Mein Reisebericht: vier Wochen Island im Juli 2019

  • Tag 9 – Dienstag, der 09. Juli 2019


    Heute Morgen waren wir sehr früh wach, damit wir uns schnell fertig machen konnten, bevor der Ansturm auf die zwei Duschen losgeht. Danach haben wir gefrühstückt, unser Zelt abgebaut und sind dann noch einmal zu den Puffins bei Borgarfjarðarhöfn gefahren. Gestern Abend war es hier recht voll, heute Morgen waren wir praktisch alleine an der Treppe. Dafür waren auch nicht mehr ganz so viele Puffins hier, die meisten waren schon raus aufs Meer geflogen. Trotzdem waren noch einige Tiere hier, die wir gut beobachten und von denen wir tolle Fotos machen konnten, und wir waren dann auch noch fast eine Stunde an der Treppe, bevor wir weiter gefahren sind.


    Auf der Passstraße zurück zur Ringstraße haben wir dann noch einmal an dem tollen Aussichtspunkt vom Vortag gehalten und ein bisschen in den Fjord geschaut. Heute Morgen haben wir aber keine Wale gesehen. Und dann sind wir auf der Ringstraße etwas mehr als eine Stunde gefahren, bis die Straße 864 Richtung Dettifoss abzweigt. Die Fahrt auf diesem Stück der Ringstraße ist sehr abwechslungsreich, man sieht grüne Berge, dann wechselt sich die Landschaft ab mit kargen Stein- und Lavawüsten und roten Berge. Unterwegs haben wir noch an mehreren Stellen mit toller Aussicht angehalten. Einmal haben wir rechts in den Bergen neben der Ringstraße einen schönen Wasserfall gesehen und dann an dem dazugehörigen Parkplatz angehalten. Vom Parkplatz aus läuft man nur etwa fünf Minuten einen geschotterten Weg entlang, bis man an einem Aussichtspunkt steht und den Wasserfall toll im Blick hat. Danach haben wir noch an einem Aussichtspunkt gehalten, von dem aus man rote und schneebedeckte Berge sieht.


    Die Schotterstraße 864 zum Dettifoss ist auch mit einem Kleinwagen gut zu fahren, man braucht ab dem Abzweig von der Ringstraße bis zum Parkplatz etwa eine Dreiviertelstunde. Hier ist es sehr voll und man läuft etwa zehn Minuten über einen steinigen Weg, bis man an einem Aussichtspukt mit schönem Ausblick auf den Dettifoss angekommen ist. Danach kann man noch weiter nach vorne laufen, die Steine reichen hier praktisch bis an den Wasserfall heran. Dies animiert leider viele dazu, unvorsichtig zu sein und sehr nahe an die Kante heran zu gehen. Wir haben lieber etwas Abstand gehalten, auch von ein paar Metern weiter weg bekommt man schöne Bilder.


    Uns war es hier schon nach ein paar Minuten zu voll und so sind wir auf dem ausgeschilderten Wanderweg zum benachbarten Wasserfall Selfoss gelaufen. Der Weg hierhin geht über große und kleine Steine und ist nicht sehr breit. Man erreicht in etwa zwanzig Minuten den Selfoss. Dieser besteht eigentlich aus mehreren Wasserfällen und bietet einen wunderschönen Anblick. Da es hier deutlich ruhiger zuging, konnte man auch besser schauen und Fotos machen. Uns hat es hier eigentlich sogar besser gefallen als am Dettifoss und wir haben uns dann auf einen großen Stein gesetzt und dem Wasserfall eine Weile einfach nur zugeschaut, bevor wir wieder zurück zum Auto gelaufen sind. Insgesamt waren wir am Dettifoss und am Selfoss etwa zwei Stunden.


    Weiter auf der Straße 864 kommt bereits kurz hinter dem Parkplatz Dettifoss ein Abzweig zum Hafragilsfoss. Diesen haben wir genommen und haben dann vor dem Hügel auf einem Parkplatz geparkt. Hinter dem Hügel ist es steil und voller Schlaglöcher, da muss man sich mit einem normalen Auto nicht durchquälen. Vom Parkplatz vor dem Hügel führt ein Weg zu einem Aussichtspunkt mit tollem Blick auf den Wasserfall und von hierhin weiter bis zu einem kleinen Hügel mit einer noch besseren Aussicht. Der Wasserfall ist wunderschön und man kann weit in die Schlucht hinein blicken. Dazu ist es sehr ruhig, weil hier nur wenige Leute anhalten. Wir waren etwa eine halbe Stunde hier und sind durch das Gebiet gelaufen, bevor wir weiter gefahren sind.


    Unser nächstes Ziel war die hufeisenförmige Schlucht Ásbyrgi, hier haben wir erst vorne beim Visitor Center angehalten und die Campingplatzgebühr für die Nacht bezahlt, danach sind wir weiter zum Campingplatz gefahren, haben uns einen schönen Platz am Rand mit Blick auf die Schlucht gesucht und hier unser Zelt aufgebaut. Danach haben wir dann eine schöne einfache Wanderung auf den Berg Esjan gemacht. Diese startet direkt am Campingplatz, praktisch neben unserem Zelt, und geht dann eine kurze Zeit an der Wand der Schlucht entlang, bevor man an einer Stelle hoch auf die Anhöhe kommt. Oben angekommen geht es dann immer geradeaus, bis man schließlich den Rand der Anhöhe erreicht hat. Von hier hat man einen tollen Ausblick auf die Schlucht und erkennt die Hufeisenform auch richtig gut. Wir haben hier dann eine Weile auf den Steinen gesessen und in die Schlucht geschaut und sind nach anschließend wieder den Weg zurück zum Campingplatz gelaufen. Die ganze Wanderung dauert etwa anderthalb Stunden und uns hat sie sehr gut gefallen. Wir waren auf dieser Wanderung ganz alleine und wir können sie auf jeden Fall empfehlen. Sie ist nicht sehr anstrengend und am Ende wird man mit dem tollen Ausblick belohnt.


    Zurück am Campingplatz sind wir dann mit dem Auto die Straße, die durch die Schlucht verläuft, bis zum Parkplatz am Ende der Schlucht entlanggefahren und haben von hier einen schönen Spaziergang durch das kleine Waldgebiet unternommen. Wir sind dem breiten Weg bis zu einem kleinen Ententeich gefolgt, wo wir eine Weile gesessen haben und sind anschließend rechts weitergelaufen. Am Rand der Schlucht sind wir eine steile Treppe nach oben gestiegen und hier vorsichtig weiter geklettert. Hier hat man einen tollen Blick auf die Schlucht und erkennt die ganze Hufeisenform mit dem Berg Esjan als Hufstrahl sehr gut. Auf dem Weg zum Parkplatz zurück sind wir dann noch auf einen kleinen Lehrpfad zu einheimischen Pflanzen gestoßen, den wir natürlich auch noch entlanggelaufen sind. Insgesamt waren wir etwa eine Dreiviertelstunde in dem Waldgebiet, bevor wir wieder zurück zum Campingplatz gefahren sind, Abendessen gekocht haben und dann ins Bett gegangen sind. Der Campingplatz ist sehr schön, zwar recht voll, aber sehr weitläufig. Es gibt ein sauberes Servicehaus mit kostenpflichtigen Duschen, aber leider keine Küche. Da das Wetter jedoch schön sonnig war, konnten wir ohne Probleme draußen mit Blick auf die Schlucht unser Abendessen kochen.

