Beiträge von Hnufubakur

    Tolle Bilder! Aber, der eine Wasserfall, den du da fotografiert hast, ist der Fremstifoss. Der Skútafoss ist wenige Hundert Meter weiter flussaufwärts und ist sehr schön mit einer Höhle dahinter.

    Hallo Rhia,

    habe ich im Mai 2023 gemacht. War schon sehr eindrucksvoll. Ist eher ein Eistunnel, in den Stege gelegt und Wege gehakt werden, damit man durchgehen kann. Der Tunnel entsteht natürlich, im Laufe des Sommers schmilzt er weg. Im nächsten Jahr wird dann ein neuer Tunnel gesucht und für die Touris aufbereitet.

    Die Reste des Tunnels vom letzten Jahr.



    Hallo Megatro,

    das ist meines Erachtens eine Frage der Planung. Wenn man nicht so lange Strecken plant, wird man auch nicht so schnell müde ;)

    Im Sommer sind genügend Campingplätze offen. Ist gibt über 120.


    Das Wildcampen-Verbot bezieht sich soweit ich weiß auf Übernachtungen. Wenn man tagsüber mal ein Nickerchen im Auto macht, ist das sicher kein Problem.

    Gegen 15.30 Uhr erreichen wir das zweite Einhorn. Dieser Einhyrningur trägt seinen Namen wirklich zu Recht J




    Gegenüber der Tröllagjá ist Þórsmörk zu sehen. Mittlerweile sind wir am Mýrdalsjökull vorbei und blicken nun auf den Eyjafjallajökull, der uns ein Stück begleitet. Leider ist es vorbei mit dem schönen Wetter, es wird trübe und diesig.



    Und plötzlich stehen wir vor einer Furt. Diese ist nicht im Trackbook genannt und auch sonst haben wir nichts davon gelesen. Auf map.is ist an dieser Stelle eine Brücke zu sehen! Trübes Gletscherwasser mit deutlicher Strömung. Es kommen Reiter, aber sie reiten nicht durch, sondern eine Anhöhe hinauf. Hinter dem Fluss liegen dicke Rohre. Ist hier sonst eine Unterrohrung, die gerade ausgetauscht wird? Wir haben Glück, es kommt ein Toyota Landcruiser entgegen, offensichtlich Isländer, sie fahren munter durch und winken uns freundlich. Die Furt ist wesentlich flacher als sie aussieht, also kein Problem - und für Rubi schon mal gar nicht.



    Da kommt uns noch eine Pferdeherde mit einigen Reitern entgegen.




    Um 17 Uhr haben wir den Emstruleið hinter uns. In Hvolsvöllur waschen wir Rubi an einer Tankstelle. Ein ereignisreicher, spektakulärer Tag und ein unvergesslicher Urlaub gehen zu Ende. Wir übernachten in Keflavík, am nächsten Morgen in der Früh geht es zurück nach Hamburg.


    Flagge an der Hütte Hvanngil mit Stórasúla dahinter.



    Auf dem Weg Richtung Álftavatn.


    Stórasúla – auch ein toller pyramidenförmiger Berg.


    Nach ein paar Kilometer beschließen wir, umzukehren. Nachdem wir wieder durch die Kaldalofskvísl gefahren sind, geht es weiter auf der F261, Emstruleið genannt. Als nächstes ist die Furt durch die zweite Bláfjallakvísl angesagt, die deutlich tiefer aussieht als die bisherigen Flüsschen. Wir schauen erst mal anderen Fahrzeugen zu. Ein Duster taucht ganz schön tief ein, schafft es aber. Für Rubi ist auch dieser Fluss kein Problem. Die Wanderer müssen diesen Fluss durchwaten.




    Man kann sich nicht sattsehen an dieser atemberaubend vielseitigen Landschaft.



    Noch ein grüner Berg, der Hattfell.


    Der reißende Fluss Innri-Emstruá ist überbrückt, ebenso die Markafljót. Kurz dahinter stürzt ein namenloser Foss in die mit roten Streifen durchsetze Schlucht Markafljótsgljúfur.




