Island die Vierte

  • Vielen Dank für deinen Bericht. Unser nächster Islandurlaub soll in die Nord-Ost-Region gehen, da kommen deine Infos und Beschreibungen sehr gelegen. Ich werde mir viele deiner Tips abschreiben.

    Überhaupt bewundere ich deinen Mut für diese Art zu reisen. Schon mit so einem großen Fahrzeug zu fahren, dann nachts alleine in abgelegenen Gegenden bei Sturm und Unwetter zu übernachten und erst recht diese einsamen Wanderungen - ich finde es großartig, würde mich aber niemals trauen. (Daumen hoch)

  • 31. August

    Abschied von Storá-Laugar. Gestern abend hatte ich dann noch einen ultimativen "Lustigkeits-tick".

    Mehrere der zart gebauten asiatischen Damen sind in den Hot Tube gehüpft und haben sich selbstverständlich gut amüsiert, dann......kam ein Herr, ungefährer Umfang von 3 Asiatinnen oder mehr und wollte mit in den Tube. Groß genug war er ja, der Tube (mask.???). Wenn ich nicht vom Fenster weggegangen wäre, hätte ich lauthals gelacht. Es war jedenfalls ein Bild für die Götter :D.

    Mir haben die 3 Nächte gut getan, ich bin wieder fit und die Jungs, die für saubere Wäsche, saubere Küche, saubere Zimmer und und und sorgen, haben von mir als Danke eine Flasche Whiskey bekommen. Nun ist der Stoff auch weg. Ich trink sowas alles ja nicht. So'n gute Flens würde ich aber nicht verschenken, ach ja doch....das kommt aber noch.

    Es geht Richtung Hauganes, ich will mich mit "D" treffen. Ich hab's ja schon mal geschrieben, die müssen die Landschaft in 2 Jahren neu aufgebaut haben. Alles sieht so anders aus, so neu, so überraschend. Vor dem Goðafoss wird ein Stück Straße neu geteert. Mmh, Goðafoss ja oder nein? Es ist recht voll und die Busse geben sich die Reifen in die Hand. In irgendeinem sitzt "J" . Ich guck immer, ob ich sie erkennen würde.

    Goðafoss nein, weiter geht es. Irgendwann sehe ich Akureyri. Eigentlich wollte ich dort auch noch einen Tag verbringen. Zu guter Letzt hat's nicht gereicht.

    Es ist mal wieder ein Novum einfach einer kleinen Straße zu folgen und dann in einem Ort mit ca. 40 Einwohnern zu landen. Das merk ich mir8).

    Wir gehen ein bisschen spazieren und "D" zeigt mir ein paar Fotogeheimnisse


    Farbenspiel


    Kunstwerk


    Steinkunst


    Es geht wieder ein Stück zurück, wir wollen in einem noch kleinen Ort etwas essen. Und manno, das war so lecker. Klar, dass der Kaffee und ein Stück Kuchen dann auch noch Platz im Magen gefunden haben. Zum Vertreilen der Speisen sind wir dann durch die alte Heringsfabrik gestiefelt. Leider war die Gerberin nicht da, dafür gab es aber wieder schöne :nummer1: Bilder. Ne nix da, Berge, Wasser und so habt ihr genug.

    Durchblick


    Whalewatching


    " D", was guckst Du???


    Ein wunderschöner Tag, mal ein anderer Islandtag. Wir verabschieden uns und ich fahre zurück bzw. vor nach Hauganes zum CP, und der bot am kommenden Tag wieder eine Überraschung .

    Grüße aus dem schönsten Bundesland Schleswig-Holstein
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    Island Mai 2016, September 2016, Mai 2017, August/September 2018, August/September 2019 und kein Ende.

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  • Siggi geht am Wochenende los. Darf ich das Bild von Dir und Regina veröffentlichen?

    Grüße aus dem schönsten Bundesland Schleswig-Holstein
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  • 1. September – Hauganes

    Welch ein schöner Tag, die Sonne scheint und es ist warm genug bei geöffneter Tür zu frühstücken.

    Ein kurzer Rundumblick, aha, da steht ein typisch deutsches Auto, schnell geluschert – jo, mit Münchner Kennzeichen. Ich bin mir sehr sicher, dass es sich nur um eine Fahrerin handeln kann. Warum? Na ist doch klar. Frauen geben sich mit einem Kombi zufrieden, Männer hätten sich noch ein kleines Schlafzelt neben das Auto gestellt.

    Recht gehabt es ist eine Frau. Sobald sie aus dem „Häuschen“ heraus kommt, werde ich sie fragen, ob sie einen Kaffee mit mir trinken möchte. Also warte ich, und schaue, und warte und warte. Was macht man nur solange in einem Klo mit Waschbecken? Das wollen wir jetzt mal nicht vertiefen.

    Da ist sie - Gelegenheit genutzt und gefragt und klar will sie mit mir Kaffee trinken. Wir haben eine wirklich gute Unterhaltung. Gabi kommt von einem Aufenthalt in Grönland und fährt in ein paar Tagen mit der Fähre zurück. Gemeinsam wollen wir die Hot Tubes unten am Strand noch unsicher machen.

