Guten Abend
Ich war diesen Sommer für 5 Wochen in Island – untenstehend eine Zusammenfassung der F-Strassen, die ich gefahren bin. Ich möchte damit vor allem anderen Reisenden, die mit einem vergleichbaren Campervan (z.B. VW T5/T6 etc.) unterwegs sind, Anhaltspunkte dafür geben, was machbar ist.
Einige wichtige Punkte:
- Mein Auto (Toyota Hiace 4x4 LWB) hat einen langen Radstand, was im Gelände ein Nachteil ist. Abgesehen von einer leichten Höherlegung (2-3cm) sowie leicht grösseren AT-Reifen (215/65 r16) ist das Fahrzeug im Originalzustand. Das heisst: kein Schnorchel, kein Unterbodenschutz, keine Diffsperren etc.
- Der Strassenzustand und insb. Die Flussdurchfahrten ändern sich von Tag zu Tag, meine Ausführungen sind dementsprechend nicht allgemeingültig.
- Ich habe die Pisten von 1 (=sehr einfach) bis 5 (=sehr schwierig) bewertet, sortiert nach Strassennummer. Der Schwierigkeitsgrad ist mein subjektives Empfinden.
Und der Vollständigkeit halber: das kleine 1x1 der Fluss/Bachdurchquerung (gilt nicht für Gletscherflüsse, hier habe ich keine Erfahrung):
1. Bei Unsicherheit entweder ein anderes Fahrzeug vorfahren lassen oder selber durchwaten.
2. Die optimale Route ist die Stauungskante flussabwärts.
3. Möglichst langsam (d.h. im ersten Gang) fahren.
F26 Sprengisandur (von Süden kommend bis zur Abzweigung der F821)
2/5
- Im Norden (nördlich von Nyidalur) findet sich ein deutlich besserer Strassenzustand als im Süden.
- Im Süden ist die Strecke technisch einfach zu fahren, aber sehr holprig aufgrund nahezu durchgehender Wellblechpiste mit z.T. sehr tiefen Rillen.
- Die berüchtigte Flussdurchfahrt nach dem Nyjidalur Campingplatz war aufgrund kalter Temperaturen (knapp unter Null grad nachts) keine 15 cm tief und somit am frühen Morgen absolut problemlos fahrbar für den Hiace. Gemäss Aussagen anderer Reisender war dieselbe Durchfahrt bereits am nächsten Tag aufgrund von Regen und wärmeren Temperaturen (Gletscher- & Schneeschmelze) so tief, dass selbst Superjeeps mit Schnorchel nicht durchfahren konnten.
- Aus meiner Sicht ist die F26 landschaftlich wenig attraktiv. Zwar ergeben sich schöne Ausblicke auf die umliegenden Gletscher, insgesamt fährt man aber stundenlang durch eine Steinwüste. Der Reiz der Strecke war für mich, Island beinahe mittig zu durchqueren.
(F)35 Kjölur
1-2/5
- Die einfachste Querung durchs Hochland. Im Süden ist die Piste manchmal etwas nervig aufgrund von Wellblech und Schlaglöchern, im Norden ist sie sehr gut (und zügig) fahrbar.
- Der Abstecher nach Kerlingarfjöll (F347) lohnt sich, das Geothermalgebiet empfanden wir als einen der beeindruckendsten Orte in Island (siehe weiter unten).
F206 (Laki Zufahrt)
3/5
- Der Bodenbelag war sehr abwechslungsreich, oft holperig aufgrund der Steine, manchmal aber auch angenehm zu fahren. Grundsätzlich war die Piste leicht zu fahren ohne technisch schwierige Stellen.
- Es gibt jedoch eine vergleichsweise tiefe Wasserdurchfahrt (ca. 45-50 cm), einer der tiefsten Flussdurchquerungen, die ich in Island gefahren bin. Aufgrund einfacher Ein- und Ausfahrt des Flussbetts und gutem Untergrund war die Querung dennoch problemlos fahrbar.
