Mein Reisebericht: vier Wochen Island im Juli 2019

  • Tag 17 – Mittwoch, der 17. Juli 2019


    Heute Morgen sind wir schon um fünf Uhr aufgestanden, haben uns fertig gemacht, abgebaut und gefrühstückt und sind dann zum Wasserfall Dynjandi gefahren. Hier waren wir die ersten Besucher und konnten den riesigen Wasserfall ganz in Ruhe genießen. Vom Parkplatz läuft man etwa fünfzehn Minuten bergauf bis zum Wasserfall. Auf dem Weg liegen viele kleinere Kaskaden und Wasserfälle. Oben beim Dynjandi gibt es unzählige tolle Perspektiven, aus denen man den riesigen Wasserfall fotografieren und bestaunen kann. Uns hat es am besten gefallen, auf einen Felsvorsprung neben dem Wasserfall zu steigen. Von hier merkt man erst richtig, wie groß der Dynjandi eigentlich ist. Da man hier direkt in der Gischt steht, wird es zwar nass, aber das tolle Gefühl, neben diesem tosenden Wasserfall zu stehen, ist unbeschreiblich. Am Ende haben wir uns noch ein bisschen auf die Felsen vor dem Wasserfall gesetzt und einfach nur geschaut, bevor wir wieder zum Parkplatz runter gestiegen sind. Dabei kamen uns dann auch die ersten anderen Besucher entgegen und wir waren sehr froh, dass wir so früh hier gewesen sind, um den tollen Wasserfall ganz in Ruhe genießen zu können.


    Danach sind wir in den Ort Bíldudalur gefahren und haben das Seeungeheuer Museum besucht. Für den Eintrittspreis von 1.400 Kronen pro Person bekommt man hier ein liebevoll eingerichtetes und spannendes Museum rund um das Thema isländische Seeungeheuer zu sehen. Uns hat die teilweise multimediale Ausstellung sehr gut gefallen und wir fanden es sehr lustig und unterhaltsam. Wir waren etwa anderthalb Stunden hier, bevor wir weiter gefahren sind.


    Wir sind dann weiter zum Schiffswrack Garðar BA 64 gefahren, das hier an einem Strand fotogen vor sich hin rostet. Wir haben aber erstmal an einem Picknicktisch vor dem Schiffswrack eine Mittagspause gemacht und dem Treiben rund um das Schiff zugesehen. Als es kurz etwas ruhiger wurde, haben wir das Schiff auch ausgiebig von allen Seiten betrachtet und sind dann weiter zum Hnjótur Museum gefahren. Dort kann man für 1.000 Kronen Eintritt pro Person eine riesige Sammlung aller möglichen Alltagsgegenstände aus allen möglichen Bereichen ansehen. Außerdem gibt es eine Ausstellung zu Schiffsunglücken in der Region mit einem Dokumentarfilm. Das Museum ist ganz interessant, aber eigentlich kein Pflichtstopp. Wir hatten aber genug Zeit und haben es nicht bereut, hier angehalten zu haben.

  • Danach sind wir zum Vogelfelsen Látrabjarg gefahren. Die Schotterpiste, die nach Látrabjarg führt, ist sehr steinig und hat viele Schlaglöcher, ist aber auch mit einem Kleinwagen vorsichtig befahrbar. Am Vogelfelsen angekommen gibt es einen großen Parkplatz. Ab dem Parkplatz führt ein Weg den Berg hoch. Wir sind jedoch erst in die andere Richtung zum Leuchtturm gelaufen und von hier ein Stück die Klippe entlang. Am Leuchtturm haben wir auch schon die ersten Puffins gesehen, was viele andere Leute aber ebenfalls angezogen hat. An der Klippe entlang waren wir dann wieder alleine, bevor wir zurück zum Parkplatz gelaufen sind. Danach sind wir mit den unzähligen anderen Besuchern den Berg hochgelaufen, um Puffins zu sehen. Erstmal haben wir aber nur zahllose Dreizehenmöwen gesehen, die hier unter großem Geschrei ihre Küken großziehen. Außerdem haben wir hier viele Tordalken brüten gesehen und ein paar Eissturmvögel. Weiter den Berg rauf haben wir dann auch die Puffins gesehen, allerdings nicht so viele wie erhofft. Die Höhlen der Tiere befinden sich unter der Kante, sodass viele Leute viel zu nah an die Kante heran robben, um einen guten Blick zu bekommen. Unter ihnen geht es dann steil bergab und das Risiko sollte man auf keinen Fall eingehen. Wir haben die Puffins auch mit Sicherheitsabstand gut sehen können. Uns hat es hier ganz gut gefallen, allerdings war es viel zu voll und so sind wir nach knapp anderthalb Stunden schon wieder gefahren.


    Unser nächstes Ziel war dann der rote Strand Rauðisandur. Hier sind wir erst zur fotogenen schwarzen Kirche gefahren, wo wir unser Auto abgestellt haben. Dann sind wir ein bisschen durch das Gras und über den Strand gelaufen. Am Strand sind recht viele Schafe, da wir diese nicht zu sehr stören wollten, sind wir schon nach etwa einer halben Stunde wieder gefahren.


    Wir sind danach zum Campingplatz Melanes gefahren, der auf der anderen Seite des roten Sandes liegt, und haben hier an der Rezeption für die Nacht bezahlt. Danach haben wir schnell unser Zelt aufgebaut und Abendessen gekocht. Der Campingplatz ist einer der schönsten, auf denen wir in Island übernachtet haben. Wir haben uns für unser Zelt einen Platz mit Blick auf den roten Sand und das Meer gesucht. Es gibt ein kleines Küchenhaus, davor ein paar Picknickbänke und kostenlosen Kaffee, Tee und heiße Schokolade an der Rezeption. Einziges Manko ist, dass es nur eine Dusche und wenige Toiletten für alle Gäste gibt.

    Nach dem Abendessen hat die Sonne noch schön warm geschienen und wir sind noch barfuß und im T-Shirt runter zum Strand und bis ans Meer gelaufen und haben noch ein bisschen den Wellen zugeschaut, bevor wir schlafen gegangen sind.

  • Tag 18 – Donnerstag, der 18. Juli 2019


    Heute Morgen sind wir früh aufgestanden, damit wir schnell duschen konnten, bevor der Ansturm auf die einzige Dusche los ging. Danach haben wir in Ruhe gefrühstückt, abgebaut und sind losgefahren. Unser erstes Ziel heute war eine Wanderung zu den Wasserfällen Þingmannaá. Hier weist links an der Straße ein kleines Schild in einen steinigen Weg, diesen kann man ein paar Meter hineinfahren und das Auto abstellen. Der Rundwanderweg ist gut gekennzeichnet und leicht zu laufen und dauert nur ungefähr eine Stunde. Er führt an vielen kleinen Wasserfällen und Kaskaden vorbei, ist schön zu laufen und wir waren hier fast alleine. Der Rückweg des Rundweges ist dann jedoch nicht sehr spektakulär und wir würden hier empfehlen, stattdessen den Hinweg an den Wasserfällen vorbei einfach wieder zurück zu gehen.