  • Tag 10 – Mittwoch, der 10. Juli 2019


    Heute Morgen war es schön warm und wir haben ein bisschen länger geschlafen, bevor wir uns fertig gemacht und danach draußen in der Sonne gefrühstückt haben. Da heute die Walstadt Húsavík auf unserer Route liegen sollte, haben wir nach dem Frühstück Onlinetickets für eine Walbeobachtungstour beim Anbieter Salka für 18:30 Uhr gekauft. Danach sind wir zu unserem ersten Ziel des Tages gefahren, den Echofelsen Hljóðaklettar.


    Wir haben bei dem gleichnamigen Campingplatz geparkt und sind von hier aus an der Straße weiter zum Beginn der Wanderung gelaufen. Dort gibt es auch einen Parkplatz, allerdings kein vernünftiges WC, sodass sich der Campingplatz als Start durchaus anbietet. Außerdem kann man so noch zu Fuß die Aussicht auf die schönen Berge neben der Straße genießen. Die Rundwanderung durch das Gebiet der Echofelsen haben wir um die Wanderung zu den roten Bergen Rauðhólar erweitert und insgesamt etwa zwei Stunden gebraucht. Die Echofelsen sind wunderschön und man entdeckt unzählige Formationen und Besonderheiten in den schwarzen Basaltformationen. Das Highlight ist eine Trollkirche, in die man hineingehen kann. Der anschließende Weg zu den roten Bergen ist dann erst ein wenig grüner, bis man irgendwann nur noch auf dem kargen rotschwarzen Sandboden steht und die rote Färbung der Berghänge toll sehen kann. Das letzte Stück des Aufstieges ist gesperrt, da die Berge immer weiter abbröckeln und man diese so lange wie möglich erhalten möchte. Die Aussicht vor der Sperrung ist aber auch großartig und man kann einen tollen Blick zurück auf das gerade durchlaufene Gebiet werfen. Am Ende der Wanderung kurz vor dem Parkplatz führt dann ein kleiner Trampelpfad über grüne Wiesen und einen kleinen Bach zurück zum Campingplatz. Uns hat die Wanderung als recht leichte Morgenwanderung sehr gut gefallen. Da wir früh hier waren, waren außer uns auch nur zwei andere Besucher im Gebiet. An der ersten Abzweigung sind diese dann nach rechts und wir nach links gelaufen. Danach sind wir bis fast am Ende der Wanderung niemandem mehr begegnet. Das war sehr schön, in Ruhe durch das Gebiet zu laufen und die Wanderung so richtig genießen zu können.


    Danach sind wir nach Húsavík gefahren, wo wir erstmal eingekauft haben. Dann haben wir unser Auto gewaschen, haben es in einer Seitenstraße abgestellt und sind zum Hafen gelaufen. Hier haben wir auf einer Picknickbank eine kleine Mittagspause gemacht und dabei dem geschäftigen Treiben der Whalewatching Boote unten auf dem Wasser zugesehen. Nach dem Essen haben wir uns dann die auffällige Kirche ansehen und sind anschließend runter zum Hafen gelaufen und haben uns das Treiben aus der Nähe angesehen. Etwa am Ende des Hafens ist dann das Walmuseum, das wir uns auch noch ansehen haben. Wir hatten jedoch Pech und kurz nach uns kam eine große Reisegruppe in das Museum. Da wir aber genug Zeit hatten und uns alles in Ruhe ansehen wollten und nicht zwischen einer Reisegruppe, haben wir uns dann erstmal bei Kaffee und Wasser in den Aufenthaltsraum des Museums gesetzt und ein paar Bücher über Wale durchgeblättert. Als die Reisegruppe nach etwa einer halben Stunde wieder weg war und es dann auch gerade sehr leer war, haben wir uns in Ruhe im Museum umgesehen. Das Highlight ist ein Blauwalskelett, das in einem eigenen großen Raum präsentiert wird. Daneben gibt es viele weitere Skelette diverser Wale, dazu interessante Fakten zu den Meeressäugern, deren Leben, deren Besonderheiten sowie Lebensbedingungen. Uns hat es hier sehr gut gefallen und wir empfehlen einen Besuch in diesem Museum auf jeden Fall. Wir waren etwa zwei Stunden hier und hatten danach immer noch ein wenig Zeit, bis unsere Tour anfangen sollte.

    Eigentlich wollten wir dann noch ins Exploration Museum, das hatte jedoch geschlossen. In der Touristeninformation sagte man uns, dass es eigentlich keine offiziellen Öffnungszeiten gibt und dass die Betreiber immer je nach Lust und Laune öffnen. Also sind wir stattdessen in den schönen Park der Stadt gegangen. Durch diesen fließt ein kleiner Bach und wir haben uns auf eine Wiese gesetzt, eine Kleinigkeit gegessen und den Enten zugeschaut. In dem Park waren kaum Touristen, sondern fast nur Isländer mit ihren Kindern, und uns hat es hier sehr gut gefallen.


    Kurz vor Beginn der Whalewatching Tour sind wir ins Büro des Veranstalters gegangen, wo wir unsere Papiertickets abholen konnten und haben anschließend am Hafen auf den Beginn der Tour gewartet. Wir sind mit einem schönen kleinen Boot gefahren, zu Beginn wurden warme Overalls verteilt und der Ablauf sowie die Sicherheitsbestimmungen erklärt und dann sind wir gestartet. Die Tour dauerte ungefähr drei Stunden und alleine für die tollen Ausblicke bei Sonnenschein im Fjord ist sie das Geld auf jeden Fall wert. Außer uns waren etwa zehn andere Leute mit dabei und wir hatten nicht das Gefühl, dass es zu voll war. Die nette Führerin hat alles genau erklärt und die Leute gut unterhalten. Wir haben drei Buckelwale und eine kleine Schule Delfine gesehen. Gesprungen ist leider keiner der Wale. Wir fanden es sehr gut, dass das Boot immer an den Wal herangefahren ist und dann den Motor ausgemacht hat. Dann sind wir etwa 5-10 Minuten beim Wal geblieben, bevor wir ihn in Ruhe gelassen haben und einen neuen Wal gesucht haben. Dadurch hatte ich nicht das Gefühl, dass die Tiere bei der Futtersuche gestört werden oder sich bedrängt fühlen. Uns hat die Tour sehr gut gefallen, ein paar Mal ist einer der Wale nur ein paar Meter neben dem Boot aufgetaucht und man konnte ihn wunderbar sehen. Auf dem Weg zurück in den Hafen gab es dann noch Zimtkekse und warmen Kakao.