    Weiter geht es durch den immer noch pechschwarzen Mælifellssandur. Just da kommen uns Reiter mit einer großen freilaufenden Herde entgegen. In einer Staubwolke reiten sie dem Mælifell entgegen.





    Glänzende schwarze Lavasteine liegen verstreut auf dem schwarzen Sand.


    Auf dem schwarzen Sand fährt es sich super. Doch ganz plötzlich ändert sich der Untergrund, wir fahren über große Lavaplatten.



    Zur Rechten fließt die Kaldaklofskvísl in einem Canyon.



    Links entdecken wir einen Metallkasten. Ein Schild weist ihn als Rader Reflector Point der Europäischen Weltraumbehörde aus. Aha!



    Bald darauf kreuzt der Laugavegur – eine ganze Menge Wanderer sind unterwegs, einzeln, zu zweit, in kleinen und großen Gruppen. Wir machen es uns auf einem Stein gemütlich und essen erst mal Mittag.




    Angedacht war ein Abstecher auf der F210 in Richtung Álftavatn. Dazu müssen wir durch die Kaldaklofskvísl. Für Fußgänger gibt es eine Brücke und so können wir von dort schöne Furtaufnahmen machen. Im Netz kursieren Videos von einem reißenden, Autos verschlingenden Strom, aber heute werden kaum die Räder nass, so flach ist er.



    Jetzt führt die F232 durch den Mælifellssandur. In der Ferne können wir den Mælifell - noch etwas versteckt hinter einem anderen Berg - bereits ausmachen.


    An der Kreuzung, an der die F232 auf die F210 trifft, kommt uns ein Radfahrer entgegen. Er ist aus Belgien und fährt seit 14 Tagen alleine durchs Hochland. Alle Achtung!



    Wir fahren nach links auf die F210. Diese führt nun in gerader Linie auf den Mælifell zu, einen grün bewachsenen 793 Meter hohen Vulkan. In perfekter Pyramidenform thront er über der schwarzen Wüste. Und das bei dem Mega-Wetter! Ein unvergesslicher Anblick! Wir sind ganz allein, genießen den Anblick und machen Millionen Fotos.







    Dann kommen wir an das Schwemmland, von dem es heißt, dass die Durchfahrt nach starken Regenfällen oder viel Schneeschmelze herausfordernd sein kann. Heute ist das Schwemmland komplett ausgetrocknet!



    Auch die Brennivínskvísl und ein weiteres Flüsschen mit hübschen, knallgrünen Moosinseln sind nur Rinnsale.



    Dann sind wir am Mælifell auch schon vorbei. Von Westen sieht er auch schön aus, aber die kilometerlange Fahrt von Osten auf ihn zu, ist eines der spektakulärsten Highlights aller meiner Island-Reisen!


    Heute ist unser letzter Tag im Hochland und auch der letzte dieser Reise. Bereits um 7.45 Uhr sind wir unterwegs. Das Wetter ist fantastisch, wir können unser Glück kaum fassen. Auf dem Plan steht der Fjallabaksleið syðri über F232, F210 und F261.


    Wir fahren die Ringstraße bis zum Abzweig der 209 und dann auf die F232. Erster Halt ist der Leirárfoss (Lehmflusswasserfall), der tosend in eine kleine Schlucht stürzt.



    Die Landschaft ist zunächst überwiegend grün durch viel Moos und verschiedene andere Pflanzen. In einer Ebene mit gelblichen Pflanzen taucht der erste grüne Pyramidenberg auf, der Rjúpnafell (Schneehuhnberg).



    Zur Linken begleitet uns der Mýrdalsjökull mit seinen diversen Zungen.




    Gegen halb 10 Uhr erreichen wir den Hólmsárfoss, der in beeindruckender Breite über eine wenige Meter hohe Kante fällt. Es ist warm und windstill.