    Danach sind in Richtung Snæfellsnes gefahren. Anstatt die Fjorde auszufahren, kann man auch die Autofähre bis Stykkishólmur nehmen. Wir haben uns jedoch für die Fahrt außen rum entschieden, da wir genug Zeit hatten und das Wetter windig aber schön war. Die Fahrt um die Fjorde ist landschaftlich sehr schön, rechts von uns war die ganze Zeit das Meer und links wechselnde Landschaft mit grünen, teilweise nebelverhangenen Bergen und Tälern. Wir haben immer mal wieder angehalten, wenn es uns irgendwo gut gefallen hat. Später sind dann auch noch die Halsinsel Fellsströnd und Skarðsströnd über die Straße 590 ausgefahren. Wir hatten vorher gelesen, dass sich von hier gelegentlich Wale beobachten lassen. Das Glück hatten wir aber leider nicht. Ansonsten gibt es nicht viel interessantes auf der Halbinsel, dafür ist diese kaum befahren und bietet schöne Landschaften.


    Wir haben anschließend beim Freilichtmuseum Eiríksstaðir noch einen Stopp eingelegt. Hier kann man sich für 1.500 Kronen pro Person die Überreste eines Wikingerlanghauses ansehen. Danach begibt man sich in ein nachgebautes Wikingerlanghaus, wo historisch gekleidete Museumsführer den Besuchern Geschichten über das Leben und Wirken der Wikinger, deren Sagen und über Erik den Roten, der hier gelebt haben soll, erzählen. Die Atmosphäre ist toll, man sitzt auf Fellen in den Wikingerbetten, vor einem brennt ein kleines Feuer (aus Gas) und die nette Führerin erklärt viel, lässt Sachen zum Anfassen rum gehen und bietet den Besuchern auch an, die Waffen und Schilde der Wikinger selber anzulegen. Uns hat es hier sehr gut gefallen und wir fanden das etwa einstündige Programm sehr unterhaltsam.


    Danach sind wir nach Stykkishólmur gefahren, wo wir an der modernen Kirche geparkt haben und uns diese auch erstmal von innen angesehen haben. Von dort sind wir dann runter zum Hafen gelaufen und weiter bis zum kleinen Leuchtturm oberhalb der Stadt. Von der Anhöhe mit dem Leuchtturm hatten wir einen schönen Blick auf das Meer und den Hafen. Am Hafen stehen mehrere Foodtrucks und wir haben beim Fancy Sheep leckere vegetarische Burger gegessen. Nach dem Essen sind wir zurück zur Kirche gelaufen und wieder aus Stykkishólmur rausgefahren.


    Unser nächstes Ziel war der Sheep’s Waterfall. Dieser nette kleine Wasserfall liegt etwas versteckter und ist noch nicht sehr bekannt. Wir haben an einem Parkplatz mit schöner Aussicht auf einen kleinen See und die umliegenden Lavafelder geparkt und sind von hier zum Wasserfall gelaufen. Diesen sieht man vom Parkplatz nicht und viele Leute halten hier nur schnell an, machen ein Bild von der Aussicht und fahren dann weiter. Vom Parkplatz führt aber ein nicht markierter Trampelpfad in etwa einer Viertelstunde erst an mehreren kleineren aber ebenso schönen Wasserfällen vorbei und dann schließlich zum Sheep’s Waterfall. Hinter diesen kann man auch auf einem leicht rutschigen Trampelpfad laufen. Wir sind ein bisschen am Wasserfall geblieben und danach wieder zurück zum Parkplatz gelaufen. Insgesamt hat der Abstecher knapp eine Dreiviertelstunde gedauert und außer uns ist hier kein Mensch rumgelaufen. Das war sehr schön und hat sich auf jeden Fall gelohnt.


    Als Kontrastprogramm sind wir danach zum Berg Kirkjufell gefahren. Ein Bild dieses hübschen Berges mit dem Wasserfall Kirkjufellsfoss im Vordergrund darf auf keiner Islandreise fehlen. Und dementsprechend voll war es hier, obwohl es schon fast neun Uhr abends war. Schon von Weitem haben wir gesehen, dass der Parkplatz direkt an dem Fußweg zu dem Fotostopp sehr voll war. Wir haben dann lieber am Parkplatz vor der Brücke geparkt. Hier standen nur ein paar andere Autos und es war nicht so ein Gedrängel. Außerdem konnten wir so erstmal den Berg mit dem schönen See im Vordergrund ansehen, bevor wir über die Brücke zum Fußweg gelaufen sind. Aufgrund der vielen Besucher ist der kurze Weg fast komplett mit Gummimatten ausgelegt und um ein Bild ohne Leute im Weg zu schießen, braucht es viel Geduld. Wir sind dann einmal den ganzen Weg abgelaufen und haben Fotos gemacht, sind aber schon nach knapp einer halben Stunde wieder gefahren, weil es uns hier einfach viel zu voll war.


    Wir sind dann für die Nacht zum Campingplatz Hellissandur gefahren. Der Weg hierhin ist sehr schön, wir sind zuerst an den teilweise noch schneebedeckten Bergen vorbeigefahren, später durch moosbedeckte Lavalandschaften und rechts von uns haben wir oft das Meer gesehen. Kurz vor dem Campingplatz sind wir ganz vorsichtig durch eine riesige Kolonie von Küstenseeschwalben gefahren. Die Ausstattung des Campingplatzes ist in Ordnung, es gibt wenige Toiletten, zwei Duschen und ein kleines Servicehaus, aber ohne Koch- und Sitzgelegenheit. Dafür liegt der Platz schön gelegen mitten in einem Lavafeld und hat einen tollen Ausblick auf das Meer. Wir haben uns dann einen ruhigen Platz gesucht und unser Zelt aufgebaut. Während des Aufbaus kam auch der Platzwart rum und hat die Gebühr für die Übernachtung eingesammelt. Dann haben wir noch draußen in der Sonne unser Abendessen gekocht und sind schlafen gegangen.

  • Liebe Melanie
    Herzlichen Dank für Deinen tollen Reisebericht. :)Wir werden sicher auf unserer Reise im Sommer davon profitieren!


    Eine Frage: Wasserfälle Þingmannaá, die finde ich weder auf google maps noch auf maps.me. Hast du ggf. die Koordinaten?