    Nach der Tour war es inzwischen schon recht spät und wir entsprechend müde. Wir haben uns dann für den Campingplatz Heiðarbær entschieden. Dies haben wir später etwas bereut, denn von allen Campingplätzen, auf denen wir in Island übernachtet haben, hat uns dieser am wenigsten gefallen. Es gibt hier praktisch an jeder Ecke Verbotsschilder, was man alles nicht darf und wie man sich zu verhalten hat. Für uns war es hier deutlich zu überreguliert und wir haben uns nicht sehr wohl gefühlt. Es gibt eine Rezeption, wo wir für die Nacht bezahlt haben. Außerdem wollten wir Wäsche waschen, wofür wir ebenfalls an der Rezeption bezahlt haben. Man bekommt dann ein Zeitfenster zum Wäschewaschen zugewiesen. Unseres war am nächsten Morgen um sieben Uhr. Duschen konnten wir leider auch nicht mehr, da diese nur bis 22:00 Uhr geöffnet waren. Wir haben dann unser Zelt auf der Zeltwiese aufgebaut. Der Blick von hier ist in Ordnung aber nicht sehr spektakulär. Danach haben wir in einer der beiden nicht sehr sauberen Gemeinschaftsküchen unser Abendessen gekocht und sind anschließend ins Bett gegangen.



  • Hallo Melanie,

    vielen Dank für deinen wirklich ausführlichen Reisebericht. Die Zeitangaben für die Wanderungen und "Abstecher" sind als Anhaltspunkt sehr hilfreich. Die Fahrtzeiten erscheinen mir weniger lang als ich erwartet habe. Ich habe noch einige Ragen dazu:

    Wie lange dauert die Fahrt von Eglisstadir nach Borgafjödur in etwa?

    Und welche Kamera/ Brennweite hattest du beim Whalewatching dabei?

    Liebe Grüße

    Michaela

  • Hi Michaela, wenn ich es richtig im Kopf habe, dauert die Fahrt etwas über eine Stunde.

    Wir haben immer eine Briedgekamera (SONY Cyber-shot DSC-HX400) dabei. Für uns der beste Kompromiss aus geringem Gewicht, starkem Zoom und guten Bildern ohne dauernden Objektivwechsel.

  • Tag 11 – Donnerstag, der 11. Juli 2019


    Wie gestern schon geplant, haben wir heute Morgen im zugeteilten Zeitfenster um sieben Uhr unsere Wäsche gewaschen und währenddessen gefrühstückt. Danach haben wir abgebaut und eingepackt und dann war es endlich spät genug, dass die (kostenlosen) Duschen beim (kostenpflichtigen) Schwimmbad geöffnet hatten und wir uns erstmal richtig fertig machen konnten. Als wir anschließend losgefahren sind, waren wir froh, diesen nicht so tollen Platz hinter uns zu lassen.


    Heute wollten wir Ziele rund um den See Mývatn ansteuern. Zuerst haben wir einen kurzen Halt bei der Stóragjá Höhle gemacht. Hier gibt es neben der Straße einen kleinen Parkplatz und von diesem geht es in wenigen Metern zu Fuß zu einer Treppe, die man heruntersteigen und hier dann durch den Felsspalt laufen und in die mit Wasser gefüllten Höhlen schauen kann. Es ist nur ein kurzer Stopp von etwa fünfzehn Minuten, aber außer uns war niemand hier und es ist ein schönes Gebiet und daher ein angenehmer Start in den Tag.


    Danach sind wir zum Viti-Krater gefahren und haben am Parkplatz direkt am Krater geparkt. Vom Parkplatz führt ein Weg einmal um den Krater herum. Am Parkplatz herrscht reges Kommen und Gehen der Reisebusse, diese bleiben aber immer nur wenige Minuten, sodass die Reisebustouristen nicht um den Krater herumgehen können, sondern nur am Aussichtspunkt ein paar Fotos schießen. Sobald man ein paar Meter vom Parkplatz weg ist, ist man fast alleine und kann den schönen Ausblick auf die Umgebung und auf den tollen Kratersee genießen. An einer Stelle ist es sehr matschig, hier sollte man besser vernünftige Wanderschuhe anhaben. Ansonsten ist der Weg gut zu gehen und dauert auch nur ungefähr eine Stunde.


    Danach sind wir zum nur ein paar Meter entfernten Leirhnjúkur bei den Lavafeldern des Krafla gefahren. Hier beginnt am Parkplatz eine schöne etwa anderthalbstündige leichte Wanderung auf den Gipfel des Leirhnjúkur. Die Aussicht von oben auf die Lavafelder ist erstaunlich und man hat zwischendurch immer tolle Ausblicke auf die Landschaft und auf die umliegende dampfende Erde des Gebietes. Uns hat diese Wanderung sehr gut gefallen, auch wenn sie sehr beliebt ist und dementsprechend viele Leute hier unterwegs sind.


    Zurück in Richtung Ringstraße steht dann links eine Dusche mitten im Nichts. Das hat uns natürlich interessiert und so sind wir auf den kleinen Parkplatz gefahren und haben die Dusche inspiziert. Aus ihr kommt tatsächlich warmes Wasser und Lenny hat dann direkt mal den Kopf drunter gehalten. Komischerweise hält hier so gut wie keiner an, wir fanden den kurzen Stopp sehr lustig.


    Wir haben dann beim Hverir Schwefelfeld den nächsten Halt eingelegt. Das Geothermalgebiet mit seinen Schlammbecken und dampfenden Stellen ist eines der Highlights dieser Region und dementsprechend voll ist es in der Nähe des Parkplatzes. Wir sind erstmal einfach rechter Hand an dem ganzen Trubel vorbeigelaufen. Hier kann man dann in einer anstrengenden und etwas kraxeligen Wanderung auf den Gipfel des Vulkans Námafjall hochsteigen und auf der anderen Seite dann wieder heruntersteigen. Diesen Weg geht so gut wie niemand und von oben hat man einen wunderbaren Ausblick auf das Gebiet und auf den See Mývatn. Als wir nach etwa anderthalb Stunden wieder unten angekommen waren, hatten wir Glück und es war gerade etwas leerer und wir konnten uns dann in dem Gebiet noch ein bisschen in Ruhe umschauen.