    Bald kommt das erste Einhorn auf dieser Fahrt in Sicht, der 894 Meter hohe Einhyrningur.



    Die Landschaft wird deutlich karger – abgesehen von einigen grünen Spots. Vor dem Öldufell tut sich ein wunderbares Tal mit Namen Öldudalur auf, durch das die Bláfjallakvísl mäandert – es ist der erste von zwei Flüssen mit diesem Namen, die wir heute furten werden.


    Öldufell (Wellenberg)


    Öldudalur (Wellental)


    Diese Bláfjallakvísl ist ein beliebtes Fotomotiv, denn man furtet oberhalb eines breiten Wasserfalls. Der Fluss ist kaum 10 cm tief. Um schöne Bilder in den Kasten zu kriegen, furte ich dreimal, während Stefanie filmt und fotografiert. Ein riesiger Spaß J Kein Mensch weit und breit.




    Auf dem Rückweg vom Langisjór machen wir noch einen Abstecher zur Eldgjá. Wir waren beide schon mehrfach dort, aber sie ist immer wieder einen Besuch wert. Auf dem 2 km langen Spaziergang zum Ófærufoss faszinieren die Lavaklumpen in den verschiedensten Farben.




    Eldgjá mit dem Gjátindur am Ende.


    Es zieht sich zu, ist aber immer noch mild und windstill.


    Der eindrucksvolle Ófærufoss




    Dann geht es zurück nach Hörgsland mit Tankstopp in Kirkjubæjarklaustur. Um 19.45 Uhr sind wir in unserer Hütte.

    Etwa einen Kilometer von der Langisjór-Hütte entfernt ist ein Parkplatz und der Startpunkt der Wanderung. Der Pfad ist gut ausgetreten und mit gelben Pflöcken markiert. Es geht steil nach oben.



    Schon nach 20 Minuten erreichen wir einen ersten Aussichtspunkt mit überwältigender Aussicht. Der blaue Langisjór gesäumt von grünen Bergen, dahinter der Tungnaárjökull, eine Zunge des Vatnajökull. Grandios!




    Auf etwa halber Höhe möchte Stefanie nicht weiter, ich gehe weiter bis fast ganz nach oben.



    Etwa 20 Höhenmeter fehlen noch, doch da wird es dann auch mir zu steil und zu geröllig. Die Aussicht ist trotzdem umwerfend.



    Der Blick reicht über die Skaftá zu den beiden Seen Kambavatn und Lambavatn, die man von der F207 aus erwandern kann. Nach Western erblicke ich die markanten Uxatindar mit der abgeflachten Spitze.



    Die mäandernde Skaftá


    Nach knapp 2 Stunden sind wir wieder am Parkplatz.


    Das Wasser ist ganz klar und man kann gut sehen, dass es nicht tief und der Sims, auf dem man fahren kann, breit genug ist. Man muss nur so nah wie möglich am Ufer bleiben. Ich fahre und Stefanie filmt und fotografiert von draußen. Ein einmaliges Erlebnis!




    Jenseits des Blautulón ist es noch wüstiger als auf der F235. Diese Piste führt über die Hütte Skælingar zu der Furt durch die Norðari-Ófæra, die wir ausgelassen haben. Wir halten alle paar Meter an, staunen über die wunderschöne Landschaft und freuen uns über das unsagbar schöne Wetter.




    Nach ein paar Kilometern drehen wir um und fahren erneut durch den Blautulón.




    Die weitere Fahrt durch die schwarze Landschaft mit den grünen Bergen ist atemberaubend.


    Uxatindar




    Gegen Mittag sind wir an der Langisjór-Hütte. Es ist warm und wir setzen uns hin und essen Mittag.


    Sveinstindur - da wollen wir rauf!


    Dann kommt das nächste absolute Highlight, die Wanderung auf den 1.093 m hohen Sveinstindur.




    Nachdem wir gestern Pech mit dem Wetter hatten, hoffen wir heute auf besseres. Als wir am Morgen aus dem Fenster schauen, können wir es kaum glauben: die Sonne scheint!