    Vielen Dank und liebe Grüsse

    Jörg



  • Ein wirklich sehr, sehr schöner Reisebericht. Und er kommt gerade rechtzeitig, damit ich meine eigene Planung für den Juni des Jahres noch einmal überarbeiten und verbessern kann.


    Danke

  • Tag 19 – Freitag, der 19. Juli 2019


    Heute Morgen war es sehr windig, also haben wir uns schnell fertig gemacht, im Zelt gefrühstückt und dann abgebaut. Es stand die Erkundung des Nationalparks auf der Halsinsel Snæfellsnes auf dem Programm und wir hatten einen sehr langen Tag vor uns. Unser erster Stopp war der gelbe Strand Skarðsvík. Hier haben wir am Parkplatz oben beim Strand geparkt und sind dann eine Weile durch den schönen orangen Sand spaziert und haben den Wellen zugeschaut. Da es noch recht früh war, waren außer uns nur wenige Leute da und wir haben die Ruhe sehr genossen.


    Danach sind wir zum Krater Saxhóll gefahren. Hier führt vom Parkplatz eine Treppe bis an die Spitze des Berges. Für den Aufstieg braucht man nur etwa fünf Minuten und der Ausblick von der Spitze ist großartig und lohnt sich daher auf jeden Fall. Aufgrund des starken Windes und fehlender Absperrungen muss man oben ein bisschen aufpassen, solange man sich von den Kanten fernhält, ist aber alles in Ordnung.


    Als nächstes haben wir noch einen kurzen Stopp beim Krater Hólahólar gemacht. In diesen fotogenen Krater kann man mit dem Auto hineinfahren und ihn dann zu Fuß einmal außen über den Rand umrunden. Der nette Spaziergang dauert knapp zwanzig Minuten. Außer uns war niemand hier und es hat uns gut gefallen.


    Wir sind dann weitergefahren und haben bei den keltischen Ruinen in der Beruvík Bucht gehalten. Die Ruinen erreicht man in einem einfachen und angenehmen Spaziergang vom Parkplatz in etwa fünf Minuten. Von dort aus kann man den Weg dann einfach wieder zurück zum Parkplatz laufen. Wir sind dem Trampelpfad aber noch etwas weiter gefolgt, da wir hier alleine waren und die Wanderung durch die moosbedeckten Vulkangesteine sehr genossen haben. Nach etwa einer halben Stunde sind wir dann umgedreht und sind zurück zum Auto gelaufen.


    Unseren nächsten Stopp wollten wir dann eigentlich bei den Stränden Djúpalónssandur und Dritvik einlegen. Wir sind jedoch eine Einfahrt zu früh eingebogen und bei einem Wanderweg zu den Stränden gelandet. Das hörte sich erstmal ganz gut an, also haben wir das Auto hier stehen gelassen und haben uns zu Fuß auf den Weg gemacht. Wie sich herausstellen sollte, war das ein großer Fehler.

    Der Wanderweg führt durch tolle moosbedeckte Lavaformationen und im Rücken hatten wir immer den Snæfellsjökull. Das ist die erste Zeit auch ganz wunderbar gewesen, insgesamt haben wir aber knapp zwei Stunden gebraucht, bis wir am Strand Dritvik angekommen waren. Der Wanderweg ist übersät von spitzen Lavasteinen und schwer ersichtlich und die immer gleiche Landschaft verliert nach einer Weile auch ihren anfänglichen Reiz. Ich bin dann auch an einem der Steine mit dem Schuh hängen geblieben und hab mich langegemacht. Und bin dabei natürlich genau auf die spitzen Steine gefallen. Im Ergebnis waren beide Hände zerschrammt und blutig, die Kamera hatte einen Schlag abbekommen (zum Glück nur auf das Gehäuse), mein Schienbein war blutig und mein Knie böse geprellt. Unser Tipp: haltet an dem Parkplatz, geht eine halbe Stunde in das tolle Lavafeld hinein und genießt die Ruhe (wir waren hier ganz alleine). Dreht danach um, lauft zurück zum Parkplatz und fahrt zum richtigen Parkplatz am Djúpalónssandur. Wir waren wie gesagt nach etwa zwei Stunden am Strand Dritvik angekommen und sind von dort nochmal etwa fünfzehn Minuten zum Strand Djúpalónssandur gelaufen. Hier liegen verrostende Teile eines gestrandeten Schiffs, die herrlich fotogen auf dem schwarzen Sand liegen. Wir haben uns nach all der Anstrengung erstmal in den Sand gesetzt und dem Treiben zugesehen. Der Strand wird als eine der Hauptattraktionen der Halbinsel vermarktet, Reisebusse und Autos kommen im Minutentakt hier an. Nach der einsamen Wanderung haben wir uns ein bisschen fehl am Platz gefühlt.


    Am Eingang zum Strand Djúpalónssandur liegen vier Steine neben einem Plateau, die Kraftprobesteine. Wer in früheren Zeiten auf einem Fischerboot arbeiten wollte, musste mindestens den zweitkleinsten Stein „Brauchbarer“ mit 54 Kilo auf das Plateau heben. Wer nur den „Schwächling“ mit 23 Kilo geschafft hat, musste zu Hause bleiben. Wer den 100 Kilo schweren „Halbstarken“ oder sogar den 154 Kilo schweren „Ganzstarken“ heben konnte, durfte auf jeden Fall mit. Lenny hat sich von der Aufgabe für echte Männer natürlich sofort gestellt und stolz den Brauchbaren hochgehoben. Damit dürfte er wohl mit auf See fahren.


    Vor uns lag dann noch der Fußweg zurück zum Auto, der etwa eine halbe Stunde gedauert hat. Zurück am Auto waren wir etwas erschöpft und sind dann erstmal zum nahegelegenen Malarrif gefahren, wo sich neben dem Parkplatz auch das Infocenter des Nationalparks mit vielen Informationen, frischem Wasser und WCs befindet. Hier haben wir dann eine Mittagspause gemacht, meine Wunden versorgt und uns etwas ausgeruht, bevor wir dann erst zum schönen weißen Leuchtturm gelaufen sind und von dort weiter zu den Gesteinsfelsen Lóndrangar, bei denen es sich um Elfenkirchen handelt. Für den ganzen Rundweg und zurück zum Parkplatz haben wir mit vielen Fotopausen etwa eine Stunde gebraucht. Der Weg ist einfach zu laufen, gut markiert und man hat immer wieder tolle Ausblicke auf das Meer. Uns hat der Zwischenstopp sehr gut gefallen.

