Mein Reisebericht: vier Wochen Island im Juli 2019

  • Eine wichtige Anmerkung zum Gullfoss: Auf dem unteren Parkplatz gilt Parkverbot für Privatfahrzeuge, nur Reisebusse und Gehbehinderte dürfen dort parken. Das ist auch mit gut sichtbaren Schildern so markiert, wird aber leider von vielen missachtet.

    Seit wann ist das denn so?

  • Eine wichtige Anmerkung zum Gullfoss: Auf dem unteren Parkplatz gilt Parkverbot für Privatfahrzeuge, nur Reisebusse und Gehbehinderte dürfen dort parken.

    Danke für die Info, das wusste ich nicht. Ich hatte den Tip, auf dem unteren zu parken, auch im Internet gefunden und nicht mehr hinterfragt. Ich schreibe die Stelle ein bisschen um.


    Es wäre, aus meiner Sicht schade, wenn wir hier zuviel off topic diskutieren, denn Melanie gibt sich mit ihrem Reisebericht solche Mühe.:)

    Solls doch dabei bleiben.:girl:

    Danke Dir 8) konstruktive Kritik und Anmerkungen sind natürlich ausdrücklich erwünscht

  • Tag 6 – Samstag, der 06. Juli 2019


    Heute Morgen haben wir etwas länger geschlafen, haben uns danach gemütlich fertig gemacht und dann draußen in der Sonne gefrühstückt. Schon wenige Minuten nach dem Losfahren haben wir beim Wasserfall Sidufoss den ersten kurzen Halt eingelegt. Dieser niedliche kleine Wasserfall liegt auf Privatland, man kann bis zu einem kleinen Schotterparkplatz fahren und von dort den Wasserfall sehen und Fotos machen. Wir sind danach nur ein paar hundert Meter weitergefahren und haben bei den Basaltsäulen Dverghamrar gehalten. Hier sieht man den Sidufoss noch im Hintergrund. Am Parkplatz läuft man durch ein kleines Tor und erreicht schon nach wenigen Metern die Basaltsäulen. Es war noch früh, daher war fast noch niemand da und wir konnten uns die Säulen in Ruhe anschauen. Nach dem großen Berg mit den Basaltsäulen geht es linker Hand auf einem Trampelpfad weiter, hier kommt man an weiteren Basaltsäulen vorbei. Einige davon stehen so schief, dass man meint, sie müssten jeden Moment umkippen. Der Trampelpfad führt dann in einem kleinen Bogen wieder zurück zum Parkplatz. Für diesen Stopp haben wir nur etwa eine Viertelstunde gebraucht, es hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, denn es ist wirklich schön zwischen den Basaltsäulen.


    Unser nächstes Ziel war der Skaftafell-Nationalpark, eines der Highlights des Südens und dementsprechend voll. Davor haben wir noch an zwei Parkplätzen neben der Ringstraße gehalten, einmal einen Platz mit einer tollen Aussicht auf den Gletscher Vatnajökull, von wo wir tolle Fotos des Gletschers gemacht haben, und einen Parkplatz beim Skeiðará Bridge Monument. Diese Brücke wurde 1996 von einem Gletscherfluss so stark beschädigt, dass das gesamte Metall der Brücke verbogen worden ist. Am Parkplatz des Skaftafell-Nationalparks angekommen haben wir dann erstmal die Parkgebühr in Höhe von 750 Kronen bezahlt und sind anschließend zum Besucherzentrum gelaufen. Hier hängt eine gute Wanderkarte der Region. Wir haben uns entschieden, mit der Wanderung zum Svartifoss zu beginnen. Die Wanderung zu diesem von schwarzen Basaltsäulen eingerahmten Wasserfall ist die wohl beliebteste Wanderung in dem Nationalpark. Der Hauptweg zum Wasserfall führt über einen teilweise mit Gummimatten ausgelegten breiten Weg. Der Weg geht immer nach oben, ist sehr voll und bietet kaum Schatten. Wir haben uns dann für einen anderen Weg entschieden, der kaum länger aber deutlich schöner und weniger belaufen ist. Dafür geht man am Hauptweg vorbei, kommt noch an etwas versteckten kleinen Wasserfällen vorbei, bei denen man mit etwas Glück ganz alleine ist, und läuft dann auf der anderen Seite des Flusses und der Schlucht immer nach oben. Hier ist es sehr grün, man könnte fast schon bewaldet sagen und man hat tolle Ausblicke auf die kleinen Wasserfälle Hundafoss und Magnúsarfoss. Dazu ist es schattig und man ist fast alleine. Der Weg führt dann irgendwann zu einem Aussichtspunkt, wo er mit dem Hauptweg wieder zusammentrifft. Von hier sieht man den Svartifoss schon als Loch in der Vegetation. Bei genauerem Hinsehen erkennt man bereits hier die Basaltsäulen und den Wasserfall. Es geht dann weiter den Berg hinauf und am Ende kann man einen Trampelpfad runter zum Wasserfall gehen. Am Wasserfall gibt es eine kleine Aussichtsplattform, außerdem kann man ein Stückchen am Rand den Fluss langgehen und hat von hier auch noch die Möglichkeit, schöne Bilder zu machen. Der Wasserfall mit seinen schwarzen Basaltsäulen ist zwar nicht der größte oder der mächtigste Islands, aber er ist trotzdem sehr schön anzusehen und man sollte die kurze Wanderung auf jeden Fall unternehmen. Wir haben uns eine Weile unten auf die Steine gesetzt und dem Treiben zugesehen und sind dann nach einiger Zeit wieder zurück zum Besucherzentrum gelaufen. Für die Wanderung zum Svartifoss und zurück haben wir etwa zwei Stunden benötigt. Der Weg ist gut zu laufen, es geht allerdings immer bergauf und besonders bei warmen Temperaturen und Sonne sollte man genug Wasser mitnehmen.