    Ich komme etwas später und sehe in einer Tube Gabi, in einem anderen Tube ein Paar, das sich dann auch als deutsches Paar herausstellt.
    Schnell geduscht, Handtuch auf der Außenbank abgelegt und ab ins Warme.

    Kinder ist das schön – direkter Blick aufs Meer, Sonne…was kann uns der Himmel schöneres schenken.

    :huh: Ich glaube der Mann benutzt gerade mein Handtuch zum Abtrocknen, aber sicher bin ich mir nicht, doch ich bin mir sicher – wenn‘s schön macht! Der Irrtum hat sich dann aber mit seiner Frau geklärt und ich erkläre, dass es mich nicht umbringen wird.

    Gabi will noch ins Wasser – ins kalte Wasser am Strand. Bibber, zitter. Das muss natürlich mit der Kamera festgehalten werden und ich trau mich auch, zumindest mit den Füßen und das tut richtig weh. Hätte ich Badeschuhe an (Sicherheit, unbekanntes Gewässer), ich glaub ich wär noch weiter reingegangen. Ein Bild? Ne, das gibt es nicht, so wahnsinnig hübsch bin ich nicht mehr und im Vertrauen, in den drei Tubes ist es weit angenehmer, also schnell wieder da rein.


    Blick von den Hot Tubes


    Unfreiwillig wurden wir dann zur Touristenattraktion. Einer kleinen Gruppe Amerikaner wurde die wunderbare Erfindung der Hot Tubes vorgestellt und wir mittenmang. Wir kamen natürlich ins Gespräch und wie so oft wurden wir bewundert, weil wir ohne Männer unterwegs waren.
    Und wo sind die Frauen der Herren der Schöpfung????



    Tschüß Hauganes. Ich komm wieder.


    Ich will heute zurück nach Reykjahlíð, mich mit "D" treffen, denn morgen ist Schafsabtrieb. Klar, ein bisschen Hin- und Hergefahre, aber mich hetzt ja keiner und irgendwie ist die Landschaft jedesmal wieder schön. Gabi will auch auf den CP Bjarg, wir werden uns da dann wieder treffen. Das ist ja das reinste „Weibertreffen“.

    Eben noch die Benutzung der Hot Tubes bezahlen und dann ab auf die Piste. In Akureyri noch fix ins Netto etwas einkaufen. Dort gibt es richtige Brötchen! Offenbar Vater und Sohn unterhalten sich über die Brötchen und Preise und ich geb‘ meinen Senf dazu. Prompt werde ich mit einem Blick der töten könnte bestraft. Ok, sorry, war nix :/.

    Goðafoss – anhalten? Ne, lieber weiterfahren. Ich komme an Laugar vorbei und wundere mich zum wiederholten Male, wo hier der ausgewiesene CP sein soll, nicht der private weiter durch den Ort.

    Jetzt beginnt die Strecke, die ich lieben gelernt habe. Wahrscheinlich kann ich das von vielen Strecken sagen, aber hier empfinde ich das ganz bewußt. Ich fahre auch lieber die 832 entlang. Nächstes Jahr muss ich unbedingt das Vogelmuseum besuchen.
    "D" ist bereits auf dem CP und wie für mich bestellt, ist ein Platz neben ihr frei.

    Der CP ist wirklich ein Traum, direkt am Wasser, hügelig nicht „null-acht-fuffzehn“. Wunderbar.

    Ich weiß gar nicht mehr genau, wie wir den Abend verbracht haben. Vom Wein geschnasselt?


    Tja und nun muss "S" doch tatsächlich noch einen Bericht abwarten, bis er dran ist, denn morgen ist ja Schafsabtrieb.

    Grüße aus dem schönsten Bundesland Schleswig-Holstein
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  • ahhhrrrggg wieder so ein Cliffhänger hahahaha Du machst es aber auch spannend... 8o

    ...beim nächsten seid ihr dran ;). Die Bilder müssen noch vom Handy auf den PC, andere Bilder kleiner gemacht werden, dann folgt dasAussuchen der Bilder undwie das ausgeht, könnt ihr euchwohl denken:

    1. Bild - ach was war da schön

    2. Bild - was hat das Spass gemacht -

    3. Bild bis 694. Bild - lange lange lange angucken, schmachten, sehnsuchtsvoll gucken,

    letztes Bild - nach gefühlten 3 Stunden und tatsächlichen 5 Stunden - zum Glück geht es in weniger als 8 Monaten wieder los. Wird auch Zeit GoIceland

    Grüße aus dem schönsten Bundesland Schleswig-Holstein
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  • 2. September – Sonntag

    Ohne "D" hätte ich wohl nichts gewusst vom Schafsabtrieb. Es sollte sich als das Ereignis meiner Reise herausstellen, welches mich am meisten berührt hat.

    Wir wussten ja, früh aufstehen war angesagt, Gabi wollte auch mit, aber in ihrem Kombi ist noch Ruhe. "D" ist die Frühaufsteherin, muss sie auch, denn sie muss ja jeden Morgen ihre Isländisch-Lektion lernen Taetschel-Haetschel.