  • Als nächstes sind wir zur Stadt Arnarstapi gefahren. Hier haben wir unten am Hafen geparkt und sind eine Weile an den Klippen entlanggelaufen. Hier brüten tausende Vögel und wir konnten die unzähligen Küken der Dreizehenmöwen in den Steilwänden gut beobachten. Dabei sind zahlreiche Küstenseeschwalben die ganze Zeit über unsere Köpfe hinweg geflogen, erst von den Wiesen, wo ihre Küken versteckt sind, zum Meer und dann mit Sandaalen im Schnabel zurück zu den Wiesen. Am Ende des Weges gibt es noch einen Viewpoint mit Blick auf den natürlichen Steinbogen Gatklettur. Sehenswert in der kleinen Stadt ist ansonsten noch die menschengemachte Steinfigur Bárðar. Von dort sind wir im großen Bogen zurück zum Hafen gelaufen, wobei wir aufgrund der Küstenseeschwalben sehr vorsichtig waren. Insgesamt waren wir etwa eine Stunde in der Stadt und uns hat besonders der tolle Küstenweg sehr gut gefallen.


    Danach sind wir zur Rauðfeldsgjá-Schlucht gefahren. Vom Parkplatz führt ein steiler Weg zum Eingang der Schlucht. Da wir starken Gegenwind hatten, haben wir etwa fünf Minuten gebraucht, bis wir in der Schlucht standen. Ab hier wird es dann sehr nass, denn es gibt nur ein paar Steine, die aus dem Wasser ragen und weiter in die Schlucht führen. Nach ein paar Metern gibt es die erste trockene Fläche. Da mir mein geprelltes Knie große Probleme bereitet hat und in dem weiteren Verlauf der Schlucht trotz der schwierigen Kletterpartie und des Wassers sehr viele Menschen waren, haben wir beschlossen, wieder umzudrehen und nicht bis zu dem versteckten Wasserfall weiter zu klettern.


    Als nächstes sind wir zur schwarzen Kirche Búðir gefahren. Dieser nette Stopp liegt ein paar Fahrminuten abseits der Hauptstraße. Neben der Kirche gibt es einen großen Parkplatz, der aber aufgrund der späten Stunde kaum gefüllt war. Wir sind dann außen einmal um die Kirche herum und ein bisschen über den Friedhof gelaufen. In die Kirche hinein kamen wir nicht, da es schon spät war. Bei der Kirche starten auch einige Wanderwege. Uns war heute aber nicht mehr nach wandern zumute und so sind wir weiter zum Wasserfall Bjarnafoss gefahren. Vom Parkplatz führt hier ein breiter Weg in etwa fünf Minuten bis zu einer Brücke. Von dort hat man einen tollen Blick auf den Wasserfall mit den hübschen Basaltsäulen. Wenn man möchte, kann man dem Weg danach noch weiter bis hoch zum Wasserfall folgen. Wir haben uns aber dagegen entschieden und sind zurück zum Auto gelaufen.


    Unser letzter Stopp des Tages war bei der Seehundkolonie bei Ytri-Tunga. Vom Parkplatz führt ein kurzer Weg in wenigen Minuten runter zum Strand, an dem die Seehunde regelmäßig zu sehen sind. Wir hatten kein Glück, heute war die Kolonie nicht hier. Also sind wir nach einem kurzen Spaziergang schon wieder zurück zum Auto gelaufen.


    Als Übernachtungsziel hatten wir uns dann eigentlich den nahegelegenen Campingplatz bei Laugargerðisskóli Eldborg rausgesucht. Eldborg ist ein Hotel, daneben sollte angeblich Camping möglich sein. Dort angekommen war jedoch das Hotel komplett dunkel und verschlossen und die vermeintliche Campingwiese verwaist. Das war uns nicht ganz geheuer und wir sind dann doch wieder weggefahren. Als Alternative wollten wir eigentlich zum Campingplatz Hverinn durchfahren. Mir hat mein Knie aber so Probleme bereitet, dass wir spontan den Campingplatz bei Borgarnes angesteuert haben. Unser Zelt haben wir dann möglichst weit weg von der Straße aufgebaut, aber es war trotzdem recht laut, da die Hauptstraße N1 direkt neben dem Campingplatz verläuft. Es gibt ein paar WCs und eine Abspülstation, abends war jedoch das warme Wasser bereits aufgebraucht. Eine Duschmöglichkeit gibt es auch nicht. Kurz nach dem Zeltaufbau kam ein Mitarbeiter zum Kassieren der Übernachtungsgebühr vorbei. Außer der direkten Lage an der schönen Bucht hat der Campingplatz eigentlich nichts zu bieten und man sollte, wenn möglich, eine der Alternativen in der Umgebung ansteuern. Wir waren nach dem langen Tag aber einfach nur froh, unser Zelt aufstellen zu können und Abendessen zu kochen, bevor wir erschöpft ins Bett gegangen sind.



  • Ich kann es nur wiederholen: Ganz große Klasse! Unterhaltsam und voller Informationen. Es muss der perfekte Urlaub gewesen sein, den wünscht sich wahrscheinlich jeder, der deinen Reisebericht liest. Vielen Dank.

  • Es gibt ein paar WCs und eine Abspülstation, abends war jedoch das warme Wasser bereits aufgebraucht.

    Da es sich um geothermisches Wasser handelt kann es nicht aufgebraucht sein.
    Die Warmwasserleitung vom Verteiler zu der Abspülstation ist jedoch recht lang und das Wasser kühlt innerhalb der Leitung schnell ab, deswegen muss man es manchmal etwas länger laufen lassen bis es warm wird.

  • Da es sich um geothermisches Wasser handelt kann es nicht aufgebraucht sein.
    Die Warmwasserleitung vom Verteiler zu der Abspülstation ist jedoch recht lang und das Wasser kühlt innerhalb der Leitung schnell ab, deswegen muss man es manchmal etwas länger laufen lassen bis es warm wird.

    Danke für die Info. Mir kam es nur so vor, weil wir Abends beim Abspülen, Waschen und Zähneputzen das Wasser ewig haben laufen und es nicht mal lauwarm wurde. Am nächsten Morgen haben wir das Wasser aufgedreht und es war sofort warm. Von daher bin ich von einem Warmwasserspeicher ausgegangen ;)



  • Tag 20 – Samstag, der 20. Juli 2019


    Heute Morgen haben wir etwas länger geschlafen und meinem Knie ging es zum Glück auch schon deutlich besser. Trotzdem wollten wir es heute dann aber etwas ruhiger angehen lassen. Da es auf dem Campingplatz wie erwähnt keine Dusche gab, haben wir also das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden und sind nach dem Frühstück, Zeltabbau und einer kurzen Katzenwäsche erstmal in das Schwimmbad der Stadt Borgarnes gefahren. Für 920 Kronen Eintritt pro Person bietet das Schwimmbad innen ein großes Schwimmbecken und ein mit dem Dampf aus der Geothermalenergie betriebenes Dampfbad und außen einen großen Bereich mit mehreren unterschiedlich heißen Hot-Pots, einer kleinen Saunatonne (die allerdings nur knapp 50 Grad hatte), Rutschen und einem weiteren Schwimmbecken. Wir sind dann fast drei Stunden in dem Schwimmbad geblieben und waren gefühlt die einzigen Touristen hier. Hauptsächlich waren hier Familien mit Kindern anwesend, aber es war trotzdem herrlich entspannend und hat uns besonders gut gefallen, da es auf uns einen sehr authentischen Eindruck gemacht hat.