    Um 7 Uhr sitzen wir schon im Auto. Es geht wieder auf die 208, die später zur F208 wird und die wir vorgestern in dichtem Nebel gefahren sind. Jetzt bei Sonne-Wolken-Mix und teilweise sogar blauem Himmel erfreuen wir uns an der schönen Landschaft. Wir halten an mehreren kleinen Wasserfällen in der Syðri-Ófæra und der Skaftá. Die Sonne glitzert im Wasser. Es ist windstill bei ca. 10°C.





    Dann kommen wir an den Abzweig zur nummernlosen Piste zum Gjátindur, der Hütte Skælingar und dem Blautulón.



    Die Furt durch zwei Arme der Norðari-Ófæra gleich am Anfang der Piste ist die einzige wirklich herausfordernde, bei der wir schon zu Hause gesagt haben, dass wir vor Ort entscheiden wollen, ob wir durchfahren oder nicht. Man sieht keine klaren Ein- und Ausfahrten. Als wir noch überlegen, kommt eine Gruppe von ca. 10 großen Geländewagen uns entgegen, alle mit Schnorchel. Sie preschen mit riesiger Bugwelle in die Flut. Wir sprechen mit den Leuten. Die Furt sei sonst 60 cm tief, aber heute wesentlich flacher. Hinter dem Hügel gibt es einen zweiten Arm, der etwas tiefer sei.


    So sollte man nicht furten!


    Rubi mit 70 cm Wattiefe hätte das sicher locker geschafft, dennoch entscheiden wir uns dagegen. Stattdessen wollen wir zweimal durch den Blautulón fahren.


    Wir bleiben also auf der F208, die durch die Stangakvísl führt, am Abzweig zur Eldgjá vorbei und einen Berg hoch, auf dem oben ein schöner Aussichtspunkt ist.



    Dann biegt rechts die F235 zum Langisjór ab. Kurz nach dem Abzweig geht es durch die Skuggafjallakvísl. Das Furten durch den kleinen Fluss macht einen Riesen-Spaß, so dass wir dreimal durchfahren, um das Abenteuer von allen Seiten filmen und fotografieren zu können.



    Ich bin die F235 zum Langsjór schon mal (im Regen) gefahren, aber Stefanie noch nicht. Die Landschaft ist atemberaubend. Links und rechts säumen grüne Berge entlang der tektonischen Plattengrenzen aufgereiht die schwarze Wüste, durch die wir fahren. Markant sind vor allem der Ljónstindur (Löwengipfel) und später die Uxatindar (Ochsengipfel (pl.)). Mehrere kleine Bäche mit knallgrünen Moosufern müssen gequert werden.


    Ljónstindur


    Bald geht es rechts zum Blautulón, der See, an dessen Rand man 600 m durchs Wasser fahren kann. Am Ufer packen gerade zwei Leute ihr Zelt ein. Später sehen wir die beiden mit einem Faltboot auf der Norðari-Ófæra paddeln. Respekt!


    Ihr meint : Tjarnagìgur > Lakagigar :)

    Der Tjarnargígur an der F207 gehört zu den Lakagígar. Stimmt, ist ja nur ein Krater mit einem Teich drin, daher Tjarnargígur, nicht -gígar :patsch: Danke. Habe ich verbessert. Das Bild zeigt den Krater im Jahr 1994.


    Super, dass Ihr 2020 ganz allein dort wart. Auf dem Laki-Parkplatz war schon einiges los, aber immer noch weit vom Massentourismus entfernt. Ebenso an der Eldgjá (kommt noch im Bericht).

    Hier treffen wir die nette Rangerin wieder und ihre Kollegin, die beide sehr hilfsbereit die Touristen informieren. Wir fragen – auf Isländisch natürlich – nach der nummernlosen Piste durch’s Eldhraun, die wir zurück nehmen wollen. Sie nennt die Piste Bugaháls nach dem Höhenzug am Anfang der Piste. Nach einem prüfenden Blick auf unser Rubi gibt sie ihr Okay. Wir müssen 100 m zurückfahren und dann links rein.