    Zurück am Besucherzentrum haben wir dann eine kleine Mittagspause gemacht. Neben dem Besucherzentrum startet die Wanderung zur Gletscherzunge Skaftafellsjökull. Der Start dieser Wanderung ist gut sichtbar ausgeschildert, es geht auf einem breiten und gut zu laufendem Wanderweg immer geradeaus bis zur Gletscherzunge. Die Landschaft, durch die man läuft, ist schroff, aber sehr schön. Neben dem Weg blühen unzählige Blumen und an den Berghängen neben dem Berg gehen mehrere kleine Wasserfälle runter. An einem Aussichtspunkt auf den Gletscher kann man dann runter steigen und kommt zuerst an einen kleinen See mit wunderschönem grünblauem Wasser. Wir sind dann erst an dem Gletschersee entlanggelaufen und von dort noch weiter an die Gletscherzunge heran. Man kommt auch sehr nahe an das Eis heran, erst am Ende auf den letzten Metern versperrt der Gletscherfluss den Weg. Aber es gibt einen kleinen Hügel, auf den man hinaufsteigen und die Gletscherzunge bestaunen kann. Hier fällt auch ein kleiner Wasserfall von der Gletscherzunge in den Gletschersee. Es ist sehr schön hier und wir haben eine Weile einfach nur auf den Steinen gesessen und das Panorama genossen. Diese Wanderung unternehmen auch nicht sehr viele Leute und nur die wenigsten gehen weiter als bis zum Aussichtspunkt und so waren wir hier mit dieser phantastischen Kulisse praktisch alleine.

    Für den Weg zurück haben wir uns dann für eine alternative Strecke entschieden. Dafür steigt man zuerst wieder zum Aussichtspunkt hinauf und von dort mit Blick auf den Gletscher rechts auf einen kleinen Hügel. Vom Hügel aus hat man noch einmal eine tolle Aussicht auf die Gletscherzunge und kann dann, immer den Markierungen folgend, mehr oder weniger parallel zum Hauptweg durch die tolle Landschaft laufen. Dieser Weg wird praktisch gar nicht begangen und man sollte hierfür auch besser Wanderschuhe anhaben, da es etwas steiniger ist und hoch und runter geht. Dafür ist dieser Weg zurück zum Besucherzentrum deutlich schöner und einsamer und er endet nur wenige Meter links von dem Hauptweg. Insgesamt haben wir für die Wanderung zur Gletscherzunge etwa zwei Stunden gebraucht und sie hat uns sogar noch besser gefallen als die Wanderung zum Svartifoss. Also unbedingt machen!