    Danach haben wir das Auto beim Schwimmbad stehen gelassen und sind zu Fuß durch Borgarnes gelaufen. Wir sind an der Kirche der Stadt vorbeigekommen, danach weiter in Richtung Meer und über die Brücke auf die kleine vorgelagerte Insel Brákarey mit dem winzigen Industriehafen und sind auf einen kleinen Hügel mit guter Aussicht gestiegen. Zum Abschluss haben wir noch das Settlement Museum besucht. Dieses ist mit 2.500 Kronen Eintritt pro Person nicht gerade günstig, dafür erwarten den Besucher zwei tolle medial begleitete Ausstellungen zum Thema Besiedlungsgeschichte Islands und Egils-Saga. Für den Besuch hier sollte man etwa eine Stunde Zeit einplanen. Insgesamt waren wir nach dem Schwimmbadbesuch noch etwas mehr als zwei Stunden in Borgarnes, bevor wir weiter gefahren sind.


    Den nächsten Stopp haben wir beim Fossatún Country Hotel eingelegt. Hier befindet sich ein toller Troll-Park, der allen interessierten Besuchern offensteht und nicht nur den Gästen des Hotels. Als Dankeschön bietet es sich für Nichtgäste natürlich an, im dazugehörigen Restaurant einen Kaffee oder eine Tasse Tee zu trinken. Wir haben oben an der Straße an den Haltebuchten geparkt und sind dann zu Fuß durch den liebevoll angelegten Trollpfad gelaufen. Schon nach wenigen Minuten haben wir an einer Picknickbank mit toller Aussicht auf den vorbeifließenden Fluss und den Wasserfall Tröllafossar eine Mittagspause gemacht. Danach sind wir noch etwa eine halbe Stunde an den verschiedenen Trollfiguren vorbeigelaufen. Das Highlight des Pfades war für uns Grýla, die Mutter der Yule Lads, mit ihrem riesigen Kochtopf, in den man sogar hereinklettern kann.


    Danach sind wir zu den heißen Quellen Deildartunguhver weitergefahren. Hier haben wir am Parkplatz gehalten und sind ein bisschen durch das kleine Gebiet gelaufen. Besonders, wenn man schon mehrere Thermalgebiete gesehen hat, ist dieses hier recht überschaubar, aber trotzdem ein netter kurzer Zwischenstopp. Nach etwa einer Viertelstunde sind wir dann auch schon weiter zu unserem nächsten Ziel gefahren: den Wasserfällen Hraunfossar und Barnafoss. Als eines der Highlights der Region gibt es hier einen großen Parkplatz und viele Menschen. Die Wege sind gut befestigt und der Rundgang über beide Wasserfälle dauert mit vielen Fotopausen und viel Zeit zum Gucken etwa eine halbe Stunde. Vor allem die Lavawasserfälle Hraunfossar, die aus dem Nichts zu kommen scheinen, sind wunderschön anzusehen.


    Danach wollten wir es für diesen Tag gut sein lassen, da wir meinem lädierten Knie ein wenig Ruhe gönnen und es nicht sofort wieder so stark strapazieren wollten. Wir sind dann zum Campingplatz bei Akranes gefahren, haben einen guten Platz auf der kleinen Zeltwiese mit Blick auf das Meer gefunden und hier unser Zelt aufgebaut. Der Campingplatz ist recht groß und anständig ausgestattet. Da es aber kein Küchenhaus gibt, haben wir unser Abendessen vor dem Zelt gekocht. Vor dem Einschlafen sind wir abends noch am Meer entlanggelaufen und konnten einen wunderschönen Sonnenuntergang mit Blick auf den Snæfellsjökull in der Ferne erleben. Im Zelt haben wir dann noch für den übernächsten Tag online Tickts für die Fähre nach Heimaey auf den Westmännerinseln gekauft, bevor wir schlafen gegangen sind.

  • Tag 21 – Sonntag, der 21. Juli 2019


    Heute Nacht haben wir sehr gut geschlafen, der Campingplatz war recht ruhig und wir waren schon früh wach. Als wir nach dem Aufwachen aus dem Zelt gestiegen sind, haben wir als erstes wieder das Meer und den schneebedeckten Snæfellsjökull in der Ferne gesehen. Die Aussicht von der Zeltwiese ist wirklich sehr schön. Wir haben uns dann in Ruhe fertig gemacht und vor dem Zelt in der Sonne gefrühstückt, bevor wir abgebaut und den Tag begonnen haben.


    Als erstes sind wir zur Kirche von Akranes gefahren, wo wir den Wagen abgestellt haben. Von hier sind wir dann zur Stadterkundung losgelaufen. Erst sind wir zum alten Hafen gelaufen. Hier rostet ein alter Fischkutter vor sich hin, viel mehr gibt es hier aber auch nicht zu sehen. Danach sind wir zu den beiden Leuchttürmen gelaufen, die das Wahrzeichen der Stadt Akranes sind. Auf den größeren der beiden kann man gegen die kleine Gebühr von 300 Kronen hinaufsteigen, was ich auch getan habe. Auf dem Weg nach oben kann man sich eine kleine Fotoausstellung ansehen. Oben angekommen hat man einen schönen Blick auf die Stadt, auf Reykjavík, den Snæfellsjökull und das Meer.


    Außer der kleinen Kirche, einem Platz mit einer Fischerstatue und den beiden Leuchttürmen gab es aber nicht sehr viel in der Stadt anzusehen und so sind wir relativ früh schon weitergefahren.


    Unser nächstes Ziel war der Wasserfall Glymur. Vom Parkplatz geht es über einen steinigen aber gut laufbaren Wanderweg immer bergauf. Der Weg ist sehr abwechslungsreich und die Wanderung hat uns sehr gut gefallen. Unterwegs läuft man durch eine Art kleines Höhlensystem und überquert über einen Baumstamm balancierend einen Fluss. Der Weg geht teilweise recht steil hoch und ist häufig steinig, ist also nicht nur ein einfacher Spaziergang, und an den engen Passagen kann es rutschig sein. Außerdem trifft man häufig auf Gegenverkehr, da viele den Weg wieder zurück gehen, wenn sie oben am Hauptaussichtspunkt angekommen sind. Bis man an diesem angekommen ist, trifft man auch auf weitere Aussichtspunkte, die zwar weiter vom Wasserfall entfernt sind, aber auch einen tollen Blick auf den fast 200 Meter hohen Glymur bieten.


