Überlegungen zur Einführung einer allgemeinen Straßenmaut in Island

  • Derzeit sind Überlegungen im Gange in Island eine Straßenmaut einzuführen. Die favorisierte Variante ist eine zeitliche Erhebung. Touristen die mit ihrem eigenem Fahrzeug kommen können dann z.B. eine Wochen- oder Monatsvignette erwerben.

    Für einheimische Fahrzeuge soll es eine Jahresplakette geben, im Gegenzug wird die Straßensteuer abgeschafft.

    Der Hintergrund ist, dass durch den stark angestiegenen Verkehr deutlich mehr Geld in den Erhalt und Ausbau des Straßennetzes investiert werden muss und viele Isländer unzufrieden sind, dass ausländische Fahrzeuge die Straßen umsonst nutzen dürfen.

    Die Pläne zur Umsetzung werden derzeit in den entsprechenden Gremien diskutiert.

  • Die Idee finde ich ja an und für sich gar nicht schlecht. Treffen wird’s aber wohl hauptsächlich die einheimischen Autovermieter. Was die Fähre so maximal an Fahrzeugen ins Land bringen kann ist ja schnell ausgerechnet. Maximal 800 Fahrzeuge mal 1 Fähre pro Woche mal 52 = 41.600 Vignetten im Jahr. Dazu kommen natürlich dann noch die Fahrzeuge, die via Container verschifft werden. Wie viele können das schon sein?



  • Beitrag von XXXXX ()

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  • Ich habe beim letzten Trip runde 3.000,-€ in Island gelassen.

    Gehen wir mal von durchschnittlich 15% Steuerlast davon aus = 450,-€.

    Das Ganze multiplizieren wir mal mit nur 1 Mio Touris im Jahr (den Rest buchen wir mal mit 0,00€ als Tagestouris).

    450 Mio Euro Einnahmen... davon kann man ziemlich viel Schotter verteilen...

    Nur, dass davon nicht nur Schotter verteilt werden muss. Auch für uns Einheimische ist das Leben nicht gerade günstiger geworden ;)

  • Beitrag von XXXXX ()

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  • Schon jetzt werden Touristen ausgenommen wie eine Weihnachtsgans bei den Übernachtungen. Da stösst es wohl manchem sauer auf, dass diejenigen, die mit dem eigenen Wohnmobil oder Auto und Zelt auf der Fähre ankommen zu wenig Geld auf der Insel lassen.

  • Ich fahre jedes Jahr einige tausend Kilometer auf Islands Straßen. Was spricht dagegen, mich mit einer Maut an deren Erhaltung zu beteiligen? Auch wer nicht so lange unterwegs ist, sitzt ja normalrweise den größten Teil seines Aufenthaltes in Island im Auto.

    Ich muss auch in der Schweiz eine Jahresvignette kaufen, selbst, wenn ich nur einmal quer durch fahre. Auf den Autobahnen in Frankreich und Italien wird man auch nicht wenig Geld los.

    Für die Isländer würde es sich ja hoffentlich durch den Wegfall der Straßensteuer ausgleichen.


    Auf der Fähre sehe ich oft die reinsten Expeditionsfahrzeuge, riesige tonnenschwere Ungetüme, die wohl das echte Hochlandfeeling vermitteln. Ich glaube nicht, dass diese Fahrzeuge schonend für die Pisten sind, oder sind die Pisten so stabil, dass das Gewicht der Fahrzeuge keine Rolle spielt?



  • Beitrag von XXXXX ()

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  • Ja, du hast vollkommen Recht, dass eine allgemeine Maut, die gefahrene Kilometer und Fahrzeuggröße nicht berücksichtigt , immer ungerecht ist. Aber eine gerechte Maut kann es organisatorisch nicht geben. Genauso, wie wir alle die gleiche Fernsehgebühr zahlen, obwohl manche den ganzen Tag vor der Glotze sitzen und andere fast überhaupt nicht.

    Das ganze Leben ist halt ungerecht.......

  • Durch eine Entlastung der Isländer würde das Thema „Straßenerhalt“ mehr oder weniger komplett auf die Touristen abgewälzt. Die jährliche KM-Leistung eines Einheimischen dürfte um ein Vielfaches höher sein, als die eines Touristen.

    Wieso denn, für Einheimische soll es doch eine Jahresvignette geben.