    Danach sind wir zur Gletscherzunge Svínafellsjökull gefahren. Die Straße dorthin ist sehr steinig, es liegen viele große Steine herum und es gilt zahllosen Schlaglöchern auszuweichen. Mit unserem kleinen Auto mussten wir also sehr vorsichtig fahren, aber es ist durchaus schaffbar. Am Parkplatz angekommen geht es über einen sehr steinigen Weg in Richtung Gletscher. Erst kommt man an dem großen Gletschersee vorbei und hat von oben einen tollen Blick auf die mit Asche bedeckten riesigen Eisbrocken. Weiter in Richtung Gletscherzunge wird es dann immer steiler und kraxeliger und wir sind nach einiger Zeit auch wieder umgekehrt. Die Gletscherzunge hier ist sehr schön und lohnt auch auf jeden Fall für einen Besuch, allerdings war es auch recht voll. Insgesamt waren wir etwa eine Stunde hier, bevor wir weiter gefahren sind.

  • Unser nächstes Ziel danach war die berühmte Gletscherlagune Jökulsárlón. Auf dem Weg dorthin haben wir noch einen kurzen Fotostopp bei der benachbarten Gletscherlagune Fjallsárlón eingelegt. Diese galt bis vor einigen Jahren noch als Geheimtipp, inzwischen ist es auch hier sehr voll. Vom Parkplatz läuft man ein paar Meter, bis man über die Gletscherlagune schauen kann. Hier haben wir dann ein paar Fotos von der Gletscherlagune und dem umliegenden Gletscher gemacht und sind noch ein kurzes Stück oben an dem Weg entlanggelaufen. Wenn man Lust hat, kann man auch noch runter bis ans Wasser gehen und hier an der Gletscherlagune entlangspazieren. Aber der Halt hier lohnt sich alleine schon wegen des tollen Ausblicks.

    Wir sind dann aber weitergefahren und haben ein paar hundert Meter links vor der Brücke am Jökulsárlón noch einmal kurz angehalten. Von diesem Parkplatz aus kann man auf einen kleinen Berg steigen und hat dann eine tolle Aussicht auf den Jökulsárlón und den Gletscher. Hier waren wir auch fast alleine und konnten ganz in Ruhe schauen.

    Wir sind dann weiter zum Hauptparkplatz des Jökulsárlón gefahren und hier war es wie zu erwarten sehr voll, obwohl es schon später Nachmittag war. Vom Hauptparkplatz sind wir runter an den Rand des Sees gestiegen und dann rechts rum immer am Ufer des Sees entlanggelaufen. Die meisten Leute bleiben in der Nähe des Parkplatzes und so ist man schon nach nur ein paar Minuten Fußweg fast alleine. Auf dem schwarzen Sand liegen immer wieder klare Eisbrocken, die aus dem See angeschwemmt werden und dann in der Sonne langsam schmelzen. Die Eisbrocken im Vordergrund und der See mit den riesigen Eisbergen im Hintergrund ergibt dann auch ein tolles Fotomotiv. Wir haben uns dann ein paar Mal ein kleines Stück von den Eisbrocken abgebrochen und beim Laufen gegessen. Nach einiger Zeit kommt man an die Stelle, an der die Amphibienboote ins Wasser fahren, wir sind dann noch weitergelaufen, bis wir eine schöne Stelle für eine Pause gefunden haben. Leider hörten wir auch hier die Motoren der Boote noch sehr laut, was die Idylle ein wenig kaputt macht. Es war aber trotzdem sehr schön, alleine am Rand des Sees zu sitzen und den Eisbergen zuzusehen. Hin und wieder haben wir in der Ferne einen Seehund gesehen, der seinen Kopf aus dem Wasser gestreckt hat.

    Nach einer Weile sind wir dann zurück Richtung Parkplatz gelaufen und wollten von hier rüber zum Diamond Beach auf der anderen Seite der Brücke laufen. Kurz vor der Brücke haben wir dann noch ein paar Seehunde im Wasser in der Nähe des Ufers gesehen und diese ein bisschen beobachtet. Außerdem waren hier hunderte Küstenseeschwalben, die sich im See ihr Abendessen gefangen haben. Danach sind wir dann rüber zum Diamond Beach gelaufen. Mit den „Diamonds“, also den großen klaren Eisstücken, hatten wir leider wenig Glück. Da den ganzen Tag über die Sonne geschienen hat, waren fast alle Eisstücke auf dem schwarzen Strand bereits geschmolzen und wir haben nur noch einige wenige kleine Reste der Eisstücke gesehen. Dafür hatte es sich eine Seehundkolonie auf einer kleinen Sandbank gegenüber dem Strand in Sichtweite gemütlich gemacht. Wir haben uns dann in den Sand gesetzt und die Seehunde ganz lange beobachtet, wie diese sich im Sand entlang robben und in der Sonne strecken. Insgesamt waren wir gute zwei Stunden am Jökulsárlón und am Diamond Beach und es hat uns hier abseits der Massen auch sehr gut gefallen.