    Am Hauptaussichtspunkt angekommen haben wir den tollen Ausblick auf den Glymur und auf das Tal bis zum Walfjord Hvalfjörður genossen und eine kleine Pause gemacht. Anschließend sind wir dem Wanderweg weiter gefolgt sind, bis wir am Fluss Botnsá oberhalb des Wasserfalls angekommen sind. Hier lag dann die größte Herausforderung der Wanderung vor uns: wie überqueren wir diesen recht breiten und an manchen Stellen tiefen Fluss? Die besser vorbereiteten Wanderer hatten Badeschuhe oder zusätzliche Trekkingsandalen mit, sind mit diesen super einfach durch den Fluss gekommen und haben am anderen Ende einfach wieder ihre Wanderschuhe angezogen. Wir haben sie sehr beneidet. Ich habe dann probeweise Schuhe und Socken ausgezogen, die Hose hochgekrempelt und bin ein paar Schritte in den Fluss hineingegangen. Diesen Versuch habe ich aber schnell wieder aufgegeben. Die Steine sind viel zu rutschig, um den Fluss gefahrlos barfuß überqueren zu können. Also blieb nur noch aufgeben und den Weg zurück gehen (keine Option für uns!) oder mit den Wanderschuhen durch das Wasser zu gehen. Obwohl die Schuhe wasserfest sind, ist der Fluss an vielen Stellen etwa schienbeintief und so kommt von oben Wasser in die Schuhe und flutet diese trotzdem. Dafür hat man sehr guten Halt auf den Steinen und kann den Fluss sicher und schnell durchqueren. Auf der anderen Seite angekommen, haben wir erstmal das Wasser aus den Schuhen gekippt und uns eine Weile zum Trocknen ins Gras gesetzt. Als Belohnung für die erfolgreiche Überquerung konnten wir jetzt alle Neuankömmlinge beobachten, die ebenfalls die andere Seite erreichen wollten.


    Der Weg zurück zum Parkplatz anschließend geht stetig bergab, ist an manchen Stellen etwas rutschig aber eigentlich gut zu laufen. Es ist viel ruhiger als auf dem Hinweg und die Landschaft schön und abwechslungsreich. Uns hat die Wanderung sehr gut gefallen, besonders die Flussüberquerung ist ein Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Wir haben für die Wanderung insgesamt etwa dreieinhalb Stunden benötigt, haben aber auch viele Pausen zum Schauen und Fotografieren eingelegt.


    Zurück am Auto war es erst früher Nachmittag und damit zu früh, um sich schon einen Campingplatz für die Nacht zu suchen. Stattdessen sind wir noch einmal nach Reykjavík gefahren. Hier haben wir an der Hallgrimskirkja geparkt und sind ein bisschen kreuz und quer durch die Einkaufsstraßen der Stadt gelaufen und haben nach netten Souvenirs und Mitbringseln gesucht. Wir haben dann noch im Katzencafé etwas gegessen und einen Kaffee getrunken, während die Katzen um unsere Füße gestrichen sind und sich haben streicheln lassen. Für Katzenfreunde auf jeden Fall ein Pflichtstopp.


    Danach sind wir zum Campingplatz Hellishólar gefahren. Da wir die nächsten Tage Tagesausflüge geplant haben, haben wir direkt für drei Nächte an der Rezeption des zugehörigen Hotels bezahlt und unser Zelt auf einer großen Wiese mit Blick auf den Eyjafjallajökull im Rücken aufgebaut. Außer uns standen auf der weitläufigen Wiese nur wenige andere Camper und es gibt saubere Duschen. Als Highlight gibt es auf dem Platz auch noch einen kostenlos nutzbaren Hot-Pot. Leider fehlt dem Campingplatz ein Aufenthaltsraum, also haben wir draußen vor dem Zelt unser Abendessen gekocht und wollten unsere elektronischen Geräte am nächsten Morgen im Badezimmer aufladen. Nach dem Essen haben wir dann noch online Tickets für den Hochlandbus nach Þórsmörk am übernächsten Tag gekauft und sind anschließend früh schlafen gegangen.

  • Tag 22 – Montag, der 22. Juli 2019


    Heute stand der geplante Ausflug auf die Westmännerinseln auf dem Programm. Da unsere Fähre erst um 10:45 Uhr ablegen sollte, haben wir etwas länger geschlafen und in Ruhe gefrühstückt. Danach sind wir zum Fähranleger bei Landeyjahöfn gefahren und haben das Auto auf dem kostenlosen Parkplatz abgestellt. Am Schalter konnten wir unsere online gekauften Tickets abholen und anschließend auf die Fähre steigen. Hin- und Rückfahrt auf der Fähre kosten pro Person 3.200 Kronen.


    Auf der Fähre gibt es reichlich Sitzplätze im Inneren und außen auf dem Schiff. Wir haben uns natürlich gute Plätze außen zum Schauen gesucht. Es war noch sehr diesig, sehr viel konnten wir daher am Anfang nicht sehen, aber schon nach kurzer Zeit kamen die ersten unbewohnten Inseln der Westmännerinseln in Sicht. Die Fahrt dauert ungefähr 40 Minuten, bevor man in den Hafen von Heimaey einläuft, der einzigen bewohnten Insel der Westmännerinseln.


    Beim Aussteigen von der Fähre war dann großes Getümmel, weil alle von Bord wollten, viele mit Gepäck unterwegs waren und die mitgebrachten Autos ebenfalls ausgeladen werden mussten. Wir sind dann schnell am Hafen entlang nach Osten gelaufen, erstmal weg von den Menschenmassen. Gelandet sind wir nach ein paar Minuten bei der Stafkirkjan, einer nachgebauten mittelalterlichen Holzkirche. Direkt daneben befinden sich Überreste ehemaliger Verteidigungsmauern und Reste der Wasserversorgung, welche 1973 bei einem großen Vulkanausbruch auf der Insel zum Teil verschüttet worden ist. Außer uns waren hier nur sehr wenige andere Leute und wir konnten so erstmal in Ruhe auf der Insel ankommen.


