Island die Vierte

  • Ich wollte heute weiterschreiben, hab auch angefangen, bis ich irgendetwas gesucht habe und auf einem Blog hängen geblieben bin.

    Wer Lust auf Reisebericht der besonderen Art hat, der schaut mal bei den Tamjaks http://thetamjaks.blogspot.com/2012/08/fire-and-ice.html

    Zwar schon 2012 erlebt aber einfach toll geschrieben. Seit 3 Stunden lese ich und nun muss ich wirklich ins Bett. Sogar meine Isländischlektion hab ich dafür verpasst.

  • 3. September – wieder ein Tag mit Höhepunkten

    Ich verabschiede mich heute von Doris, die noch eine weitere Nacht in Bjarg bleibt.

    Mein Weg führt mich zur westlichen Seite Richtung Akureyri – wieder.

    Macht nichts, ich liebe diese Strecke und genieße die Weite, sanfte Erhebungen und einfach alles. Kurz vorm Goðafoss wird ein Stück Straße erneuert und mein Blick geht in die Umgebung. Wo hier wohl meine Kabinen-Mitreisende wohnt? Am Goðafoss selbst ist nicht allzu viel los, vielleicht nehm‘ ich mir doch noch einmal die Zeit und steig‘ aus, also kurzentschlossen auf den Parkplatz. Vor 2 Jahren waren es hier noch nicht so viele Stellplätze.

    Da sitz ich nun am Steuer, steig ich wirklich aus? Oder nicht? Mal wieder typisch Frau – kann sich nicht entscheiden. Nö, mach ich nicht, ruckizucki geht’s auf die 844 Richtung Aldeyarfoss.

    Was für eine einsame Strecke! Kaum einer der mir entgegen kommt und recht keiner vor oder hinter mir. Hinter Sandvik geht es über die Brücke auf die andere Seite, die 842. Der Anblick des Vallafjall-Bergzuges ist schon toll. Mich fasziniert immer wieder die Zeichnung und die Farben. Kein Foto kann wiedergeben, was das Auge aufnimmt.



    Und dann stehe ich vor dem Tor, dahinter das Hinweisschild nur für 4x4. Ich hab mir aber sagen lassen, dass es geht mit einem normalen Wagen. Also los. Die Sprengisandur (F26) beginnt.

    Ein Paar auf Liegerädern kommt mir entgegen – Wahnsinn und bewundernswert!

    Kaum zu glauben, dass vor mehr als 100 Jahren Ina von Grumbkow die Verlobte von Walther von Knebel diese Strecke vom Süden her mit Pferden gemeistert hat.

    Nun, mein Bulli wird’s schon richten. An der Hinweistafel etwas tiefer informiere ich mich erneut und befrage Reisende, die gerade vom Wasserfall kommen. Für ein junges Paar, ebenfalls im VW-Bus, wohl aber ein hochlandtaugliches Exemplar, bin ich so klein wie eine Maus, jedenfalls benimmt sich das „Gör“ sehr arrogant gemäß dem Motto „Hochlandfahrer sind die einzig wahren Islandfahrer“. Ich eigne mich also nicht für ein Gespräch. Meine Enkelkinder haben sich heute des öfteren mit „Blöde Kuh“ betitelt. Jæja, würde hier auch passen.

    Ich kann beruhigt weiterfahren und ja, es hoppelt ganz gut, aber auch machbar. Angst um irgendwelche Klapperteile am Wagen muss ich nicht haben. Oben angekommen, ein mittlerer Parkplatz mit Trockentoilette, puh, wunderbar. Hin, Tür auf, kurz vorm Übelwerden, Tür schnell wieder zu, und seelig sein, dass ich einen Portapotti im Auto habe :nummer1:.

    Wie immer, schau ich mir erst einmal die Menschen an, die aus ihren Autos ein- und aussteigen: Na Mädels, ihr auch ins Häuschen? Wie haltet ihr das nur aus?? Hey Oppa auch ein bisschen kraxeln? So bekommt jeder sein Fett weg. Hört mich ja keiner :D.

    Der Foss ist atemberaubend und jede Bodenwelle ist es wert diesen Wasserfall gesehen zu haben. Diese Basaltsäulen, die Farben, die Wasserkraft. Ich bin überwältigt und genieße jeden Schritt und jeden Blick.



    Der Rückweg führt mich und eine riesige Staubwolke über die 842 wieder zurück auf die 1. An der Abbiegung nach Ystafell überlege ich kurz, ob ich mir das „Schrottmuseum“ ansehe. Ja, ich weiß, es ist kein Schrott, sind historische Fahrzeuge, trotzdem lass ich es. Ich liebe es am Ljósavatn vorbei zu fahren und dann über die Vaðlaheidi und das bei strahlendem Wetter heiter bis wolkig-Smiley. Ich werde die Straße auch nach dem Tunnelbau nutzen.

    Eigentlich, das Wort, das es eigentlich gar nicht geben dürfte, eigentlich wollte ich nach Dalvik, Olafsfjörður und Siglufjörður. Na ja, war ja ausgesprochen nett mit Doris und eigentlich kann man seine Pläne ja auch über den Haufen werfen und eigentlich könnte ich dann ja auch nach Grenivik fahren. Schwuppdiwupp rechts ab und da bin ich. Auf dem CP nur noch ein Fahrzeug mit Dortmunder Kennzeichen mit einem Typen drin. Ich bin ja etwas mutiger geworden und gehe zur Begrüßung hin. Der Typ ist irgendwie ziemlich abgefahren, sein alter Bulli auch. Später, als Doris kam (mich hat hier gerade mein Zeitgefühl verlassen), hat sie ihn auch begrüßt und sogar zum Bier eingeladen. Himmel Herrgott, wir älteren Tanten mit so 'nem jungen Fuzzi. War aber nett draußen mummelig eingepackt bis zum Kälteschock zu sitzen. Doris dachte ich mag den, aber ‚nee der war nicht mein Typ.

    Grenivik ist nicht spektakulär,



    aber die Aussicht über den Fjord und auf die Berge, das war schon wunderschön, dennoch ging es für mich am nächsten Tag weiter und wieder hab ich alle Pläne umgeschmissen.