    Inzwischen war es dann schon recht spät geworden und wir sind zum Campingplatz bei Höfn gefahren. Hier haben wir an der Rezeption bezahlt und anschließend unser Zelt recht weit oben mit Blick auf das Meer und die umliegenden Berge aufgebaut. Von einem kleinen Hügel in der Mitte des Campingplatzes hat man außerdem eine tolle Aussicht auf den Vatnajökull. An sich ist der Platz in Ordnung, es gibt einen kleinen Aufenthaltsraum ohne Kochgelegenheiten, allerdings ist der Platz sehr voll und es gibt nur zwei kostenpflichtige Duschen pro Geschlecht.



  • Es wäre, aus meiner Sicht schade, wenn wir hier zuviel off topic diskutieren, denn Melanie gibt sich mit ihrem Reisebericht solche Mühe.:)

    Solls doch dabei bleiben.:girl:

    du hast doch damit angefangen.

    und die anderen sollen die Klappe halten?

    gerne Bitteschön. :blerg:

  • Hallo Melanie ich wollte mich nur noch mal bei dir für den Reisebericht bedanken. Was ich besonders gut finde ist die Zeitangabe, wielange eure Wanderungen immer dauerten. Das ist sehr hilfreich wenn man dann selbst die Strecke mal laufen möchte.

    Also nochmals thx1



  • Tag 7 – Sonntag, der 07. Juli 2019


    Heute Morgen waren wir sehr früh wach, denn wir wollten unbedingt duschen, bevor der Andrang zu groß wurde. Danach haben wir abgebaut und sind losgefahren. Eigentlich wollten wir dann zum Hoffellsjökull fahren. Leider waren jedoch die letzten vier Kilometer der Anfahrtsstraße nur für Geländewagen zugelassen, wir hätten höchstens bei den Hot Tubs parken und den Rest zu Fuß gehen können. Da wir aber noch nicht gefrühstückt hatten, haben wir uns gegen die Wanderung zur Gletscherzunge entschieden und sind stattdessen in Richtung Stokksnes gefahren. Auf dem Weg haben wir einen tollen Rastplatz mit Picknickbank und Aussicht auf die Gletscherlandschaft gefunden und haben hier erstmal ausgiebig gefrühstückt.


    Bei Stokksnes angekommen haben wir im Viking Café 900 Kronen Eintritt pro Person bezahlt und erhielten dafür eine Karte, welche die Schranke rechts neben dem Café zum Durchfahren öffnet. Zuerst sind wir aber zu dem nachgebauten Wikingerdorf gelaufen. Der Weg hierhin beginnt links neben dem Café. Die Filmkulisse für einen Film, der nie gedreht worden ist, erreicht man nach etwa 10 Minuten sehr gemütlichen Laufens. Es war noch sehr früh und außer uns noch keiner da und so konnten wir uns in dem Wikingerdorf in Ruhe umschauen und herumklettern, bevor nach einiger Zeit eine Reisegruppe die Gegend überrollt hat und wir wieder zurück zum Café gelaufen sind. Wir sind dann durch die Schranke gefahren und den Weg danach bis zum Ende der Straße bis an die Küste durchgefahren. Hier soll man auch auf Seehunde stoßen können, wir haben aber keine gesehen. Stattdessen sind wir in der Nähe des Parkplatzes ein wenig an der Küste entlanggelaufen und anschließend auf einem kleinen Trampelpfad noch weitergelaufen. Hier haben wir sehr viele Vögel gesehen, unter anderem Austernfischer und Bekassinen. Da die meisten Besucher nur kurz am Parkplatz halten und ein paar Fotos machen, hatten wir den Weg ganz für uns alleine und konnten in Ruhe die Vögel beobachten. Nach etwa einer Dreiviertelstunde sind wir dann wieder zurückgefahren. Etwa auf halbem Weg zurück zur Schranke gibt es noch einen weiteren Parkplatz. Von hier aus sind wir dann durch die schwarzen Dünen bis zum Strand gelaufen. Hier hat man einen tollen Blick auf den Berg Eystrahorn. Wir sind dann etwa eine Stunde am Strand spazieren gegangen und haben wunderbare Bilder von dem Berg mit dem flachen Wasser am Strand und von den Dünen gemacht. Außer uns war nur eine Familie noch mit am Strand und wir konnten die Ruhe und den schönen Anblick genießen. Hier hat es uns sehr gut gefallen und alleine der tolle Strandspaziergang war das Eintrittsgeld auf jeden Fall wert.


