Bald Touristensteuer in Island?

  • Ich habe gar nichts gegen so etwas wie den einmal angedachten Naturpass. Aber:auch bei EasyJet verdient der Flughafen Keflavik Geld, und wer von vollen Zimmern dank Booking profitiert, zahlt natürlich Gebühren, verdient aber selbst auch ganz nett. Bei den derzeitigen Preisen in Island kommen da schöne Einnahmen zusammen und manch einer hat da auch das Maß verloren und nutzt zusätzlich seine oft ausländischen Angestellten aus (ich denke da an einen bestimmten Reitveranstalter). Ich weiss nicht wie viele Steuern und Abgaben Isländer zahlen und wie die touristische Infrastruktur finanziert wird. Aber vermutlich könnte man da gut auf beiden Seiten Geld flüssig machen.

  • Ich weiss nicht wie viele Steuern und Abgaben Isländer zahlen

    Zum einen 11% bzw. 24% Mehrwertsteuer und dann die normale Unternehmenssteuer auf den Gewinn (je nach Unternehmensform 20 -36%). Unterkünfte zahlen zusätzlich die Übernachtungssteuer von 300,- ISk pro Zimmer, Stellplatz oder Haus und Nacht.


    Quote

    Dass der gleiche Flug (Direktpreis derzeit umgerechnet 215,-) aber je nach Vermittler dann zwischen humanen 226,- und abgedrehten 290,-€/Person kostet,

    Die Preisunterschiede bei den Vermittlern liegen meist am Wechselkursrisiko.
    Bei Kria-Tours legen wir die Preise z.B. im Herbst des Vorjahres fest, wir bekommen von vielen Anbietern in Island Preise in ISK. Nun müssen wir die Glaskugel befragen und einen Wechselkurs festlegen mit dem wir kalkulieren. Dabei kann man natürlich auch böse Überraschungen erleben, wie vor 2 Jahren wo die Krone mitten in der Hochsaison um über 20% stieg. Es kann aber auch sein, dass die Krone während des Sommers nicht so stark wie erwartet steigt oder sogar fällt. Dann hat man plötzlich einen im Vergleich zum Direktpreis in ISK deutlich höheren Europreis im Katalog und auf der Webseite.

    Man kann sich zwar auch einen festen Wechselkurs bei darauf spezialisierten Banken sichern, allerdings kostet dieses einige Gebühren.

    Bei unserer isländischen Firma bieten wir nur Webbuchungen an und haben keinen Katalog und arbeiten nur mit Kreditkartenzahlung (was wir bei Kria-Tours aufgrund der in Deutschland deutlich höheren Zahlungsgebühren nicht anbieten) und können daher mit tagesaktuellen Wechselkursen arbeiten.

  • Ich würde mal vorsichtig behaupten wollen, dass auch viele Isländer sehr kreativ darin sind, dem ahnungslosen Ersttouristen möglichst viel Kohle aus der Tasche zu ziehen.

    Ja, solche Fälle gibt es leider auch. Bestes Beispiel ist die Blaue Lagune, deren Eintrittspreise gelinde gesagt nur noch als Wucher bezeichnet werden können.

    Freunde von uns wollten spontan in einem Hotel nahe des Jökulsárlón übernachten, angesichts eines Zimmerpreises von 950,- € für eine Nacht im normalen Doppelzimmer haben sie dann Abstand davon genommen.

    Für unseren eigenen Unterkünfte in Island haben wir die Preise in den letzten Jahren nur im Rahmen der Inflation und der Mehrwertsteuereinführung angehoben. Ich finde als Anbieter muss man fair bleiben.
    Und wir haben die Unterkünfte nicht bei Booking.com gelistet, da wir die fairen Preise nur bieten können indem wir keine kurzfristige kostenlose Stornierung anbieten.
    Eine Ursache für den starken Anstieg der Übernachtungspreise ist nämlich die immer mehr um sich greifende Unsitte mehrere Unterkünfte für den gleichen Tag zu buchen und dann kurzfristig sich für eine zu entscheiden und die anderen zu stornieren.
    Ein Bekannter von uns hatte letzten Juli sein gesamtes Hotel für eine Nacht leer stehen, da alle Buchungen über Booking gekommen waren und kurzfristig storniert wurden.

  • Die Stornierungsmöglivhkeiten bei booking haben sich in den letzten Jahren geändert. Es gibt kaum noch Unterkünfte, wo man bis 24h vorher gratis stornieren kann, meist sind es 3, oft 7 Tage. Da wird man, zumindest in der Hochsaison sein Zimmer noch los. Und spontan je nach Wetter stornieren ist nicht mehr drin.



  • Es gibt kaum noch Unterkünfte, wo man bis 24h vorher gratis stornieren kann, meist sind es 3, oft 7 Tage.

