Reiseführer ziehen, sondern auch sozialkritische Romane und Sachbücher lesen und sozialkritische Filme gucken. In deutscher Sprache gibt es diesbezüglich wenig aber wer gut englisch kann, hat ne größere Auswahl.

  • Davon abgesehen, finde ich 5000,-- € Startkapital verdammt wenig, egal in welches Land man auswandern will.

    Sonst wurde ja schon alles gesagt.

    Ich bin der Meinung, dass man schlecht beraten ist, wenn man (ohne echte Not wie Krieg, Verfolgung, Hunger...) auswandern will, weil man weg will.

    Klarer und einfacher wäre es, irgendwo hin zu wollen!

    So sehe ich das auch! Und um irgendwo unbedingt hin zu wollen, muss man das Land und die Lebensbedingungen ja erstmal ausgiebig kennengelernt haben, um zu beurteilen ob man dort dauerhaft leben möchte.


    Ich würde auch meine Berufswahl nicht davon abhängig machen wollen, wo ich in diesem Land in welchem Zeitfenster Arbeit finden könnte.


    Mit 17 Jahren die Welt entdecken zu wollen und Möglichkeiten auszubalancieren , kann ich gut verstehen und ist heutzutage wesentlich machbarer als zu der Zeit als ich so jung war. Aber gleich fest auswandern zu wollen????

  • Mir geht es zum großen Teil um die Kriminalitätsrate und ich möchte einfach in die Kultur der Isländer eintauchen möchte. Sie sind dort freundlicher als hier in Deutschland zum Teil. Und allein die Natur dort ist beeindruckend.

    Kriminalitätsrate da musst du schon genauer sein, wenn du Mord, Vergewaltigung oder Totschlag meinst bist du in Deutschland ziemlich sicher, die Zahlen sind seit jahren stabil und die Wahrscheinlichkeit recht gering. Besonders gering wenn du ausschließen kannst das weder deine Familie noch dein Lebenspartner dir irgendwas anhaben will. Also allein von der Sicherheitslage ist Deutschland top. also den Punkt unbedingt noch einmal überdenken.

  • Hallo Leoniie,


    ich wollte Dir noch sagen, dass es hier wohl keinem Forenmitglied darum geht, Dir Deine Idee madig zu machen. Wenn man ernsthaft über einen solchen Lebensweg nachdenkt, sollte man auch früh damit anfangen.

    Nimm die Ratschläge als gut gemeinte Tipps an, vielleicht sogar als Warnung keine übereilten und nicht gut vorbereiteten Schritte zu unternehmen.

    Menschen reisen nicht nur nach Island aus, sondern in viele Länder der Welt.

    Ob jemand in Deutschland zufrieden leben kann oder nicht, hängt von jedem selbst und persönlich ab. Wer in Island sein Glück wirklich sucht, wird es finden.

    Vielleicht hören wir ja in ein paar Jahren von Dir wie Du Dein persönliches Glück gefunden hast. Vielleicht in Island?:girl:islandwinke

  • Auf Kaffeetrinken in dem abgefahrenen Lokal an der Tankstelle unterm Grábrók habe ich mich so gefreut. Die paar Brocken isländisch ausprobieren die ich kann: „Gosan dajen. Jäch eitla as fau tvö kaffi mes mjölk. :-)“

    Das Mädchen hinter der Theke hüpft von einem Bein aufs andere „Please Sir, englisch please?“ - „ok, so where are you from?“ - „France“ - „Dö Kaffee au lä silte plä.“

    Eine gute Tat am Tag - checked.

    Die Rezeption im Hotel Hellnar - am selben Tag - war polnisch / französisch besetzt, ach ja, auch der Tag - Führung durch Bjarnarhöfn von einer Italienerin.

    Im Seegrafen, dass Jahr nachdem Kjartan verschied, wurden die Touris vor mir auf englisch, italienisch und französisch abgefertigt. Ich bekam ein - i don’t understand you - neues Personal aus Griechenland :-)

    In all den Jahren stand letzten Sommer das erste Mal ein Isländer an der Kasse im Babalú.

    Leoniie such Dir doch für die nächsten 3-4 Islandbesuche ‘nen Ferienjob. Das macht die Sache billiger, Du kannst Dein zukünftiges Klientel schonmal beschnuppern, Kontakte knüpfen und Dich auf dem Arbeits-, Ausbildungs- und Wohnungsmarkt schlau machen. Isländisch lernt sich am besten vor Ort - z. B. an der Uni



  • Schöne Geschichte:)

    Ja das will alles genau vorher planen. Mit einem Ferienjob hört sich auch sehr gut an ^^

  • Hallo Leonie,

    trau dich! Was hast du zu verlieren? Du bist jung, hast wahrscheinlich keine Verpflichtungen (Kinder) und dein Mut wird mit unglaublichen Erfahrungen belohnt. Bring erst mal die Schule erfolgreich zu Ende, mach eine gute Ausbildung, dann steht dir quasi die Welt offen. Auswandern ist schließlich nicht in Stein gemeißelt. Wenn es dir nicht gefällt oder du nicht so gut zurecht kommst wie erhofft, kannst du jederzeit wieder zurück kehren. Ein Job z. B. in der Tourismusbranche würde dich erst mal über die Runden bringen, möglicherweise könntest du auch in Reykjavik studieren oder ein Praktikum absolvieren. Wäre ich noch mal 17, ich würde es machen.