    Die nummernlose Piste




    Wir essen noch Mittag und verlassen gegen 13 Uhr den Parkplatz. Während Pisten mit Nummern in Stand gehalten werden, werden die nummernlosen mehr oder weniger sich selbst und der Natur überlassen. Das Fahren mit Rubi auf dieser kurvigen Rumpelpiste macht unheimlich Spaß. Die „Straße“ hat zum Teil tief ausgefahrene Rillen. Ein Duster hätte nicht genug Bodenfreiheit, aber Rubi meistert die Rillen super.



    Die Landschaft ist atemberaubend und sehr abwechslungsreich. Graue Hochlandwüste, mit dicken Moospolstern überwachsene Lava und Niederungen mit kleinen Flüsschen wechseln sich ab. Der Nebel gibt dem Ganzen einen ganz eigenen Charakter. Er passt irgendwie zu der mystischen Mooslandschaft. Alle paar Meter halten wir an, steigen aus, genießen, fotografieren und filmen – wissen, dass die Aufnahmen es nie so wiedergeben können.



    Nach etwa der Hälfte der insgesamt ca. 40 km langen Strecke gelangen wir zu einer gigantischen mit Moos überwachsenen Lavafläche, die vom verheerenden Laki-Ausbruch 1784 stammt. Die Piste führt für die nächsten 20 km mitten hindurch.



    Moos und Lava so weit das Auge reicht.


    Nach einigen Kilometern kommen wir an einen Zaun mit Drahttor. Hier soll es einen Pfad zum Langholtsfoss geben. Nach ein wenig Suchen, finden wir eine deutliche Spur, der wir zu Fuß folgen. Nach einem Kilometer stehen wir vor dem mächtigen Langholtsfoss. Die Wassermassen der Hvervisfljót schießen tosend um die Ecke, wirbeln um einen großen Felsen in der Mitte des Flusses, um dann nach unten zu stürzen. Wir sind begeistert. Dann geht es auf dem gleichen Weg zurück.



    Dann fahren wir durch eine kleines Trollland. Wir entdecken etliche der putzigen Büschel – und müssen natürlich an jedem anhalten, um ihn abzulichten.



    Trollland


    Faszination in Grün


    Um 17.30 Uhr sind wir wieder auf der Ringstraße, wo die nummernlose Piste bei der Farm Þverá endet. Auf der ganzen Strecke von Laki bis zur Ringstraße ist uns kein einziges Auto und auch kein Mensch begegnet.

    Wir fahren noch nach Kirkjubæjarklaustur zum Tanken und Einkaufen. Ein paar Kilometer östlich von Klaustur liegt Hörgsland, unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte, wo wir ein gemütliches Häuschen gemietet haben. Zwei Schlafzimmer, Küche, Bad mit Dusche. Wir kochen Abendbrot und lassen den Abend ausklingen.


    Vielen Dank für Euer Feedback :)

    Jetzt geht es weiter.


    Tag 2 – Laki


    Wir sind schon früh auf den Beinen und sitzen um 7 Uhr am Frühstückstisch. Das Wetter ist, wie vorhergesagt, bescheiden. Es nieselt, die Sicht ist schlecht. Wir gehen erstmal zum Silfurfoss direkt hinter den Hütten. Viel grünes Moss und tolle Basaltformationen prägen das Bild.




    Dann geht es mit Rubi auf die Piste, die Ringstraße Richtung Westen und dann die F206. Es nieselt nicht mehr, ist milde und windstill, aber die Wolken hängen tief. Erster Stopp ist der obere Parkplatz von Fjaðrárgljúfur, der wunderschönen Schlucht.



    Kurze Zeit später kommen wir am Selárfoss vorbei. Von der Straße aus sieht er unscheinbar aus. Auf Bildern sah er doch viel größer aus. Und tatsächlich, man muss ein Stück runtergehen, um ihn in seiner ganzen Größe bewundern zu können. Viele fahren dran vorbei, da man von der Straße nicht ahnt, was das für eine Perle ist.