Flussdurchfahrt: https://www.youtube.com/watch?v=xrnHmA2d0TU
F207 Lakagigar/Laki-Loop
3/5
- Die Piste war in recht gutem Zustand, mit dem Hiace gut machbar. Es gibt eine etwas tiefere Flussdurchquerung (ca. 40 cm), welche aber einen festen Untergrund und praktisch keine Strömung hatte. Eine Stelle ganz im Norden des Loops war etwas holperig und benötigt Bodenfreiheit, aber auch hier ohne Aufsetzen oder sonstige Probleme fahrbar.
- Eigentlich wäre es eine sehr schöne Gegend, leider sind wir bei schlechtem Wetter gefahren - bei uns war die Landschaft grösstenteils im Nebel versteckt, zudem gab es immer wieder Regen.
- Entgegen der Erwartungen sahen wir beinahe keine anderen Autos, auch keine Superjeeps – evtl. aufgrund des Wetters?
(F)208 nord
1-2/5
- Einfach zu fahren, aber nervig aufgrund von vielen Schlaglöchern und Wellblech.
- Landschaftlich extrem beeindruckend, die F208 (nord + süd) ist eine der schönsten Strassen Islands.
F208 süd
2-3/5
- Insgesamt besserer Strassenzustand als auf der (F)208 nord, die Strecke ist aufgrund geringerer Anzahl an Schlaglöchern/Wellblech angenehmer zu fahren als der nördliche Teil der (F)208.
- Es gibt unzählige Fluss- und Bachdurchfahrten. Richtig gefahren sind alle Durchfahrten höchsten 30-40 cm tief. Aber Achtung – bei einer Durchfahrt bin ich anstelle der Stauungskante flussabwärts den Fähnchen (welche die Durchfahrt flussaufwärts begrenzen) entlanggefahren – hier bin ich kurz für einen Sekundenbruchteil in eine tiefere Rille geraten, sodass Wasser auf die Motorhaube geschwappt ist!
- Wunderschöne Strecke, einer meiner Favoriten in Island.
214 bis Thakgil Camping
1-2/5
- Die Strasse (offiziell keine F-Road) verbindet die Ringstrasse mit dem Thakgil Camping.
- Es handelt sich um eine Schotterstrasse in mässig gutem Zustand. Es gibt keine Flussdurchfahrten und keine besonders anspruchsvollen Abschnitte. Prinzipiell ist die Strecke mit fast jedem Fahrzeug fahrbar, aber aufgrund einiger unebener und steiler Abschnitte ist etwas Bodenfreiheit und ggf. 4x4 von Vorteil. Trotzdem, wir haben auf dem Camping ein Wohnmobil gesehen, also scheint man selbst damit bis zum Camping zu gelangen.
Camping:
Wanderung:
F224 (Zufahrt von der F208 nach Landmannalaugar)
3/5
- Wir sind kurz bevor die Strecke planiert wurde durchgefahren – entsprechend katastrophal war der Zustand. Die Piste war zwar technisch einfach zu fahren, aber extrem mühsam – man hüpft in Schrittgeschwindigkeit über Kilometer vom einen tiefen Schlagloch ins nächste.
- Trozdem, die Zufahrt lohnt sich auch bei schlechten Strassenverhältnissen, Landmannalaugar ist wunderschön!
- Die Flussdurchfahrt vor Landmannalaugar war ca. 45 cm tief und mit dem Hiace noch gut fahrbar. Ansonsten kann auch vor der Durchfahrt parkiert werden, es sind ca. 500-600m Fussweg vom Parkplatz vor der Flussdurchfahrt bis zu den Landmannalaugar-Hütten.
F225 Landmannaleid (Alternative zur (F)208 nord)
2-3/5
- Die Strecke ist angenehmer zu Fahren als die (F)208 nord, da Wellblech/Schlaglöcher nicht ganz so ausgeprägt sind. Dafür hat es eine Bachdurchfahrt, welche korrekt gefahren maximal 25-30 cm tief war.
