Island die Vierte

  • 31. August

    Abschied von Storá-Laugar. Gestern abend hatte ich dann noch einen ultimativen "Lustigkeits-tick".

    Mehrere der zart gebauten asiatischen Damen sind in den Hot Tube gehüpft und haben sich selbstverständlich gut amüsiert, dann......kam ein Herr, ungefährer Umfang von 3 Asiatinnen oder mehr und wollte mit in den Tube. Groß genug war er ja, der Tube (mask.???). Wenn ich nicht vom Fenster weggegangen wäre, hätte ich lauthals gelacht. Es war jedenfalls ein Bild für die Götter :D.

    Mir haben die 3 Nächte gut getan, ich bin wieder fit und die Jungs, die für saubere Wäsche, saubere Küche, saubere Zimmer und und und sorgen, haben von mir als Danke eine Flasche Whiskey bekommen. Nun ist der Stoff auch weg. Ich trink sowas alles ja nicht. So'n gute Flens würde ich aber nicht verschenken, ach ja doch....das kommt aber noch.

    Es geht Richtung Hauganes, ich will mich mit Doris treffen. Ich hab's ja schon mal geschrieben, die müssen die Landschaft in 2 Jahren neu aufgebaut haben. Alles sieht so anders aus, so neu, so überraschend. Vor dem Goðafoss wird ein Stück Straße neu geteert. Mmh, Goðafoss ja oder nein? Es ist recht voll und die Busse geben sich die Reifen in die Hand. In irgendeinem sitzt Jutta. Ich guck immer, ob ich sie erkennen würde.

    Goðafoss nein, weiter geht es. Irgendwann sehe ich Akureyri. Eigentlich wollte ich dort auch noch einen Tag verbringen. Zu guter Letzt hat's nicht gereicht.

    Es ist mal wieder ein Novum einfach einer kleinen Straße zu folgen und dann in einem Ort mit ca. 40 Einwohnern zu landen. Das merk ich mir8).

    Wir gehen ein bisschen spazieren und Doris zeigt mir ein paar Fotogeheimnisse


    Farbenspiel


    Kunstwerk


    Steinkunst


    Es geht wieder ein Stück zurück, wir wollen in einem noch kleinen Ort etwas essen. Und manno, das war so lecker. Klar, dass der Kaffee und ein Stück Kuchen dann auch noch Platz im Magen gefunden haben. Zum Vertreilen der Speisen sind wir dann durch die alte Heringsfabrik gestiefelt. Leider war die Gerberin nicht da, dafür gab es aber wieder schöne :nummer1: Bilder. Ne nix da, Berge, Wasser und so habt ihr genug.

    Durchblick


    Whalewatching


    Doris, was guckst Du???


    Ein wunderschöner Tag, mal ein anderer Islandtag. Wir verabschieden uns und ich fahre zurück bzw. vor nach Hauganes zum CP, und der bot am kommenden Tag wieder eine Überraschung .




  • Álfadrottning

    Ich schenke dir ein Pärchen. 🐏 🐑


    Stelle es bei dir unter, dann hast du immer das richtige zur Verfügung. :)

    uiiiii :)
    Takk kærlega! Die werden doch sofort eingesammelt. ;)

    Foto--Smiley🐏 🐑🐏 🐑🐏 🐑🐏🐏 🐑🐏 🐑🐏 🐑🐏 🐑🐏 🐑🐏 🐑 🐑🐏 🐑🐏 🐑 wikinger1🐎 :girl: 🐎 🐎



  • 1. September – Hauganes

    Welch ein schöner Tag, die Sonne scheint und es ist warm genug bei geöffneter Tür zu frühstücken.

    Ein kurzer Rundumblick, aha, da steht ein typisch deutsches Auto, schnell geluschert – jo, mit Münchner Kennzeichen. Ich bin mir sehr sicher, dass es sich nur um eine Fahrerin handeln kann. Warum? Na ist doch klar. Frauen geben sich mit einem Kombi zufrieden, Männer hätten sich noch ein kleines Schlafzelt neben das Auto gestellt.

    Recht gehabt es ist eine Frau. Sobald sie aus dem „Häuschen“ heraus kommt, werde ich sie fragen, ob sie einen Kaffee mit mir trinken möchte. Also warte ich, und schaue, und warte und warte. Was macht man nur solange in einem Klo mit Waschbecken? Das wollen wir jetzt mal nicht vertiefen.