    Danach sind wir zum Visitor-Center des Sees gefahren und haben auf einer Picknickbank mit Blick auf den See eine Mittagspause gemacht. Anschließend sind wir weiter zur Grjótagjá Höhle gefahren. Diese war vor wenigen Jahren noch recht unbekannt, wurde aber durch die Serie Game of Thrones berühmt. Dementsprechend voll war es hier und wir sind dann erstmal oben langgelaufen und haben die kilometerlange Felsspalte bestaunt, bevor wir in die Höhle hinabgestiegen sind. Es gibt unten dann zwei verschiedene Eingänge, wir sind erst zu dem größeren gegangen und von hier runter geklettert. Dabei muss man vorsichtig sein, es ist nicht gesichert und das Wasser unten ist heiß. Außerdem ist die Decke sehr niedrig, hier hat sich schon mehr als nur einer den Kopf angestoßen. Wir haben uns dann auf einen Stein am Wasser gesetzt, die Hände kurz ins heiße Wasser getaucht und ein paar Fotos gemacht. Uns war es hier aber viel zu voll und so sind wir schon nach wenigen Minuten wieder rausgeklettert. Danach sind wir noch zu dem anderen Eingang runtergeklettert, haben hier auch ein paar Fotos gemacht und sind dann schnell weitergefahren. Wahrscheinlich ist es besser, an der Grjótagjá morgens früh zu halten, bevor es hier zu voll wird. Bei der Masse an Leuten um einen rum lässt sich die schöne Höhle sonst leider nicht wirklich genießen.


    Danach haben wir beim Krater Hverfjall gehalten. Vom Parkplatz geht es hier in etwa fünfzehn Minuten hoch auf den Rand des Kraters. Wir sind dann noch etwa zehn Minuten rechts rumgelaufen, haben uns aber dann schnell gegen die komplette Rundwanderung um den ganzen Kraterrand entschieden, da es hier sehr voll war.

  • Stattdessen sind wir dann wieder zum Auto zurückgelaufen und nach Dimmuborgir gefahren. In diesem Gebiet sollen die Jólasveinar, die isländischen Weihnachtsmänner, leben. Dimmuborgir ist sehr beliebt, dementsprechend voll ist es hier. Am Beginn des Weges hängt eine Wanderkarte, die wir uns erstmal ansehen haben. Wir hatten dann eigentlich vor, erst den rot markierten Kirchenzirkel und anschließend den grün markierten Rundweg zu laufen. Wir haben uns dann aber ein bisschen verlaufen, weil wir hinter dem Felsbogen Gatklettur einfach weitergelaufen sind. Wir sind dann auf einem recht gut laufbaren steinigen Weg erst bis zu einem Tor gekommen und dann noch weitergelaufen, bis wir am Ende wieder beim Krater Hverfjall standen. Dann haben wir umgedreht und sind den Weg wieder zurückgelaufen. Das war aber nicht schlimm, da wir auf diesem Weg fast alleine waren und die schönen Formationen in Ruhe bestaunen konnten. Zurück am Gatklettur sind wir dann noch zur Kirkja gelaufen und von hier aus wieder zurück zum Parkplatz. Auf diesen Hauptwegen ist es sehr voll und diese sind teilweise sogar gepflastert. Insgesamt waren wir etwa zwei Stunden in Dimmuborgir.


    Inzwischen waren wir schon sehr müde und haben nur noch einen kurzen Stopp bei den Pseudokratern Skútustaðagígar eingelegt. Hier sind wir vom Parkplatz den kleinen Rundweg gelaufen. Dieser führt in einem kleinen Bogen am See entlang. Zu den Kratern hinauf führen dann Treppen und man hat einen tollen Blick über den See. Der kleine Rundweg dauert etwa eine Viertelstunde und ist als kurzer Halt auf jeden Fall zu empfehlen. Es gibt auch eine große Runde um den See, diese dauert dann natürlich länger. Da es jedoch schon spät war, haben wir uns nur für die kleine Runde entschieden, die uns aber auch sehr gut gefallen hat.


    Wir sind dann zum Campingplatz Laugarvollur gefahren, wo wir uns einen ruhigen Platz ausgesucht und unser Zelt aufgebaut haben. Der Campingplatz hat zwar nicht den tollsten Ausblick und es war etwas voll, dafür ist er recht günstig und gut gepflegt. Kurz nachdem wir hier ankamen, kam der Platzwart vorbei und hat die Übernachtungsgebühren eingesammelt. Wir sind danach in das Sportcenter gegangen und haben in der Küche unser Abendessen gekocht. Im Sportcenter sind neben der Küche mit Aufenthaltsraum auch die kostenlosen Duschen und die WCs untergebracht. Obwohl die Ausstattung hier teilweise schon etwas älter ist, hat uns der Platz gut gefallen und wir haben uns hier sehr wohl gefühlt.

  • Tag 12 – Freitag, der 12. Juli 2019


    Heute Morgen waren wir schon früh wach, haben uns fertig gemacht und gefrühstückt und sind dann zum Goðafoss gefahren. Es gibt hier zwei Parkplätze, einen östlichen an der Tankstelle und an dem Souvenirladen und einen westlichen hinter der Brücke. Wir haben auf dem Parkplatz vor dem Souvenirladen geparkt. Es war noch recht früh, erst etwa neun Uhr und außer uns waren erst eine Handvoll anderer Autos da. Wir sind dann am Rand des Flusses entlang bis vorne zum Wasserfall gelaufen und hier erstmal eine Treppe runter gestiegen, die zu einem steinigen Strand mit einem tollen Blick auf den Wasserfall führt. Da noch fast niemand hier war, konnten wir tolle Aufnahmen des Wasserfalls machen und von hier auch ganz ungestört schauen. Hier hat es uns am besten an dem Wasserfall gefallen.

    Danach sind wir wieder hochgestiegen und haben vom Viewpoint aus noch tolle Fotos gemacht und eine Weile dem Wasserfall zugeschaut. Anschließend haben wir auf der kleinen Fußgängerbrücke den Fluss überquert und waren auf der westlichen Seite. Hier sind wir dann auch am Fluss entlang bis vorne zum Wasserfall gelaufen und haben noch ein bisschen geguckt und Bilder gemacht. Im Vergleich hat uns jedoch die östliche Seite deutlich besser gefallen. Inzwischen war es etwa zehn Uhr und die ersten Reisebusse haben ladungsweise Touristen in dem Gebiet abgesetzt. Uns wurde es hier dann zu voll und wir sind weitergefahren.