    Das haben dieses Jahr einige Hotels und Gästehäuser aufgrund der negativen Erfahrungen geändert.
    Dazu gab es viele Diskussionen in isländischen FB-Gruppen. Eine schnelle Suche für Mitte Juli zeigte aber immer noch 753 Unterkünfte in Island, die kostenlose Stornierung anboten.


  • und wieviel seiner Kohle ihm bereits in anderen Ländern versteuert „abhanden gekommen ist“.

    Der Satz ist gut!!

    Ich erlebe jeden Monat mehr, das mir viel Geld irgenwie abhanden kommt.

  • yepp...für September in Island ist zwischen 3 und 15 Tagen alles dabei.

    für nächstes Jahr auch und stellenweise bis zu 50% Anzahlung 4 Wochen vor Anreise.

    Find ich O.K. Für den Fall, daß man z:B. gesundheitlich nicht reisen kann, ist die private Rücktritsversicherng da.

    Die Preise für Übernachtungen sind in den letzten Jahren aber stellenweise schon sehr nach oben gegangen. Ünertkünfte in die ich gern noch einmal gegangen wäre und beim Preis übertreiben meide ich nun.

    eine allgemeine staatliche Tourismusabgabe, die wirklich für Infrastruktur, Pflege von Wegen, Toiletten usw. genutzt würde. Das sehe ich nicht als "Strafe" für die Touristen, sondern als einen notwendigen Beitrag zum Erhalt von Landschaft und touristischer Infrastruktur.

    das wäre für mich O.K. und ich denke viele die Island lieben sehen das ähnlich.

    es käme hoffentlich dem Land zu gute und erhält dessen Einzigartigkeit


    Zimmerpreises von 950,- € für eine Nacht im normalen Doppelzimmer

    dann doch lieber im Schlafsack, neben der Strasse......duck und weg ;)



  • Und was passiert mit den dann ja massiv gestiegen Einnahmen aus MwSt. Und Unternehmenssteuer? Da ließe sich ja gut in Infrastruktur investieren?

    Das mit der Stornofrist von mindestens 3 Tagen war schon im letzten Jahr so. Und wenn Du bei booking nach Angeboten mit kostenfreiem Storno filtert, kommt alles was irgendwann noch storniert werden kann und sei es 6 Wochen vorher.

    Die Kreuzfahrer lassen vermutlich mehr Geld im Land als Leute die mit Zelt oder Wohnmobil und dem Kofferraum voll Lebensmittel anreisen. Meist buchen die ja so Ausflugspakete, die bis auf unrühmliche Ausnahmen von isländischen Anbietern organisiert werden und gehen oft auch irgendwo essen. Dafür verpestet der Diesel auch mehr die Umwelt.

    Eine Umweltabgabe,erhoben auf Flug, Fähranreise oder Kreuzfahrtschiff ist ok, aber Island sollte sich an seinen massiven Einnahmen erfreuen und selbst investieren.

  • Die Kreuzfahrer lassen vermutlich mehr Geld im Land als Leute die mit Zelt oder Wohnmobil.....................

    Das glaube ich nicht!!!!!!!!!!

    In den Ausflugspaketen ist schon pauschal fast alles enthalten.

    Und zum Essen gehen, bleibt kaum Zeit, zudem es auf dem Schiff ja nichts zusätzlich kostet.

  • Es gab doch vor zwei, drei oder auch vier Jahren schon mal Erhebungen dazu, dass Kreuzfahrer quasi kein Geld im Land zurücklassen. Dafür aber viel Müll & Dieselabgase.

    Genau wie besagte Camper, die ihr Fahrzeug mit Lebensmitteln vollknallen und den gesamten Verpackungsmüll etc. da lassen. Und dann noch stolz in einschlägigen FB-Gruppen rumtönen, wie clever sie doch sind.

  • Na klar sind die Kreuzfahrer der größere Anteil, aber die tönen auch nicht durch FB-Gruppen, wie clever sie doch sind ;) Kreuzfahrer verschwenden sicher eher keinen Gedanken daran, wie sie im besuchten Land möglichst kein Geld ausgeben, weil sie eh alles schon gebucht und damit inklusive haben.



  • Als Womo Fahrer nehmen ich selbstverständlich einige Lebensmittel mit. So die absoluten Lienlingssachen eben. Aber wir kaufen trotzdem sehr viel in Island ein. Man braucht ja Brot, Gemüs,e Salate, Milchprodukte, Würst, Käse und was weiß ich nicht noch alles im Gegensatz zu den Kreuzfahrern mit all inclusive kochen wir oder gehen halt mal an der Tanke was essen. Ich weiß nicht wie die anderen das machen, aber so viel passt ja auch in ein Womo nicht rein wenn du es nicht hoffnungslos überladen willst.