    Da ist sie - Gelegenheit genutzt und gefragt und klar will sie mit mir Kaffee trinken. Wir haben eine wirklich gute Unterhaltung. Gabi kommt von einem Aufenthalt in Grönland und fährt in ein paar Tagen mit der Fähre zurück. Gemeinsam wollen wir die Hot Tubes unten am Strand noch unsicher machen.

    Ich komme etwas später und sehe in einer Tube Gabi, in einem anderen Tube ein Paar, das sich dann auch als deutsches Paar herausstellt.
    Schnell geduscht, Handtuch auf der Außenbank abgelegt und ab ins Warme.

    Kinder ist das schön – direkter Blick aufs Meer, Sonne…was kann uns der Himmel schöneres schenken.

    :huh: Ich glaube der Mann benutzt gerade mein Handtuch zum Abtrocknen, aber sicher bin ich mir nicht, doch ich bin mir sicher – wenn‘s schön macht! Der Irrtum hat sich dann aber mit seiner Frau geklärt und ich erkläre, dass es mich nicht umbringen wird.

    Gabi will noch ins Wasser – ins kalte Wasser am Strand. Bibber, zitter. Das muss natürlich mit der Kamera festgehalten werden und ich trau mich auch, zumindest mit den Füßen und das tut richtig weh. Hätte ich Badeschuhe an (Sicherheit, unbekanntes Gewässer), ich glaub ich wär noch weiter reingegangen. Ein Bild? Ne, das gibt es nicht, so wahnsinnig hübsch bin ich nicht mehr und im Vertrauen, in den drei Tubes ist es weit angenehmer, also schnell wieder da rein.



    Blick von den Hot Tubes


    Unfreiwillig wurden wir dann zur Touristenattraktion. Einer kleinen Gruppe Amerikaner wurde die wunderbare Erfindung der Hot Tubes vorgestellt und wir mittenmang. Wir kamen natürlich ins Gespräch und wie so oft wurden wir bewundert, weil wir ohne Männer unterwegs waren.
    Und wo sind die Frauen der Herren der Schöpfung????



    Tschüß Hauganes. Ich komm wieder.


    Ich will heute zurück nach Reykjahlíð, mich mit Doris treffen, denn morgen ist Schafsabtrieb. Klar, ein bisschen Hin- und Hergefahre, aber mich hetzt ja keiner und irgendwie ist die Landschaft jedesmal wieder schön. Gabi will auch auf den CP Bjarg, wir werden uns da dann wieder treffen. Das ist ja das reinste „Weibertreffen“.

    Eben noch die Benutzung der Hot Tubes bezahlen und dann ab auf die Piste. In Akureyri noch fix ins Netto etwas einkaufen. Dort gibt es richtige Brötchen! Offenbar Vater und Sohn unterhalten sich über die Brötchen und Preise und ich geb‘ meinen Senf dazu. Prompt werde ich mit einem Blick der töten könnte bestraft. Ok, sorry, war nix :/.

    Goðafoss – anhalten? Ne, lieber weiterfahren. Ich komme an Laugar vorbei und wundere mich zum wiederholten Male, wo hier der ausgewiesene CP sein soll, nicht der private weiter durch den Ort.

    Jetzt beginnt die Strecke, die ich lieben gelernt habe. Wahrscheinlich kann ich das von vielen Strecken sagen, aber hier empfinde ich das ganz bewußt. Ich fahre auch lieber die 832 entlang. Nächstes Jahr muss ich unbedingt das Vogelmuseum besuchen.
    Doris ist bereits auf dem CP und wie für mich bestellt, ist ein Platz neben ihr frei.

    Der CP ist wirklich ein Traum, direkt am Wasser, hügelig nicht „null-acht-fuffzehn“. Wunderbar.

    Ich weiß gar nicht mehr genau, wie wir den Abend verbracht haben. Vom Wein geschnasselt?


    Tja und nun muss Siggi doch tatsächlich noch einen Bericht abwarten, bis er dran ist, denn morgen ist ja Schafsabtrieb.

