Überlegungen zur Einführung einer allgemeinen Straßenmaut in Island

  • Du glaubst doch nicht wirklich, dass die KFZ-Steuer nicht auch heute schon auf Mietwagen umgelegt wird? Und später dann die Maut. Na klar zahlen Mietwagentouristen auch.

    Wenn wir nach Ungarn fahren, dann zahlen wir Maut in Tschechien, in der Slowakei und in Ungarn. Das ist auch verhältnismäßig hoch für die gefahrenen Kilometer. Da regt sich aber auch keiner drüber auf.

  • Du glaubst doch nicht wirklich, dass die KFZ-Steuer nicht auch heute schon auf Mietwagen umgelegt wird? Und später dann die Maut. Na klar zahlen Mietwagentouristen auch.

    Wenn wir nach Ungarn fahren, dann zahlen wir Maut in Tschechien, in der Slowakei und in Ungarn. Das ist auch verhältnismäßig hoch für die gefahrenen Kilometer. Da regt sich aber auch keiner drüber auf.

    Falsch verstanden! Natürlich wird sie das.

    Mit Einführung der Maut soll diese aber entfallen! Das heißt, dass die Kosten für Mietwagenanbieter überhaupt nicht steigen werden - und somit deren Kunden an den Mehrkosten auch nicht beteiligt würden.

    Letztlich wäre ein Schelm, der darüber nachdenken würde, die Mautkosten auf den Mietpreis aufzuschlagen, während die zeitgleiche Steuerentlastung ins eigene Säckel wandert...

    ;)

  • Die Mietwagenkunden bezahlen doch aber - wie die Isländer selber - über die Steuer jetzt schon. Die einzigen, die noch gar nichts bezahlen, sind die, die mit der Fähre kommen (und da gibt es ja noch reichlich Experten, die jedes Krümel Essen mitbringen und außer Müll nichts in Island zurücklassen).

    Die sind dann natürlich auch die Einzigen, die mehr bezahlen müssen, eben weil sie bisher noch gar nicht beteiligt waren..

    Ich verstehe nicht, was daran so schlimm sein sollte.

  • Die einzigen, die noch gar nichts bezahlen, sind die, die mit der Fähre kommen (und da gibt es ja noch reichlich Experten, die jedes Krümel Essen mitbringen und außer Müll nichts in Island zurücklassen).

    Die sind dann natürlich auch die Einzigen, die mehr bezahlen müssen, eben weil sie bisher noch gar nicht beteiligt waren..

    Ich verstehe nicht, was daran so schlimm sein sollte.

    Nichts ist daran schlimm. Hab ich mittlerweile oft genug klargestellt.


    Fairer fände ich aber trotzdem, wenn die erheblichen Mehrkosten allen Verursachern und Profiteuren der touristischen Aktivitäten belastet würden.

    Mietwagen z.B.: deutlich höhere Einnahmen durch steigende Touristenzahlen und deutlich bessere Auslastung durch immer längere „Saison“. Aber keine Mehrbelastung. Der Steuerbetrag bleibt gleich.


    Ähnlich bei den Touranbietern:

    Mehr Aufträge, mehr Fahrten...aber gleichbleibender Anteil an den Kosten für die Infrastruktur.


    ICH verstehe nicht, wieso sich so viele dagegen wehren, dass ALLE in dem Maße an den Kosten beteiligt werden, wie sie diese auch verursachen. Und das geht nur über nutzungsabhängige Kostenverteilung . Am einfachsten und verwalterisch am günstigsten ist und bleibt da die Kraftstoffbesteuerung.

    Aber jedem seine Meinung! 🙂

  • Die Kraftstoffbesteuerung hat doch aber nix mit Strassenbau zu tun.. ich versteh da den Zusammenhang nicht.

    Ebenso bei den Mietwagenanbietern, mehr Touristen = mehr Kosten für den Anbietet - grössere Flotte, mehr Versicherungsbeiträge, mehr Schäden an den Fahrzeugen usw usw usw. Es gibt halt nicht nur schwarz und weiss.



  • Die Kraftstoffbesteuerung hat doch aber nix mit Strassenbau zu tun.. ich versteh da den Zusammenhang nicht.

    Eben!

    😎


    Wie könnte man dafür sorgen, dass diejenigen viel zahlen, die auch viel kaputt machen? Z.B. weil sie viele Kilometer fahren, oder mit schweren Fahrzeugen unterwegs sind?


    Möglichkeit 1: System streckenabhängige Maut via Zahlstelle, automatisierter Systeme oder ähnlichem.