    Danach sind wir dem Wanderweg auf die Spitze des Vulkans Eldfell gefolgt. Da dies eine beliebte Route auf der Insel ist, war es hier sehr voll. Die Atmosphäre war trotzdem sehr besonders. Es war noch nebelig und rechts und links neben dem Wanderweg auf dem roten Schotter stieg eine Nebelwand auf, die uns nur wenige Meter Sicht erlaubte. Nach einiger Zeit hat man einen tollen Ausblick auf den Schlackekrater und die beim bereits erwähnten Ausbruch entstandenen abgekühlten Lavafelder. Man erkennt von hier oben auch sehr gut, wie die Lava sich einen Weg vom Vulkan in Richtung Hafen durch das Gebiet gebahnt hat. Das eigentliche Highlight der Wanderung hat uns aber auf der Spitze des Vulkans erwartet. Hier gibt es einige kleinere und größere Löcher im Boden. In diesen Löchern ist die Hitze der auskühlenden Lava immer noch erstaunlich hoch. Wir haben uns in eines der Löcher hineingelegt und hatten das Gefühl, in einer Sauna zu sitzen. Nach einiger Zeit sind wir wieder zurück zum Fuß des Berges gelaufen. Insgesamt hat die Wanderung uns sehr gut gefallen, auch wenn viele Menschen diesen Weg entlanggehen. Der Wanderweg ist nur leicht steinig und an manchen Stellen etwas steiler, im Großen und Ganzen aber gut zu gehen. Wir haben etwa eine Stunde für den Auf- und Abstieg benötigt.


    Eigentlich wollten wir anschließend in das Museum Eldheimar gehen, welches von dem Ausbruch berichtet und im angeschlossenen Café einen Kaffee und einen Mittagsimbiss zu uns nehmen. Den Plan haben wir nach einem kurzen Blick aber wieder aufgegeben, denn das Museum sah für uns nicht wirklich interessant aus und das Café bot keinen Imbiss an.


    Stattdessen sind wir dann quer durch die Stadt gelaufen, haben uns die Landakirkja angesehen, und haben schließlich beim Golfplatz unser mitgebrachtes Mittagsessen gegessen. Der Golfplatz ist frei zugänglich. Er ist mit ein paar befestigten Wegen durchzogen und hat an der Küste eine aufragende Steinwand, an der unzählige Vögel, unter anderem auch Puffins, brüten. Nach dem Essen sind wir auf einem markierten Trampelpfad immer die Küste entlanggelaufen. Von hier hat man eine tolle Aussicht auf den Elephant Rock. Wir sind dann weiter die Küste entlanggelaufen, durch interessante wechselnde Landschaften und über Schafswiesen. In der Ferne konnten wir weitere unbewohnte Inseln sehen, unter anderem die erst 1963 entstandene Insel Surtsey. Nach einiger Zeit haben wir einen schönen schwarzen Strand erreicht, wo wir wieder eine kleine Pause gemacht haben. Danach sind wir weiter nach Stórhöfði gelaufen, dem südlichsten Punkt Islands. Hier befindet sich eine kleine Holzhütte, von der aus sich Puffins beobachten lassen. Insgesamt sind wir etwa zwei Stunden vom Golfplatz bis hierhin gelaufen. Der Trampelpfad an der Küste entlang lässt sich gut laufen und hat nur wenig Steigung. Außer uns ist hier niemand entlanggelaufen und so wurde es eine richtig schöne Wanderung über die kleine Insel.


    In der Holzhütte haben wir dann eine kleine Pause gemacht und versucht, die Puffins zu beobachten. Ein paar der putzigen Tiere tummelten sich hier auch, aber eigentlich war es noch zu früher Nachmittag und die meisten Tiere waren noch draußen auf dem Meer. Zum Beobachten war es hier recht gut, da die Tiere aber etwas weiter entfernt sind, lohnt sich die Stelle zum Fotografieren nur bedingt. Nach etwa einer halben Stunde haben wir uns dann wieder auf den Rückweg in die Stadt gemacht. Diesmal sind wir an der Straße entlanggelaufen und nicht über den Trampelpfad an der Küste entlang. Scheinbar sahen wir auch sehr erschöpft aus, denn schon nach ein paar Metern hielt ein Isländer mit seinem Auto neben uns an und fragte uns, ob er uns mit in die Stadt nehmen soll. Das nette Angebot haben wir natürlich nicht ausgeschlagen und uns auf der kurzen Fahrt sehr gut unterhalten.


    Zurück in der Stadt hatten wir dann noch reichlich Zeit, bevor unsere Fähre zurückfahren sollte. Wir haben dann die kleine Pizzeria Pitsugerdin gefunden und hier eine leckere Pizza gegessen. Danach sind wir noch eine Weile am Hafen entlanggelaufen, bevor wir mit der Fähre wieder abgefahren sind. Wir haben uns wieder einen Platz draußen an Deck gesucht. Da sich im Laufe des Tages der Nebel von heute Morgen verzogen hatte, konnten wir die Aussicht auf dem Rückweg nach Landeyjahöfn noch richtig genießen.


    Wieder an Land war es dann auch schon relativ spät und wir sind zurück zum Campingplatz gefahren, wo wir erstmal eine Weile im Hot-Pot gesessen haben. Danach haben wir nur noch Abendessen gekocht und sind schlafen gegangen.

  • Tag 23 – Dienstag, der 23. Juli 2019


    Heute stand unser geplanter Ausflug nach Þórsmörk im Hochland an. Der Hochlandbus, für den wir zwei Tage vorher online Tickets gekauft hatten, sollte um zwanzig nach neun an der N1 Tankstelle in Hvolsvöllur losfahren, also sind wir recht früh aufgestanden, haben uns fertig gemacht und in Ruhe gefrühstückt, bevor wir zum Abfahrpunkt gefahren sind.


    Der Bus kam dann auch sehr pünktlich. Wir haben unsere Tickets auf dem Mobiltelefon vorgezeigt und konnten auch schon einsteigen. Hin- und Rückfahrt kosten pro Person 9.000 ISK. Das Auto konnten wir einfach auf dem Parkplatz der Tankstelle stehen lassen.