    Was ich ganz vergessen habe, ich wäre gerne bereit eine Umweltabgabe oder ähnliches zu bezahlen. Wenn es sich in einem vernünftigen Rahmen wäre. Und auch sinvoll verwendet würde.

  • Wir arbeiten ja auch mit Kreuzfahrern, ich kann aber feststellen dass von Jahr zu Jahr die Kreuzfahrtpassagiere weniger Geld in Land ausgeben wollen. Und bei den Touren ist tagsüber wenn überhaupt nur ein Imbiss erwünscht, da "richtiges" Essen es kostenlos an Bord gibt. Kreuzfahrer sind die Kunden, die Souvenir- & Imbissbuden an den Sehenswürdigkeiten wollen, was Langzeiteisende gerade nicht wünschen.

    Da ich selbst gerade über die Anschaffung eines solchen Teils nachdenke, rechne ich gerade ziemlich viel rum:

    Ich brauche schon mindestens vier Wochen Aufenthalt, dass die Anfahrtskosten (einmal quer durch Deutschland: 1.250 Km Freiburg - Hirtshals pro Weg + Fährkosten) günstiger sind, als Womo-Miete + Flug...in der Hauptsaison!

    Die Berechnung ist falsch. Unsere Wohnmobil-Verschiffungskunden sind im Schnitt nach 10 Tagen in der Hochsaison günstiger dran im Vergleich zur Womomiete in Island (wir bieten ja beides an).

  • Wenn ich das richtig verstehe, was Sven auch sagt, buchen die Kreuzfahrtschiff ihre Ausflüge bei lokalen Anbietern oder chartern zumindest isländische Busse, da fließt also sehr wohl Geld, auch wenn es, da ja immer mehr Leute mit kleinerem Budget Kreuzfahrten machen, immer billiger sein muss.

  • Bei den Kreuzfahrtschiffen ist es so, dass man entweder direkt bei den Reedereien (teuer) seine Landausflüge buchen kann oder halt selbst bei alternativen Anbietern.
    Da gibt es zum einen die normalen Aktivitäten, wie Walbeobachtung, welche die Reedereien auch nur bei den lokalen Anbietern buchen, diese jedoch mit Aufschlägen zwischen 50% und 100% weiterverkaufen.
    Und die Reedereien lassen sich von Incoming-Agenturen Bustouren zusammenstellen, die sie dann verkaufen.

    Alternative Anbieter wie wir bieten zum einen Aktivitäten der örtlichen Anbieter zum normalen Preis an, organisieren aber auch selbst Bustouren, in unserem Fall Kleingruppentouren. Außerdem bieten wir Mietwägen in den Häfen an und der Kunde bekommt von uns ein Roadbook.

    Erfahrene Kreuzfahrer wissen, dass die Reedereien die Landausflüge überteuert anbieten und suchen daher im Internet nach Alternativen, oft werden diese auch in Kreuzfahrtforen als Tipps gepostet.

    auch wenn es, da ja immer mehr Leute mit kleinerem Budget Kreuzfahrten machen, immer billiger sein muss.

    Diesen Trend merken wir seit dem letzten Jahr verstärkt. Die Kreuzfahrtpreise in den Norden scheinen ja stabil geblieben zu sein, von daher scheinen verstärkt eine Kunden mit geringerer Kaufkraft Kreuzfahrten zu buchen.
    Auch gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Reedereien und Schiffen, umso größer der Kahn um so eher wird nach preisgünstigen Touren gefragt.

  • Quote

    6m Länge, 2,80m Höhe, 2,20m Breite, 3,5t

    Km-Kosten darfst du gerne mit 0,70€ annehmen.

    Ich komme aus Freiburg (Plz 79...)

    Das sind 36,96m³, die Verschiffung kostet somit 1.938 ,- € zuzüglich 517,44 € Bunkerzuschlag und 184,80 US$ Seca-Zuschlag.
    Freiburg ist ja nun in der untersten Ecke von Deutschland mit ca. 820km Entfernung, da könnte schon der Speditionstransport eine Alternative sein, nach Rotterdam sind es ca. 650 km.
    Viele unserer Kunden verbinden die Anlieferung und Abholung mit einem Kurzurlaub, sie fahren Freitagsabends in den Norden und geben dann Montags das Fahrzeug ab und fahren mit der Bahn nach Hause oder fliegen zurück.
    Großzügig gerechnet läge man bei diesem Fahrzeug und Heimatort Freiburg und Verschiffung ab/bis Rotterdam alles zusammen (An-& Abreise & Urlaubstage) bei ca. 4.200,- €


    Beispielhaft gerechnet kostet ein TC Medium in der Hochsaison für 10 Tage ohne Extras bei uns 4.099,- €