    Nachdem wir die Geirlandsá gefurtet haben, erreichen wir den Fagrifoss. Den Namen „schöner Wasserfall“ trägt er zurecht! Eine Eisenplattform wie beim Fjaðrárgljúfur erleichtert die Sicht und schützt die Vegetation. Es sind nur zwei Leute da, die gerade gehen, als wir kommen.



    Nach Nutzung des Plumpsklos geht es weiter. Die nächste Furt ist die Hellisá, ein Fluss, der ein anderes Kaliber ist, als die bisherigen Rinnsale. Im Internet gibt es Videos von absaufenden Autos. Fähnchen weisen den Weg und mehrere Schilder informieren über das richtige Furten. Das mit den Ampelfarben haben wir allerdings nicht kapiert. Es müsste eine Ampelstange im Fluss stehen, um die Tiefe anhand der Farben abschätzen zu können. Aber egal. Wir haben Glück und eine Gruppe von 4 kleineren SUVs fährt problemlos durch und wir hinterher.



    Bald kommen wir an eine Kreuzung, an der ein Schild steht. Unser Plan war, die F207 im Uhrzeigersinn zu fahren, den Tjarnargígur zu besuchen und dann eine Wanderung auf den Lakigígur zu machen. Aber an der Kreuzung steht was von Sackgasse. Als wir noch überlegen, steht plötzlich eine Rangerin hinter uns und fragt, ob sie helfen kann. Sie erklärt uns, dass die F207 eine Einbahnstraße ist, da die Pisten zu schmal für Gegenverkehr sind. Das war uns neu. Die Sackgasse bezieht sich auf die Berghütte Blágil. Anhand der Pfeile hätte man die Fahrtrichtung auch sehen können.



    Je höher wir kommen, desto nebliger wird es. Oben auf dem Laki-Parkplatz hängt der Nebel bis zum Fußboden.



    Zwei Tour-Busse fahren in die dichte Nebelwand hinein. Nein, das muss nicht sein. Es ist klar, dass eine Wanderung keinen Zweck hat. Wie schade. Stefanie ist zum ersten Mal hier, ich bin 1994 schon mal mit einer geführten Bus-Tour hier gewesen – bei ziemlich gutem Wetter.


    Die warme Quelle hat jetzt Holzwände als eine Art Umkleidekabinen. Der Teich quillt über vor Leibern. Wir verzichten gern darauf.



    Eigentlich wollten wir eine Wanderung auf die Brennisteinsalda machen, aber es ist zu trübe und außerdem schon recht spät (man braucht für alles immer länger als gedacht ;-)) So machen wir nur einen Spaziergang auf die Lava, von der man einen schönen Überblick hat. Trotz des trüben Wetters, sind die Farben der Rhyolithberge wunderschön. Kein Wunder, dass LML immer beliebter wird.



    Auf dem Bláhnúkur bin ich schon mal gewesen J


    Als wir nach 2 Stunden Aufenthalt durch die Furt zurückfahren, steht der Abgesoffenen immer noch mit offener Motorhaube da. Immerhin ist ein Rettungsfahrzeug bei ihm. Die Leute tun uns leid, der Urlaub ist gelaufen. Andererseits ist es auch Leichtsinn, mit einem ungeeigneten Fahrzeug durch diese Furt zu fahren.


    Gegen 18 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Süden. Hier beginnt Neuland sozusagen, denn ich bin diesen Abschnitt der F208 zwischen LML und der F235 zum Langisjór schon 3 Mal mit dem Bus, aber noch nicht selbst gefahren, Stefanie ist die Strecke noch gar nicht gefahren. Selbstfahren hat den entscheidenden Vorteil, dass man so oft halten kann, wie man möchte. Und das tun wir ausgiebig. Hier ist es überall sooo schön! Und ist man erst mal ausgestiegen, entdeckt man weitere tolle Fotomotive. Wir kommen nur langsam voran, aber das ist ja der Sinn der Reise J


    Vor dem Bau der Brücke war die Jökulgilskvísl sicher mal eine echte Herausforderung.