Raudfossar-Wanderung:
F232 Öldufell
5/5
- Hier habe ich es leider nicht bis ans Ziel geschafft. Die Flussdurchfahrt oberhalb des Wasserfalls an sich war gut machbar, jedoch war die Auffahrt auf der anderen Seite so steil und ausgewaschen, dass ich umkehren musste. Bis hierhin war die Strecke trotzdem sehr schön mit tollen Blicken auf die umliegenden Gletscher, definitiv lohnenswert! Bis zu der Flussdurchfahrt war die Strecke ohne relevante Schwierigkeiten fahrbar.
River/Waterfall crossing: https://www.youtube.com/watch?v=Iv7VIX_F_tU
F235 Langisjör
1-2/5
- Einige kleine Bäche werden durchquert, alle waren deutlich weniger tief als jene der F208 süd.
- Die Strecke ist sehr angenehm zu fahren, vom Strassenzustand her die beste F-Road, welche ich gefahren bin.
- Wunderschöne Landschaften – sehr empfehlenswerter Abstecher von der F208 süd!
- Die Wanderung auf den Sveinistindur ist sehr empfehlenswert, sofern der Gipfel nicht in den Wolken/im Nebel steckt.
(Bild unten: Aussicht vom Sveinistindur)
F261 bis Emstrurskali (Campingplatz)
4/5
- Auf dieser Strecke gibt es keine Wasserdurchfahrt, jedoch einige steile Stellen mit z.T. relativ unebenem Boden. Zudem ist die Strecke holprig aufgrund vieler, teilweise auch grösserer Steine, Luftdruck reduzieren hilft.
- Aufgrund fehlender Sperrdifferenzialen und relativ wenig Federweg bei langem Radstand bin ich mit dem Hiace tw. An die Grenze gekommen aufgrund durchdrehender Räder. Für eine Stelle habe ich 2-3 Anläufe benötigt.
- Landschaftlich ist die Piste sehr attraktiv, zu Beginn gibt es sehr schöne Aussichten ins Thorsmörk-Tal, auf die Myrdalsjökull und Eyjafjallajökull Gletscher. Für mich definitiv eine der schönsten F-Roads, die ich gefahren bin!
- Für den Hiace ist es eine Sackgasse, die Weiterfahrt erfordert einen grösseren 4x4.
F338 – Thjofahraun – Eyfirdingavegur
5/5
- Wir sind einen Teil des Linevegurs (von Westen kommend) gefahren, dann nach Süden abgebogen und, da die Piste so schlecht war, auf nicht ganz halber Strecke zurück nach Westen abgebogen.
- Ganz am Ende (ehe man wieder auf die Hauptstrasse einbiegt), gibt es eine leicht zu fahrende Flussdurchquerung, ca. 35 cm tief.
- Dies war unsere erste richtige F-Strasse, für den Anfang war sie definitiv zu anspruchsvoll. Die Strecke ist für einen Transporter nicht empfehlenswert, da sie recht viel Bodenfreiheit voraussetzt. Möglicherweise würde ich die Strecke aber anders bewerten, wenn ich sie am Schluss (mit etwas mehr Erfahrung) gefahren wäre.
F347 Kerlingarfjallavegur
2/5
- Zwar eine F-Strasse, aber insgesamt einfach fahrbar.
- Sie dient primär als Zufahrt zum Kerlingarfjöll Wandergebiet. Trotzdem ist die Strecke an sich schon lohnenswert, da man sehr schöne Blicke auf das immer näher kommende Kerlingarfjöll-Gebirge erhaschen kann.
(F)428 Vigdisarvallavegur (nahe Keflavik)
1-2/5
- Auf der Karte ist sie nicht als F-Road eingetragen, wahrscheinlich da es keine Flussdurchfahrten gibt?
- Für diese Strecke ist etwas Bodenfreiheit und (bei nassen Bedingungen 4x4) empfehlenswert. Insgesamt war diese Piste aber problemlos fahrbar.
- Sie ist sehr nahe am Flughafen gelegen, somit eignet sich diese Strecke super, um erste Erfahrungen mit Islands nicht-asphaltierten Strassen zu sammeln!






















