    Und plötzlich: „Die Schafe kommen“. Weder gewaschen oder geduscht, noch gekämmt oder Zähne geputzt, von Frühstück ganz abgesehen Áfram Áfram, hurtig auf die Straße.

    Der Anblick, wie unzählige Schafe mit ihren Treibern die „1“ runterkamen….Schafe, Schafe, Schafe, nichts als Schafe. Die Arbeit der Menschen und die gute Laune, Wahnsinn! Einige Male mussten auch die Zuschauer gebeten werden Platz zu machen, um die Schafe nicht zu verunsichern.


    Im Gleichschritt!


    "D" und ich hinterher zum Rettír. Dieser Rettír, dem ich bis dato gar nicht so sehr meine Beachtung geschenkt habe, ist noch alt und aus Lavasteinmauern. Dass er genauso noch genutzt wird, zeigt mir das Traditionsbewusstsein der Isländer. Auf dem großen Platz ist ein Zelt aufgebaut, man kann Kaffee und andere Getränke und selbstverständlich auch Hot dogs kaufen. Meine Börse ist im Auto, das ging alles ein bisschen zu fix für mich. Ich am Morgen bin wie…, hm fällt mir gerade nichts zu ein. Jedenfalls bin ich nicht gerade ein früher Vogel, eher die Eule.

    Der Sammelplatz in der Mitte füllt sich, Wollknäuel an Wollknäuel, eines hübscher als das andere und mein Liebling ist dann auch schnell gefunden.


    Wer will mein Lopapeysa werden?


    Dann mein Moment (s.o.). Zwei der Verantwortlichen halten eine kurze Rede und dann wird gesungen. Diese Emotionen, die da in einem hochkommen, das muss man erleben und natürlich sich auch darauf einlassen wollen.

    Vater, Mutter, Kinder, Oma, Opa, alle sind nun dabei die Schafe zu finden, die zu ihnen gehören. Stück um Stück werden die Tiere in das entsprechende Familiensegment geführt. Die Art, wie das gemacht wird und, dass sogar die Kleinsten bereits mithelfen dürfen – einfach toll.

    Ich bin geflasht!


    Besser als jede Playstation.

    Das soll für heute aber noch nicht alles sein. Wir haben uns mit "J" und "H" verabredet, um zu "R" und "S" zu fahren. Wir treffen uns auf "S" Hof, zunächst trudeln" J" und "H" ein, dann beginnt das Warten auf die Schafe. Zwischenzeitlich dürfen wir uns auf dem Hof etwas umsehen.


    Das ist nicht das Wohnhaus :D

    "S" Eltern erlauben uns auch zu fotografieren und Millionen Tierchen beobachten uns. Sie wollen uns genau kennenlernen, kriechen in die Ohren, in die Nasenlöcher, unter die Brille und ich weiß nicht wohin noch. Zum Glück gibt es dagegen die Mückennetze, wenn, ja wenn man dies nicht im Badraum auf dem CP liegen lässt. Ich bin wütend auf mich selbst und schimpfe und finde es gerade absolut nicht toll hier am See die Zeit zu verbringen – aber das sag ich nicht.


    Die beiden haben gut lachen - mit Netz :(

    Wir warten ziemlich lange, die Schafe sind nicht zu hören und "H" hat dann die rettende Idee. Alle Mann, eh ne, alle Frau in sein knallrotes Vehikel und ab zum Jarðboðin zum Kaffee trinken. Allein in das Auto hinein zu kommen ist ja schon eine Herausforderung und bestimmt seh‘ ich bei dem Unterfangen nicht gerade supertoll sportlich aus. Egal, da müssen sie alle durch.

    Ist schon putzig die Menschen im Bad diesmal von der Terrasse aus zu sehen. Und der Kuchen schmeckt so saulecker, da muss ich ein zweites Stück holen. Tja, Pech gehabt, ich wusste nicht, dass dieses Stück nicht süß, sondern deftig ist. Naja, nix wie runter damit.

    Es geht wieder los zu "S" Hof und wir warten erneut. Irgendwie kommen wir auf Flensburger Pils zu sprechen und Hilmar bekommt eine trockene Kehle, aber auch das alkoholfreie lehnt er ab. Was soll man machen, wenn man schmachtende Männeraugen sieht Prost-Bier--Smiley – man verschenkt sein Bier! Eigentlich ja ein no-go, aber was tut man nicht alles für die Herren der Schöpfung. Und außerdem sind "J" und "H" extra aus Akureyri gekommen, ist ja nun auch nicht gerade mal eben so um die Ecke.

    Irgendwann hören wir das Geblöcke und die Schafe kommen. Leider fällt unser „Mini-Forumstreffen“ sehr kurz aus, denn "R" und "S" haben wenig Zeit. Wenn die Schafe da sind, heißt es ja noch nicht, dass die Arbeit beendet ist.



    Schön Euch kennengelernt zu haben.

    Wir verabschieden uns. Auf dem CP gibt es dann noch eine Überraschung für "D". Frech wie ich manchmal bin, habe ich unseren Wunschplatz tagsüber einfach mit Stromkabel und Stühlen reserviert. "D" war ganz traurig, dass sich da zwei den Platz reserviert haben. Sie ist gar nicht darauf angesprungen, als ich sagte:“da haben sich 2 Frauen den Platz gekrallt“.