    Wollgras mit dem Kirkjufell im Hintergrund – nein, nicht der auf Snæfellsnes ;)


    Besonders cool finde ich einen schwarzen Felsen mit Kerben, die aussehen wie die Kiemen eines Hais. Der Weg führt einen Berg hoch und man kann das Tal Illagil („Schlechte Schlucht“) mit den Kiemen-Felsen von oben bewundern.


    Was sie Natur so schafft!


    Illagil


    Im Juli hat es wenig geregnet und die Flüsse haben allesamt niedrige Wasserstände. So sind die zahlreichen Furten im weiteren Verlauf kein Problem.


    Plötzlich wird es schlagartig so neblig, dass man kaum die Straße sehen kann.




    Um 20.30 Uhr sind wir in Hólaskjól. Es ist nicht mehr ganz so neblig, aber kalt. Wir haben ein Hüttchen gebucht. Wirklich süß. Stockbetten, Tisch, 3 Stühle, Kochecke und Toilette. Dusche ist draußen. Neben unserer Hütte ist ein Campingplatz. Gut, dass wir in der warmen Hütte Abendbrot essen können.



    Der Wetterbericht für die nächsten Tage sieht nicht gut aus und so sitzen wir lange und besprechen die Optionen. Geplant ist für morgen die nummernlose Piste über Skælingar und Blautulón zum Langisjór. Nebel ist dafür nicht gerade ideal. Da Laki etwas weiter östlich liegt und damit weiter weg vom Mýrdalsjökull, wo laut vedur.is die Regenwolken hängen, entscheiden wir uns die Laki-Tour, die für übermorgen geplant war, vorzuziehen.


















    Stefanie und ich haben uns vor ein paar Jahren hier im Forum kennengelernt und diesen Sommer waren wir das erste Mal zusammen in Island. Da das Forum sozusagen die Mutter dieser Reise ist, möchten wir hier darüber berichten.


    Beide hatten wir zunächst eigene Pläne in Island und trafen uns dann zu einem 4-Tages Trip ins südliche Hochland. Um beim Furten etwas mehr Sicherheit zu haben, hatten wir bei Blue Car Rental einen Jeep Wrangler Rubicon gebucht. Im Vorfeld hatten wir Blue Car Rental die geplante Route mitgeteilt, denn es sollten auch nummernlose Pisten dabei sein. Diese Mietwagenfirma akzeptiert dies, im Unterschied zu vielen anderen Autoverleihern, bei denen man nur Straßen mit Nummern fahren darf.


    Tag 1 Fjallabak Nyrðri


    Am Dienstag, den 25.7. treffen wir uns um 8 Uhr morgens am Flughafen Keflavík, um unseren Wagen abzuholen, der natürlich gleich den Namen „Rubi“ bekommt. Die Schlüsselabholung ist unkompliziert per Keybox. Wie kriegt man den Allradantrieb rein? Jemand von der Autovermietung weiß auch erst nicht Bescheid und holt einen Kollegen. Nach der Einweisung klappt es bei uns aber nicht und wir müssen noch mal jemanden kommen lassen. Schließlich, mit einer Stunde Verspätung, geht es los.


    Unten an der Küste die 427 lang, über Selfoss die 1 zum Abzweig der 26, wo wir bei Landvegamót, der letzten Tankstelle für die nächsten zwei Tage, noch mal volltanken. Dann geht es auf die F225, dem Landmannaleið.



    Es ist trübe, die Hekla verhüllt sich in Wolken. Aber kein Regen, windstill und milde 13°C. Wir fahren durch die mit heller Bimsstein-Lava der Hekla übersäte Ebene. Mittlerweile haben wir uns mit Rubi angefreundet und das Fahren auf der Waschbrett-Piste macht Spaß.