    Unser nächstes Ziel war der Wasserfall Aldeyjarfoss. Etwa eine Dreiviertelstunde nachdem man von der Ringstraße auf die 842 abgezweigt ist, endet die Straße an einem Bauernhof, links geht die Straße durch ein Tor weiter. Hinter diesem Tor steht dann der deutliche Hinweis, dass es sich ab hier um eine F-Road handelt. Wir haben den Wagen dann an einem kleinen Parkplatz am Straßenrand stehen gelassen und sind etwa eine Stunde zum Wasserfall gelaufen. Unterwegs gibt es kein Wasser, man sollte also ausreichend mitnehmen. Die Strecke geht meist bergauf, ist daher recht anstrengend aber gut schaffbar, und bietet schöne Ausblicke auf die Umgebung. Erst ist alles sehr grün mit Lupinenfeldern, später wird es dann karger. Gelegentlich fährt ein Auto vorbei, ansonsten ist man meist alleine und kann die schöne Landschaft genießen. Irgendwann haben wir den Parkplatz des Wasserfalls erreicht, von hier läuft man noch etwa zehn Minuten durch steiniges Gelände bergauf, bis man den Wasserfall und die Schlucht, durch die der Fluss fließt, sehen kann. Außer uns war niemand hier und wir fanden es wunderschön. Besonders die tolle Aussicht in die Schlucht und die schönen Ansichten des Wasserfalls haben uns sehr gut gefallen. Wir sind dann fast eine Dreiviertelstunde hier herumgelaufen, erst an der Schlucht entlang bis zum Wasserfall, dann oben zur Stelle, an der der Wasserfall in den Fluss fällt und anschließend noch ein Stück weiter den Fluss entlang. Danach sind wir dann wieder zurück zu unserem Auto gelaufen. Da es bergab ging, ließ sich der Rückweg deutlich schneller zurücklegen als der Hinweg. Insgesamt haben wir für die gesamte Wanderung etwa zweieinhalb Stunden gebraucht und uns hat es wirklich gut gefallen, da dieses schöne Ziel noch abseits des Massentourismus liegt und nicht so überlaufen ist.



  • Wieder zurück beim Auto sind wir dann zum Laufás Museum gefahren. Hier haben wir für 2.000 Kronen pro Person den 24 Stunden gültigen Museumspass für Akureyri gekauft, mit dem wir später am Tag auch noch weitere Museen besuchen konnten. Das Museum Laufás besteht aus einem großen Grassodenhaus sowie einer kleinen Kirche. Die Räume im Inneren des Hauses sind noch so eingerichtet wie im 19. Jahrhundert. Nach einem Rundgang durch das Haus und das Gebiet, der etwa eine halbe Stunde gedauert hat, haben wir in der angeschlossenen Bäckerei noch Kaffee getrunken und typisch isländische Backwaren, einen Marriage Cake und einen Layer Cake, gegessen.


    Anschließend sind wir nach Akureyri gefahren, haben beim Stadtmuseum geparkt und uns das Stadtmuseum dann auch angesehen. Es ist ein nettes kleines Museum über die Geschichte des Ortes. Danach sind wir auch noch in das benachbarte Spielzeugmuseum gegangen. Beide Museen sind klein aber interessant. Wir sind anschließend weiter zum Botanischen Garten der Stadt gelaufen. Leider lagen zwei große Kreuzfahrtschiffe im Hafen und der Botanische Garten war sehr voll. Wir haben uns an einem Springbrunnen hingesetzt und erstmal eine Mittagspause gemacht und sind anschließend kreuz und quer durch den Botanischen Garten gelaufen. Uns hat es hier sehr gut gefallen, es war aber leider recht voll. Danach sind wir zur Kirche gegangen und anschließend bis runter zum Hafen gelaufen. Nach einiger Zeit ist dann wenigstens eines der beiden Schiffe ausgelaufen und es wurde in der Stadt etwas ruhiger. Das haben wir genutzt, um noch ein bisschen durch die jetzt leereren Straßen zu spazieren, bevor wir an der Bucht entlang zurück zum Auto gelaufen sind.


    Wir sind dann zum Campingplatz Hamrar gefahren. Dieser Campingplatz ist mit einer Schranke gesichert. Nachdem wir an der Rezeption bezahlt haben, sind wir durch die Schranke gefahren und haben uns einen Platz etwas abseits gesucht. Obwohl der Campingplatz recht groß ist, war es sehr voll und wir hatten selbst für unser kleines Zelt Mühe, noch einen netten Platz zu finden. Insgesamt hat der Campingplatz uns aber sehr gut gefallen, obwohl er recht voll war. Es gibt eine gut ausgestattete Gemeinschaftsküche mit Aufenthaltsraum, ausreichend und kostenlose Duschen und saubere Toiletten. Nach dem Zeltaufbau haben wir in der Gemeinschaftsküche noch unser Abendessen gekocht und sind danach schlafen gegangen.

  • Tag 13 – Samstag, der 13. Juli 2019


    Heute Morgen waren wir recht früh wach, haben uns fertig gemacht, abgebaut und gefrühstückt. Danach sind wir nach Dalvík gefahren und haben oben bei der Kirche geparkt. Von dort aus sind wir einmal durch die Stadt und zum Hafen gelaufen. Da es jedoch noch sehr früh war, war hier praktisch noch nichts los und wir sind wieder zurück zur Kirche gelaufen. Von dort haben wir dann eine tolle und recht einfache Wanderung zur Schutzhütte Kofi gemacht. Diese führt auf dem Hinweg immer auf der Südseite des Flusses entlang und man blickt vorne auf die schneebedeckten Berge. An den Berghängen neben uns gingen unzählige kleine Bäche runter und man trifft auf viele Schafe und sieht viele Vögel. Nach etwa anderthalb Stunden waren wir bei der Schutzhütte angekommen, haben uns ins Wanderbuch eingetragen und sind dann über eine kleine Brücke auf die Nordseite des Flusses gewechselt. Hier geht der Weg durch viele kleine Bäche, also besser wasserfeste Wanderschuhe anziehen. Die Wegmarkierung ist hier nicht mehr ganz so eindeutig und ein paar Pflöcke sind umgefallen. Wir haben ein paar Mal den Weg verloren, aber immer wieder gefunden. Wir sind auf dem Hinweg niemandem begegnet und auf dem Rückweg auch nur ein paar Leuten. Die Wanderung ist landschaftlich sehr schön, gut zu laufen und mit knapp drei Stunden auch zeitlich gut machbar. Uns hat die Wanderung sehr gut gefallen und wir empfehlen sie auf jeden Fall.


    Wieder in der Stadt angekommen sind wir zum Besucherzentrum gelaufen und haben hier bei Kaffee und leckerem Gebäck eine kleine Pause gemacht. Danach sind wir nach Siglufjörður gefahren. Der Weg hierhin geht immer am Meer entlang und ist sehr schön. In Siglufjörður haben wir an der Kirche geparkt und sind von hier aus etwa eine Stunde kreuz und quer durch die kleine Stadt gelaufen. Wir sind am Hafen entlanggelaufen und durch die kleinen Gassen und haben den kurzen Bummel durch die Stadt sehr genossen.