    Wir waren müde, aber noch nicht so sehr, als dass wir uns auf die faule Haut legen wollten. Ein Spaziergang lag an zur Storagja. Wir waren die einzigen in der Felsspalte und es war wirklich wunderschön.


    Bizarre Kunst

    Das Gesöff zum Tagesabschluss hatten wir uns dann aber auch verdient. Sag noch einer 142 gesammelte Jahre sind nicht fit wie ein Turnschuh.


    Meine dann folgende Albtraumnacht beschreib ich dann beim Nächstenmal. Es war wirklich grausam. Könnt mich heut noch schütteln.

    Grüße aus dem schönsten Bundesland Schleswig-Holstein
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  • Ich wollte heute weiterschreiben, hab auch angefangen, bis ich irgendetwas gesucht habe und auf einem Blog hängen geblieben bin.

    Wer Lust auf Reisebericht der besonderen Art hat, der schaut mal bei den Tamjaks http://thetamjaks.blogspot.com/2012/08/fire-and-ice.html

    Zwar schon 2012 erlebt aber einfach toll geschrieben. Seit 3 Stunden lese ich und nun muss ich wirklich ins Bett. Sogar meine Isländischlektion hab ich dafür verpasst.

    Grüße aus dem schönsten Bundesland Schleswig-Holstein
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  • 3. September – wieder ein Tag mit Höhepunkten

    Ich verabschiede mich heute von "D", die noch eine weitere Nacht in Bjarg bleibt.

    Mein Weg führt mich zur westlichen Seite Richtung Akureyri – wieder.

    Macht nichts, ich liebe diese Strecke und genieße die Weite, sanfte Erhebungen und einfach alles. Kurz vorm Goðafoss wird ein Stück Straße erneuert und mein Blick geht in die Umgebung. Wo hier wohl meine Kabinen-Mitreisende wohnt? Am Goðafoss selbst ist nicht allzu viel los, vielleicht nehm‘ ich mir doch noch einmal die Zeit und steig‘ aus, also kurzentschlossen auf den Parkplatz. Vor 2 Jahren waren es hier noch nicht so viele Stellplätze.

    Da sitz ich nun am Steuer, steig ich wirklich aus? Oder nicht? Mal wieder typisch Frau – kann sich nicht entscheiden. Nö, mach ich nicht, ruckizucki geht’s auf die 844 Richtung Aldeyarfoss.

    Was für eine einsame Strecke! Kaum einer der mir entgegen kommt und recht keiner vor oder hinter mir. Hinter Sandvik geht es über die Brücke auf die andere Seite, die 842. Der Anblick des Vallafjall-Bergzuges ist schon toll. Mich fasziniert immer wieder die Zeichnung und die Farben. Kein Foto kann wiedergeben, was das Auge aufnimmt.


    Und dann stehe ich vor dem Tor, dahinter das Hinweisschild nur für 4x4. Ich hab mir aber sagen lassen, dass es geht mit einem normalen Wagen. Also los. Die Sprengisandur (F26) beginnt.

    Ein Paar auf Liegerädern kommt mir entgegen – Wahnsinn und bewundernswert!

    Kaum zu glauben, dass vor mehr als 100 Jahren Ina von Grumbkow die Verlobte von Walther von Knebel diese Strecke vom Süden her mit Pferden gemeistert hat.

    Nun, mein Bulli wird’s schon richten. An der Hinweistafel etwas tiefer informiere ich mich erneut und befrage Reisende, die gerade vom Wasserfall kommen. Für ein junges Paar, ebenfalls im VW-Bus, wohl aber ein hochlandtaugliches Exemplar, bin ich so klein wie eine Maus, jedenfalls benimmt sich das „Gör“ sehr arrogant gemäß dem Motto „Hochlandfahrer sind die einzig wahren Islandfahrer“. Ich eigne mich also nicht für ein Gespräch. Meine Enkelkinder haben sich heute des öfteren mit „Blöde Kuh“ betitelt. Jæja, würde hier auch passen.

    Ich kann beruhigt weiterfahren und ja, es hoppelt ganz gut, aber auch machbar. Angst um irgendwelche Klapperteile am Wagen muss ich nicht haben. Oben angekommen, ein mittlerer Parkplatz mit Trockentoilette, puh, wunderbar. Hin, Tür auf, kurz vorm Übelwerden, Tür schnell wieder zu, und seelig sein, dass ich einen Portapotti im Auto habe :nummer1:.

    Wie immer, schau ich mir erst einmal die Menschen an, die aus ihren Autos ein- und aussteigen: Na Mädels, ihr auch ins Häuschen? Wie haltet ihr das nur aus?? Hey Oppa auch ein bisschen kraxeln? So bekommt jeder sein Fett weg. Hört mich ja keiner :D.

    Der Foss ist atemberaubend und jede Bodenwelle ist es wert diesen Wasserfall gesehen zu haben. Diese Basaltsäulen, die Farben, die Wasserkraft. Ich bin überwältigt und genieße jeden Schritt und jeden Blick.