    Das ist genauso wie in Deutscland. Für Einheimische soll die Steuer gegen Maut eingetauscht werden. Ich verstehe immer nicht, wieso das für Touristen so ein Problem ist und immer so getan wird, als müssten dann Ausländer die STraßenmaut alleine bezahlen.

  • Beitrag von XXXXX ()

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  • Davon abgesehen: wenn die Isländer im gleichen Maße entlastet werden, wie die Mautkosten sie belasten, dann zahlen letztlich tatsächlich nur die Touristen die Straßenmaut (worum es letztlich ja auch in der Tat geht!).

    Nö. Die Isländer zahlen doch die Mautkosten derzeit eben alleine, nur in Form von Steuern. Bei Maut für alle ändert sich für die Isländer nichts (sie zahlen ja schon), aber eben für Gäste auf den Straßen.

    Wieso wird denn immer (ja auch in Deutschland) behauptet, dass in so einem Fall die Kosten alleine die Touristen tragen.



  • Beitrag von XXXXX ()

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  • Ja, du hast vollkommen Recht, dass eine allgemeine Maut, die gefahrene Kilometer und Fahrzeuggröße nicht berücksichtigt , immer ungerecht ist. Aber eine gerechte Maut kann es organisatorisch nicht geben.

    Ist sogar sehr einfach realisierbar über die Kraftstoffsteuer.

    Wer viel fährt, zahlt mehr als jemand der wenig fährt. Wer ein großes schweres Fahrzeug fährt, zahlt mehr als jemand der ein kleines leichtes Fahrzeug fährt.

  • Der gleiche Mietwagen vom gleichen Vermieter kostet für die gleiche Mietdauer im Juni '19 knappe 1.100,-€...im September '18 waren es noch 700,-€! Ob da die angedachte Straßenmaut schon einkalkuliert wurde???

    Mit dem angedachten Modell zahlen allerdings die Mietwagenkunden z.B. nichts: denn die isländischen Mietwagen werden durch den Wegfall der Kfz-Steuer ja entlastet! Oder?

    Die Antwort auf die untere Frage hast du dir doch schon oben gegeben. Oder?


    Die Vermieter lassen die Maut sicher nicht allein auf sich sitzen.



    und von wegen ungerechtes System: früher war es dann noch "ungerechter": nur Touri-Diesel mussten bei der Einreise eine zeitgebundene Dieselsteuer zahlen. Damals war Diesel nämlich durch Subventionen für die isländischen Bauern sehr billig, und das wollte Island natürlich ausgleichen und die Touris nicht mitsubventionieren.

  • Beitrag von XXXXX ()

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  • Es muss hier glaube ich einiges klar gestellt werden.


    Wir Einheimischen zahlen eine recht hohe Kraftfahrzeugsteuer und dazu schon eine im Vergleich zu anderen Ländern hohe Mineralölsteuer. Falls die Maut eingeführt wird zahlen wir diese ebenfalls, allerdings entfällt dann die Kraftfahrzeugsteuer. Es ist also überhaupt nicht so, dass nur die Touristen zahlen sollen. Und der typische Tourist fährt mit seinem Auto im Verhältnis auf die Zeit gesehen deutlich mehr Kilometer als der durchschnittliche Isländer.


    Das von Alju 1 verlinkte Fahrzeug fährt überwiegend auf dem Gletscher.

    Die angesprochenen Ungetüme der isländischen Tourveranstalter haben sehr breite Reifen welche den Gewichtsdruck auf Straße und Piste deutlich minimieren und dadurch weniger Schäden verursachen als ein typischer Mietgeländewagen.


    Ein tatsächliches Problem sind leider die sehr großen und schweren Expeditionswohnmobile. Diese werden leider nicht selten auf Pisten gefahren die nicht für derartige Fahrzeuge geeignet sind und diese Mobile hinterlassen dann tiefe Spuren. Bei Youtube findet man zahlreiche Videos wo die Besitzer auch noch stolz zeigen wie sich ihr Gefährt durch die Piste wühlt.


    Eine Anmerkung zur Dieselsteuer: Diese wurde früher je nach Gewicht das Fahrzeugs zeitlich abhängig oder pro gefahrenem Kilometer für Touristenfahrzeuge erhoben, aber in gleichem Umfang auch für isländische Fahrzeuge!