    Wir sind danach weiter nach Hofsós gefahren. Die Fahrt hierhin ist auch sehr schön, wir hatten zuerst die Berge links neben uns und das Meer recht, nach einiger Zeit wird die Gegend landwirtschaftlicher geprägt. In Hofsós haben wir dann pro Person 1.000 Kronen Eintritt für das Schwimmbad bezahlt. Das Besondere an diesem Freibad ist, dass beim Schwimmen im Becken der Eindruck entsteht, man könne bis ins Meer weiter schwimmen. Neben dem großen Becken gibt es noch einen schönen großen Hot Pot. Das Wetter war inzwischen etwas ungemütlich geworden und es hat leicht genieselt. Dadurch haben wir zwar vom schönen Fjord nicht viel gesehen und der „Infinity-Eindruck“, den der Pool machen soll, kam auch nicht auf, aber es war trotzdem wundervoll. Es war schon etwas später und das Wetter eben nicht so gut, dadurch war der Pool recht leer. Nach unserem Eindruck waren viele isländische Familien hier und nur wenige Touristen. Uns hat es hier sehr gut gefallen.


    Wir sind dann zum Campingplatz Varmahlíð gefahren, wo wir uns einen Platz gesucht und unser Zelt aufgebaut haben. Kurz danach kam der Platzwart rum und hat die Übernachtungsgebühr kassiert. Der Campingplatz hat keine Küche, aber inzwischen hatte es aufgehört zu regnen und wir konnten unser Abendessen vor dem Zelt kochen und danach schlafen gehen. Der Campingplatz an sich ist in Ordnung und recht günstig, allerdings gibt es nur eine Dusche und diese kostet extra, und es gibt weder Aufenthaltsraum noch Küche.



  • Tag 14 – Sonntag, der 14. Juli 2019


    Heute Morgen haben wir etwas länger geschlafen, uns fertig gemacht, abgebaut, in der Sonne gefrühstückt und sind dann zum Reitstall Lýtingsstaðir gefahren. Wir hatten am vergangenen Tag hier ganz unkompliziert telefonisch einen Ausritt vereinbart.


    Wir waren recht früh am Hof und nach dem Bezahlen und der Sicherheitseinweisung haben wir uns erst den alten Torfstall des Reitstalls angesehen. Danach haben wir der Rittführerin dann beim Putzen und Satteln geholfen und sind pünktlich um zehn Uhr zu unserem zwei Stunden Ritt (der nachher zweieinhalb Stunden gedauert hat) aufgebrochen. Und es war phantastisch! Wenn wir vorher jemandem erzählt hätten, dass wir in Island in der Sonne im T-Shirt ausreiten gehen möchten, dabei nur zu zweit mit der Rittführerin sein möchten, mit einem ganz braven Pferd für Lenny, der praktisch noch nie geritten ist, und einem etwas lebhafterem Pferd für mich, durch eine tolle Landschaft reiten möchten und dabei ein paar Mal einen Fluss überqueren möchten, ganz viel tölten und auch einmal galoppieren möchten, hätte derjenige uns mit Sicherheit ausgelacht. Aber genau so war es. Das Wetter war perfekt, die Pferde ganz lieb und wunderbare Naturtölter, selbst Lenny als Anfänger konnte viel tölten und einmal sogar galoppieren und wir haben den ganzen Ausritt sehr genossen. Wieder zurück am Hof haben wir die Pferde dann noch abgesattelt und geputzt und auf die Weide zurückgebracht.


    Danach sind wir zur Torfkirche Víðimýri gefahren und haben an dem Ufer des kleinen Baches, der hier fließt, eine Mittagspause gemacht. Eigentlich wollten wir uns die Torfkirche auch ansehen, fanden jedoch den Eintrittspreis von 1.000 Kronen pro Person dann doch zu hoch, nur um sich eine kleine Kirche anzusehen. Also sind wir ohne Besichtigung der Kirche weitergefahren.


    Unser nächstes Ziel war die Trollfrauenschlucht Kolugljúfur mit den Wasserfällen Kolufossar. Der Weg dorthin durch den Nordwesten Islands ist sehr schön, man fährt durch das „Pferdeland“ Islands. Praktisch alles ist grün und man sieht tausende Islandpferde auf den Weiden neben der Straße grasen. An der Kolugljúfur angekommen haben wir am Parkplatz direkt neben der Schlucht geparkt. Vom Parkplatz aus kann man dann durch das Gebiet laufen, es gibt verschiedene Aussichtspunkte, von denen man tolle Ausblicke hat und Fotos der Schlucht und der Wasserfälle machen kann. Außer uns war kaum jemand hier. Wir sind dann etwa eine halbe Stunde hier herumgelaufen und haben uns alles angesehen, bevor wir weiter gefahren sind. Den Abstecher zur Schlucht über eine Schotterpiste sollte man, wenn man die Zeit hat, auf jeden Fall machen.


    Nachdem wir auf die Halbinsel Vatnsnes in Richtung Hvítserkur abgebogen sind, wurde das Land wieder zunehmend hügeliger und rauer. Am Parkplatz des Basaltfelsens Hvítserkur haben wir unser Auto abgestellt und sind von hier etwa fünf Minuten bis zum Aussichtspunkt gelaufen. Danach sind wir rechts neben dem Aussichtspunkt über einen steilen und nicht einfach zu gehenden Pfad runter an den Strand gelaufen. Hier waren nicht mehr ganz so viele Leute wie oben am Aussichtspunkt und wir haben uns dann erstmal eine Weile auf den warmen schwarzen Sand gesetzt und dem Treiben zugesehen. Als gerade fast keine anderen Menschen am Strand waren, haben wir dann auch noch viele Fotos des Basaltfelsens, der aussieht wie ein Nashorn oder ein Troll, gemacht. Danach sind wir dann wieder den Weg hochgestiegen und zum Auto zurückgelaufen. Wir waren etwa eine Stunde hier und sind noch rechtzeitig gegangen, denn zurück am Auto fing es gerade an zu regnen.


    Wir sind dann weiter zu der Seehundkolonie bei Illugastadi gefahren. Die Fahrt über die Halbinsel mit dem Meer zur rechten Seite und den Bergen zur linken ist sehr schön und haben zwischendurch an den Parkplätzen auch kleine Pausen eingelegt. Vom Parkplatz bei Illugastadi läuft man dann etwa zehn Minuten durch eine schöne Landschaft, bis man die Aussichtshütte bei der Kolonie erreicht. Es leben auch viele Vögel in dem Gebiet, die man gut beobachten kann. An der Hütte waren außer uns nur noch zwei andere Touristen und wir haben uns dann neben die Hütte auf die Felsen gestellt und die Seehunde beobachtet. Es waren zwar nur etwa zehn Tiere hier, aber auch dafür hat sich der Stopp gelohnt, denn die Tiere sind einfach toll zum Beobachten und sehr süß. Nach einer halben Stunde sind wir dann weitergefahren und haben uns in Hvammstangi den Campingplatz angesehen. Dieser hat uns aber nicht wirklich gefallen und da es auch erst später Nachmittag war, haben wir uns entschieden, noch weiter zu fahren. Vorher haben wir uns aber noch bei der Tankstelle in Hvammstangi mit leckeren vegetarischen Burgern und Fritten gestärkt.