    Der Rückweg führt mich und eine riesige Staubwolke über die 842 wieder zurück auf die 1. An der Abbiegung nach Ystafell überlege ich kurz, ob ich mir das „Schrottmuseum“ ansehe. Ja, ich weiß, es ist kein Schrott, sind historische Fahrzeuge, trotzdem lass ich es. Ich liebe es am Ljósavatn vorbei zu fahren und dann über die Vaðlaheidi und das bei strahlendem Wetter heiter bis wolkig-Smiley. Ich werde die Straße auch nach dem Tunnelbau nutzen.

    Eigentlich, das Wort, das es eigentlich gar nicht geben dürfte, eigentlich wollte ich nach Dalvik, Olafsfjörður und Siglufjörður. Na ja, war ja ausgesprochen nett mit "D" und eigentlich kann man seine Pläne ja auch über den Haufen werfen und eigentlich könnte ich dann ja auch nach Grenivik fahren. Schwuppdiwupp rechts ab und da bin ich. Auf dem CP nur noch ein Fahrzeug mit Dortmunder Kennzeichen mit einem Typen drin. Ich bin ja etwas mutiger geworden und gehe zur Begrüßung hin. Der Typ ist irgendwie ziemlich abgefahren, sein alter Bulli auch. Später, als "D" kam (mich hat hier gerade mein Zeitgefühl verlassen), hat sie ihn auch begrüßt und sogar zum Bier eingeladen. Himmel Herrgott, wir älteren Tanten mit so 'nem jungen Fuzzi. War aber nett draußen mummelig eingepackt bis zum Kälteschock zu sitzen. "D" dachte ich mag den, aber ‚nee der war nicht mein Typ.

    Grenivik ist nicht spektakulär,


    aber die Aussicht über den Fjord und auf die Berge, das war schon wunderschön, dennoch ging es für mich am nächsten Tag weiter und wieder hab ich alle Pläne umgeschmissen.

    Grüße aus dem schönsten Bundesland Schleswig-Holstein
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  • Das war sehr schön, dass ihr alle gekommen seid. Leider hatten wir nur wenig Zeit. Die Pferde hatten verdient, nach 3 Tagen und 100km gut versorgt zu werden. Die Schafe mussten sortiert werden und natürlich musste die obligatorische Kjötsúpa gegessen werden. Schafabtrieb ist einfach ein großes Familienereignis, zumindest wenn es keiner mit touristischem touch ist.
    Wer weiß, vielleicht ergibt es sich ja ein anderes mal mit mehr Zeit.
    Danke für die schönen Bilder, sie bedeuten uns viel.

  • 4. September – nicht so aufregend, etwas emotionslos

    Ich muss jetzt tatsächlich erstmal in meine Abrechnungen schauen, um sicher zu gehen, dass ich auch wirklich den richtigen Tag erwische. Obwohl, eigentlich ist es auch egal, denn welcher Tag auch immer, es gab weiterhin immer wieder eine Überraschung von mir selber.

    Es geht auf dem Weg gen Norden. Zu Hause war ich mir ganz sicher Laufas, das will ich mir ansehen, es schien mir größer als Glaumbær, und ichkomme ja daran vorbei.

    Anfang September ist nun wirklich nicht mehr viel los und so steht nur noch ein weiteres Auto auf dem Parkplatz. Wie das bei Frauen oftmals so ist, eigentlich will ich nur mal so drum rum gehen, gehe aber trotzdem in die Anmeldung. Das arme Mädchen! Steht sich den ganzen Tag die Füße platt und die blöden Touri‘s sind sogar zu knickerig die 8.50 Euro Eintritt zu zahlen. Nein – dazu will ich nicht gehören und Nettigkeit zahlt sich aus. Ich löse ein Ticket und hab‘s auch nicht bereut.


    Jetzt zuhause muss ich an das Buch denken, dass ich letzte Nacht einfach mal so weggelesen habe.
    „Der letzte lange Sommer“ von Dagmar Trodler. Es sah ja nicht ganz so schlimm in Gunnarstaðir aus, aber so gaaanz viel besser wohl auch nicht.



    Sag noch einer das ist Schrott. In diesem Fall ist es historisch wertvoll, ansonsten Ersatzteillager


    Es geht weiter Richtung Husavik, am Ljósavatn vorbei auf die 845. So nebenbei tut es mir doch ein bisschen leid, dass ich nicht in Vaglaskogi übernachtet habe, aber schnell weg mit solchen Gedanken. Im Nettó Husavik noch ein bisschen einkaufen und jetzt, jetzt ist es soweit, meine erste Nascherei seit ich im Lande bin. Diese kleinen wunderbaren Schokokügelchen. Warum nennt man eine solche Köstlichkeit Djúpur? Gleich die Tüte aufmachen und happs sind die ersten weg und happs die nächsten. Ruhe in Frieden leere Tüte. Tut mir echt leid für mich ;(

    Ich gehe ein bisschen in der Stadt spazieren,


    schau mir den Hafen an, sehe die letzten Ankömmlinge, die noch unbedingt eine „Wale watschen“-Tour mitmachen wollen und entscheide mich für das Walmuseum. Unbedingt empfehlenswert und beeindruckend! Bei der Filmvorführung wurmt es mich gewaltig, dass so ein paar Schnepfen nicht den Mund halten können. „Mädels Klappe!!!“ :cursing:.