    Wir sind dann weitergefahren und haben kurz im Örtchen Djúpivogur gehalten, wo wir eingekauft, den Wagen gewaschen und uns die Vogelei-Skulpturen am Hafen angesehen haben. Leider sind die Namen der Vögel nur auf Isländisch, ein Bild des jeweiligen Federtieres wäre für die Identifizierung hilfreich gewesen. Danach haben wir bei der eigenwilligen Galerie Freevilli gehalten. Hier hat ein lokaler Künstler alle möglichen Tierknochen, Steine und sonstige Besonderheiten gesammelt und sie an seinem und um sein Haus herum kunstvoll drapiert. Es wird kein Eintritt erhoben, man kann einfach an einem kleinen Parkplatz neben dem Haus parken und sich umsehen.


    Unser nächster Stopp war danach das Tal der Wasserfälle Fossardalur. Hier haben wir am Campingplatz geparkt und sind anschließend immer dem steinigen Weg gefolgt. Hier ist außer uns niemand sonst gelaufen und so sind wir etwa eine Stunde den Weg entlanggelaufen, der leicht bergauf geht. Mit Blick auf einen schönen Wasserfall in einem Tal haben wir eine Pause gemacht und da es langsam anfing zu regnen, sind wir anschließend den Weg wieder zurück zum Auto gelaufen. Die Wanderung war sehr schön, man hat seine Ruhe und viele schöne Ausblicke auf die umliegenden Berge. An der Straße zurück Richtung Ringstraße haben wir dann noch kurz beim Wasserfall Nykurhylsfoss gehalten. Von Fossardalur kommend gibt es einen Parkplatz auf der linken Straßenseite mit einer tollen Aussicht auf die Gegend. Um zum Wasserfall zu kommen, überquert man dann die Straße und erreicht eine Aussichtsplattform auf den schönen Wasserfall.


    Danach sind wir auf der Ringstraße Richtung Egilsstaðir um die Fjorde gefahren. Die Fahrt ist sehr schön, auf der linken Seite hat man die ganze Zeit die Berge und auf der rechten Seite das Meer im Blick. Wir haben dann nach Lust und Laune an dem ein oder anderen Parkplatz mit toller Aussicht gehalten, die Aussicht genossen und ein paar Fotos geschossen. Uns hat die Fahrt um die Fjorde sehr gut gefallen, auch wenn diese etwas länger dauert. Es hat zwischendurch immer etwas genieselt, dadurch hingen die Bergspitzen im Nebel und haben eine tolle Atmosphäre geschaffen.


    Wir sind dann bis zum Campingplatz Mjóanes gefahren. Dieser wird im Internet nicht direkt beworben, es gibt aber eine Campingwiese. Der nette Besitzer kam auch direkt raus, hat uns sehr herzlich begrüßt und uns das Gelände und die Serviceeinrichtungen gezeigt. So einen guten Begrüßungsservice hatten wir noch auf keinem Campingplatz!


    Wir haben dann bezahlt und anschließend unser Zelt mit Blick auf den See Lögurinn aufgebaut. Wir waren an diesem Tag die einzigen Camper auf dem Platz, was auch einmalig war. Kurzum: Mjóanes war der beste Campingplatz, auf dem wir in Island übernachtet haben. Das Servicehaus ist unglaublich gut ausgestattet, es gibt nicht nur eine voll ausgestattete gemütliche Küche mit Grundnahrungsmitteln, an denen man sich bedienen darf, sondern auch ein Wohnzimmer mit Billardtisch, Musik und allem, was das Herz begehrt. Das Waschhaus war super sauber und modern ausgestattet. Wir haben uns hier richtig wohl gefühlt und die netten Besitzer Elsa und Magnus mit ihrem Golden Retriever Gulli haben den Aufenthalt einfach perfekt gemacht, obwohl wir hier „nur“ gecampt haben.