  • ahhhrrrggg wieder so ein Cliffhänger hahahaha Du machst es aber auch spannend... 8o

    ...beim nächsten seid ihr dran ;). Die Bilder müssen noch vom Handy auf den PC, andere Bilder kleiner gemacht werden, dann folgt dasAussuchen der Bilder undwie das ausgeht, könnt ihr euchwohl denken:

    1. Bild - ach was war da schön

    2. Bild - was hat das Spass gemacht -

    3. Bild bis 694. Bild - lange lange lange angucken, schmachten, sehnsuchtsvoll gucken,

    letztes Bild - nach gefühlten 3 Stunden und tatsächlichen 5 Stunden - zum Glück geht es in weniger als 8 Monaten wieder los. Wird auch Zeit GoIceland



  • 2. September – Sonntag

    Ohne Doris hätte ich wohl nichts gewusst vom Schafsabtrieb. Es sollte sich als das Ereignis meiner Reise herausstellen, welches mich am meisten berührt hat.

    Wir wussten ja, früh aufstehen war angesagt, Gabi wollte auch mit, aber in ihrem Kombi ist noch Ruhe. Doris ist die Frühaufsteherin, muss sie auch, denn sie muss ja jeden Morgen ihre Isländisch-Lektion lernen Taetschel-Haetschel.

    Und plötzlich: „Die Schafe kommen“. Weder gewaschen oder geduscht, noch gekämmt oder Zähne geputzt, von Frühstück ganz abgesehen Áfram Áfram, hurtig auf die Straße.

    Der Anblick, wie unzählige Schafe mit ihren Treibern die „1“ runterkamen….Schafe, Schafe, Schafe, nichts als Schafe. Die Arbeit der Menschen und die gute Laune, Wahnsinn! Einige Male mussten auch die Zuschauer gebeten werden Platz zu machen, um die Schafe nicht zu verunsichern.



    Im Gleichschritt!


    Doris und ich hinterher zum Rettír. Dieser Rettír, dem ich bis dato gar nicht so sehr meine Beachtung geschenkt habe, ist noch alt und aus Lavasteinmauern. Dass er genauso noch genutzt wird, zeigt mir das Traditionsbewusstsein der Isländer. Auf dem großen Platz ist ein Zelt aufgebaut, man kann Kaffee und andere Getränke und selbstverständlich auch Hot dogs kaufen. Meine Börse ist im Auto, das ging alles ein bisschen zu fix für mich. Ich am Morgen bin wie…, hm fällt mir gerade nichts zu ein. Jedenfalls bin ich nicht gerade ein früher Vogel, eher die Eule.

    Der Sammelplatz in der Mitte füllt sich, Wollknäuel an Wollknäuel, eines hübscher als das andere und mein Liebling ist dann auch schnell gefunden.



    Wer will mein Lopapeysa werden?


    Dann mein Moment (s.o.). Zwei der Verantwortlichen halten eine kurze Rede und dann wird gesungen. Diese Emotionen, die da in einem hochkommen, das muss man erleben und natürlich sich auch darauf einlassen wollen.

    Vater, Mutter, Kinder, Oma, Opa, alle sind nun dabei die Schafe zu finden, die zu ihnen gehören. Stück um Stück werden die Tiere in das entsprechende Familiensegment geführt. Die Art, wie das gemacht wird und, dass sogar die Kleinsten bereits mithelfen dürfen – einfach toll.

    Ich bin geflasht!



    Besser als jede Playstation.

    Das soll für heute aber noch nicht alles sein. Wir haben uns mit Jutta und Hilmar verabredet, um zu Regina und Sigurður zu fahren. Wir treffen uns auf Siggis Hof, zunächst trudeln Jutta und Hilmar ein, dann beginnt das Warten auf die Schafe. Zwischenzeitlich dürfen wir uns auf dem Hof etwas umsehen.



    Das ist nicht das Wohnhaus :D

    Siggis Eltern erlauben uns auch zu fotografieren und Millionen Tierchen beobachten uns. Sie wollen uns genau kennenlernen, kriechen in die Ohren, in die Nasenlöcher, unter die Brille und ich weiß nicht wohin noch. Zum Glück gibt es dagegen die Mückennetze, wenn, ja wenn man dies nicht im Badraum auf dem CP liegen lässt. Ich bin wütend auf mich selbst und schimpfe und finde es gerade absolut nicht toll hier am See die Zeit zu verbringen – aber das sag ich nicht.