    Dann ging es für uns in die Westfjorde nach Hólmavík. Der Weg hierhin ist wunderbar, es ist auf der Straße noch ruhiger als im Norden, man hat tolle Ausblicke auf das Meer, auf die Berge und auf die wunderschönen Fjorde. Ein Teilstück lag im Nebel, aber auch das war problemlos zu fahren. Wir haben ganz oft angehalten und einfach nur den tollen Ausblick genossen. Einmal haben wir zu spät gesehen, dass an der Picknickbank, an der wir gehalten haben, Küstenseeschwalben nisten. Sobald wir aus dem Auto ausgestiegen sind, haben diese geschrien und uns attackiert und wir sind schnell wieder ins Auto geflüchtet und weitergefahren. Gegen neun Uhr abends waren wir dann am Campingplatz in Hólmavík angekommen. Der Campingplatz ist nicht überragend, aber in Ordnung. Es gibt keine Duschen, aber nebenan ist ein Gemeindezentrum mit einer Küche und einem Aufenthaltsraum. Direkt am Platz gibt es einen kleiner Hügel, von dem man einen guten Ausblick auf das Meer und den Ortskern von Hólmavík hat. Wir haben dann nur noch schnell im Schwimmbad nebenan für die Nacht bezahlt, unser Zelt aufgebaut und sind schlafen gegangen.

  • Echt ein toller Reisebericht - Danke dafür - wir fahren im August zum vierten Mal nach Island, zum Ersten mal mit der Fähre (und zwei Kindern ;-). Das eine oder andere von eurer Reise steht auch auf unsrem Plan...

    Dazu gleich eine Frage (an alle)... :-)

    Du schreibst bei Tag 7, dass die Straße bei den Hotpots in Hoffell (Hoffellsjökull) zum Parkplatz nahe am Gletschersee nur für Geländewagen geeignet ist.

    Kann irgendjemand etwas zu der Straße sagen? Wir sind uns unsicher, ob wir mit unserem Auto (2WD) da hinkommen und falls nicht, ob wir unseren 6-jährigen Kids die 2x 4km-Wandertour zumuten sollen.

  • Tag 15 – Montag, der 15. Juli 2019


    Heute Morgen waren wir sehr früh wach. Da der Campingplatz keine Duschen hatte, haben wir das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden, haben uns nur schnell fertig gemacht und abgebaut und sind dann direkt zu den Hot Pots bei Drangsnes gefahren. Bevor man in einen der drei Hot Pots am Meer steigt, kann man sich auf der anderen Straßenseite in einem kleinen aber sehr sauberen Servicehaus duschen und umziehen.


    Wir hatten Glück: da es noch früh war, waren wir ganz alleine. Wir haben uns den ganz rechten Hot Pot ausgesucht, dieser ist der heißeste. Es hat noch leicht geregnet und durch den Regen und den Nebel hat man in der Bucht nicht viel gesehen, aber es war trotzdem großartig. Wir lagen dann fast eine Stunde in dem warmen Wasser, während es leicht auf unsere Köpfe geregnet hat, bevor wir wieder gefahren sind. Vorher haben wir natürlich noch ein bisschen Bargeld in die Spendenbox an dem Servicehaus geworfen.


    Auf dem Weg zurück nach Hólmavík haben wir im Fjord dann einen kleinen Wal gesehen. Und wie immer bei so tollen spontanen Momenten, war weit und breit keine Haltebucht in Sicht. Da wir uns bisher jeden Tag über die Idioten aufgeregt haben, die für Fotos einfach mitten auf der Straße anhalten, haben wir dies natürlich nicht getan, auch wenn praktisch kein Verkehr herrschte, sondern sind nur ein bisschen langsamer gefahren, um zu schauen. Also gibt es leider keine Bilder, nur die schöne Erinnerung.


    Wieder in Hólmavík angekommen hatte inzwischen auch das Gemeindezentrum neben dem Campingplatz geöffnet und wir haben dort in der Küche erstmal ausgiebig gefrühstückt. Danach sind wir in den Ortskern von Hólmavík gefahren und haben unser Auto am Hafen abgestellt. Von hier sind wir erst hoch zur Kirche gelaufen und danach durch die Stadt bis zum Museum für Hexerei und Magie. Für 950 Kronen Eintritt pro Person kann man hier auf zwei Ebenen viel über die Geschichte der Hexerei in Island lernen. Dazu kommen kuriose Ausstellungsstücke und viel Hintergrundwissen. Uns hat das Museum sehr gut gefallen und wir empfehlen einen Besuch hier auf jeden Fall.


    Danach sind wir zum Wandern zur Bucht Kaldalón gefahren. Die Anfahrt ist recht steinig, aber gut zu fahren. Die letzten hundert Meter vor dem Parkplatz versperrt dann eine kleine Furt den Kleinwagen die Weiterfahrt. Es gibt vor der Furt aber einen ausreichend großen Parkplatz.

    Wir hatten hier leider etwas Pech, da eine größere Reisegruppe kurz vor uns hier angekommen ist und wir somit auf der Wanderung nicht wie erhofft fast alleine waren. Wir sind dann losgelaufen, immer die Gletscherzunge des Drangajökull im Blick. Eine Wegmarkierung ist praktisch nicht vorhanden, und so sind wir einfach erstmal losgelaufen. Wir sind rechts oben bei den Berghängen langgelaufen, hier hat man nach einiger Zeit jedoch das Problem, dass man sehr viele teils tiefere Wasserläufe durchqueren muss. Weiter geht es dann auf sehr steinigem Untergrund bis zu einem reißenden Gletscherfluss. Dessen Lauf sind wir dann gefolgt und haben in Sichtweite der Gletscherzunge eine kleine Pause gemacht.

    Man soll wohl auch noch näher an die Gletscherzunge herankommen, uns war jedoch nicht mehr nach Weiterlaufen. Wir sind dann unten durch das steinige Gebiet zurückgelaufen. Auch hier muss gelegentlich ein kleiner Bachlauf durchquert werden, aber deutlich weniger als bei dem Weg oben lang. Insgesamt haben wir für die Wanderung etwa drei Stunden gebraucht und uns hat diese sehr gut gefallen. Mit etwas Glück ist man hier auch fast alleine. Wichtig ist allerdings eine gute Ausrüstung, da der Weg wie erwähnt nicht markiert ist und durch Wasser und Geröll geht. Wir haben die Wanderung sehr genossen und empfehlen sie auf jeden Fall weiter.