    Irgendwann werde ich auch mal Wale sehen, irgendwann...

    Das Geschäft mit den Handwerkssachen schau ich mir auch noch an und schlage zu. Walknochenteile und zwei hübsche Walaquarelle für die Enkelkinder (die Teile liegen noch immer bei mir zu Hause rum. Irgendwann schenk ich meinen Mädels die Sachen). Noch ein bisschen am Hafen rumlungern“ und dann entscheide ich mich für den Campingplatz. Husavik ist nicht mein Renner, ich fühle mich auch nicht richtig wohl dort. Der CP tut sein Übriges, so richtig der "Burner" ist das nicht. Hübsch häßlich wäre auch übertrieben, hübsch voll ja. Ich fühle mich beobachtet, dicht an dicht sehen die Wagen und irgendwie ist das nix. Der Abschied morgen früh wird mir nicht weh tun.

    Das Schönste heute – der Sonnenuntergang. Feuer am Himmel. Die Engel backen Brot und ich kann mich nicht sattsehen.

    5. September - Es geht Richtung Ásbyrgi

    Nun wird’s wieder schön, nein wunderschön, und noch viel besser. Meine Seelenheimat wird heute meine Seele füttern.

    Geht bald weiter. Kemur bráðum.

    Grüße aus dem schönsten Bundesland Schleswig-Holstein
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  • 5. September – welch ein Traumtag

    Es geht weiter Richtung Norden. Der Weg bis Ásbyrgi erscheint mir unendlich lang. Irgendwo auf der Strecke ist ein Aussichtspunkt zum Felsen am Wasser, wunderschön, aber so extrem windig und kalt, dass ich es nicht lange draußen aushalte. Nach ein paar Bildern von der „Bergseite“ mit den merkwürdig, wie abgeschnitten, aussehenden Felsenkanten und weiter.



    Hier oben ist wirklich nicht viel los und ich stelle mir die deutschen Frauen vor, die in den 50er Jahren hierher kamen. Soviel Einsamkeit und zu der Zeit wohl auch Primitivität. Sehe ich ein Gebäude, welches direkt am Wasser steht, dann denke ich, das hätte genau das Haus sein können, in dem die Person leben musste und nach einer Eingewöhnungszeit auch leben wollte. Ich stelle mir den Kampf mit den Schwiegermüttern vor, die wahrscheinlich schon auf Grund der Härte des Lebens auch innerlich so hart werden mussten. Genau deshalb möchte ich auch einen Abstecher nach Kopasker machen. Bin gespannt, wie es dort aussieht.

    Am Abzweig zum Hjoðaklettar biege ich spontan ab und fahre die wunderschöne geteerte Straße lang und denke „ach das ist ja schön, so kann es weitergehen. Tja, ich meine es waren 14 Kilometer, dann aus die Maus ?(. Vorbei mit der wunderbaren Straße. Vor mir ein Etwas, das aussieht wir ein Tunnel, nur oben offen. Der weitere Weg sieht aus wie aus dem Boden ausgeschnitten. Zu beiden Seiten eine hohe Wand aus Erde (welcher Art auch immer). Wie gesagt oben offen, aber unten... Kruztitürken, Loch an Loch und einer fährt doch. Ein Womo hoppelt sich durch. Ich stehe an der Seite in meinem schnuckeligen Bulli und da ist es wieder „Weiblichkeit“. Soll ich, oder soll ich nicht. Ich weiß nicht wie lange dieses hin und her in meinem Kopf dauert. Gewonnen hat „ich soll nicht“. Also wieder zurück.

    Aah eine Tankstelle. Ein bisschen tanken kann nichts schaden und drinnen sieht es auch nicht so übel aus. Zwei junge Männer und offenbar der Besitzer ( Chef darf ich jetzt ja nicht schreiben, sonst bekomm' ich wieder Haue von "J" ;)) sind hinterm Tresen.

    Wenn ich so dasitze, egal wo, dann denk ich immer darüber nach, was ich weiter machen möchte. Als wankelmütige Frau kann sich das ja stündlich, manchmal minütlich und sogar sekündlich ändern. Letzteres ist immer daran zu erkennen, wenn ich wie eine Irre um die Kurve kratze, oder abrupt in die Eisen gehe. Bei Kaffee und Burger (was auch sonst) wird also nachgedacht und als Hauptaufgabe werden Menschen beobachtet. Das ist immer wieder zu schön8)! Ich fühle mich etwas beobachtet, weil ich auf isländisch gegrüßt habe. Ob man nun wohl überlegt Isländer oder Touri? Ich genieße das und verhalte mich, als würde ich jeden Tag in einer isländischen Tankstelle Kaffee trinken. Der Spass muss aber auch mal ein Ende haben und auffi geht’s in die Touristinformation Ásbyrgi.