    Möglichkeit 2: pack die Kosten auf den Sprit! Damit hätte man alle fair im Boot (auch die Fährtouris) und könnte Einnahmen generieren, die nicht nur fair verteilt werden, sondern sich auch analog der Straßennutzung ändern.

    Ob man das nun Kraftstoffsteuererhöhung Straßennutzungsgebühr/Liter nennt, ist doch letztlich Jacke wie Hose.


    Eine Mautvignette, die den gewerblich tätigen Busunternehmer mit 18-Tonnenbus (aber 40 zahlenden Fahrgästen) in gleicher Höhe belastet, wie Heinz Kaschunke mit seinem Allrad-MAN in gleicher Gewichtsklasse kann nur unfairer sein (und bringt Verwaltungskosten...)

  • Möglichkeit 2: pack die Kosten auf den Sprit! Damit hätte man alle fair im Boot (auch die Fährtouris) und könnte Einnahmen generieren, die nicht nur fair verteilt werden, sondern sich auch analog der Straßennutzung ändern.

    Ob man das nun Kraftstoffsteuererhöhung Straßennutzungsgebühr/Liter nennt, ist doch letztlich Jacke wie Hose.


    Eine Mautvignette, die den gewerblich tätigen Busunternehmer mit 18-Tonnenbus (aber 40 zahlenden Fahrgästen) in gleicher Höhe belastet, wie Heinz Kaschunke mit seinem Allrad-MAN in gleicher Gewichtsklasse kann nur unfairer sein (und bringt Verwaltungskosten...)

    Und was haben Tankstellen mit Strassenbau zu tun? Das erschliesst sich mir immer noch nicht.

    Ich behaupte mal, dass die Maut von der Grösse des Fahrzeuges abhängig sein wird (wie z.B. die lustige Parkgebühr in Skaftafell und KEF)

  • ICH verstehe nicht, wieso sich so viele dagegen wehren, dass ALLE in dem Maße an den Kosten beteiligt werden, wie sie diese auch verursachen. Und das geht nur über nutzungsabhängige Kostenverteilung . Am einfachsten und verwalterisch am günstigsten ist und bleibt da die Kraftstoffbesteuerung.

    Aber jedem seine Meinung! 🙂

    Nee, dagegen wehre ich mich doch gar nicht (finde aber Kraftstoffbesteuerung völlig den falschen Weg). Ich finde es völlig in Ordnung, dass Fährtouristen zukünftig AUCH zahlen sollen, so wie alle anderen es jetzt schon tun.

  • Eine Mautvignette, die den gewerblich tätigen Busunternehmer mit 18-Tonnenbus (aber 40 zahlenden Fahrgästen) in gleicher Höhe belastet, wie Heinz Kaschunke mit seinem Allrad-MAN in gleicher Gewichtsklasse kann nur unfairer sein (und bringt Verwaltungskosten...)

    Die Schäden die beide Fahrzeuge an den Straßen verursachen sind aber gleich, egal ob Bus oder Allrad-Womo. Das Gewicht und die zahl und Breite der Reifen bestimmen die Belastung für die Straßen und nicht die Art des Fahrzeuges.

    Aber gerade Busse sind ein springender Punkt. Immer mehr ausländische Veranstalter fahren hier mit ihren Bussen rum. In Island zugelassene Busse benötigen ein Hópferðaleyfi welches direkt wesentlich höhere Unterhaltskosten bedeutet. Die Unterhaltskosten für einen isländischen Bus sind bedeutend höher als für Busse aus Deutschland oder Osteuropa.
    .



  • Die Schäden die beide Fahrzeuge an den Straßen verursachen sind aber gleich, egal ob Bus oder Allrad-Womo. Das Gewicht und die zahl und Breite der Reifen bestimmen die Belastung für die Straßen und nicht die Art des Fahrzeuges.

    Aber gerade Busse sind ein springender Punkt. Immer mehr ausländische Veranstalter fahren hier mit ihren Bussen rum. In Island zugelassene Busse benötigen ein Hópferðaleyfi welches direkt wesentlich höhere Unterhaltskosten bedeutet. Die Unterhaltskosten für einen isländischen Bus sind bedeutend höher als für Busse aus Deutschland oder Osteuropa.
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    Erster Absatz:

    Sag ich doch: ich verglich deshalb gleichschwere Fahrzeuge!


    Zweiter Absatz: eben! Und deshalb versuche ich ja Lösungen zur Diskussion zu stellen, die ALLE gleich belasten. KFZ-Steuer weg (auch die für Busse in IS) und alle Kosten auf den Kraftstoff umlegen. Vielfahrer und Schwergewichte, sowie Geländewühler brauchen effektiv am meisten = zahlen auch am meisten.


