10 Tage Camper, 4 Tage 4x4?

  • Hallo liebe Forum-Gemeinde,


    ich befinde mich mit meiner Holden vom 16.08.-30.08.2024 in Island und bin im Rahmen der Reiseplanung auf dieses tolle Forum gestoßen.

    Das Gemeine dabei ist natürlich, dass man hier sehr viele Ideen und Inspirationen sammelt. Ursprünglich war ich der Meinung, 2 Wochen wären eine angemessene Reisezeit. Nun würde ich am liebsten verdoppeln.


    Der Plan sieht bislang vor, einen Camper zu mieten. Hauptargument hierbei: Flexibilität und Natur.

    KEINEN 4x4 Camper, aus Kostengründen. Wir sind Schwaben ;)

    Grobplanung: einmal um die Insel, gerne auch mit Abstecher in die Westfjorde.

    Da wir das Hochland aber ebenfalls ungemein spannend finden, hatten wir den (vielleicht?) glorreichen Einfall, unseren Camper nach 10 Tagen abzugeben um dann auf ein Allradfahrzeug umzusteigen um noch die Hochlande zu erkunden.


    Nun die Frage an die erfahrenen Island-Kenner: Schnapsidee oder macht das Sinn?

    Lohnt sich das für „nur“ 4 Tage? dafuer1 dagegen1


    Kurz zu uns: Paar Anfang/Mitte 30, Weltenbummler und erfahren in wilden Roadtrips, allerdings noch nie in Island.

    Eine gute Balance zwischen Erlebnis und Entspannung ist uns wichtig.


    Und bevor ihr jetzt sagt „ihr werdet sowieso zurück kommen“…nehmen wir einfach mal an, dass das unsere einzige Island-Reise wird :P


    So, ich bin gespannt auf eure Antworten dankeschoen1

  • Hallo Sven und willkommen hier im Forum.

    Die Entscheidung mit einem Camper Island zu erkunden ist eine sehr gute Idee (für uns die beste).

    Eine Umrundung in 10 Tagen ist so gerade das Minimum welches ich Euch empfehlen würde, zumal Ihr evt. die Westfjorde mitnehmen möchtet. Das ist dort viel Fahrerei. Wenn die Westfjorde im Plan fest drin sind, würde ich Euch die Umrundung entgegen dem Uhrzeigersinn empfehlen, sollte jedoch aber auch grundsätzlich nach dem aktuellen Wetter getroffen werden.

    In Süd- und Ostisland gibt es viele sehenswerte POI die zu schade wären wenn sie nachher aus Zeitmangel verpasst würden.

    Es gibt überall extrem viel zu sehen, Island ist im Netz sehr gut vertreten.

    Da Ihr erstmal 14 Tage zur Verfügung habt, würde ich mir die Entscheidung ob Hochland oder nicht aufheben und dann treffen, wenn Ihr dort seid.

    Ich kann über Mietfahrzeuge leider wenig sagen, da wir mit den eigenen Fahrzeugen anreisen.

    Es gibt Strecken, die für Mietfahreuge verboten sind auch bei 4x4 Fahrzeugen.

    Hochlandpisten und Strassen die nur mit 4 x 4 zu befahren sind, sind mit einen "F" gefennzeichnet.

    Die Strasse 35 ist keine "F" Strasse mehr, wird aber noch häufig auf Wegweisern so bezeichnet.

    Diese Straße 35 ist die Kjölur (Kjalvegur) und lässt schon ein wenig Hochlandfeeling erleben und ist ohne 4x4 befahrbar. (Freigabe der Strasse des Autovermieters beachten).

    In Island ist das "Freistehen" mit dem Camper in der Regel nicht erlaubt.

    Campingplätze gibz es überall. https://tjalda.is/


    Wenn Ihr in Eurer Planung weiter seid und Fragen habt, so meldet Euch gerne.


    Hier noch drei nützliche Links:


    https://sundlaugar.is/en/ Schwimmbäder


    https://safetravel.is/travel-conditions/ Sicher Reisen in Island


    https://en.vedur.is/weather/forecasts/areas/ Wetter und Gefahren



    Noch eine Ergänzung:


    Das Forenmitglied MarkusD

    hat einen sehr aktuellen und informativen Reisebericht geschrieben. Unterwegs war er mit einem normalen Pkw.

  • In 4 Tagen kann man schon einen Eindruck bekommen, was es heißt im Hochland unterwegs zu sein. Denkbar wäre erster Tag nach Abholung des 4x4-Campers nach Þingvellir, Strokkur, Gullfoss. Vielleicht Kerlingarfjöll. Bei den Hveravellir übernachten. Dann über F225 zu den Landmannalaugur zum übernachten. Dann über F208 und dann F206 runter zu den Laki-Kratern, dort übernachten. Dann auf dem Rückweg ins Hauptstadtgebiet, wenn ihr es euch mit den Erfahrungen der letzten Tage zutraut, Þórsmörk (letzte Furt auslassen und auf den Campingplatz) zum übernachten. Alternative zu Þórsmörk wäre am Skógafoss übernachten und den Wasserfall aufwärts zu wandern.

    Dabei gibt es Möglichkeiten um Wanderungen am jeweiligen Übernachtungsort einzubauen. Ist insgesamt vom 4x4-Schwierigkeitsgrad stetig ansteigend, unter guten Bedingungen machbar, aber trotzdem herausfordernd für Anfänger. Vorausgesetzt die Mietwagenfirma spielt mit. Ca. 70 cm Wattiefe braucht es dafür um einigermaßen sorgenfrei unterwegs zu sein.

    Voraussetzungen ist auch, sich belesen zu haben, was das Furten betrifft. Bei mehr als 1-2 Tagen Regen wird es auch schwierig bis unmöglich.


    Kv. Phineas

  • Ne Schnapsidee ist das Hochland nicht, zwei Wochen kriegt man auf Island aber auch gut ohne Hochland (und auch ohne Westfjorde) rum. Es gibt natürlich auch Westfjorde Fans, die dort ihren ganzen Urlaub verbringen. Den ‘Stress’ noch den Wagen zu tauschen würde ich mir nicht machen - Hochland geht auch ohne 4x4 zB hier https://kerlingarfjoll.is/


    Ansonsten würde ich immer zwei Nächte in Reykjavik 101 bleiben - aber auch das sieht jeder individuell anders.

  • Danke vielmals für die Einschätzungen und die Ideen. Ich werde mir nun alles noch mal im Detail ansehen und durchplanen. Rechnet vorsichtshalber mal mit weiteren Fragen ;)