  • Hat der Campingplatz in Mjóanes nur eine zeltetest oder ist er auch für Wohnmobile geeignet? Also gibt es auch Strom Anschluss und wenn möglich einen befestigten Boden. Wir stehen nicht so gerne auf Gras, da wir dann ev. beim rausfahren Spuren hinterlassen.

  • Hat der Campingplatz in Mjóanes nur eine zeltetest oder ist er auch für Wohnmobile geeignet? Also gibt es auch Strom Anschluss und wenn möglich einen befestigten Boden. Wir stehen nicht so gerne auf Gras, da wir dann ev. beim rausfahren Spuren hinterlassen.

    Hi, der Platz hat auch Stromanschlüsse, allerdings tatsächlich nur Wiese. Der obere Teil ist etwas befestigter, da habe ich aber nicht drauf geachtet, ob hier auch Stromanschlüsse sind.



  • Hallo Melly,

    vielen Dank. Das ist einer der aller-aller-besten Reiseberichte, die ich gelesen habe. Einfach super!

    Außerdem beschreibt er so genau unseren letzten Urlaub, dass das Lesen trotz aller Freude schon ein bißchen weh tut. Bitte ganz schnell viel mehr davon.thx1

  • Tag 8 – Montag, der 08. Juli 2019


    Wir haben heute Nacht sehr gut und ruhig geschlafen und wurden heute Morgen von den Vögeln geweckt. Nachdem wir gestern schon dachten, dass der Campingplatz einfach perfekt ist, hat die Gastgeberin Elsa heute Morgen noch einen draufgesetzt und uns und den wenigen Übernachtungsgästen der Gästezimmer ein komplettes Frühstück in der Küche bereitgestellt. Es gab Kaffee und Tee, Saft, selbstgebackenes Früchtebrot, verschiedene Marmeladen, Butter und Käse. Nach dem Frühstück haben wir uns von den Gastgebern verabschiedet und uns für das tolle Frühstück und die wunderbare Übernachtung bedankt und noch eine Weile mit den beiden geredet. Elsa hat uns dann noch den Tipp gegeben, unbedingt zu den Puffins nach Borgarfjörður eystri zu fahren, was wir später auch machen sollten.


    Unser erstes Ziel war dann erstmal der Hengifoss. Die Fahrt an der Ostseite des Sees geht durch ein großes Waldgebiet, hier soll man auch sehr gut spazieren gehen können. Es gibt auch einen Parkplatz mit einer sehr guten Sicht über den See und das Umland, leider haben wir diesen zu spät gesehen und waren dann schon vorbeigefahren.

    Vom Parkplatz des Wasserfalls aus geht es dann etwa eine Dreiviertelstunde auf einem breiten Weg bergauf. Etwa auf halber Höhe kommt man an dem ebenfalls sehr schönen Litlanesfoss vorbei. Auf dem Weg gibt es immer wieder Bänke zum Ausruhen und die Aussicht auf die umliegenden Berge und den See ist einfach phantastisch. Leider konnten wir nur bis zu einem Aussichtspunkt auf den Hengifoss laufen, dahinter war der Weg aus Naturschutzgründen gesperrt und so sind wir umgedreht und zurück zum Parkplatz gelaufen. Der Ausflug hierhin hat etwa anderthalb Stunden gedauert und da es noch recht früh war, war es auch noch nicht sehr voll.


    Danach sind wir nach Egilsstaðir gefahren, um einkaufen zu gehen, und dann direkt weiter in Richtung Seyðisfjörður. Kurz hinter der Abzweigung nach Seyðisfjörður haben wir beim Wasserfall Fardagafoss gehalten. Hier parkt man an einem kleinen Parkplatz neben der Straße und läuft dann etwa zwanzig Minuten bergauf, bis man den Wasserfall erreicht hat. Bis kurz vor dem Wasserfall ist der Weg gut zu laufen, das letzte Stück ist dann aber sehr steil und schlammig. Es sichern zwar Ketten den Auf- und Abstieg, hier sollte man trotzdem besonders vorsichtig sein. Und dann steht man in der Gischt des hübschen Wasserfalls und kann ganz in Ruhe staunen, denn bis ganz nach vorne geht fast niemand und so waren wir hier alleine. Danach sind wir zum Parkplatz zurückgelaufen und weiter in Richtung Seyðisfjörður gefahren. Der kurze Abstecher zum Fardagafoss dauert nur etwa eine Dreiviertelstunde und hat uns sehr gut gefallen.