    Schon nach wenigen Minuten hat der Bus für einen halbstündigen Zwischenstopp beim Wasserfall Seljalandsfoss gehalten. Da wir schon zu Beginn unserer Reise vor ein paar Wochen (ist es wirklich schon so lange her?) hier waren und es uns viel zu voll war, sind wir nur kurz bis zur Brücke und zurück zum Bus gelaufen. Hier haben wir uns mit dem Busfahrer unterhalten und ihn gefragt, wie das mit den Wanderungen im Þórsmörk ist und ob er uns Tipps geben kann. Eigentlich hatten wir uns eine interessante Wanderung in den Stakkholtsgjá Canyon mit verstecktem Wasserfall am Ende rausgesucht. Der Busfahrer hat uns hierzu gesagt, dass der Beginn der Wanderung zum Stakkholtsgjá Canyon außerhalb der beiden angefahrenen Haltestellen Básar und Húsadalur liegt. Er hat uns angeboten, uns am Canyon raus zu lassen und abends dort wieder einzusammeln. Ein wirklich nettes Angebot! Das Problem wäre aber hierbei gewesen, dass die Wanderung nur etwa 2 Stunden dauert, wir hätten also anschließend noch über vier Stunden auf den Bus warten müssen. Die Alternative wäre gewesen, nach der Wanderung zu Fuß zu einem der beiden genannten Haltestellen zu laufen. Da es nach Húsadalur allerdings durch den Fluss Krossa geht und die mobile Brücke aufgrund der Breite des Flusses derzeit nicht genutzt werden konnte, fiel diese Haltestelle schonmal weg. Auch zur Haltestelle Básar müsste man durch zwei auch nicht allzu kleine Flüsse kommen, die nicht überbrückt sind. Wir waren dem Busfahrer hier sehr dankbar für seinen Rat und sein Wissen und haben uns dann gegen diese Wanderung entschieden.


    Als alle wieder im Bus saßen, ging es endlich weiter in Richtung Þórsmörk und damit auch auf unsere erste F-Straße, die F249. Hier sind wir etwa eine Stunde in gemächlichem Tempo über die steinige Piste gefahren. Da ich ganz vorne im Bus saß, konnte ich auch aus dem Bus raus ein bisschen fotografieren und den Panoramablick rechts auf die Berge und gelegentliche Wasserfälle und links auf die Gletscherflüsse genießen.


    Der erste Halt im Þórsmörk war Básar, wo der Bus kurz zum Ein- und Aussteigen anhielt und danach wieder ein Stück die Straße zurückfuhr. Danach ging es durch den Fluss Krossa zur zweiten Haltestelle Húsadalur. Die Krossa ist berühmt berüchtigt, da hier regelmäßig Autos beim Furten steckenbleiben oder abgetrieben werden. Unser Bus ist aber souverän durchgekommen und es ist ein tolles Erlebnis, vom Fluss durchgeschüttelt zu werden.


    In Húsadalur sind wir ausgestiegen und haben als erstes in der Touristeninformation einen Blick auf die Wanderkarte geworfen und uns beraten lassen. Wir haben uns dann dafür entschieden, erstmal zur Spitze des Berges Valahnukur zu laufen. Der Weg zur Spitze ist ordentlich ausgeschildert, gut zu laufen und geht stetig aber gut schaffbar bergauf. Nach etwa einer Dreiviertelstunde waren wir an der Spitze angekommen, wo wir eine kleine Pause mit großartigem Blick auf das zu unseren Füßen liegende Tal gemacht haben. Hier gibt es, wie so oft in Island, keine Mülleimer. Es ist also unbedingt zu empfehlen, immer eine separate Tüte für Müll dabei zu haben. Leider haben wir zu viele gesehen, die die Reste ihrer Mahlzeiten dann einfach liegen gelassen haben.


    Wir sind dem Wanderweg anschließend weiter gefolgt und nach einiger Zeit in Langidalur angekommen. Langidalur ist neben Húsadalur und Básar die dritte Hütten-Station mit Übernachtungsmöglichkeit im Þórsmörk. Von hier aus wollten wir dann eigentlich einen der ausgeschilderten Rundwanderwege entlang gehen. Dabei haben wir aber irgendwann unbemerkt die Markierungen aus den Augen verloren und sind dann immer weiter in das fast ausgetrocknete Flussbett hineingelaufen. Nicht wenige Fußabdrücke auf dem Boden deuten darauf hin, dass wir nicht die ersten waren, die die Abzweigung verpasst haben. Als wir weit hinter dem Camp Básar auf der anderen Seite des Flusses an einen breiten Fluss gestoßen sind, der uns den Weg versperrt hat, sind wir umgekehrt. Auf dem Rückweg zurück nach Langidalur haben wir dann gesehen, dass die Markierungen an einer Stelle nach links auf den Berg führen, hier hätten wir also eigentlich entlanglaufen sollen. Da es inzwischen aber spät wurde, wollten wir nicht riskieren, den Bus zu verpassen und sind diesem Weg dann nicht mehr gefolgt. Stattdessen sind wir auf dem gleichen Weg wie auf dem Hinweg zurück nach Langidalur gelaufen. Obwohl wir den richtigen Weg verloren haben, war die Wanderung sehr schön. Außer uns war niemand hier unterwegs (auch nicht auf dem offiziellen markierten Teil). Der Weg ist allerdings sehr steinig und gelegentlich sind kleinere Flüsse zu durchqueren. Gute und wasserdichte Wanderschuhe sind hier also Voraussetzung.


    Von Langidalur sind wir dann im großen Bogen zurück nach Húsadalur gelaufen. Da wir hier auch stellenweise auf dem bekannten Fernwanderweg Laugavegur gelaufen sind, haben wir viele Reisende getroffen, die die Mehrtagestour von Þórsmörk nach Landmannalaugar unternehmen. Das könnte definitiv auch etwas für uns sein und wir behalten es mal im Hinterkopf!


    Wir waren dann gegen vier Uhr nachmittags zurück in Húsadalur und haben im Café eine ausgiebige Pause mit reichlich Kaffee und Kakao gemacht. Danach hatten wir immer noch etwas mehr als eine Stunde Zeit, bevor der Bus zurückfahren sollte. Wir sind dann einfach einem Wanderweg in westlicher Richtung eine Weile gefolgt. Schon nach kurzer Zeit hatten wir einen schönen Ausblick auf den Eyjafjallajökull und auf einen Wasserfall auf der anderen Talseite. Nach etwa einer halben Stunde sind wir umgedreht und zurückgelaufen.


    Wieder zurück an der Hütte wartete der Bus bereits und die ersten Fahrgäste waren auch schon eingestiegen. Wir sind dann auch in den Bus eingestiegen und haben auf die Abfahrt gewartet. Neben denen, die Tickets reserviert hatten, warteten viele Leute ohne reserviertes Ticket darauf, spontan noch einen Platz zu bekommen. Da der Bus aber sehr voll war, warteten die meisten vergeblich. Wenn möglich also unbedingt vorher einen Platz reservieren.


    Der Rückweg ging dann sehr schnell, obwohl wir noch etwa eine Viertelstunde am Seljalandsfoss angehalten haben. Gegen halb acht waren wir dann wieder an der Tankstellle N1 in Hvolsvöllur und sind von hier mit unserem Auto zurück zum Campingplatz gefahren. Der Tag hat uns sehr gut gefallen, wir waren aber ziemlich erschöpft und haben nur noch schnell Abendessen gemacht und sind danach früh schlafen gegangen.



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