    Kraftstoffsteuer wird eh erhoben - zukünftig würde diese höher (während parallel alle anderen Kfz-bezogenen Steuern für Isländer entfallen). Und schwupps: zahlen alle analog dessen, was sie verursachen.


    Letztlich ist aber genau DAS ja überhaupt nicht gewollt, sondern (wie du im Ursprungsbeitrag ja bereits ausgeführt hast), missfällt es den Isländern, (dass sie zwar am Tourismus verdienen, aber) dass die Fährtouristen keine Straßengebühren zahlen.


    Kann man so machen, muss sich dann aber auch Diskussionen der Beteiligten gefallen lassen.

    ;)



  • Aber gerade Busse sind ein springender Punkt. Immer mehr ausländische Veranstalter fahren hier mit ihren Bussen rum. In Island zugelassene Busse benötigen ein Hópferðaleyfi welches direkt wesentlich höhere Unterhaltskosten bedeutet. Die Unterhaltskosten für einen isländischen Bus sind bedeutend höher als für Busse aus Deutschland oder Osteuropa.
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    Ein grosser Namenhafter Anbieter aus Deutschland (rote Flotte) wurde bereits im vergangenen Jahr von Vinnumálast. verwarnt, jetzt droht ihnen die Lahmlegung des Fahrzeuges, sowie Bussgelder, da Bus und Mitarbeiter aus Deutschland mitgebracht werden, und nciht nach isländischem Recht vergütet werden.


    So blöd sind die in Seyðisfjörður also auch nicht, die haben da mittlerweile ein gutes Auge drauf ;)



  • Hier wird über ein Thema diskutiert über dass ganz andere Personen die Entscheidung treffen werden.

    wikinger2

    Ganz klarer Fall von Islandvirus:!:

    Aber sowas von...;)


    Apropos: in welchem Land der Erde zahlen eigentlich Isländer eine allgemeine Straßenbenutzungsgebühr (nicht Autobahngebühr!!)?

    Wäre dann ja mal an der Zeit, auch darüber nachzudenken...oder?

  • Wie viele Isländer fahren denn mit ihren Fahrzeugen auf deutschen Strassen, und umgekehrt? Wie viele Steuerzahler gibt es bei euch und bei uns? Mach die Rechnung ;)

    Wieviel Straßenkilometer (Und ich meine Straßen - nicht Fahrspuren im Nichts) haben „wir“ - und wieviele habt ihr?

    Wieviel Transitverkehr rollt durch Deutschland - und wieviel durch Island?

    Mach die Rechnung ;)


    Mal ganz im Ernst:

    Island wird bei gleichbleibenden, bzw. steigenden Touristenzahl Probleme bekommen. Und zwar in ganz vielen Bereichen - nicht nur in der Verkehrsinfrastruktur.

    Ich denke, die Frage der Mautvignette für ausländische Fahrzeuge ist viel zu kurz gedacht. Die Einnahmen daraus werden so gering sein, dass (nach Abzug der Verwaltungskosten) damit wenig zu bewegen sein wird. Ein reines Politikum, um die Gemüter zu beruhigen.

    Wie man sinnvoll und fair die Kosten für die Verkehrsinfrastruktur auf die Verursacher umlegen könnte, wurde oft genug geschrieben - aber wie ebenfalls schon erwähnt: darum geht es ja (leider) gar nicht.

    Island müsste meiner Meinung nach viel mehr Einnahmen aus dem Tourismus generieren, die auch dem Land zu gute kommen - und nicht bei den Anbietern versickern. Und vor allem (soweit mein Eindruck) wäre eine klare Entscheidung nötig, wohin der Weg gehen soll. Ich werde das Gefühl nicht los, dass noch viel nach dem Motto „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“ gehandelt wird.

    Klar finde ich toll, dass man fast überall kostenlos hin kommt, aber bei den Tourimassen an den Hotspots werden Spendenboxen nicht reichen.

    Wer hat z.B. am Strokkur denn wieviel Kronen reingeschmissen? Ich habe noch nie gesehen, dass das jemand gemacht hätte...


    Þetta reddast!

    ;)

  • Wieviel Straßenkilometer (Und ich meine Straßen - nicht Fahrspuren im Nichts) haben „wir“ - und wieviele habt ihr?

    Wieviel Transitverkehr rollt durch Deutschland - und wieviel durch Island?

    Mach die Rechnung ;)

    Das macht doch schon wieder garkeinen Sinn dieser Vergleich. Es ging um Isländer auf "deutschen" Strassen, und nicht Transitverkehr. Den gibt es hier ja auch :/