    Kurz vor Seyðisfjörður soll noch der Gufufoss einen Stopp wert sein. Leider war hier sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg der kleine Parkplatz voll, sodass wir nicht anhalten konnten. In Seyðisfjörður angekommen haben wir am Supermarkt geparkt und uns einen kleinen Mittagsimbiss gekauft. Leider lag ein großes Kreuzfahrtschiff im Hafen vor Anker und die Stadt war mit den Kreuzfahrttouristen überschwemmt. Wir sind dann mit Skyr und Sandwiches zur blauen Kirche der Stadt gelaufen und haben hier an einer Picknickbank erstmal eine Mittagspause gemacht. Danach haben wir uns die kleine Kirche angesehen und sind durch die vielen Galerien der Stadt gebummelt.

    Wir haben beide einen Islandpulli gekauft. Mein Pulli ist weiß mit lila Muster, für diesen mädchenhaften Pulli habe ich in den darauffolgenden Wochen sowohl von Isländern als auch von Touristen ganz viele Komplimente bekommen. Lennys Pulli ist schwarz und braun und hat eine Kapuze und einen Reißverschluss. Wir sind sehr glücklich mit unseren Pullis und werden diese in den kommenden Wochen auch noch oft tragen. Sie sind wirklich praktisch, schön warm, ein bisschen winddicht und halten auch den gelegentlichen Nieselregen super ab. Wir waren auch sehr glücklich, dass wir so tolle Pullis in den kleinen Galerien gefunden haben, einmal von der Besitzerin selbst gestrickt und in der anderen Galerie von der Mutter der Besitzerin. Das macht das Souvenir sehr besonders, wenn es nicht aus der Massenproduktion kommt, sondern individuell und handgemacht ist.

    Zum Schluss haben wir uns noch auf die Regenbogensteine vor der Kirche gesetzt und eine Weile gewartet, bis wir ein Foto machen konnten, durch das keine Leute durchgelaufen sind. Das war eine Geduldsprobe, aber die schönen Bilder am Ende haben die Warterei wett gemacht.

  • Danach sind wir dann nach Borgarfjörður eystri gefahren. Die Fahrt hierhin geht über eine Schotterstraße mit Blick auf das Meer und die bunten Berge und alleine die Aussicht ist wunderschön und lohnt die Fahrt. Wir haben unterwegs etwa auf halber Strecke noch an einem tollen Aussichtspunkt gehalten und kurz ein paar Wale im Fjord gesehen, dann sind wir weiter bis nach Borgarfjarðarhöfn, wo man die Puffins sehen kann. Es führt eine Holztreppe über den Felsen, für die Instandhaltung der Treppe sollte man ein paar Kronen in die Spendenbox schmeißen. Es gibt auch ein kostenpflichtiges Beobachtungshäuschen aber das braucht man bei schönem Wetter gar nicht. Wir waren am Abend hier und der ganze Berg war voller Puffins. Die Bruthöhlen der Puffins liegen teilweise direkt neben der Treppe und man kann die putzigen Tiere wunderbar beobachten. Die Tiere kennen die Menschen auch und sind sehr neugierig. Wir sind dann auf der Treppe hin und her gelaufen und haben hier und dort geschaut und viele tolle Fotos der Puffins gemacht. Nach etwa einer Stunde sind wir dann zum Campingplatz gefahren, haben unser Zelt aufgebaut und Abendessen gemacht. Alt später die Rezeption besetzt war, haben wir noch die Übernachtungsgebühr bezahlt. Der Campingplatz ist ganz in Ordnung, man hat einen tollen Ausblick auf die Berge und den Elfenberg Álfaborg, es gibt eine kleine Küche mit zwei Picknicktischen. Leider gibt es nur zwei Duschen und die WCs sind nicht sehr sauber.


    Zum Abschluss des Tages sind wir noch eine Runde durch das Dorf gelaufen. Vom Campingplatz aus sind wir erst an der Kirche vorbeigelaufen und dann zum Grassodenhaus Lindarbakki und danach noch auf den Álfaborg geklettert, von dem aus man eine tolle Sicht auf die umliegenden Berge und das Meer hat. Da dieser Berg von Elfen bewohnt ist, bitte unbedingt auf den Wegen bleiben, keine Steine verschieben oder mitnehmen und sich, wie sonst auch überall, respektvoll verhalten. Man möchte ja schließlich nicht den Unmut der Elfen auf sich ziehen.



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