    Voller Stolz bringe ich wieder meine 8 ½ Worte isländisch raus, vermische das intensiv mit englisch und erfreue mich an der Ausstellung. Dann geht’s rein ins Hufeisen. So wunderschön hab ich es mir nicht vorgestellt. Kleine Bäume, Birken, wahrscheinlich Erlen und anderes an kleinwüchsigen Bäumen. Vor jeder Vegetationsart ein Hinweisschild was es wäre, woher es kommen würde, essbar oder nicht, wenn ja, Marmelade oder roh essen. Jede Pilzart hat sein Schildchen und zu meinem allergrößten Glück ist den asiatisch aussehenden Mit“wanderern“ der Rundweg zu weit und ich bin mal wieder ganz allein in Wald und Flur. Der Botnstjörn ein Seelenschmeichler der besonderen Art.



    Ich kann das alles gar nicht erfassen.





    Ísland mein Land der Farben

    Es ist zwar schon später nachmittag, aber auf den Eyan will ich dann doch noch. Von oben muss es traumhaft aussehen. Im Rother Wanderführer ist der Weg beschrieben, einfach und so richtig was für Omas wie mich. Es ist ein Rundweg, das weiß man aber nur dann, bzw, man erinnert sich nur dann, wenn man das Büchlein auch in den Rucksack packt. Nun ja, also geht es auf gleichem Weg wieder zurück. Die Höhe ist schon gewaltig. Beeindruckend.



    Die Elfen waren schon fertig mit dem Baden, ich hab sie nicht gestört.


    Es wird Zeit, der Tag war wirklich prall gefüllt und ich brauch ein bisschen Ruhe. Der CP ist sehr leer. Die sanitären Anlagen spitzenmäßig. Dusche 500 ISK – na gut, wird also morgen mal geduscht.

    Vor ein paar Tagen ist mir aufgefallen, dass ich gar kein Geld gewechselt habe und es bis jetzt auch nicht vermisst habe, geschweige denn gebraucht hätte.

    Kurz vor der Dunkelheit gesellen sich dann doch noch einige Leute auf meinem Areal, aber bei soviel Platz hätten die Kerle, die sich neben mir breit machen, ja auch etwas mehr Abstand nehmen können. Ist im Prinzip ja egal, aber ich horche dann die halbe Nacht auf jedes Geräusch und schlafe nicht sehr gut.

    Entsprechend spät war ich dann auch am kommenden Morgen.

    Für mich zu früh kam die junge Dame aus der Touristinfo zum Kassieren. Ich war so überrascht, dass ich nicht einmal die Tür aufbekam. Dann das Highlight (mit stolz geschwellter Brust sitze ich jetzt am PC) sie begrüßte mich in deutsch (klar das Nummernschild) und sagte:“ Sie haben gestern isländisch gesprochen. Woher können sie das……Ich hab auf isländisch geantwortet, dass ich es lernen würde, aber erst ein bisschen reden könnte (außer man steht vor so einer Wunderfrau wie "D" :*, die ist wirklich gut).

    Der Tag würde durch diese kleine Aufmerksamkeit der Dame wieder himmelhochjauchzend werden, na ja fast, aber die Strecke hab ich mir ja selber ausgesucht.

    Auf nach Kopasker – Hilde ich komme. Ist Quatsch, ich weiß, aber die Vorstellung ist schön.

    Also bis morgen, bless bless.

    Grüße aus dem schönsten Bundesland Schleswig-Holstein
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  • Nach Seyðisfjörður gehts dies Jahr u.a. auch hin. Da passt dann ja. :D:D

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  • Da ist mir gerade der Zusammenhang zu hoch. fluch

    Verständlich, denn Isafjörđur war gemeint.

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  • Verständlich, denn Isafjörđur war gemeint.

    Damit die Asche auf meinem Haupt langsam verfliegt:

    Deshalb war ich im Kopf bei Seyðisfjörður




    Wenn das kein Grund war 8)8)

    Gestern spät nachmittag die Webcam. Dieses Bild war einfach traumhaft und lässt mich immer mehr zu der Erkenntnis kommen, dass ich wohl auch mal einen Kurztrip im Winter nach Ísland machen muss. Immo schwanke ich tatsächlich zwischen: Sprachkurs Nordkolleg im März oder 4-5 Tage Ísland im März.

    Grüße aus dem schönsten Bundesland Schleswig-Holstein
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    Island Mai 2016, September 2016, Mai 2017, August/September 2018, August/September 2019 und kein Ende.

  • 6. September – prall gefüllt mit ganz viel Aha und Ooh

    Kopasker, da will ich hin. Es gibt aber vorher an der Tanke noch einen ordentlichen Kaffee. Eigentlich war etwas anderes absolut dringend und der Kaffee ist dann als Dankeschön für kostenlose Benutzung der Keramik. Der Boss begrüßt mich wie eine Stammkundin, macht mich darauf aufmerksam, dass der Kaffee ja nachgeschenkt werden kann. Ich bedanke mich und genieße noch ein Eis draußen bei so strahlendem Sonnenschein Sunflower--Smiley, es ist fast nicht auszuhalten. Ein Kleinbus mit Touris findet das auch. Natürlich nicht der Bus, die Leute darin.