    Nach einer Stunde erreichen wir das Schild „Friðland að Fjallabaki“, also das „Naturschutzgebiet hinter den Bergen“.


    Erster Stopp ist der Rauðufoss (oder Plural Rauðufossar genannt, obwohl es nur ein Foss ist). Dazu fahren wir rechts eine Piste zum Krakatindur rein. Wenige Hundert Meter weiter befindet sich ein Parkplatz. Dort steht schon ein Dutzend großer Geländewagen. Oh, es scheint voll zu sein am Wasserfall. Es ist schon 13 Uhr und wir essen erst mal Mittag.


    Ein gut ausgebauter Wanderweg führt zu einem Aussichtspunkt auf den tollen Wasserfall, der trichterförmig über rote Felsen gleitet. Da kommt uns eine Gruppe Isländer entgegen, die gerade den Rückweg antritt und offensichtlich zu den Geländewagen gehört. So sind wir am Foss allein. Leider kann man nicht näher ran, der weitere Weg ist mit kleinen Schildern und Seilen abgesperrt. Trotzdem ein wunderbarer Anblick.


    Der Wanderweg führt rechts hoch weiter zum Rauðauga (Rotauge), der Quelle der Rauðufossakvísl. Die Wanderung hatten wir eigentlich auf dem Schirm gehabt, aber in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit auf ein anderes Mal verschoben. Nach gut einer Stunde sind wir zurück am Parkplatz.


    Nun stehen die ersten zwei Furten an, durch die Rauðufossakvísl und gleich danach die Helliskvísl, denn wir fahren die kleine Runde „Kringla“ genannt, eine nummernlose Piste zum Campingplatz Landmannahellir. Zwei Fahrradfahrer radeln mutig durch die Flut. Auch für Rubi sind die beiden Flüsschen kein Problem. Der Campingplatz ist nach der Höhle Landmannahellir benannt, die mit einem Gitter versperrt ist.


    Vorbei am Löðmundarvatn geht es zurück auf die F225.



    Im Dómadalur kommen von rechts zahlreiche Mountainbike-Fahrer den Berg aus Richtung Landmannalaugar runter. Überhaupt ist ganz schön viel los auf dieser Piste: viele Autos, Busse, Fahrradfahrer. Wir nehmen einen Anhalter mit. Guiseppe aus Italien zeltet eine Woche in Landmannalaugar und macht Tagestouren, heute war er beim Lifrafjallavatn.


    Dómadalur


    Die F225 mündet auf der F208. Wir machen noch einen Abstecher zum Ljótipollur, der „hässlichen Pfütze“. Aber der rote Explosionskrater mit blauem See ist alles andere als hässlich. Früher konnte man mit dem Auto bis zum Kraterrand hochfahren, jetzt gibt es unten einen Parkplatz und man muss ein Stück hochlaufen.


    Ljótipollur


    Wir waren beiden schon mehrfach in Landmannalaugar gewesen, aber so voll hatten wir es noch nie erlebt. Der Parkplatz vor der Fußgängerbrücke quillt über. Hier parken alle, die die Furt vermeiden wollen. Wir wollen natürlich mit Rubi furten. Doch just in dem Moment säuft ein kleiner SUV auf der Insel zwischen den beiden Flussarmen ab.



    Der Wagen steht im Wege und es staut sich auf beiden Seiten. Jemand hilft, den Havarierten beiseite zu schieben. Zwei Busse kommen uns entgegen, aber es ist kein Platz, sie vorbeizulassen. Ich muss ein ganzes Stück zurücksetzen. Kaum sind die Busse vorbei, und ich will fahren, da kommt schon der nächste. Noch mal rückwärts. Schließlich können wir druchfahren. Gefühlt die tiefste Furt der ganzen Reise. Auf der LML-Seite stehen Massen an Duster und anderen kleinen SUVs. Mit so einem würde ich keinesfalls durch diese Furt fahren. Für Rubi aber kein Problem.