    Die beiden haben gut lachen - mit Netz :(

    Wir warten ziemlich lange, die Schafe sind nicht zu hören und Hilmar hat dann die rettende Idee. Alle Mann, eh ne, alle Frau in sein knallrotes Vehikel und ab zum Jarðboðin zum Kaffee trinken. Allein in das Auto hinein zu kommen ist ja schon eine Herausforderung und bestimmt seh‘ ich bei dem Unterfangen nicht gerade supertoll sportlich aus. Egal, da müssen sie alle durch.

    Ist schon putzig die Menschen im Bad diesmal von der Terrasse aus zu sehen. Und der Kuchen schmeckt so saulecker, da muss ich ein zweites Stück holen. Tja, Pech gehabt, ich wusste nicht, dass dieses Stück nicht süß, sondern deftig ist. Naja, nix wie runter damit.

    Es geht wieder los zu Siggis Hof und wir warten erneut. Irgendwie kommen wir auf Flensburger Pils zu sprechen und Hilmar bekommt eine trockene Kehle, aber auch das alkoholfreie lehnt er ab. Was soll man machen, wenn man schmachtende Männeraugen sieht Prost-Bier--Smiley – man verschenkt sein Bier! Eigentlich ja ein no-go, aber was tut man nicht alles für die Herren der Schöpfung. Und außerdem sind Jutta und Hilmar extra aus Akureyri gekommen, ist ja nun auch nicht gerade mal eben so um die Ecke.

    Irgendwann hören wir das Geblöcke und die Schafe kommen. Leider fällt unser „Mini-Forumstreffen“ sehr kurz aus, denn Regina und Siggi haben wenig Zeit. Wenn die Schafe da sind, heißt es ja noch nicht, dass die Arbeit beendet ist.



    Schön Euch kennengelernt zu haben.

    Wir verabschieden uns. Auf dem CP gibt es dann noch eine Überraschung für Doris. Frech wie ich manchmal bin, habe ich unseren Wunschplatz tagsüber einfach mit Stromkabel und Stühlen reserviert. Doris war ganz traurig, dass sich da zwei den Platz reserviert haben. Sie ist gar nicht darauf angesprungen, als ich sagte:“da haben sich 2 Frauen den Platz gekrallt“.

    Wir waren müde, aber noch nicht so sehr, als dass wir uns auf die faule Haut legen wollten. Ein Spaziergang lag an zur Storagja. Wir waren die einzigen in der Felsspalte und es war wirklich wunderschön.


    Bizarre Kunst

    Das Gesöff zum Tagesabschluss hatten wir uns dann aber auch verdient. Sag noch einer 142 gesammelte Jahre sind nicht fit wie ein Turnschuh.



    Meine dann folgende Albtraumnacht beschreib ich dann beim Nächstenmal. Es war wirklich grausam. Könnt mich heut noch schütteln.

  • Dein Bericht hat bei mir auch wieder wunderbare Erinnerungen geweckt! thx1


    Aber eine Ergänzung muss sein: Weil Brigitte unbedingt die Fensterbank der Dusche vor den an diesem Tag besonders penetranten Mücken mit ihrem Mückennetz schützen wollte, blieb natürlich die verzweifelte Suche im Auto erfolglos. fluch Den ganzen Nachmittag war dann Mückenvertreibegymnastik angesagt - bis sie das so wertvolle Stück bei der abendlichen Selbstreinigung wiederfand. totlach


    Der Mückenschutz von Brigitte war dann aber der Hit!



  • Ja ja, Mückenschutz, so nennt man das also.... Gibt doch zu, in Wirklichkeit war das die Maskerade für den nächsten Banküberfall...totlachtotlach


    Du machst es aber auch spannend, Brigitte. Endlich schreibst Du Deinen wunderbaren Reisebericht weiter, servierst uns Appetithäppchen, heizt bei den anderen Infizierten das Islandfieber mächtig an - und dann lässt Du uns an der spannenden Stelle wieder hängen... MEHR! Was war das denn für eine Alptraumnacht? Die Fortsetzung wird sehnsüchtig erwartet.:nummer1:

  • Das ist fies. Dies Bild kannte ich nicht. Aber Spitze. Der Tag war trotz Mücken unvergesslich <3