    Tja auf nach Norden?
    Neene, erstmal doch noch die Straße 862 anfahren und vor dem zivilisierten Ende überlegen – soll ich, oder soll ich nicht. Ich mach's! Auf zum Hjóðaklettar.

    Himmel Herrgott, was für eine Strecke. Mal schnell über die Unebenheiten brausen ist nicht. Gaaanz gemächlich jedes Loch umschiffen, oder so elegant wie es ein Bulli nun mal kann, meistern und durch. Dann geht’s links ab. Wenn ich nun dachte schlimmer geht nicht, denkste, es ging schlimmer. Der Abzweig war harmlos, aber der Abhang…..Es ging abwärts, wenig Platz und links von mir gefühlt senkrecht runter. Bitte bitte mach, dass mir kein Auto entgegenkommt!

    Unten angekommen – jupidu, war gar nicht so schlimm. Vor mir liegt der Campingplatz Hjoðaklettar, richtig toll und romantisch, nur nicht optimal für die Jahreszeit. Bezahlen könnte man im Infocenter Ásbyrgi. Aber mal ehrlich, wer würde die Strecke freiwillig zurückfahren, nur um zu bezahlen. In der Saison macht das wohl der Ranger. Ich meine jetzt nicht zurückfahren :patsch:, sondern kassieren.

    Das Gehoppel geht weiter und wird absolut nicht besser. Linker Hand ein kleiner Park- und Rastplatz, und weiter bis zum eigentlichen Parkplatz. Es stehen zwei Auto dort, ein Trockentoilettenhäuschen ist da (ich meine sogar 2), nette Bänke und gut ausgeschilderte Wege.

    Es ist traumhaft schön hier. Die Wege sind gut angelegt, so dass auch niemand wild durch die Landschaft tapsen muss. Ich will erstmal Karl und Kerling einen Besuch abstatten. Das ist so richtig wieder einmal ein Weg, den ich mit meiner Schwester 2019 machen kann, seniorengerecht eben. Ich bin wieder überwältigt von der Kraft der Natur und bete insgeheim, dass diese Einzigartigkeit erhalten bleiben möge.



    Ich will aber noch zum „Jodelfelsen“ und verabschiede mich vom „Karlchen mit seinem Kerlchen“. Nächstes Jahr gibt es mehr. Versprochen.

    Zu Beginn des Felsens steht, dass die Durchquerung 1 Stunde dauern würde. Ich glaub, das ist übertrieben, solange hab ich wohl nicht gebraucht. Ich wandere, klettere, hangele mich an den Tauen entlang und freue mich mal wieder wie ein Kind über dieser tollen Bilder, die die Steine zaubern.




    ich habe das Bild sexhringur genannt, obwohl nicht ein einziges Sechseck zu sehen ist.

    Wär ich doch bloß vorher noch auf die Toilette gegangen…. Nützt nichts und vor lauter Staunen hab ich das dann auch vergessen. In der Nähe der Kirkja kommt ein junges Paar um die Ecke und ich versuche ihnen klar zu machen, dass sie sich diese „Höhle“ unbedingt ansehen müssten. Sie wollten daran vorbei. Vehement meinen sie, dass sie zur Kirche wollten. Sie hatten nicht begriffen, dass genau dort, wo ich sie hinleiten wollte, die Kirche ist. Vielleicht dachten sie wirklich an eine Kirche als Bau.




    Das wär doch mal eine Hochzeitslocation

    So weit geschafft, dann kann es auch noch weiter gehen. Ein Weg durch einen kleinen Laubwald führt hinaus auf den ersten Berg. Oben steht schon eine Gruppe und hat es geschafft. Ich japse, aber jammere nicht, erhebe meinen Daumen und werde mit Klatschen Clapbegrüßt. Es ist eine spanische Gruppe, sehr sehr nett und wir kommen ins Gespräch. Aber der Genuß kam erst, als die Mannschaft wieder weg war und ich von den roten Bergen total geflasht war.


    Herbst ist da


    Ich war mal ein Mamut



    Ein Traum hoch drei

    Ich wäre so gerne weiter gewandert, das Wetter war traumhaft, aber so ganz konnte ich meine Blase dann doch nicht abschalten. Na gut, also schweren Herzens wieder auf den Rückweg.

    Die Reisegruppe sitzt schon bei Tisch und läßt sich die mitgebrachten Leckereien schmecken. Die scheinen wirklich Spass zu haben.

    Ich genieße noch ein bisschen die Ruhe in meinem Bulli. Nicht, dass es draußen laut gewesen wäre, aber irgendwie brauch ich immer die Zeit vorm Weiterfahren, um das Erlebte zu verarbeiten brauchkaffee. Das soll ja man auch alles im Kopf reinpassen.

    Weiter geht’s nach Kopasker. Hilde (bei mir im Kopf) wartet.

    Und ihr müsst auch noch warten, denn ehe ich einen mir genehmen CP gefunden hatte, vergingen 154 km.

    Ist ja nicht weit sagt nun der Unwissende Newbe hier im Forum.

    Grüße aus dem schönsten Bundesland Schleswig-Holstein
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    Island Mai 2016, September 2016, Mai 2017, August/September 2018, August/September 2019 und kein Ende.