    Wir sind anschließend weiter in Richtung Ísafjörður gefahren. Der Weg hierhin ist sehr schön, man fährt die tollen Fjorde mit großartigen Ausblicken entlang und hat rechts einen tollen Blick aufs Meer und links auf die umliegenden Berge. Wir haben dann gelegentlich gehalten und Fotos gemacht, wo es uns gut gefallen hat. Unterwegs sieht man sehr viele Vögel, besonders Eiderenten und Küstenseeschwalben, aber auch einen Kormoran (natürlich wieder ohne einen Parkplatz zum Fotografieren in der Nähe) und gelegentlich sieht man auch Seehunde im Wasser. An einer Stelle kommen links am Berg ganz viele Wasserfälle herunter, was wunderschön aussieht. Teilweise waren die Bergspitzen im Nebel und die Berge waren grün und stellenweise noch schneebedeckt, was ein tolles Bild gemacht hat. Landschaftlich ist es hier wirklich schön und sehr ruhig.


    Wir sind dann zum Campingplatz Tungudalur gefahren. Dieser liegt etwas außerhalb von Ísafjörður und soll der schönste Campingplatz in der Gegend sein. Dass er sehr schön ist, können wir auf jeden Fall bestätigen. Hinter dem Campingplatz fließt ein Wasserfall den Berg hinab und ein kleiner Bach verläuft quer durch den Platz. Wir haben an der Rezeption bezahlt und uns danach einen Platz auf der großen Zeltwiese mit Blick auf die umliegenden Berge gesucht. Uns hat der Platz sehr gut gefallen, es gibt ein Servicehaus mit ausreichend Duschen und eine große Küche mit Sitzgelegenheiten. Wir haben uns dann im Servicehaus noch schnell Abendessen gekocht und sind danach früh schlafen gegangen.

  • Oh ja, bitte ganz schnell weiterschreiben.goodposting

    Er hilft wirklich bei der "Planung" der Tour. Wir haben ähnliche Etappenziele und finde es beruhigend zu lesen, dass neben der reinen Fahrtzeiten noch genügend Zeit für Wanderungen und in meinem Fall ausgiebige Fotopausen bleibt.

    Bin gespannt auf die weiteren Berichte. Ich seid jetzt in dem Teil, den wir uns für die übernächste Reise "aufsparen".

  • Tag 16 – Dienstag, der 16. Juli 2019


    Heute Nacht haben wir sehr gut geschlafen, es war sehr ruhig und erholsam, und wir haben ein wenig länger als sonst geschlafen. Danach haben wir uns fertig gemacht, gefrühstückt und abgebaut. Bevor wir losgefahren sind, sind wir noch zu dem Wasserfall am Campingplatz hochgelaufen und haben ein paar Bilder von einem hier gelegenen Aussichtspunkt aus gemacht. Dieser kleine Abstecher dauerte nur etwa zwanzig Minuten und war ein schöner Start in den Tag,


    Wir sind danach nach Ísafjörður gefahren und haben dort an der Kirche geparkt. Gerade als wir dann loslaufen wollten, hat es richtig angefangen zu regnen und wir sind schnell wieder zurück ins Auto geflüchtet. Im Auto haben wir dann ein wenig gewartet, der Regen wurde aber nicht besser. Wir haben uns dann dafür entschieden, erstmal zum nahegelegenen Aussichtsberg Bolafjall zu fahren. Wir sind also zum Parkplatz des Berges gefahren, aber es hat immer noch geregnet und die Sicht war auch nicht sehr gut. Wir haben dann trotzdem die Regenjacken angezogen und sind erstmal eine Runde um den Parkplatz herumgelaufen (von hier soll man bei gutem Wetter bis ins Naturschutzgebiet Hornstrandir sehen können). Danach sind wir an der Air Station vorbei bis zu einem nur wenige hundert Meter entfernten Aussichtspunkt gelaufen. Der Blick von hier auf die umliegenden nebelverhangenen Berge war trotz des schlechten Wetters sehr schön.


    Wir sind danach wieder zurück nach Ísafjörður gefahren und haben nochmal an der Kirche geparkt. Inzwischen hat es auch nicht mehr so stark geregnet, sondern nur noch genieselt. Also sind wir zu einem Stadtbummel aufgebrochen. Von der Kirche aus sind wir zu Fuß kreuz und quer durch die Stadt gelaufen, durch die Fußgängerzone, am Hafen entlang und bei der Touristeninformation vorbei. In der Stadt haben wir in der Alten Bäckerei eine wunderbare riesige Zimtschnecke gegessen und Kaffee getrunken. Inzwischen hatte der Regen auch komplett aufgehört und wir konnten trocken zurück zum Auto laufen.Insgesamt waren wir etwa zwei Stunden in der Stadt, bevor wir weiter gefahren sind.


    Danach sind wir nach Þingeyri gefahren. Hier wollten wir uns eigentlich gerne das Schmiedemuseum oder das Wikingermuseum ansehen. Beide Museen hatten jedoch geschlossen. Wir sind dann stattdessen zum Campingplatz gefahren, haben im benachbarten Schwimmbad für die Nacht bezahlt und danach unser Zelt aufgebaut. Der Campingplatz hat uns sehr gut gefallen, er liegt ruhig auf einer Wiese mit Blick auf den Berg Sandafell. Es gibt ein paar Duschen und eine sehr gut ausgestattete und saubere Küche mit großem Aufenthaltsraum.


    Nach dem Zeltaufbau haben wir einen kleinen Spaziergang durch die Stadt unternommen, sind vom Campingplatz über ein kleines nachgebautes Wikingerdorf bis zur Kirche gelaufen, danach noch ein bisschen durch die Stadt und am kleinen Hafen entlang.


    Zum Abschluss des Tages sind wir mit dem Auto hoch zum Berg Sandafell gefahren. An der Straße 60 gibt es einen kleinen Parkplatz. Hier haben wir unser Auto abgestellt und sind dann den Berg bis zum Aussichtspunkt hochgelaufen. Der Weg ist steinig und geht stetig bergauf, ist aber gut zu laufen und die Ausblicke auf die umgebende Landschaft und den Fjord sind phantastisch und die Mühe wert. Neben dem Weg blühen die Lupinen und nach einer Dreiviertelstunde hatten wir die Spitze erreicht. Hier haben wir mit Blick auf das Meer eine Pause gemacht und sind anschließend wieder zurück zum Auto gelaufen.


    Zurück am Campingplatz haben wir dann noch Abendessen gemacht und sind dann früh schlafen gegangen, da wir am nächsten Tag sehr früh aufstehen wollten.



Kria-Tours